Cover-Bild Schatten der Gondeln
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25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • Themenbereich: Belletristik - Krimi: Historisch
  • Genre: Krimis & Thriller / Historische Kriminalromane
  • Seitenzahl: 384
  • Ersterscheinung: 06.11.2025
  • ISBN: 9783462008289
John Banville

Schatten der Gondeln

Roman
Elke Link (Übersetzer)

Die Rückkehr von John Banville als einem der raffiniertesten Stilisten unserer Zeit: ein eindringlicher, atmosphärischer Roman, der hinter jeder spinnwebigen Ecke eine Überraschung bereithält.

1899. Als das neue Jahrhundert anbricht, heiratet der englische Schriftsteller Evelyn Dolman – ein Schreiberling, wie er selbst sagt – Laura Rensselaer, die Tochter eines amerikanischen Ölmagnaten. Evelyn hofft, dass er und Laura ein beträchtliches Vermögen erben werden und so ein bequemes, geregeltes Leben führen können. Doch seine Hoffnungen werden enttäuscht, als ein mysteriöses Zerwürfnis zwischen Laura und ihrem Vater, kurz vor dem Tod des Patriarchen, zu ihrer Enterbung führt.

Das unglückliche Ehepaar reist nach Venedig, um das neue Jahr im Palazzo Dioscuri zu feiern, dem Stammsitz des charmanten, aber zwielichtigen Grafen Barbarigo. Von der ersten Minute an häufen sich im Palazzo unerklärbare und unheimliche Ereignisse. Evelyns ohnehin schon strapazierte Nerven liegen blank: Könnte es am Nebel liegen, der die schwimmende Stadt umhüllt, oder verliert er den Verstand?

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.02.2026

Geheimnisvoll und Atmosphärisch

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Venedig 1899. Der Schriftsteller Evelyn Dolman (ja, Evelyn gilt auch als Männernamen) heiratet Laura, die Tochter eines amerikanischen Ölmagnaten. Er hofft das seine Frau ein beachtliches Vermögen erbt, ...

Venedig 1899. Der Schriftsteller Evelyn Dolman (ja, Evelyn gilt auch als Männernamen) heiratet Laura, die Tochter eines amerikanischen Ölmagnaten. Er hofft das seine Frau ein beachtliches Vermögen erbt, und er ein bequemes Leben führen kann. Doch ein Zerwürfniss zwischen seiner Frau und ihres Vaters,kurz vor seinem Tod führt zur Enterbung und zur Enttäuschung Evelyns.
Das unglückliche Paar fährt nach Venedig, um im Palazzo Dioscuri das neue Jahr, und neue Jahrhunder zu feiern. Doch von der ersten Minute an häufen sich unerklärlichen und auch unheimliche Ereignisse. Bei Evelyn liegen die Nerven blank, und er hat das Gefühl, das er den Verstand verliert. Und dann verschwindet auch noch seine Frau.

John Banvilles Roman könnte auch als Krimi oder sogar als Thriller bezeichnet werden. Die Atmosphäre in Venedig erinnert mich an Werke von Franz Kafka. Evelyn ist kafkaese Situation ausgeliefert, die er nicht durchschauen kann, und nicht den Grund hierzu erkennt. Sie sind absurd, unheimlich, surreal, bedrohlich, unerklärlich und beklemmend.
Banville läßt Evelyn die Geschichte in Ichform erzählen. Schon am Anfang erzählt er, daß es nicht gut ausgeht und auch nicht jeder das Ende erreicht.

Mir gefiel besonders die Beschreibung Venedigs. Die engen Gassen die vielen Brücken, und der Nebel, der alles noch unheimlicher macht.
Banvilles Schreibstiel ist anspruchsvoll und atmosphärisch. Die Charaktere, besonders der von Evelyn, sind geheimnisvoll und facettenreich.
Mir hat das Buch von der ersten Seite sehr gut gefallen, und ich konnte es nicht aus der Hand legen.
Die Handlung war spannend und rätselhaft, und ich kann es sehr empfehlen.

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Veröffentlicht am 20.12.2025

Venedigs schaurige Geschichten

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Sechs Monaten nach der Hochzeit, im Winter 1899 reisen der Schriftsteller Evelyn Dolman und Laura Rensselaer nach Venedig. Ihre verspäteten Flitterwochen wollte Laura unbedingt in Venedig verbringen.
Der ...

Sechs Monaten nach der Hochzeit, im Winter 1899 reisen der Schriftsteller Evelyn Dolman und Laura Rensselaer nach Venedig. Ihre verspäteten Flitterwochen wollte Laura unbedingt in Venedig verbringen.
Der Aufenthalt in der Lagunenstadt endet jedoch für Evelyn Dolman fatal. Laura, nachdem er sie sexuell missbraucht hat, verschwindet am nächsten Tag spurlos. Danach kommt es zu mehreren unerklärten Vorfällen, Dolman selbst beginnt an seinem Verstand zu zweifeln und letztendlich muss er die Stadt verlassen.

Zurück in England erzählt Evelyn selbst über den Aufenthalt in der winterlich kalten, düsteren Stadt. Ausführlich berichtet er über einige unheimliche Ereignisse, die bereits bei der Ankunft in dem Palazzo Dioscuri am Canal Grande ihren Anfang hatten.
Die schaurigen Geschichten über den kalten, geräumigen Palazzo, die sein dubiöser Besitzer seinen Gästen gleich am ersten Abend servierte, die unheimlichen Gestalten welche in den sonst leeren Räumen des Gebäudes plötzlich erschienen und die kalte, von Nebel umhüllte Stadt, machten dem verwirrten Schriftsteller zu schaffen. Er fühlte sich verfolgt und zweifelte an seinem Verstand. Doch all diese unheimlichen Vorfälle hinderten ihn nicht nach heimlichen Abenteuern in den Gaststätten der verhassten Stadt zu suchen.

Fast hätte ich Mitleid mit dem in einer fremden, unheimlichen Stadt verlassenen Ehemann, der sich laut über sein ungerechtes Schicksal beschwerte. Aber kann ich der Erzählung des gekränkten, geschwätzigen Ehemannes und gleichzeitig eines enttäuschten Mitgiftjägers Glauben schenken?

Evelyn Dolman ist kein sympathischer Protagonist des Romans. Mit Zweifel und Misstrauen habe ich seine unglaubliche Geschichte verfolgt, in der er vor allem als selbstgefälliger Snob glänzt.

Der Roman ist hochspannend. Nicht nur die merkwürdigen Geschehnisse in der Stadt der Gondeln lassen viel Raum für Spekulationen, auch der unzuverlässige Erzähler Evelyn trägt mit seiner Erzählung erheblich dazu bei. Für viel Spannung sorgen einige interessante Wendungen und das spektakuläre Ende, für welches der Autor einige Überraschungen parat hält.

Nicht nur die interessante Handlung hat mich für diesen Roman begeistert. Vor allem die fesselnde Sprache des Autors, mit der er meisterhaft die schaurige Atmosphäre vermittelt und das düstere Bild der Stadt Venedig gekonnt zeichnet, haben mich fasziniert.

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Veröffentlicht am 01.01.2026

Im Nebel von Venedig: Wenn Stimmen lauter werden als die Realität

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„Schatten der Gondeln“ wird vollständig als Monolog erzählt, aus der Sicht von Evelyn Dolman. Diese Erzählform hat mich schnell gepackt, denn man ist ihm sehr nah, vielleicht sogar ein wenig zu nah. Evelyn ...

„Schatten der Gondeln“ wird vollständig als Monolog erzählt, aus der Sicht von Evelyn Dolman. Diese Erzählform hat mich schnell gepackt, denn man ist ihm sehr nah, vielleicht sogar ein wenig zu nah. Evelyn führt durch die Geschichte mit scharfem Blick, Selbstironie und einer zunehmenden inneren Unruhe, die sich leise, aber beständig auf die Lesenden überträgt.

Inhaltlich begleitet man ein frisch verheiratetes Paar, dessen Hoffnungen auf ein sorgenfreies Leben jäh enttäuscht werden. Die Reise nach Venedig wirkt zunächst wie ein Neuanfang, entwickelt sich aber rasch zu etwas ganz anderem. Banville nutzt die Stadt nicht nur als Kulisse, sondern macht sie zu einem atmenden, beinahe bedrohlichen Raum. Nebel, Wasser, alte Palazzi und unausgesprochene Spannungen verschmelzen zu einer Atmosphäre, die mich dauerhaft in Alarmbereitschaft gehalten hat.

Besonders gelungen fand ich, wie subtil die Unsicherheit wächst. Man fragt sich ständig, wie zuverlässig Evelyn als Erzähler wirklich ist. Realität und Wahrnehmung beginnen zu verschwimmen, ohne dass man genau sagen kann, wann es passiert. Die Handlung nimmt mehrfach Richtungen, die ich so nicht erwartet hätte, und genau das macht den Reiz dieses Romans aus. Die Wendungen sind nicht laut, sondern schleichend – und dadurch umso wirkungsvoller.

Der Stil ist anspruchsvoll, stellenweise sehr dicht, aber immer elegant. Es ist kein Buch, das man nebenbei liest. Wer sich jedoch darauf einlässt, wird mit einer intensiven, unheimlichen und stilistisch starken Geschichte belohnt, die noch lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 12.12.2025

John Banville, der große Stilist

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Banville gelingt es sofort, mit dem Icherzähler eine außergewöhnliche Erzählstimme zu finden. Sie erinnert mich latent an die des Protagonisten aus Banvilles Meisterwerk Der Unberührbare.

Schatten ...


Banville gelingt es sofort, mit dem Icherzähler eine außergewöhnliche Erzählstimme zu finden. Sie erinnert mich latent an die des Protagonisten aus Banvilles Meisterwerk Der Unberührbare.

Schatten der Gondeln handelt um die Jahrhundertwende und hat auch deswegen eine eigentümliche Atmosphäre. Dazu noch Venedig als Schauplatz und John Banville beschreibt viele Details. Das ist exquisit.

Es gibt einiges geheimnisvolles, obwohl man als Leser schon bald etwas ahnt. Andere Banvilles waren noch raffinierter, aber doch bleibt man vom Plot gefesselt.

Banvilles Talent Stimmungen zu erzeugen ist nach wie vor in hohen Maße vorhanden.