Charmant, spannend und mit viel Herz, aber nicht ohne Schwächen
Nachdem ich auf Netflix die ersten drei Staffeln gesehen habe, war es nun höchste Zeit, das erste Buch der Reihe zu lesen. Dabei sind mir einige Unterschiede zwischen Serie und Buch aufgefallen – und interessanterweise ...
Nachdem ich auf Netflix die ersten drei Staffeln gesehen habe, war es nun höchste Zeit, das erste Buch der Reihe zu lesen. Dabei sind mir einige Unterschiede zwischen Serie und Buch aufgefallen – und interessanterweise haben sie mich diesmal tatsächlich gestört. Normalerweise lese ich Bücher zuerst, bevor ich eine Verfilmung schaue – das scheint für mich eindeutig der bessere Weg zu sein, weil ich dann die Veränderungen entspannter hinnehmen kann.
Gerade bei historischen Romanen habe ich häufig Schwierigkeiten mit dem Schreibstil – umso mehr habe ich auf Bridgerton gehofft, und ich wurde nicht enttäuscht! Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen und wollte unbedingt die wunderschöne Hardcover-Schmuckausgabe besitzen – trotz des stolzen Preises. Aber das war es wert: Ich finde die Aufmachung einfach traumhaft!
Daphne war für mich eine tolle Protagonistin: schlagfertig, humorvoll und gleichzeitig so herrlich naiv, wie es sich für die Zeit gehört. Mit drei älteren Brüdern und vier jüngeren Geschwistern ist sie ordentlich umgeben – und meistert das mit Biss und Charme.
Mit Simon habe ich ein wenig mehr gehadert. Sein Hass auf seinen Vater war zwar nachvollziehbar, hat ihn für mich aber zwischendurch etwas unnahbar gemacht. Erst als er sich Daphne wirklich öffnet – fast zu spät – konnte ich auch zu ihm eine tiefere Verbindung aufbauen.
Die Dynamik zwischen den beiden war fesselnd – das Spiel mit dem Schein, der verborgenen Gefühle und dem unausweichlichen Herzklopfen hat mich total mitgenommen. Besonders gefallen hat mir auch das Gesellschaftsjournal von Lady Whistledown – herrlich spitz und viel zu kurz! Ich hätte noch so viel mehr davon lesen können.
Die beiden Epiloge haben mir ebenfalls sehr gefallen – vor allem der zweite, der viele Jahre in der Zukunft spielt, war ein echtes Highlight.