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Veröffentlicht am 14.01.2020

viel Verfolgungsjagd

Die Spinne
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„Die Spinne“ von Paul Finch ist Band 1 der Reihe "Mark Heckenburg - Kurzthriller" und steigt nach einer kurzen Vorstellung des Protagonisten sofort ins Geschehen, also der Verfolgungsjagd, ein. Rasant ...

„Die Spinne“ von Paul Finch ist Band 1 der Reihe "Mark Heckenburg - Kurzthriller" und steigt nach einer kurzen Vorstellung des Protagonisten sofort ins Geschehen, also der Verfolgungsjagd, ein. Rasant geht es zur Sache. Mir persönlich ist es etwas zu viel Verfolgungsjagd und deshalb etwas zu wenig Tiefgang. Jedoch lässt sich der kurze Roman aufgrund des Schreibstils gut lesen.
Insgesamt ein Roman, den man lesen kann und der Lust auf einen längeren Roman von Paul Finch machen kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.01.2020

ansprechend geschrieben

Hausmädchen - Wildes Treiben hinter verschlossenen Türen | Erotische Geschichten
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Wer den richtigen Mix aus (Kurz-)Roman und Erotik sucht, wird bei „Hausmädchen - Wildes Treiben hinter verschlossenen Türen“ von Simona Wiles fündig. In neun kurzen Geschichten mit jeweils 20 Seiten warten ...

Wer den richtigen Mix aus (Kurz-)Roman und Erotik sucht, wird bei „Hausmädchen - Wildes Treiben hinter verschlossenen Türen“ von Simona Wiles fündig. In neun kurzen Geschichten mit jeweils 20 Seiten warten neun unterschiedliche Hausmädchen auf die Leser*innen.
Simona Wiles schreibt leicht und locker und vor allem ansprechend. Das Verhältnis zwischen Story und den knisternden Elementen hat die Autorin sehr gut herausgearbeitet. Es macht Spaß den einzelnen Geschichten sowie den Protagonistinnen zu folgen, die richtig auf ihre Kosten kommen und für die Länge der jeweiligen Kurzgeschichte ausreichend herausgearbeitet wurden.
Das Ganze liest sich angenehm. Die Phantasie wird angeregt, ohne dass das Geschriebene vulgär daherkommt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.01.2020

angehmer Schreibstil und prickelnde Erlebnisse

Verboten in der Öffentlichkeit - jetzt erst recht | Erotische Bekenntnisse
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Es in der Öffentlichkeit zu tun, ist nicht jedermanns Sache. Die Charaktere in den acht Kurzgeschichten, jeweils ca. 20 Seiten, genießen es in vollen Zügen. Ob Autofähre, Feld, Hinterhof, Balkon, Kirchweih, ...

Es in der Öffentlichkeit zu tun, ist nicht jedermanns Sache. Die Charaktere in den acht Kurzgeschichten, jeweils ca. 20 Seiten, genießen es in vollen Zügen. Ob Autofähre, Feld, Hinterhof, Balkon, Kirchweih, Bar, Campingplatz oder Tierpark, eine Gelegenheit findet sich immer. Und das beschreibt Simona Wiles ansprechend anturnend. In diesem Roman steht die Lust im Vordergrund und die Leser*innen können die Geschichten voyeuristisch verfolgen und genießen.
„Verboten in der Öffentlichkeit“ von Simona Wiles stellt den Akt in den Vordergrund, manchmal sinnlich und dann wieder mal hart, rauschhaft und schwärmerisch.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm. Die Geschichten sind das richtige für ein kurzes Leseabenteuer.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.01.2020

grandios geschrieben

Die Parade
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„Alle bewegten sich im Schritttempo der Asphaltiermaschine, als würden sie ehrfurchtsvoll einem Trauerzug folgen.“ [130]
Die Geschichte wäre schnell erzählt, mag man denken: Man, in diesem Falle der Westen, ...

„Alle bewegten sich im Schritttempo der Asphaltiermaschine, als würden sie ehrfurchtsvoll einem Trauerzug folgen.“ [130]
Die Geschichte wäre schnell erzählt, mag man denken: Man, in diesem Falle der Westen, baut eine Straße in einem vom Bürgerkrieg gezeichneten Land, um den reichen Norden mit dem armen Süden zu verbinden.
Eigentlich ist das nicht viel Stoff für eine Geschichte und mit Dave Eggers „Der Circle“ konnte ich mich nicht richtig anfreunden, aber „Die Parade“ ist ganz anders, erfrischend anders. Dass Dave Eggers weiß, wie man Bücher schreibt, die Leserinnen fesselt, für ein Thema begeistert und dazu bringt, nach abgeschlossener Lektüre, viele Szenen und Situationen im Kopf noch einmal Revue passieren zu lassen, demonstriert er eindrucksvoll in seinem neuesten Werk. Kurz: hochaktuell, spannend und mit einem unerwarteten Ausgang.
„Von dem Baum ausbreiten, tief eingraben, Lebenskraft aus dem Baum beziehen, Möglichkeiten schaffen und damit auch Stabilität.“ [32]
Es ist eine Parabel die einen so schnell nicht mehr loslässt und zeigt, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt, sondern, dass vieles facettenreich ist. Und genau so zeichnet Eggers auch seine zwei Protagonisten, Vier und Neun. Beide Personen sind komplett unterschiedlich und je weiter die Straße vorankommt, desto mehr kommen die Beiden in Konfliktsituationen, auch mit sich selbst und stellen somit ihr Handeln in Frage. Tut man etwas Gutes, weil man denkt, dass man Gutes tun will? Dem geht Eggers in seinem Roman nach und wirft die eine oder andere politische Frage mit auf, verwebt diese mit dem Plot und lässt das Ganze bei den Leser
innen reifen.
Mir hat „die Parade“ gefallen. Sie las sich aufgrund des Schreibstils sehr gut. Die Seiten flogen nur so dahin, man war gefesselt und ertappte sich dabei, wie die anfängliche Meinung, in Bezug auf das Projekt, Protagonist und Ausgang, zusehends immer mehr variierte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.01.2020

Wunderbar geschrieben

Im Netz des Lemming
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„Der Lemming klappt den Mund ein paar Mal auf und zu, ihm bleibt die Sprache weg. Woher um alles in der Welt hat Mario dieses selbstzerstörerische Denken?“
Glücklicherweise bleibt Slupetzky bei seinem ...

„Der Lemming klappt den Mund ein paar Mal auf und zu, ihm bleibt die Sprache weg. Woher um alles in der Welt hat Mario dieses selbstzerstörerische Denken?“
Glücklicherweise bleibt Slupetzky bei seinem Roman „Im Netz des Lemming“ nicht die Sprache weg. Präzise und sprachlich ausgefeilt kommt das Werk rund um Leopold „Lemming“ Wallisch daher.
Auch wenn es am Anfang komisch erscheint, dass der Lemming nichts mit Internet und Co anzufangen weiß, so wenig störend ist das für die Geschichte.
„Er hat nicht nur die Entwicklung des Internets verpasst, sondern auch die Entwicklung seines Sohnes.“
Gekonnt zeichnet Slupetzky seine Charaktere, betrachtet sie von allen Seiten, haucht ihnen Leben ein, stellt sie äußerst glaubhaft dar und legt zugleich den Finger in die Wunden der Gesellschaft, wenn er Szenen entwirft, welche auch nach dem Lesen im Kopf bleiben. Er hält uns einen Spiegel vor ohne mit dem erhobenen Zeigefinger zu kommen.
Man ertappt sich beim Schmunzeln, wenn der Lemming und Chefinspektor Polivka ein Viertel nach dem anderen trinken oder als der Lemming einen Bären im Tiergarten vermutet und lauscht den Worten, wenn es politisch wird. Das Ganze liest sich so angenehm, so aktuell. Es ist ein außerordentlicher Genuss dem Lemming auf seiner Spurensuche zu folgen und es zeigt auch, welche Auswirkungen ein Shitstorm und Hass-Postings haben können. Auch wenn man, wie der Lemming, sich gar nicht im Internet bewegt.
Was mir besonders gefällt, dass man neben dem Krimi-Plot einen guten Einblick auf die Geschehnisse des letzten Jahres in Österreich bekommt. Der Roman ist bereits jetzt ein Lesehighlight für 2020.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere