Bewegende Geschichte
„...Vielleicht war es genau das, was sie brauchte. Ein frischer Start, um sich selbst zu finden. Sie würde diesen neuen Lebensabschnitt mit offenen Armen begrüßen und versuchen, die Vergangenheit hinter ...
„...Vielleicht war es genau das, was sie brauchte. Ein frischer Start, um sich selbst zu finden. Sie würde diesen neuen Lebensabschnitt mit offenen Armen begrüßen und versuchen, die Vergangenheit hinter sich zu lassen...“
Mit diesen Gedanken von Jenna, die gerade in Brighton angekommen ist, um hieri hr Studium fortzusetzen, endet der Prolog des Buches.
Die Autorin hat einen bewegenden Roman geschrieben. Er spielt in der nahen Zukunft. Im Mittelpunkt stehen junge Menschen, ihr Sorgen und Probleme.
Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet. Er passt zum Genre und lässt viel Raum für inhaltsreiche Gespräche. Jedes Kapitel wird aus der Sicht eines der Protagonisten erzählt. Es gibt mehrmals Rückblicke in das Leben der Handelnden, die sich kursiv vom laufenden Geschehen absetzen.
Die Personen werden gut charakterisiert. Die 22jährige Jenna ist sehr ehrgeizig. Ich möchte Journalistin werden und die Phänomene der Zeit erforschen. Ihre zurückhaltende Art ist mehreren Ereignissen ihre Vergangenheit zuzuschreiben. Dazu gehört nicht zuletzt der Unfalltod ihrer Mutter. Jenna ist zweisprachig aufgewachsen. Ihr Vater ist Deutscher, ihre Mutter stammt aus Brighton.
In der WG trifft Jenna auf Sherah. Die lebenslustige junge Frau geht sofort auf Jenna zu. Sie nimmt das Leben, wie es kommt und bezieht Jenna auch in ihren Freundeskreis mit ein.
Am Strand treffen Jenna und Sherah auf Lynn, Ron und Matt. Auf Matt wirkt das so:
„...Etwas Unausgesprochenes schwang zwischen ihm und Jen, als ob ihre Gedanken einen harmonischen Tanz fanden. Es war nicht nur ihre Nähe, die ihn ergriff, sondern die Art,wie sie ihm Fragen stellte...“
Matt hat schon ein bewegtes Leben hinter sich. In den letzten Jahren aber haben ihn sein Onkel Richard und seine Tante Judith, die ein privates christliches Bildungsinstitut leiten, unter die Fittiche genommen.
Die Beziehungen zwischen den Protagonisten sorgen für eine latente innere Spannung. Schwerpunktmäßig geht es darum, die Vergangenheit loszulassen. Verzeihen, auch sich selbst, und Vergeben ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Dabei fällt die bildhafte Sprache auf.
„...Er hatte alle Verbindungen zu seiner rebellischen Vergangenheit abgebrochen, weil ihn die Konsequenzen seiner Entscheidungen nächtelang quälten., wie Wogen aus Glassplittern in einem stetigen Abwärtsstrudel...“
Zu den Höhepunkten der Geschichte gehören für mich die Glaubensgespräche mit Richard oder Judith, die in die Tiefe gehen. Jenna hatte sich nach dem Tod ihrer Mutter vom Glauben abgewandt, doch tief im Inneren bleiben die Gebete aus Kindertagen. Judith versteht es, schwierige Themen fasslich zu erklären.
„...Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass Gott für dich deshalb so schlecht greifbar ist, weil wir Menschen nur eine begrenzte Wahrnehmungsmöglichkeit haben und es mehr als drei Dimensionen gibt, in denen wir uns bewegen?...“
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Hier werden in einer abwechslungsreichen Handlung wichtige Glaubensfragen reflektiert.