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Veröffentlicht am 11.05.2026

Au revoir und tschüss

Au revoir und tschüss
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Inhalt siehe Klappentext.
Ich kannte die Autorin Gudrun Lochte bisher nicht, eine Nachricht des Verlags machte mich auf das Buch aufmerksam und der Klappentext hat mich neugierig darauf gemacht, wie andere ...

Inhalt siehe Klappentext.
Ich kannte die Autorin Gudrun Lochte bisher nicht, eine Nachricht des Verlags machte mich auf das Buch aufmerksam und der Klappentext hat mich neugierig darauf gemacht, wie andere Frauen mit Mitte 40 sich und ihre Bedürfnisse mit Arbeit und Familienmanagement ins Verhältnis setzen bzw. wie die Prioritäten verteilt sind.
Man spürt in den ersten Kapiteln direkt die Unzufriedenheit der Protagonistin Carolin und ihr Mann Holger war mir sofort unsympathisch - mit seinen Äußerungen macht er sich selbst nicht besser. Offensichtlich sind im sein Job und seine Kontakte wichtiger, als seine Frau und die Familie, Hauptsache, das Essen steht täglich auf dem Tisch, am besten pünktlich, und er hat genug saubere Kleidung im Schrank. Ich kann mir Holger nicht bei der Care- und Hausarbeit vorstellen.
Caro darf mit ihren 45 Jahren wirklich mal an sich selbst denken, sie muss nicht immer für alle verfügbar sein, da hat Freundin Holly recht. Die Reise kann ihr guttun, wenn sie es richtig anstellt; man kann auch als Erwachsene noch lernen und aus sich rausgehen. Allerdings sollte man hier bedenken, dass es zwar einerseits eine Flucht aus dem Alltagstrott, andererseits aber kein Freifahrtschein für alles ist. Die einmalige Begegnung mit Ada klingt gut und schön, aber nach dem Vorfall mit der Tasche war mir das dann doch etwas zu plötzlich und unrealistisch, als ob Caro nichts daraus gelernt hätte.
Ich bin kein Freund von Namensabkürzungen oder Kosenamen, ich kann es nicht nachvollziehen, warum Carolin, Hannelore, Adeline und Alexandrine, um ein paar Namen zu nennen, denn es werden immer mehr, diese stets nur abgekürzt verwenden.
Als Erwachsener nochmal die Schulbank zu drücken, nach Plan zu lernen, wenn man so lange raus ist, stelle ich mir schwierig vor, man muss sich erst wieder reinfinden. Wenn man ein Ziel vor Augen hat, ist es vielleicht einfacher. Ich hatte es zunächst so verstanden, dass Caro und auch die anderen Schüler recht viel aufholen müssen, daher die Sprachreise - im Laufe des Buches kam es mir jedoch so vor, als könnten sich alle auf französisch verständigen, nur eben nicht perfekt. Ob dafür vier Wochen ausreichend sind? Kommt wohl auf die Intensität an… Ich kenne mich mit Sprachreisen nicht aus, habe aber den Eindruck, hier gibt es täglich ein paar Stunden Unterricht und ganz viel Zeit zum Bummeln, Essen gehen, nichts tun, also eher Urlaub statt Lernreise. Gitta ist noch recht jung und zudem ungebunden, wenn sie flirtet, ist das in Ordnung, Caro jedoch sollte für ihr Alter und ihren Beziehungsstatus etwas reifer sein, als sie sich gibt. Schade zudem, dass Holger kaum Zeit für ein Gespräch hat, in dem es nicht um ihn geht. Will Caro sich nun in Frankreich ausprobieren oder einfach ihre Midlifecrisis überdecken? Diese Aktion fand ich ziemlich schwach.
Gudrun Lochte beschreibt die Umgebung sehr malerisch und idyllisch, fast zu schön, um es glauben zu können - jeder Ort hat sicher auch unschöne Ecken. Die Kräutermühle und die Markttage habe ich besonders genossen. Ich lasse Caro die Freiheit, sich mal vier Wochen aus allem rauszuziehen und zu schauen, ob und was passiert. Ich kann nicht jede Handlung nachvollziehen, aber die Auszeit in Frankreich und vor allem die große Entscheidung danach habe ich gerne gelesen, dazu gehört schon eine gewaltige Portion Mut und Kraft, wenn man aus dem Trott raus und seinen Traum verwirklichen möchte (meiner Meinung nach hätte es sicherlich die Möglichkeit einer Kombination von beidem gegeben, aber bitte…). 320 Seiten, die sich flüssig lesen lassen und von mir 4 Sterne bekommen.

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Veröffentlicht am 10.05.2026

Der Zorn der dreifachen Göttin, Percy Jackson Teil 7

Percy Jackson - Teil 7
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Inhalt siehe Klappentext.
Ich kenne bereits andere Teile aus der Percy Jackson-Reihe von Rick Riordan, meist als Hörbuch gehört, ein paar gelesen, Film und Serie geschaut. Das schöne an dieser Serie ist, ...

Inhalt siehe Klappentext.
Ich kenne bereits andere Teile aus der Percy Jackson-Reihe von Rick Riordan, meist als Hörbuch gehört, ein paar gelesen, Film und Serie geschaut. Das schöne an dieser Serie ist, man muss, sobald man Teil 1 kennt, nicht unbedingt die Reihenfolge einhalten; durcheinander geht auch, man kann immer folgen. „Der Zorn der dreifachen Göttin“ ist der 7. Teil, wird wie bisher sehr passend von Marius Claren gesprochen. Ich empfehle für die Laufzeit von 8:50 Stunden die 1,3-fache Geschwindigkeit (Achtung: Onleihe und Apple CarPlay funktionieren nicht immer einwandfrei zusammen, ggf. Geschwindigkeit reduzieren). Es ist immer wieder spannend, zu den griechischen Göttern zurückzukehren und die Halbblute Percy, Grover und Annabeth bei ihren Abenteuern zu begleiten. So bekommen die Namen, die früher mal im Geschichtsunterricht gefallen sind, eine ganz andere Bedeutung. Manche eine Beschreibung und Bezeichnung sind geläufig, andere klingen ungewohnt, das Hörbuch ist sehr lebendig und kein trockener Geschichtsunterricht. Der Hörende fiebert mit, wenn die Junggötter bei Hekate House- und Tiersitting machen, der Höllenhund war furchteinflößend, der Iltis schon irgendwie goldig, wenn auch richtig stinkig. Helloween live! Gute Hörunterhaltung, kurzweilig, rasant, abenteuerlich, beängstigend, 4 gute Sterne.

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Veröffentlicht am 08.05.2026

Villa Rivolta

Villa Rivolta
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Inhalt siehe Klappentext.
Sehr auffällig finde ich das Titelbild mit den knallgelben Großbuchstaben für den Titel, die Szene der beiden spielenden Kinder im Garten der Villa ist eher dezent in den Hintergrund ...

Inhalt siehe Klappentext.
Sehr auffällig finde ich das Titelbild mit den knallgelben Großbuchstaben für den Titel, die Szene der beiden spielenden Kinder im Garten der Villa ist eher dezent in den Hintergrund gerückt worden. Der Leser begleitet Piero und Valeria seit der frühen Kindheit, ab 1945, über die Jugend und das frühe und spätere Erwachsenenleben, 1979, als ihr Sohn Tonino an der Schule in Schwierigkeiten gerät. Es ist faszinierend zu lesen, wie diese beiden ungleichen Menschen, von unterschiedlicher Herkunft und Stand, Freunde wurden und blieben, die Liebe war einseitig, aber keiner wollte es zugeben. Piero Rivolta, Sohn des Kühlschrank-, Motorroller- und Automobilherstellers, hat alles, was man sich als Kind wünschen kann, an Wohlstand fehlt es ihm nicht; Valeria, Tochter der Hausangestellten Caterina, kennt nur das Gegenteil. Sie machen beide das Beste daraus, sehen sich nicht als Konkurrenz, stehen über all die Jahre und Jahrzehnte in Kontakt, mal mehr, mal weniger. Valeria hat es mit ihrer Mutter nicht leicht, weder als Kind, noch als junge Frau, sie nimmt ihr Leben selbst in die Hand und schaut, ob und wie sie klarkommt. Sei es bei der Arbeit, mit Flavio, mit Tonino, oder eben auch mit Piero und Lele. Valeria nimmt das Leben und das Wenige, das sie hat, ernst. Bei Piero hatte ich manches Mal den Eindruck, er spielt mit dem Leben, will schauen, wie viele er hat - aber Leben kann man nicht mit Geld bezahlen oder gar kaufen. Piero und Valeria haben gemeinsame Geheimnisse, aber auch sonst existieren bei den Familien noch mehr Geheimnisse, über die man nicht reden will und es plötzlich zum großen Knall kommt.
Daniel Speck nimmt den Leser mit nach Italien, lässt ihn mehrere Jahrzehnte durch- und miterleben, man erfährt einiges über die Wirtschaftslage, den Aufbau, die Menschen, die Revolution, aber auch Gegenden, Landschaften, bestimmte Orte, Emotionen, Liebe, Freundschaft, Zusammenhalt - la famiglia. Manche Stellen fand ich persönlich etwas langatmig, wenn sehr detailreich beschrieben wird, dann wieder war es packend und man konnte das 608 Seiten umfassende Buch nicht weglegen. Der Schluss kam mir, obwohl man es an der Seitenzahl erkannte, zu plötzlich , auf einmal war das Buch fertig, das war ein komisches Gefühl. Die meiste Zeit hatte ich gute Unterhaltung, war den italienischen Familien sehr nahe, kam immer wieder gerne mit ihnen zur Villa zurück (ein Zufluchtsort in allen Situationen) und kann guten Gewissens 4 Sterne mit Leseempfehlung geben.

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Das Adlon

Das Adlon
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Inhalt siehe Klappentext.
Die Autorin Rodica Doehnert kannte ich bisher nicht, über das „Adlon“ hatte ich mal eine Reihe im Fernsehen angeschaut und selbstverständlich stand ich bei meinen Berlin-Besuchen ...

Inhalt siehe Klappentext.
Die Autorin Rodica Doehnert kannte ich bisher nicht, über das „Adlon“ hatte ich mal eine Reihe im Fernsehen angeschaut und selbstverständlich stand ich bei meinen Berlin-Besuchen in den letzten Jahren immer wieder gerne vor dem Gebäude, von dem ich bisher nicht wusste, wie seine Geschichte wirklich war. Anna Thalbach liest den Roman in 11:40 Stunden absolut passend vor, mit jeder Tonlage, Dialekt und Akzenten, ich höre sie unheimlich gerne - am besten in 1,4-facher Geschwindigkeit (Hinweis für Onleihe-Nutzer: Mit Apple CarPlay funktioniert nur die 1-fache Geschwindigkeit, die mir persönlich jedoch zu langsam ist).
Der Hörende erfährt nicht nur die Geschichte des prunkvollen Hotels am Brandenburger Tor, wie es die Kriege miterlebt hat, gefallen ist und nun, Anfang der 1990er Jahre wieder auferstehen soll, sondern auch die Geschichten der jungen Alma, die ihre und Gärtnersohn Friedrichs Tochter Sonja auf Druck der Eltern nicht als Tochter anerkennen darf und daraufhin mit ihrer Freundin in die USA geht, Sonjas Schadts Tochter Anna-Maria, die mit ihrem Vater während des Kriegs auswandern muss und letztendlich Anna-Marias Tochter Katharina Zimmermann, die über ihr Architektenteam ans Adlon kommt und so der Kontakt zu Großmutter Sonja entsteht. 4 Frauen, 4 Geschichten und Schicksale, verzweigt über mehrere Jahrzehnte, am Ende vereint an einem Ort. Ich muss sagen, ich hatte mir noch mehr geschichtliches über den Prachtbau erhofft, natürlich gehören auch Personen dazu, aber die Mischung war für mich nicht ganz passend. Dank Anna Thalbach gut zu hören, aber die Geschichte zog sich ziemlich in die Länge, ich habe 15 Tage dafür gebraucht und dachte ein paar Mal, wann ist es fertig. Für „Das Adlon“ kann ich 3,5 Sterne vergeben, kann man hören, aber umgehauen hat es mich leider nicht.

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Veröffentlicht am 26.04.2026

In der Liebe wollen wir frei sein

In der Liebe wollen wir frei sein
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Inhalt siehe Klappentext.
Ich hatte letztes Jahr schon den ersten Band aus der Reihe „Sternstunden der Frauen“ gelesen, von Autorin Susanne Lieder hatte ich ausserdem vor 4 Jahren einen Roman über Astrid ...

Inhalt siehe Klappentext.
Ich hatte letztes Jahr schon den ersten Band aus der Reihe „Sternstunden der Frauen“ gelesen, von Autorin Susanne Lieder hatte ich ausserdem vor 4 Jahren einen Roman über Astrid Lindgren gelesen (Teil 23 der Reihe "Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe“) gelesen. Der Titel „In der Liebe wollen wir frei sein“ nimmt zunächst einen großen Teil im 352 Seiten umfassenden Roman ein, man schreibt das Jahr 1971, viele Frauen in Frankreich gehen mit ihrem „Geheimnis“ einer illegalen Abtreibung an die Öffentlichkeit, Frauen aus Deutschland, darunter auch bekannte Persönlichkeiten, ziehen nach, die „Brigitte“, der „Stern“ und Alice Schwarzer sind Namen, die man kennt, auch wenn es alles vor meiner Zeit war. Nicht jede/r ist für diese Meinungsfreiheit, es gibt Kritik von Männern, von Frauen, manche sind dafür, andere dagegen, letztendlich sollten die Frauen über sich selbst entscheiden können und dürfen, ohne dafür bestraft zu werden, weder von der Gesellschaft, noch vom Gesetz. Journalistin Juliane hat einen etwas anderen Bezug zu Familie, weil ihre Mutter sie als Baby bei der Tante zurückgelassen hat und seitdem kein Kontakt bestand. Juliane und Tante Magda sind eine Familie, doch der Wunsch nach der wahren Mutter belastet diese Familie und auch Julianes Beziehung zu Lehrer Andreas Sandmann, bei dem ich anfangs dachte, ist er wirklich „der Mann“ für Juliane, gibt es einen Haken? Julianes beste Freundin Marianne wendet sich von ihr ab, als Anne heiratet und ein Kind bekommt, sie hat nun anderes im Kopf. Ganz anders die wiederentdeckte Freundschaft zu Schulfreundin Conny, die Selbstzweifel wegen ihrer Schwangerschaft hat, aber immer ein offenes Ohr für Juli. Man merkt, drei junge Frauen Mitte Zwanzig, drei unterschiedliche Meinungen und Lebensformen, jede, wie sie es für sich will. Ich fand die Einblicke in Julianes journalistischen Alltag bei der „Brigitte“ spannend, was die Frauen alles organisieren, um ihren Themen und Artikeln Nachdruck zu verleihen, Frauen anzusprechen, wachzurütteln. Gleichzeitig nehmen Familie und Beziehung einen guten Teil in Julis Leben ein, nicht zu viel, eher zu wenig. Mir kam es so vor, als sei das Thema „In der Liebe wollen wir frei sein“ an einem bestimmten Punkt im Buch angekommen, aber dann abgeschlossen und es wird nicht mehr vordergründig erwähnt. Juliane lebt nun mit Andreas „in wilder Ehe“, Tante Magda akzeptiert es, eine große Überraschung kommt auf Juli zu, aber auch dort ist es kein Hauptthema mehr. Also ein bisschen in den Hintergrund geraten, um die Familie neu aufzustellen. Flüssig zu lesen, aber im letzten Teil hakt es mir zu sehr. Insgesamt 4,5 Sterne mit Leseempfehlung.

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