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Veröffentlicht am 01.02.2026

Unter fremden Himmeln

Unter fremden Himmeln
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Inhalt siehe Klappentext.
Es ist gerade mal 3 Monate her, dass ich den ersten Band von Tara Haighs Neuguinea-Saga gelesen habe, dennoch brauchte ich einige Zeit, um wieder in Finschhafen anzukommen. Herrmann ...

Inhalt siehe Klappentext.
Es ist gerade mal 3 Monate her, dass ich den ersten Band von Tara Haighs Neuguinea-Saga gelesen habe, dennoch brauchte ich einige Zeit, um wieder in Finschhafen anzukommen. Herrmann Vogt war mir weiterhin suspekt, Onkel Friedrich verhält sich ebenfalls merkwürdig, ich hatte schon im ersten Teil die
Vermutung, beide hauen sowohl die Familie Berger als auch die Einheimischen übers Ohr. Dafür lebt Ludwig in seiner Missionsarbeit auf, Clara für die Krankenstation, aber zwischen ihnen fehlt etwas, und auch Anna, Hedwig und ihr Vater Gustav fassen Fuß im neuen Land, machen sich mit den Kâte und ihren Gepflogenheiten vertraut. Anna hat einen direkten Draht zu Raba, dem Sohn des Stammeshäuptlings, die Familie akzeptiert die Beziehung und steht zu den Beiden, die Soldaten, die das Gebiet übernehmen und überwachen sollen, sehen das leider anders. Manch einer glaubt, als deutscher Soldat sei man etwas Besseres, als die „Wilden“, aber man vergisst, zu bedenken, dass diese sich bestens mit den Gefahren des Dschungels auskennen und dass man eventuell auch mal auf die Hilfe dieser Einheimischen angewiesen sein könnte. Anna erlebt am eigenen Leib, wie die Begegnung mit einer giftigen Schlange ausgehen kann. Da muss ich Claras unermüdlichen Einsatz loben, sie tut es einfach, ohne zu unterscheiden, wen sie behandelt, bemerkenswert. Man kann sich heute nicht vorstellen, wie es 1885 war, aus der Stadt, Karlsruhe, mit all seinen damaligen Vorzügen und Annehmlichkeiten, in die Wildnis auszuwandern und praktisch mit Nichts von Null zu beginnen. Man kennt weder Land noch Leute; im ersten Band stand die Überfahrt im Vordergrund, im zweiten Teil geht es um das neue Leben der Familie Berger. Mir gefallen die Beschreibungen von Landschaft und Leuten, Stämmen und Riten, Wettersituationen, Tierwelt und Natur, so viel Unbekanntes und Unentdecktes. Tara Haigh beschreibt den für uns einfach wirkenden Alltag, sowohl der Kâte als auch der Siedler, so farbenfroh und ausführlich, dass man sich einfach sehr nah dabei fühlt. Es gibt immer mal wieder Ungereimtheiten, zwischen den Siedlern und den Soldaten, zwischen den Einheimischen und den Soldaten, Machtkämpfe werden ausgefochten und man geht auch bis zum Äußersten. Es gibt bei den Bergers Familiengeheimnisse, die endlich aufgelöst werden, leider unter sehr traurigen Umständen, aber besser spät als nie und es gibt auch freudige Momente. Ich wurde bei dieser Exkursion in die Kolonien gut unterhalten, es gab ein paar vorhersehbare Ereignisse, dann wieder gelungene Überraschungen, auch extreme Situationen, ein bunter Mix, der das Lesen der 363 Seiten lebendig machte und nicht langatmig werden ließ. Anna, Hedwig, Clara und ihre Familie bekommen von mir eine Leseempfehlumg mit 4 bis 4,5 Sternen. Ich weiß nicht, was die Autorin geplant hat, aber hier wäre ein weiterer Band passend.

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Der Dorfladen 2 - Was das Leben verspricht

Der Dorfladen - Was das Leben verspricht
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Inhalt siehe Klappentext.
Vor wenigen Wochen habe ich den 3. Band von Anne Jacobs‘ „Dorfladen“ gelesen und dabei festgestellt, ich hatte vor einem knappen Jahr nur Band 1 gehört, Band 2 war mir durchgerutscht. ...

Inhalt siehe Klappentext.
Vor wenigen Wochen habe ich den 3. Band von Anne Jacobs‘ „Dorfladen“ gelesen und dabei festgestellt, ich hatte vor einem knappen Jahr nur Band 1 gehört, Band 2 war mir durchgerutscht. Auch in der „falschen“ Reihenfolge, gerade weil ich ja nun schon weiß, wie Band 3 endet, kommt man recht schnell in der Geschichte, im Taunusdorf Dingelbach im Jahr 1925, an. Die vielen Namen sind mir inzwischen, gerade durch die kürzlich beendete Lektüre, geläufig, und ich finde, Sprecherin Simone Kabst, die hier mit 15:43 Stunden eine gekürzte Lesung hält, liest jeden Einzelnen ziemlich passend. Gehört klingt der hessische Dialekt besser als gedruckt. Ich bevorzuge die 1,25-fache Geschwindigkeit, so lässt sich die ländliche Geschichte, die vermutlich bewusst in recht einfachen Sätzen gehalten ist, so wie man eben damals „uffm Dorf“ erzählte, am angenehmsten hören. Man muss bedenken, dass man sich 100 Jahre in der Vergangenheit befindet, dass sich das Dorfleben hauptsächlich ums tägliche Überleben dreht, ob und wie man seine Felder bewirtschaftet oder aberntet, ohne vom Wetter ausgetrickst zu werden, ob man sich einen Einkauf im Dorfladen leisten kann, wenn es schon für die Einkaufstour in den Taunus oder gar Frankfurt nicht reicht. Der Dorftratsch bestimmt die nachbarschaftlichen Verhältnisse, mal gut, mal schlecht, es gibt auch hier immer wieder Personen, die sich für etwas Besseres halten und das die anderen spüren lassen.
Helga wird angeprangert, weil sie sich von ihrem Mann Otto Schütz, seines Zeichens Dorfbürgermeister, getrennt hat - hätte er es ebenso gemacht, wäre er sicher der Dorfheld gewesen. Weiß die Marie, auf was sie sich einlässt? Oder ist es genau umgekehrt - weiß der Otto, was auf ihn zukommt? Keiner ist besser, als der andere. Traurig, dass hier immer Frauen die Dummen sind, damals, wie heute. Wie das auf Dauer werden wird mit dem Oskar Michalski und der Helga? Kurzes Abenteuer oder große Liebe? Dörflich und historisch auf seine Weise aufregend.
Fabrikbesitzerin Ilse Küpper wird ebenso schief angeschaut, weil sie, als auf die 40 zugehende, alleinstehende Frau!, die Zügel in der Hand hat und nicht ihr Bruder Josef. Ihn und seine Frau mag ich gar nicht, sie tun so groß und weltgewandt mit ihrer Gaststätte, aber wer zahlt im Endeffekt dafür? Einfach unangenehme Zeitgenossen…Ilse steht ihren Mann, tut, was sie will und lässt sich auch bei der Wahl ihrer Gesellschaft bzw. ihres Mannes nicht reinreden. Josef findet immer etwas auszusetzen, er fühlt sich in seinem männlichen Stolz verletzt und kann nicht eingestehen, dass er selbst Schuld an seiner Lage ist.
Teils auflockernd, teils etwas zäh und in die Länge gezogen sind Friedas Erlebnisse in Frankfurt an der Schauspielschule. Nesthäkchen Ida dagegen eckt im Frankfurter Gymnasium an, weil sie ehrlich und direkt ist und sich nichts gefallen lässt. Man spürt die enge Bindung zwischen den Schwestern Ida und Frieda, die älteste Schwester Herta ist irgendwie immer außen vor, sie gibt sich aber auch keine Mühe, etwas aus sich zu machen, schiebt gerne Migräne oder Unwohlsein vor. Mutter Marthe steht tagein, tagaus im Laden, nimmt die Töchter ungefragt als billige Arbeitskräfte, das ist ihr wichtiger als deren Schul- und Ausbildung. Traurig, Marthe lässt nicht mit sich reden und hat kein Verständnis für die Unterstützung durch die Frankfurter Oma.
Süß ist die Freundschaft zwischen Heinz, Sohn von Bürgermeister Otto Schütz und Ehebrecherin Helga, mit der lungenkranken Julia Grossmann, die mit ihren Eltern nach Frankfurt ziehen muss, auch weil die Eltern zu stolz sind, und die ihre Krankheit nicht ernst nehmen. Die Haller-Schwestern werden kreativ, um dem Mädchen zur Genesung hilfreich sein zu können, man nutzt Beziehungen zu Lehrer Hohnermann und Bankier Goldstein, um eine Spendenaktion aufzuziehen. Endlich ist bei den Dörflern mal etwas los, das vom schweren Alltag ablenkt, auch wenn der Grund eher traurig ist. In schwierigen Situationen hält man eben zusammen, schließlich will man sehen und gesehen werden und besser als der Nachbar darstehen. Im Großen und Ganzen gute Unterhaltung, wenn man es zeitweise einfach und ländlich mag, von mir gibt es 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Fräulein Gold 8: Der Preis der Freiheit

Fräulein Gold: Der Preis der Freiheit
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Inhalt siehe Klappentext.
Ich kenne bereits alle anderen Teile von Anne Sterns „Fräulein Gold“-Reihe, die meisten als Hörbücher; dieser 8. Band „Der Preis der Freiheit“ mit seinen 432 Seiten, welcher im ...

Inhalt siehe Klappentext.
Ich kenne bereits alle anderen Teile von Anne Sterns „Fräulein Gold“-Reihe, die meisten als Hörbücher; dieser 8. Band „Der Preis der Freiheit“ mit seinen 432 Seiten, welcher im Jahr 1932 in Berlin spielt, lässt sich sehr flüssig lesen. Hulda Gold kann endlich wieder im Hebammenberuf aufgehen, Meta ist sicher in der ersten Klasse der Grundschule angekommen, und Huldas Mann Max Dessauer nimmt diesmal einen größeren Part ein. Seine politische Meinung, die er in Zeitschriften kundtut und ein Jobangebot in Schweden entzündet Feuer und eine Krise zwischen den Eheleuten. Schade, dass erst eine weitere Zerreißprobe die Beiden wieder näher- und zusammenbringt und Hulda zeigt, was wirklich wichtig ist im Leben. Nach diesen schlimmen Tagen finde ich, Hulda hat es verstanden und ist, trotz ihres tatsächlichen Alters noch mal etwas mehr erwachsen geworden. Aber hat die aktuelle Situation eine gemeinsame Zukunft? Ich freue mich schon auf Band 9, dessen Leseprobe am Ende zu finden ist.
Es wäre ungewöhnlich, würden sich Hulda und Kommissarin Siegel nicht erneut begegnen, allerdings sehen sich die beiden Frauen nicht mehr als Konkurrentinnen, aber auch nicht als Freundinnen, sondern, so mein Eindruck, als gleichgestellte Frauen, die für ihren Beruf, ihre Berufung leben und gegen die Ungerechtigkeit kämpfen. Irma und Hulda könnten sich gut ergänzen, wenn sie es zulassen, aber beide tun sich eben mit diesem Gedanken schwer. Ebenso wichtig finde ich den inzwischen freundschaftlichen Kontakt zu Karl, hat ja lange genug gedauert und die gelegentlichen Besuche von Hulda und Meta bei Johanns Eltern. Viktoria erscheint mir immer noch unterkühlt und geziert, das wird sich nicht mehr ändern. Friedemann ist da etwas lockerer (geworden), aber auch noch angespannt, was Hulda angeht.
Auf die Gefahr hin, dass meine Rezension aufgrund meiner Meinung aussortiert wird: Es ist traurig zu lesen, wie sich 1932 alles entwickelte und man meint heute, 2026, fast 100 Jahre später, es wiederholt sich, unfassbar, die Menschen haben wirklich nichts gelernt!
Ich hatte spannende Lesestunden, Hulda und ihr Umfeld 2 Wochen lang zu begleiten. Der Ausflug ins Frauengefängnis, das „Leben“ der Insassinnen, war wirklich aufschlussreich und grausam gleichzeitig, aber auch die alltäglichen Probleme der Familie waren Thema, dazu die politische Situation, Anne Stern versteht es einfach, ihre Leser mitzureißen! Ich habe das Buch nur ungern aus der Hand gelegt und kann guten Gewissens 5 Sterne mit Leseempfehlung vergeben.

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Veröffentlicht am 24.01.2026

Halbinsel

Halbinsel
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Inhalt siehe Klappentext.
Ich hatte vor einigen Monaten in einem Buchjournal einen Artikel über Kristine Bilkaus neuestes Buch „Halbinsel“ entdeckt und es auf meine Wunschliste gesetzt. Nun hat mir eine ...

Inhalt siehe Klappentext.
Ich hatte vor einigen Monaten in einem Buchjournal einen Artikel über Kristine Bilkaus neuestes Buch „Halbinsel“ entdeckt und es auf meine Wunschliste gesetzt. Nun hat mir eine liebe Bekannte, die passenderweise in der örtlichen Bücherei arbeitet, von eben diesem Buch erzählt und ihre Begeisterung hat mich dazu bewogen, den Roman mit dem altrosa Titelbild direkt auszuleihen. Ausschlaggebend für mich war die Kombination Mutter-Tochter-Beziehung und die Region, in der die Geschichte spielt - Nordsee. Die 224 Seiten des Hardcovers sind schnell gelesen, anfangs konnte ich mich in Annett (Ende 40) wiedererkennen (obwohl meine Kinder jünger sind als Linn, Mitte 20), manchen Gedanken oder Sorgen hat man als Mutter immer. Zwar leben wir als komplette Familie, jeder unterstützt jeden, diese Hilfe blieb bei Annett und Linn durch Johans frühen Tod aus, aber Unstimmigkeiten gibt es dennoch. Ich denke, Annett handelt völlig normal nach ihrem ersten Verlust, da darf sie sich ruhig ein wenig mehr an die Tochter klammern. Ein Außenstehender versteht es vermutlich nicht. Nach etwas 2/3 des Buches wurde Linn mir unsympathischer. Mein Eindruck war, sie merkt nicht, wie sehr die Mutter an sie denkt, sich mitsorgt, vielleicht hat sie sich etwas zu viel eingemischt, aber die Tochter ist ihr eben nicht egal und sie ist trotzdem keine Helikoptermutter. Man muss als Kind, egal wie alt, sicher nicht vor Dankbarkeit vor den Eltern kriechen, aber etwas dankbarer könnte Linn schon sein - zumindest in diesem Zeitraum, den man per Buch mitbekommt. „Halbinsel“ ist nicht nur der Schauplatz, man kann sagen, die Familie ist durch den fehlenden Johan nicht mehr vollständig, eben nur halb. „Insel“ - ein Rückzugsort für jeden, alleine oder gemeinsam? Annett hat ihr Haus, ihren Garten, ihr Nachbarn, ihre Arbeit, aber was hat Linn? Stress bei der Arbeit, sie ist überfordert, will einfach raus aus allem, und das versteht keiner, nicht mal die Mutter. Ich kann mir vorstellen, dass man manche Themen am liebsten mit sich selbst ausmachen will, über die man nicht mit Mutter oder Tochter sprechen will, weil man ja doch nur klug gemeinte Ratschläge bekommt, die das Gegenteil bewirken. Zuhören ja, handeln nein, und das fällt beiden schwer.
Gut, aber stellenweise ergreifend zu lesen, macht nachdenklich, wird man selbst so, wenn die Kinder weggehen? Ein paar Stunden zur Ruhe kommen, es gibt keine Spannung und die Handlung ist nicht hochdramatisch, man liest einfach weiter, von mir gibt es 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 21.01.2026

Weihnachtsgeschichten

Weihnachtsgeschichten
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Inhalt siehe Klappentext.
Ich bekam das kleine, gebundene Buch mit seinen 160 Seiten und dem hübschen, glänzenden Schutzumschlag im Advent geschenkt. Eine schöne Idee und ich wollte schon lange etwas von ...

Inhalt siehe Klappentext.
Ich bekam das kleine, gebundene Buch mit seinen 160 Seiten und dem hübschen, glänzenden Schutzumschlag im Advent geschenkt. Eine schöne Idee und ich wollte schon lange etwas von Selma Lagerlöf lesen, die ich bisher nur in Verbindung mit Nils Holgersson kannte. Das Titelbild wirkt durch Schnee und Dekoration recht weihnachtlich und harmonisch, die Geschichten darin haben mich leider nicht alle angesprochen. Teils war mir die Sprache zu veraltet oder zu einfach gehalten, teils fand ich die Erzählungen zu lang. Es waren schon ein paar schöne Geschichten dabei, insgesamt hatte ich mir etwas mehr „Stimmung“ erhofft, es war doch teilweise recht düster gehalten - nicht das, was ich mir für die Advents- und Weihnachtszeit wünsche. Das Büchlein ist schnell gelesen, wenn einen die Erzählung abholt, leider komme ich über 3 Sterne nicht hinaus.

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