Profilbild von stefanb

stefanb

Lesejury Star
offline

stefanb ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit stefanb über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.09.2020

Aphephosmophobie

Still!
0

"Kopfkino geht ganz ohne Ton." [80]

Mariella redet nicht. Mit keinem. Dass sie mit ihrer Stille von der Norm abweicht, fordert die Mitmenschen heraus und offenbart, dass es gar nicht so einfach ist mit ...

"Kopfkino geht ganz ohne Ton." [80]

Mariella redet nicht. Mit keinem. Dass sie mit ihrer Stille von der Norm abweicht, fordert die Mitmenschen heraus und offenbart, dass es gar nicht so einfach ist mit dieser Situation umzugehen. Nur Stan akzeptiert Mariella ohne jegliche Vorbehalte. Es entsteht eine Freundschaft, die sich über die Grenzen hinwegsetzt.
„Still!“ von Dirk Pope ist ein Roman, der leise daherkommt. Das Werk begeistert sprachlich, lässt die Leser * innen in Mariellas Gedankenwelt mit abtauchen und fesselt. Nicht nur der Schreibstil weiß zu begeistern, sondern auch die kurzen Kapitel, welche die poetische Stimmung gut darstellen. Hinzu kommen die Dialoge zwischen der Protagonistin und Stan. Optisch heben sich diese ab, wirken frisch und durchdacht und zeigen auf eindrucksvolle Weise, dass eine Kommunikation auch nonverbal prima funktioniert und immer sehr pointiert sein kann.
Sprachgewaltig hat mich das Buch mitgenommen und nicht nur gegen Ende hin auch sehr berührt. Es ist ein feines Stück Literatur, welches mit leisen Tönen daherkommt, auffällt, nicht nur wegen des schönen Covers, und zu begeistern weiß.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.09.2020

Gefühle

Baby ist da
0

„Baby ist da“ von Danielle Graf und Katja Seide ist ein wunderschönes Pappbuch, welches sich thematisch damit beschäftigt, wenn ein Kind ein Geschwisterchen bekommt. Es zeigt auf eindrucksvolle Weise, ...

„Baby ist da“ von Danielle Graf und Katja Seide ist ein wunderschönes Pappbuch, welches sich thematisch damit beschäftigt, wenn ein Kind ein Geschwisterchen bekommt. Es zeigt auf eindrucksvolle Weise, dass das größere Kind die neue Situation verarbeiten muss und sich Sorgen macht an welcher Stelle es nun steht und wie die Bedürfnisse der Kinder befriedigt werden können. Nicht nur, dass das Buch sehr schön illustriert ist, es zeigt auch dem größeren Kind, dass es mit seinen Gefühlen nicht allein ist.
Sehr schön ist auch der begleitende Text für die Eltern auf den letzten beiden Seiten des Buches. Er gibt noch einmal Informationen und Hilfen, so dass auch die neue Situation und aufregende Zeit für alle zu einem positiven Erlebnis wird.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 14.09.2020

Der Ruf der Leere

Dry
0

„Vom Standpunkt der Behörden aus sind ruhiggestellte Menschen, die still und leise sterben, viel einfacher zu händeln als wütende Menschen, die um ihr Leben kämpfen.“ [76]
Wenn „Argwohn in alle Richtungen ...

„Vom Standpunkt der Behörden aus sind ruhiggestellte Menschen, die still und leise sterben, viel einfacher zu händeln als wütende Menschen, die um ihr Leben kämpfen.“ [76]
Wenn „Argwohn in alle Richtungen die beste Strategie“ [234] ist, dann wird es nicht trocken beim Lesen. Obwohl „Dry“ von Shusterman ja genau eben diese Trockenheit zum Thema hat.
Das Buch ist nicht nur vom Schreibstil, von der postapokalyptischen Vision so fesselnd, sondern auch die Gefühle der Verzweiflung, die Emotionen, der Ernst der Lage werden so anschauend und spannend zu den Lesern * innen transportiert, dass man sich mitten im Geschehen sieht. Man bekommt einen guten Einblick wie sich die Lage binnen kürzester Zeit zu etwas Bedrohlichem, welches ständig größere Ausmaße annimmt, wächst. Atmosphärisch dicht beschreibt Shusterman ein Szenario, das gar nicht mal so abwegig ist.
An diesem Buch hat mir vor allem gefallen, dass die Wendungen so packend geschrieben sind. Tauchen sie doch mit dem Fortgang der Geschichte in immer kürzeren Abständen auf. Die Spannung und das Unheil nehmen dramatisch zu.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.09.2020

Darkness falls across the land

Hex Files - Wilde Hexen
0

Endlich ist er da. Der zweite Band mit Ivy. „Hex Files - Wilde Hexen“ von Helen Harper beginnt diesmal mit einem spannenden Fall. Wer Ivy nicht schon kannte, der wird sie auf jeden Fall in diesem Teil ...

Endlich ist er da. Der zweite Band mit Ivy. „Hex Files - Wilde Hexen“ von Helen Harper beginnt diesmal mit einem spannenden Fall. Wer Ivy nicht schon kannte, der wird sie auf jeden Fall in diesem Teil lieben lernen. Sie ist zwar nicht mehr ganz so faul wie vorher, aber sie gibt sich redlich Mühe große Anstrengungen aller Art zu vermeiden. Sehr zur Freude der Leser*innen.
„Sie sind wahrscheinlich das größte Naturtalent im Hexen, das mir je untergekommen ist, Ivy, auch wenn Sie Ihr Talent vor die Hunde gehen lassen.“ [70]
Im Vergleich zum ersten Band wird es ein bisschen dunkler, geheimnisvoller und mindestens genauso lustig. Aber die Emotionen für und mit Winter nehmen einen größeren Teil ein. Das war zur erwarten. Dadurch wird allerdings Ivy etwas handzahmer.
„Wir müssen uns demnächst unterhalten. Nicht über Magie oder Tote, die aus Gräbern auferstehen, sondern über uns.“ [141]
Harpers Schreibstil, ihre Art wie sie die Protagonistin präsentiert, was sie an Ideen umsetzt und der Blick auf das Reality-TV sind wirklich gelungen und sehr pointiert.
„Hexer, „die auf einen besseren Posten zielten, waren harmlos im Vergleich zu dem, was im Reality-TV geschah.“ [152] Dazu gibt es noch eine spannende und fesselnde Geschichte. Für mich hätte es ruhig ein bisschen mehr Zauberei geben können.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.09.2020

Vorurteile

Lotti und Otto
0

„Lotti und Otto“ von Collien Ulmen-Fernandes ist eine Geschichte über zwei junge Otter und deren Abenteuer. Wie das bezaubernde Cover bereits verrät, geht es diesmal um "echte Kerle", alte Vorurteile und ...

„Lotti und Otto“ von Collien Ulmen-Fernandes ist eine Geschichte über zwei junge Otter und deren Abenteuer. Wie das bezaubernde Cover bereits verrät, geht es diesmal um "echte Kerle", alte Vorurteile und neue Freunde.
Ein Dikdik zieht mit seiner Familie in die Waldsiedlung. Noch bevor es jemand überhaupt gesehen und sich mit ihm unterhalten hat, werden wilde Gerüchte von den Tieren über die neuen Bewohner in die Welt gesetzt. Aus einem harmlosen Tier wird somit auf einmal ein Monster.
Die Botschaft hinter der Geschichte zeigt, dass nicht nur Wolf und Co Vorurteile und Ängste haben, sondern auch, dass Otto nicht ganz frei von Vorurteilen ist und schließlich alle diese vorgefertigten Meinungen revidieren müssen. Die beiden Otterfreunde zeigen, dass man unvoreingenommen an eine Sache rangehen muss und die Dinge stets hinterfragen sollte. Denn die Wahrheit sieht meist ganz anders aus.
Mit dem Thema, der Botschaft und den wunderschönen Illustrationen, die unter anderem sehr schön die Ängste zeigen, kann man nach dem Lesen des Kinderbuches auch wunderbar mit seinem Kind nochmals darüber diskutieren. Auch, dass „echte Kerle“ ein buntes Blumen-T-Shirt tragen und backen können.
Kinder ab 4 Jahren können der Geschichte ohne Probleme folgen. Die Illustrationen sind durchdacht und gelungen. Außerdem wird die Atmosphäre auf eine bezaubernde Weise zu den kleinen Zuhörern transportiert. Mit seinem knapp 23 * 30 cm großen Format kommen die Illustrationen, welche sehr detailreich sind, von „Lotti und Otto“ auch sehr schön zur Geltung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere