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Veröffentlicht am 17.12.2024

Christmas-Romance

Cozy Christmas in Daisy Hollow
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Rechtzeitig vor Weihnachten komme ich hier noch mit einer jahreszeitlich passenden Roman-Empfehlung um die Ecke. „Cozy Christmas in Daisy Hollow“ war für mich zunächst ein typisches Cover-Want to read. ...

Rechtzeitig vor Weihnachten komme ich hier noch mit einer jahreszeitlich passenden Roman-Empfehlung um die Ecke. „Cozy Christmas in Daisy Hollow“ war für mich zunächst ein typisches Cover-Want to read. Halloooo, wie viel Mühe hat sich der Vajona-Verlag hier bitteschön mit der Gestaltung gemacht. Da steckt ganz viel Liebe drin. Das Cover in Blau-Weiß, mit Gebäck, Schnee, Eiskristallen und Glitzer ist so wunderschön. Dazu der rundum passende Farbschnitt. Das Muffin-Motiv findet sich im Innenteil zu Beginn jedes Kapitels wieder. Die Plätzchen fungieren nochmal als kleine Abschnitt-Trenner. Dazu gibt es eine Character-Card, die die Protagonisten Amelia & Logan zeigt. Das ist alles allein optisch schon so ansprechend und wertig gemacht, dass ich euch das Buch als Weihnachtsgeschenk für einen lieben Menschen wärmstens ans Herz lege. Oder ihr beschenkt euch einfach selbst damit. Das darf ja auch mal sein.
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Mit der Optik hat der Verlag mich also schon mal eingefangen. Aber das hilft ja alles nichts, wenn der Inhalt nicht stimmt. Ich konnte also einfach nur hoffen, dass der mir genauso gut gefällt. Und ja, das hat er getan. Die Geschichte hält, was Titel und Cover versprechen. Ich habe hier eine cozy-winter-weihnachtliche Lovestory bekommen. Es ist schön. Es ist romantisch. Ein Schuss Ernsthaftigkeit und Dramatik dürfen im Handlungsverlauf natürlich nicht fehlen. Alles ist gut aufeinander abgestimmt, so dass ich das Buch von vorne bis hinten richtig gerne gelesen habe.
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Aus mehreren beliebten Tropes wird hier eine herzerwärmende Slowburn-Romance nach dem She fell first but he fell harder-Prinzip. Die Story spielt in einer Kleinstadt. Die Protagonisten lernen sich über Online-Dating kennen. Er benutzt einen falschen Namen. Dadurch fällt zunächst nicht auf, dass er der Spross einer reichen Familie ist, deren Firma ihre Bäckerei übernehmen will.
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Klar weiß man hier von Anfang an, was Sache ist und wie der Hase läuft. Und trotzdem ist dieses Buch ein Paradebeispiel dafür, dass mich die Handlung gar nicht großartig überraschen muss, um mir zu gefallen. Die Geschichte muss einfach schön, stimmig und atmosphärisch umgesetzt sein. Ich muss die Charaktere und ihre Gefühle spüren. Und genau das hat Jessica Golawski geschafft. Die Kleinstadt-Vibes sind herrlich. Die Szenen mit Kaffee & Gebäck sind gemütlich und hätten gerne noch viel zahlreicher sein dürfen. Wenn der Schnee fällt, wollte ich in den Flocken tanzen. Und ich mochte es auch, dass mit „Friends“ hier auch noch eine meiner Lieblingsserien eine Rolle spielt. Letztendlich gab es doch noch eine Überraschung, weil ich das Spannungsmoment samt Action im Finale so gar nicht erwartet hatte. Das hat das Happyend noch intensiver gemacht.
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Kurzum: Ich hab’s geliebt! Für mich war es das richtige Buch zur richtigen Zeit. Danke, Jessica Golawski, für die schönen Lesestunden. Und nur so am Rande: Wenn ich mir für einen nächsten Roman etwas wünschen dürfte, wäre es eine Geschichte rund um Travis.

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Veröffentlicht am 15.12.2024

Dieser Reihenauftakt macht Lust auf mehr

Dorn. Hotel der Angst
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Jan Beck hat sich in der Trillerwelt bereits mit seinen Büchern um die Ermittler Inga Björk und Christian Brand einen Namen gemacht. Ich war in diese Quadrologie erst mit dem dritten Band eingestiegen. ...

Jan Beck hat sich in der Trillerwelt bereits mit seinen Büchern um die Ermittler Inga Björk und Christian Brand einen Namen gemacht. Ich war in diese Quadrologie erst mit dem dritten Band eingestiegen. Das hatte zur Folge, dass ich diesen sowie dann auch den abschließenden Teil nicht schlecht fand, aber zu diesem Zeitpunkt trotzdem irgendwie keine richtige Bindung mehr aufbauen konnte. Das sollte mir nicht nochmal passieren. Der Auftaktband von Jan Becks neuer Thriller-Reihe ist mir allein optisch gleich ins Auge gesprungen, hat mich angesprochen und neugierig gemacht. Und so bin ich jetzt – wie es sich eigentlich gehört – direkt mit Band 1 eingestiegen.
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Darum geht’s: Cold Case-Ermittlerin Karla Hofbauer vom Bundeskriminalamt Wien fällt einem Serientäter zum Opfer. Was hatte sie in dem Fall herausgefunden? Die junge Kriminalpsychologin Lea Wagner folgt Karlas Spuren. Und die führen nach Bad Gastein, zum rastlosen Kriminalpsychologen Simon Dorn…
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Ein Protagonist muss schon besonders stark sein, wenn sein Name titelgebend für eine ganze Reihe ist. Simon Dorn erfüllt die Anforderungen an eine tragende Hauptfigur. Er ist ein gebrochener Charakter. Nach mehreren Schicksalsschlägen hat er den Polizeidienst an den Nagel gehängt. Einige ungelöste Fälle treiben ihn aber noch im Verborgenen um. Er lebt abgeschieden im ehemaligen Familienhotel „Dornwald“. Hinter jeder Zimmertür scheint ein Geheimnis zu lauern. Der erste Fall, den Jan Beck hier präsentiert, hat es gleich in sich. Es geht brutal, geheimnisvoll und spannend zur Sache. Mit einem knackigen Schreibstil und kurzen Kapiteln treibt die Handlung voran. Aber es sind vor allem die Szenen rund um Dorn und das verlassene und zerfallende Hotel, die mich mit ihrem morbiden Charme in den Bann gezogen und für Kopfkino gesorgt haben. Das Team Dorn & Wagner lässt sich gut an. Hund Buddy ist für mich sogar der heimliche Star der Geschichte.
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Mit „DORN: Zimmer 1031“ legt Jan Beck den Grundstein seiner neuen Reihe. Der ist solide. Darauf lässt sich aufbauen. Es ist ein erstes Kennenlernen und Beschnuppern und mein erster Eindruck fällt positiv aus. Allerdings wird der Ball auch noch etwas flach gehalten und nicht gleich jegliches Potenzial rausgeballert. Ich erwarte mir, dass noch einiges kommt, um die Leser*innen in den weiteren Bänden bei der Stange zu halten und zu überraschen. Die Reihe beginnt vielversprechend und könnte Stück für Stück noch stärker werden. Der Auftakt hat mit jedenfalls schon mal gut gefallen und ich bin gespannt auf den nächsten Fall.

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Veröffentlicht am 13.12.2024

Enttäuschend

Die Besucherin
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Joy Fielding gehört schon lange zu den festen Größen im Bereich der Romane mit Spannungsfaktor. Ich war noch ein Teenie, als ich “Lauf, Jane, lauf!” von ihr gelesen habe. Weitere Bücher sind gefolgt. Und ...

Joy Fielding gehört schon lange zu den festen Größen im Bereich der Romane mit Spannungsfaktor. Ich war noch ein Teenie, als ich “Lauf, Jane, lauf!” von ihr gelesen habe. Weitere Bücher sind gefolgt. Und wenn ich mich recht erinnere haben sie mir immer ganz gut gefallen. Jetzt war mir ihr neuer Roman “Die Besucherin” aufgefallen und spontan hatte ich mal wieder Lust, etwas von Joy Fielding zu lesen.
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Darum geht’s: Lindas beste Freundin Carol ist an Demenz erkrankt. Bei einem von Lindas Besuchen in der Pflegeeinrichtung offenbart ihr die ebenfalls demente Patientin Jenny, mehrere Menschen getötet zu haben. Dann stirbt auch noch unerwartet ein Patient auf der Station…
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Auf dem Cover steht “Roman”. Trotzdem verspricht der Goldmann-Verlag hier vollmundig einen hochspannenden Thriller. Da gehen unsere Meinungen aber deutlich auseinander. Für mich ist die Geschichte keines von beiden. Also weder hochspannend noch ein Thriller. Aber auch als Roman konnte mich die Story nicht begeistern. Abgesehen vom flüssigen Schreibstil der Autorin, habe ich nicht viel Positives daran gefunden. Die Handlung ist zu Beginn noch ganz vielversprechend. Das verflüchtigt sich aber schnell. Das Ende ist dann zwar nochmal okay, kann es aber auch nicht mehr rausreißen.
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Die Geschichte klingt an sich interessant. Sie wird von Joy Fielding auch authentisch wiedergegeben. Das bringt aber auch eklatante Probleme mit sich. Jennys fehlende Erinnerung führt zu redundanten Gesprächen. Das ermüdet doch sehr beim Lesen und führt dazu, dass die Handlung durch ständige Wiederholungen auf der Stelle tritt. Außerdem haben mich Jennys Tourette-artige Anwandlungen, in denen sie das F-Wort zig mal aneinanderreiht, beim Lesen extrem gestört. Auch der Handlungsstrang mit Lindas Tochter und Schwiegersohn und ihren Eheproblemen hat mich nicht gepackt. Am Ende wird zwar deutlich, wofür das alles gebraucht wurde, aber rückblickend konnte es mich auch dadurch nicht begeistern.
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Fazit: Das Buch hat mich genervt. Die Geschichte habe ich als saft- und kraftlos empfunden. Mir persönlich fehlt es an Spannungsmomenten. Und das wird noch nicht mal durch eine tolle Atmosphäre wettgemacht. Die hat das Buch nämlich auch nicht. Schade, aber “Die Besucherin” ist für mein Empfinden leider sehr schwach. Damit habe ich mit Joy Fielding jetzt wohl abgeschlossen.

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Veröffentlicht am 09.12.2024

Rückkehr ins dunkle Nimmerland

Hooked – Dunkles Nimmerland (mit gestaltetem Farbschnitt)
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“Wendy, Darling” von A.C. Wise war die bisher erste und einzige Märchenadaption, die ich gelesen habe. Die düstere Interpretation der Geschichte um Peter Pan hatte mir tatsächlich gut gefallen. Jetzt bin ...

“Wendy, Darling” von A.C. Wise war die bisher erste und einzige Märchenadaption, die ich gelesen habe. Die düstere Interpretation der Geschichte um Peter Pan hatte mir tatsächlich gut gefallen. Jetzt bin ich nochmal ins dunkle Nimmerland zurückgekehrt, um endlich auch die Geschichte von Kapitän Hook kennenzulernen
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Darum geht’s: Kapitän James Hook ist der unsterbliche Pirat von Nimmerland. Jetzt hat ihn Peter Pans Bestie in London aufgespürt. Hook will das Monster ein für alle Mal auslöschen. Zufällig begegnet er dabei Wendy Darling - eine weitere Überlebende, die weiß, wie dunkel der Schatten von Nimmerland ist…
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A.C. Wise hat mich wieder mit ihrem opulenten Schreibstil begeistert. Auch ihr zweites düsteres und gruseliges Nimmerland-Märchen liest sich einfach wunderschön. Wise macht aus einer harmlosen Kindergeschichte eine bedrohliche Version für Erwachsene. In ihrer Lesart ist Nimmerland alles andere als ein fantastischer Sehnsuchtsort. Stattdessen lenkt sie den Blick der Leser*innen auf schaurige Abgründe. Was im ersten Band funktioniert hat, hat bei mir auch noch ein weiteres Mal funktioniert. Nachdem sich meine Sicht auf Peter Pan bereits verschoben hat, lerne ich jetzt auch Kapitän Hook von einer anderen Seite kennen. Wer hätte gedacht, dass hinter der Bösewicht-Fassade noch so viel mehr steckt. Hook wird in dieser Version als gebrochener Charakter dargestellt. Er ist getrieben von Schuldgefühlen und Trauer um eine verlorene Liebe.
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A.C. Wise Neuinterpretation ist faszinierend und interessant. Die eingefahrenen Perspektiven ändern sich. Das Gute wird zum Bösen und im Bösen keimt plötzlich das Gute auf. Trotz einiger Längen hat mir das, was Wise aus der Vorlage macht, wieder gut gefallen. Ich empfehle die Dilogie allen, die damit klarkommen, Peter Pan anschließend nicht mehr mit kindlicher Naivität sehen zu können. Wenn ihr Nimmerland dagegen als schönen, heiteren und unbeschwerten Ort im Herzen behalten wollt, solltet ihr diese düstere Märchen-Adaption lieber nicht lesen.

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Veröffentlicht am 08.12.2024

Fesselnder Psychothriller

Die Frau des Serienkillers
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„Die Frau des Serienkillers – Jede Ehe hat ihre Geheimnisse“ ist der Auftakt einer neuen Thriller-Trilogie von Alice Hunter. Der Titel des Buches nimmt inhaltlich einiges vorweg und schürt gewisse Vorstellungen ...

„Die Frau des Serienkillers – Jede Ehe hat ihre Geheimnisse“ ist der Auftakt einer neuen Thriller-Trilogie von Alice Hunter. Der Titel des Buches nimmt inhaltlich einiges vorweg und schürt gewisse Vorstellungen an den Handlungsverlauf. Es gab für mich aber trotzdem noch Überraschungen.
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Darum geht’s: Beth und Tom führen die perfekte Ehe. Dann steht eines Tages die Polizei vor der Tür: Tom wird wegen Mordverdachts verhaftet. Kann das sein? Und was wusste seine Ehefrau?
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Dieser Thriller hat mich neugierig gemacht. Allzu hohe Erwartungen wollte ich aber irgendwie nicht in die Story setzen. Dann habe ich gleich zu Beginn gemerkt, dass die Chemie zwischen mir und dem Buch stimmt. Die Geschichte in Verbindung mit dem Erzählstil der Autorin hat mich schon auf den ersten Seiten gepackt. Und so ging es auch weiter.
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Wir folgen im Buch vor allem der Perspektive von Beth. Es gibt aber auch Kapitel aus der Sicht von Tom. Und dann noch kurze, kursiv gedruckte Einschübe, von denen man nicht weiß, um wen es geht. Alles zusammengenommen regt herrlich dazu an, Verknüpfungen herzustellen. Ich habe also spekuliert und gerätselt. Tatsächlich war ein Teil der Story gar nicht besonders überraschend - eben weil der Titel gewisse Dinge vorgibt. Für mich war der Psychothriller aber trotzdem faszinierend, beklemmend und sehr intensiv zu lesen. Es sind auch nicht alle Entwicklungen glasklar vorhersehbar. Im letzten Drittel machen plötzlich Dinge einen Sinn, die mir zuvor irgendwie seltsam vorkamen. Die Richtung, die die Geschichte einschlägt, hat mich nochmal total überrascht. Dadurch war es für mich auch bis zur letzten Seite spannend zu lesen. Die Story hat mich auch darüber hinaus noch weiter beschäftigt und zum Nachdenken angeregt.
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Ich kann über das Buch von meinem Standpunkt aus nichts Negatives sagen. Es hat meinen Geschmack getroffen und ich habe die Lesezeit darin sehr genossen. Die Reihe wird mit den Bänden „Die Tochter des Serienkillers“ und „Die Schwester des Serienkillers“ fortgeführt. Da treffen wir dann auf andere Personen und sicherlich auch wieder düstere Geheimnisse hinter harmlos erscheinenden Normalo-Fassaden. Ich bin jedenfalls gespannt, in welche menschlichen Abgründe ich da blicken werde.

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