Geheimnisvoll und Atmosphärisch
Venedig 1899. Der Schriftsteller Evelyn Dolman (ja, Evelyn gilt auch als Männernamen) heiratet Laura, die Tochter eines amerikanischen Ölmagnaten. Er hofft das seine Frau ein beachtliches Vermögen erbt, ...
Venedig 1899. Der Schriftsteller Evelyn Dolman (ja, Evelyn gilt auch als Männernamen) heiratet Laura, die Tochter eines amerikanischen Ölmagnaten. Er hofft das seine Frau ein beachtliches Vermögen erbt, und er ein bequemes Leben führen kann. Doch ein Zerwürfniss zwischen seiner Frau und ihres Vaters,kurz vor seinem Tod führt zur Enterbung und zur Enttäuschung Evelyns.
Das unglückliche Paar fährt nach Venedig, um im Palazzo Dioscuri das neue Jahr, und neue Jahrhunder zu feiern. Doch von der ersten Minute an häufen sich unerklärlichen und auch unheimliche Ereignisse. Bei Evelyn liegen die Nerven blank, und er hat das Gefühl, das er den Verstand verliert. Und dann verschwindet auch noch seine Frau.
John Banvilles Roman könnte auch als Krimi oder sogar als Thriller bezeichnet werden. Die Atmosphäre in Venedig erinnert mich an Werke von Franz Kafka. Evelyn ist kafkaese Situation ausgeliefert, die er nicht durchschauen kann, und nicht den Grund hierzu erkennt. Sie sind absurd, unheimlich, surreal, bedrohlich, unerklärlich und beklemmend.
Banville läßt Evelyn die Geschichte in Ichform erzählen. Schon am Anfang erzählt er, daß es nicht gut ausgeht und auch nicht jeder das Ende erreicht.
Mir gefiel besonders die Beschreibung Venedigs. Die engen Gassen die vielen Brücken, und der Nebel, der alles noch unheimlicher macht.
Banvilles Schreibstiel ist anspruchsvoll und atmosphärisch. Die Charaktere, besonders der von Evelyn, sind geheimnisvoll und facettenreich.
Mir hat das Buch von der ersten Seite sehr gut gefallen, und ich konnte es nicht aus der Hand legen.
Die Handlung war spannend und rätselhaft, und ich kann es sehr empfehlen.