Cover-Bild Weltenwechsel
Band der Reihe "welt bewegt"
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26,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Orlanda Verlag GmbH
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 416
  • Ersterscheinung: 28.01.2026
  • ISBN: 9783949545894
Marion Kraft

Weltenwechsel

Roman
Eine junge Frau sucht ihren Platz auf der Welt – der packende Debütroman von Marion Kraft

»Weltenwechsel« schildert den Lebensweg eines Mädchens, das am Rand der Gesellschaft steht und sich trotz der Schatten der Vergangenheit zur selbstbewussten jungen Frau entwickelt. Julias Kindheit ist von Kriegen, Armut, Ausgrenzung, Rassismus und sozialen Gegensätzen geprägt. In einem »bunten Haus« voller außergewöhnlicher Menschen erlebt sie eine Zeit der Geborgenheit, bevor unerwartete Ereignisse ihr Leben verändern und ihren weiteren Weg bestimmen.

Vor dem Hintergrund der beeindruckenden Familiengeschichte von drei Frauen aus unterschiedlichen Generationen und der Suche nach Identität entfaltet sich ein neues Bild der turbulenten westdeutschen Nachkriegszeit – bewegend, inspirierend und oft verstörend aktuell.

Durch ihre besondere Perspektive liefert Kraft mit ihrem Debütroman einen wichtigen Beitrag zur Zeitgeschichte und eröffnet neue Einblicke.

»Es ist eine Geschichte aus Deutschland, die neben der offiziellen herläuft , als gehöre sie nicht dazu. Marion Kraft erzählt sie in diesem Buch als Teil der Geschichte dieses Landes. Damit sie nicht verloren geht. Sie muss gelesen werden, um sie als Teil der Erinnerung in Deutschland zu bewahren.« Verena Lueken

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Lesejury-Facts

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  • downey_jr hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.05.2026

Dieses Buch muss gelesen werden

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Bertas Tochter Margarete verliebt sich in einen schwarzen Soldaten und bekommt ein Kind von ihm – in den Jahren der Nachkriegszeit ganz sicher eine sehr schwierige Situation. Als sich herausstellt, dass ...

Bertas Tochter Margarete verliebt sich in einen schwarzen Soldaten und bekommt ein Kind von ihm – in den Jahren der Nachkriegszeit ganz sicher eine sehr schwierige Situation. Als sich herausstellt, dass der Soldat in den USA verheiratet ist und auch nicht mehr nach Deutschland zurückkommt, muss Margarete arbeiten, um Geld zu beschaffen und Oma Berta zieht die kleine Julia groß.
Der Rassismus und die Ausgrenzung bekommen Berta, Margarete und Julia zu spüren. Die Autorin nimmt uns hier mit auf eine Reise, die so tief geht und eine Welt zeigt, die nicht vergessen werden darf.
Dies ist mein erstes Buch von Marion Kraft und ich finde es überwältigend – mit wieviel Empathie und Tiefgang die Autorin ihre Figuren darstellt, ist so toll. Das Buch wird dadurch lebendig und wir erleben tiefe Einblicke in das Leben von Julia, einer schwarzen Deutschen.
Der Schreibstil der Autorin ist eindringlich und geht tief unter die Haut. Vom ersten Moment an versteht es Marion Kraft, ihre Leser/ Leserinnen mit in das Leben von Julia und ihrer Geschichte zu nehmen und eröffnet neue Einblicke.
Mich hat das Buch tief bewegt und ich empfand den Charakter von Julia auch oft als inspirierend.
Nicht nur von geschichtlicher Bedeutung, sondern auch aktuell sehr wichtig, möchte ich dieses Buch unbedingt empfehlen – es muss gelesen werden.

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Veröffentlicht am 30.05.2026

Mutiges Debüt mit wichtiger Botschaft

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"Weltenwechsel" ist das Debüt der afrodeutschen Literaturwissenschaftlerin Marion Kraft, das sie mit 79 Jahren veröffentlicht hat und autobiografische Anteile hat. Allein diese Tatsachen verdienen Respekt.

In ...

"Weltenwechsel" ist das Debüt der afrodeutschen Literaturwissenschaftlerin Marion Kraft, das sie mit 79 Jahren veröffentlicht hat und autobiografische Anteile hat. Allein diese Tatsachen verdienen Respekt.

In der autofiktionalen Erzählung geht es um drei starke Frauen einer ungewöhnlichen Familie: die Großmutter Berta, die sich nach dem Krieg entschlossen von ihrem mit den Nazis sympathisierenden Ehemann trennt und mutig ihre Tochter unterstützt. Tochter Margarete, die sich direkt nach dem 2. Weltkrieg in einen dunkelhäutigen amerikanischen GI verliebt und mit ihm die kleine Julia bekommt. Und schließlich Julia, Enkelin von Berta und Tochter von Margarete und Robert, die es als Kind mit etwas dunklerer Hautfarbe im rassistischen Nachkriegsdeutschland gar nicht leicht mit dem Aufwachsen hat.

Es ist eine berührende Geschichte, die hier erzählt wird, und ein wenig bekanntes Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte, also insofern ein sehr wichtiges Buch. Die Erzählweise habe ich als eher distanziert wahrgenommen, sodass ich mich den meisten Figuren nicht sehr nahe gefühlt habe und sie auch literarisch nicht ausführlich charakterisiert gefunden haben.

Das Buch lebt weniger von der Tiefencharakteristik der Figuren als von der insgesamt interessanten Geschichte, in der viele Ereignisse und Begegnungen erzählt werden. Persönlich habe ich tiefen Respekt vor dem Lebenslauf der Autorin und vor ihrem Debüt. Die Botschaft, die für Rassismus sensibilisiert, ist ebenfalls eine sehr wichtige. Literarisch ist eventuell das eine oder andere noch ein bisschen ausbaubar.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Rassistisch geprägte Kindheit im Nachkriegsdeutschland

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„Weltenwechsel“ von Marion Kraft erzählt die Geschichte von Julia, die im Nachkriegsdeutschland als Tochter der Deutschen Margarete und eines amerikanischen Soldaten aufwächst. Die meiste Zeit verbringt ...

„Weltenwechsel“ von Marion Kraft erzählt die Geschichte von Julia, die im Nachkriegsdeutschland als Tochter der Deutschen Margarete und eines amerikanischen Soldaten aufwächst. Die meiste Zeit verbringt sie mit ihrer Oma Berta, während die Mutter arbeitet. Ihre Kindheit ist geprägt von Einsamkeit, Ausgrenzung und Rassismus. Dennoch wächst Julia zu einer starken, selbstbewussten jungen Frau heran, die von einigen Schicksalsschlägen getroffen wird. Doch Julia möchte ihren eigenen Weg gehen …

„Julia schob ihre Gedanken zur Seite, wie ein Kind ein Bilderbuch wegschiebt, an dem es sich sattgesehen hat und das ihm nicht mehr gefällt. Sie war jetzt fast vierundzwanzig und hatte noch nichts von der Welt gesehen.
Aber sie hatte schon viel erlebt. Zu viel. Zu viele Zurückweisungen, zu viele Verluste, zu viele Abschiede und zu viele Tode. Es war an der Zeit für das Leben.“

Die Handlung des Romans weist einige offensichtliche Parallelen zum Leben der Autorin auf.
Obwohl mich dieses Leben, das geprägt war von Ausgrenzung und Rassismus, sehr berührt hat, konnte mich die Geschichte als Roman nur bedingt überzeugen. Der berichtsartige Schreibstil war mir etwas zu nüchtern und emotionslos. Schicksalsschläge wie der Tod der Mutter und Oma werden recht abrupt abgehakt, so kam es mir vor.

Nur selten einmal konnte ich wirklich tief nachspüren, was in Julias Innerem vorging und mich in sie hineinversetzen.

„Jetzt las sie zum wiederholten Mal den letzten Satz in diesem Buch: ‚Diese Welt ist nicht mehr weiß und wird nie wieder weiß sein‘ Doch sie lebte in einer weißen Welt. Und sie las von Menschen in Amerika, die sich wehrten, wehren konnten, weil sie eine gemeinsame Geschichte und Kultur, eine Gemeinschaft hatten. Sie sehnte sich nach einer solchen Gemeinschaft, die sie nur in Büchern finden konnte, in Büchern, die es hier kaum gab.“

„Immer öfter war sie am liebsten allein. Sie las wieder viel. Irgend-wo war sie auf den Satz gestoßen: Das Leben ist ein Fluss.
Nein, hatte sie gedacht. Das Leben ist ein schmutziger, reißender Strom, dessen Strudel dich vom Ufer wegziehen, wenn du nicht aufpasst. Wenn du überleben willst, musst du lernen, gegen den Strom zu schwimmen.“

Ganz besonders die Situation bei der Flughafenkontrolle, bei der Julia so unmenschlich behandelt wurde, hat mich sehr mitgenommen:
„Das Erlebnis am Flughafen verfolgte sie noch eine Weile − auch am Tag. Erst als Ralf ihr riet, einen Bericht da rüber zu schreiben, gelang es ihr, ihr Leben davon nicht mehr bestimmen zu lassen. Es wurde ein Artikel über Zugehörigkeit und Diskriminierung, über alten und neuen Rassismus, ein wütender und dennoch sachlicher Text, den eine überregionale Zeitung zu Julias Überraschung sogar druckte. Von da an wusste sie, dass Schweigen alles nur noch schlimmer machte und das Schreiben eine Möglichkeit sein konnte, sich zu wehren.“

Trotz einiger starker Momente wurden meine Erwartungen an das Buch nur bedingt erfüllt.
Ansonsten ist „Weltenwechsel“ ein interessanter Roman über ein bewegtes Mädchen-/Frauenleben im Nachkriegsdeutschland sowie über Ausgrenzung und Rassismus.

Vielen Dank an den Orlanda Verlag und an Netgalley für das Rezensionsexemplar.

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