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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.12.2021

Ein bewegendes und schockierendes Buch

Flieh, Kleiner, flieh
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Die Lebensgeschichte von Nicky Cruz, der als Fünfzehnjähriger von seiner Familie als hoffnungsloser Fall nach von Puerto Rico nach New York abgeschoben wird, ist alles andere als ein leichter Roman. Schließlich ...

Die Lebensgeschichte von Nicky Cruz, der als Fünfzehnjähriger von seiner Familie als hoffnungsloser Fall nach von Puerto Rico nach New York abgeschoben wird, ist alles andere als ein leichter Roman. Schließlich kann man eine Lebensgeschichte nicht beschönigen. So ist es teils schockierend, zu lesen, was in den jungen Menschen, die Gangs angehörten, in den 1950ern abging.
Eindrücklich wird Nickys Sturheit geschildert, an diesem (doch auch für ihn) so schrecklichen Leben festzuhalten, da die Angst vor Veränderung noch größer war. Es ist bewegend zu lesen, wie die Begegnungen mit Predigern und die Suche nach Jesus die Leben von Gangmitgliedern verändern können.
Ein hartes, realistisches, aber gleichzeitig bewegendes und ermutigendes Buch!

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Veröffentlicht am 20.11.2021

Ein mitreißendes Südstaatendrama

Das Leuchten der Sehnsucht - Töchter der Freiheit
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1859 in den Südstaaten Amerikas.
Annie, eine frisch ausgebildete, junge Lehrerin, tritt in den Dienst eines Plantagenbesitzers. Ihre Aufgabe ist es, seine zwei heranwachsenden Töchter zu unterrichten. ...

1859 in den Südstaaten Amerikas.
Annie, eine frisch ausgebildete, junge Lehrerin, tritt in den Dienst eines Plantagenbesitzers. Ihre Aufgabe ist es, seine zwei heranwachsenden Töchter zu unterrichten. Annie, die lange Zeit in Nebraska und dann in New York gelebt hat und eine offene, unvoreingenommene Persönlichkeit hat, eckt im Süden schnell an: Der befohlene Umgang mit den Sklaven behagt ihr nicht. Im Gegenteil, wann immer sie kann, setzt sie sich für andere, egal ob schwarz oder weiß, ein. Doch die Unruhen im Land nehmen zu, das ist selbst auf der recht locker geführten Plantage Birch Island zu spüren.

Annies Geschichte ist nicht die einzige, die im Buch erzählt wird. Auch die ihrer Schwester Sophie in Kansas und ihrer Cousine Jennifer in New York werden immer wieder aufgenommen, mitsamt der Sklaventhematik, Unruhen im Land und Liebesgeschichten.

Über die Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert wusste ich recht wenig. Das tat dem Charme des Buches aber keinen Abbruch. Nach einer kurzen Einlesezeit steckte ich in der Thematik drin und konnte mich ganz darauf einlassen. Immer wieder begeisternd, dass man mit gut recherchierten Büchern auch einiges über Geschichte oder andere Länder und Kulturen lernen kann.
Der Spannungsbogen war sehr gut aufgebaut. Er war nie zu sehr oder zu wenig gespannt. Obwohl die Reihe noch fortgesetzt wird, gab es bereits ein kleines Happy End am Ende des Buches, das war sehr schön.
Auch die Figuren gefallen mir gut. Man kann sie gut verstehen und sich auf sie einlassen.

Insgesamt ein Buch, welches ich empfehlen würde! Wunderbar um "sanft" in ein doch so hartes Thema einzusteigen und gleichzeitig einfach einen guten Roman zu genießen.

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Veröffentlicht am 12.02.2021

Ein Buch, das nie zuende gehen sollte...

Die Siedler von Catan
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Candamir und sein bester Freund Osmund, die beide schon in ihren jungen Jahren „der Herr des Hauses“ sind, sehnen sich nach einem besseren Leben: Ohne harte Winter, den Kampf ums Überleben und die ständigen ...

Candamir und sein bester Freund Osmund, die beide schon in ihren jungen Jahren „der Herr des Hauses“ sind, sehnen sich nach einem besseren Leben: Ohne harte Winter, den Kampf ums Überleben und die ständigen Raubüberfälle. Und so wagt es eine Gemeinschaft von Siedlern über das große Meer in die neue, ungewisse Heimat.

Candamir und seine Gefährten sind sofort sympathische Figuren. Man erlebt ihr Leid hautnah mit und fiebert bei ihren Versuchen, ihr Leben neu anzufangen, mit. Aber auch die Konflikte untereinander können einem selber nah gehen, das, was die Protagonisten trennt und womit sie zu kämpfen haben. Die Geschichte ist spannend und für jeden, der manchmal davon träumt, sich von seiner Hände Arbeit ernähren zu können, genau das richtige. Es macht auch Spaß die Elemente des Spiels „Siedler“ wiederzuentdecken, notwendig ist das Wissen aber nicht. Rebecca Gablé schreibt wie immer so, dass man sich in der Geschichte verlieren kann. Alles wirkt real und total nah, trotzdem sind ihre Landschaftsbeschreibungen nicht zu langatmig.

Ein Buch, für jeden Spielefan, für jeden Rebecca-Gablé-Fan und für jeden, der gerne Sachen von Grund auf startet und aufbaut.

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Veröffentlicht am 27.01.2021

Ein ernsthaftes, authentisches Buch, das Hoffnung macht.

Nicht weg und nicht da
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Auf den Tod ihres geliebten, älteren Bruders reagiert Luise mit einer neuen Frisur: Sie rasiert sich die Haare ab. So lernt Jacob sie kennen und fühlt sich zu ihr hingezogen. Luise kämpft mit dem Geschehenen ...

Auf den Tod ihres geliebten, älteren Bruders reagiert Luise mit einer neuen Frisur: Sie rasiert sich die Haare ab. So lernt Jacob sie kennen und fühlt sich zu ihr hingezogen. Luise kämpft mit dem Geschehenen und redet wenig „darüber“ – so nennt sie den Tod ihres Bruders ironisch, da alle immer „darüber“ sprechen wollen – auch nicht mit ihrem Therapeuten. Doch ihr Bruder hat sie nicht so überstürzt verlassen, wie sie glaubt und so beginnt ein langsamer Prozess, hin zu ihrem eigenen Leben.
Die Figuren und die Geschichte wirken nicht überzogen, sondern authentisch. Es geht auch nicht darum, dass Luise „den einen“ Weg findet, um mit dem Tod ihres Bruders umzugehen und der Leser am Ende denkt „aha, so macht man das“. Es geht einfach nur um Luise und ihren Weg, sowie die Menschen, die sie begleiten. Das Thema des Buches ist ernst und traurig, dennoch ist es kein schweres, sondern ein leichtes Buch. Ich hätte es in einem Rutsch durchlesen können, so gut hat es mir gefallen, so sehr war ich in der Geschichte versunken und so angenehm ist der Schreibstil von Anne Freytag. Das Buch wirkte realitätsnah, auch dadurch, wie die Protagonisten ihr Handy, Spotify usw. genutzt haben. Die Bedeutung von Musik, die in dem Buch geschildert wurde, hat es mir noch näher gebracht.
Für mich zählt „Nicht weg und nicht da“ zu einem meiner Lieblingsbücher: Es ist ernst, authentisch, lebensnah und gleichzeitig hoffnungsvoll und spannend.

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