Die Hölle in den brasilianischen Favelas – lebendig beschrieben
Das Cover des Debütromans Supermarkt - im Original Os Supridores - von José Falero ist in der deutschen Ausgabe wenig aussagekräftig in Bezug auf den Romaninhalt. In der Originalausgabe zeigen sich ...
Das Cover des Debütromans Supermarkt - im Original Os Supridores - von José Falero ist in der deutschen Ausgabe wenig aussagekräftig in Bezug auf den Romaninhalt. In der Originalausgabe zeigen sich Kanabis - Blätter neben Einkaufswagen eines Supermarktes, besser passend zur Handlung. Die Szenerie spielt in den Favelas der brasilianischen Stadt Porto Alegre voller Armut und Überlebens-Herausforderungen in den Jahren 2009 bis 2013. Die jungen Hauptfiguren Pedro und Marques, desillusionierte Supermarkt-Regalauffüller einer Lebensmittelkette, beginnen mit gut organisierten Diebstählen im Supermarkt und steigern sich bis zu einer gewalttätigen Gang, die sehr erfolgreich mit Drogen handelt. Besonders Pedro, beeinflusst durch die Lehren von Marx, sucht den gesellschaftlichen Mechanismus, legal oder illegal, zu durchbrechen, um mehr Geld zu machen. Ebenso authentisch werden die Nebenfiguren aus seiner Nachbarschaft dargestellt, teils Mitglieder dieser Gang. Der Sprachstil zeichnet sich durch die Vermischung von offizieller Sprache mit der lebendigen, ausdrucksstarken Sprache der dortigen Vororte aus. Die bildliche Sprache mit der Metapher der versalzenen Suppe als mentalen Rettungsring für Pedro gefällt. Die Steigerung der Gewaltspirale ist strukturell mit gradueller Steigerung dynamisch umgesetzt.
Ein Roman mit wichtiger Lebensweisheit!