Eine Meditation über das (Über-)Leben im ewigen Eis und einer fremden Welt
Dieser 500 Seiten dicke Roman überrascht ganz grundsätzlich mit einem Fakt: Es handelt sich quasi um zwei Bücher in einem. Zunächst begleiten wir die Ich-Erzählerin Elaine, welche nach einem Raumschiffabsturz ...
Dieser 500 Seiten dicke Roman überrascht ganz grundsätzlich mit einem Fakt: Es handelt sich quasi um zwei Bücher in einem. Zunächst begleiten wir die Ich-Erzählerin Elaine, welche nach einem Raumschiffabsturz auf einem Planet, welcher über und über mit Schnee und Eis bedeckt ist, versucht zu überleben. Dabei kann sie auf Erfahrungen und Geschichten ihrer Inuk-Vorfahren zurückgreifen. Stavaric bindet hier immer wieder geschickt die Sprache der Einwohner Grönlands ein, nicht nur phonetisch sondern auch in der Originalschrift. Außerdem wimmelt der Text von Natur- und Tierbschreibungen. Ich glaube noch nie so viel nebenher beim Lesen eines Romans an Sachwissen erworben zu haben. Die ersten 250 Seiten werden dabei zu einer Mediation über das (Über-)Leben im ewigen Eis mit durchaus nicht wenigen Stellen, an welchen man sich fragt, ob die Protagonistin vielleicht nicht doch schlicht und ergreifend verrückt wird.
Über den zweiten Teil des Buches soll hier gar nicht viel verraten werden. Er steht im Zusammenhang mit Elaine, zeigt jedoch eine vollkommen andere Szenerie. Das muss man aushalten, da die Handlung der ersten Häfte bis zur höchsten Spannung getrieben, abrupt abgeprochen wird, um an ganz anderer Stelle eine Geschichte zu erzählen. Das Duchrhalten lohnt sich jedoch, um im zweiten Teil nochmals ebenso viel zu lernen, wie im ersten. Auch um eine weitere der vielen Bedeutungen des Titels "Fremdes Licht" erfahren zu können. Etwas enttäuscht war ich vom Ende der Plots, kann aber an dieser Stelle es nicht ausführlicher begründen, ohne gleichzeitig etwas vom Ende zu verraten.
Insgesamt ein sehr ambitioniertes Projekt, anspruchsvolle Literatur, die lohnt gelesen und erforscht zu werden.