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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.11.2024

Raffinierter Thriller

Happy End
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HAPPY END ist das Thrillerdebüt von Sarah Bestgen. Der Klappentext konnte mich neugierig machen. Da ich immer gerne neue und interessante Stimmen im Thriller-Genre entdecke, durfte das Buch dann auch bei ...

HAPPY END ist das Thrillerdebüt von Sarah Bestgen. Der Klappentext konnte mich neugierig machen. Da ich immer gerne neue und interessante Stimmen im Thriller-Genre entdecke, durfte das Buch dann auch bei mir einziehen. So viel verrate ich gerne vorweg: Es darf auch im Regal stehen bleiben und bekommt in Zukunft hoffentlich noch Gesellschaft von weiteren Werken der Autorin.
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Darum geht’s: Isa hat ihr Baby nur kurz aus den Augen gelassen – als sie wieder ins Wohnzimmer kommt, ist seine Krabbeldecke leer und Ben unauffindbar. Sein Verschwinden bleibt ein Rätsel. Monate später taucht Ben dann plötzlich wieder auf. Isa ist erst überglücklich. Dann kommen aber Zweifel in ihr auf, dass es sich wirklich um ihren Sohn handelt…
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Wir steigen schnell in die Geschichte ein. Der Puls schnellt nach oben. Das Szenario ist mysteriös und die Atmosphäre beklemmend. Ist unsere Protagonistin nun ein verlässlicher oder ein unverlässlicher Part in dieser Geschichte? Das gilt es herauszufinden. Und aus dieser Grundfrage generiert sich auch die Spannung der Story, während die Handlung oberflächlich betrachtet, sehr ruhig und fast schon ein bisschen unspektakulär verläuft. Scheinbar passiert einstweilen gar nicht so viel. Trotzdem liest sich die Geschichte packend. Und im Verlauf wird dann auch die große Bedeutung vieler so nebenher und unterschwellig erwähnter Kleinigkeiten deutlich. Das ist echt gut geplottet und konzipiert. Der Thriller nimmt dann eine Entwicklung, von der ab ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte. Es gilt, die gesammelten Puzzleteile Stück für Stück zusammenzusetzen. Dabei bin ich sehr geschickt auf falsche Fährten gelockt worden. Das Bild hat sich ständig verschoben und ich musste meine Sichtweise ein ums andere Mal anpassen. Das letztendliche Ausmaß der Geschichte hat mich dann auch gänzlich unvorbereitet getroffen. Auch wenn es gewisse Verdachtsmomente gab, auf die tatsächliche Auflösung bin ich so nicht gekommen.
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HAPPY END hat mich in psychische Abgründe abtauchen lassen. Der Thriller liest sich über weite Strecken sehr ruhig, aber auch sehr intensiv. Vor allem im letzten Drittel nimmt die Handlung gehörig an Fahrt auf, wenn es darum geht, alle losen Fäden zusammenlaufen zu lassen. Insgesamt handelt es sich um einen feinsinnigen und sensiblen Thriller. Seine volle Kraft entfaltet er vielleicht sogar erst rückblickend, wenn man erkennt, wie geschickt hier alles aufgebaut ist. Das macht für mich hier eine besondere Faszination aus und weckt die Vorfreude auf mehr von Sarah Bestgen.
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Veröffentlicht am 29.10.2024

Liz & Wes 2.0

Nothing like the Movies
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Mit BETTER THAN THE MOVIES hat Lynn Painter mir dieses Jahr bereits ein absolutes RomCom-Highlight beschert. Natürlich musste ich da auch die Fortsetzung NOTHING LIKE THE MOVIES lesen - zumal mich der ...

Mit BETTER THAN THE MOVIES hat Lynn Painter mir dieses Jahr bereits ein absolutes RomCom-Highlight beschert. Natürlich musste ich da auch die Fortsetzung NOTHING LIKE THE MOVIES lesen - zumal mich der Klappentext ganz schön getriggert hat. Ich wollte unbedingt wissen, wie es so weit kommen konnte.
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Darum geht’s: Liz & Wes sind kein Paar mehr. 😱 Zwei Jahre sind vergangen, als sie sich an der Uni wieder begegnen. Sie: Mittlerweile auf dem Weg zur Karrierefrau. Er: Freshman, der nach einem schweren Schicksalsschlag wieder im Leben Fuß fassen will. Um Wes auf Abstand zu halten, spannt Liz ihren Kollegen und Mitbewohner als Fake-Boyfriend ein...
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Nach dem Happy End ist vor dem Happy End. Lynn Painter scheint von ihren eigenen Protagonisten nicht genug bekommen zu haben und gönnt ihnen eine hollywoodreife Fortsetzung. Buxxie & Bennett are back! Meine Begeisterung konnte unmittelbar an Band 1 anknüpfen. Es hat riesigen Spaß gemacht Liz & Wes wiederzusehen. Die Chemie zwischen den beiden ist ganz besonders. Die Funken sprühen. Der Dialog- und Wortwitz ist genial. Genau deshalb haben sie auch definitiv ein zweites Happy End verdient. Die Ausgangssituation der Handlung ist grandios und typisch RomCom. Schmacht-Potenzial hoch 10. Aber es ist eben auch Zeit vergangen. Liz & Wes sind erwachsen geworden. Auf unterschiedliche Art und Weise. Das Leben hat sie eingeholt. Es ist einiges passiert, was zwischen dem Traumpaar steht. Die Handlung nimmt damit auch einen deutlich ernsteren Verlauf als in Teil 1. Die pure Leichtigkeit weicht einer Tiefe und gewissen Schwere, die die Weiterentwicklung der Charaktere deutlich macht. Das hat Lynn Painter gut und stimmig umgesetzt, sodass die Fortsetzung auch ihre absolute Berechtigung hat.
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Ich habe das Buch größtenteils genauso geliebt wie Band 1. Allerdings reizt Lynn Painter die Story übermäßig aus. Es gibt einen Punkt, an dem sie den Sack hätte zumachen können. An einem zweiten hätte sie es tun müssen. Am dritten wäre es allerspätestens nötig gewesen. Aber die Geschichte findet kein Ende. Und damit überspannt Lynn Painter den Bogen etwas. Szene um Szene reiht sich noch aneinander. Ich will nicht sagen, dass diese Szenen schlecht sind. Sind sie nicht. Sie sind sogar pures Filmmaterial. Es ist, als würde hier alles, was das RomCom-Genre zu bieten hat, nochmal schnell in einen Topf geworfen, bis es dann das filmreifste Ende ever gibt. Das ist nämlich herrlich schmalzig und sowas von schön fürs Herz.
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NOTHING LIKE THE MOVIES ist eine gelungene Fortsetzung. Auch Band 2 war für mich lange auf dem Weg zum Highlight. Das ist es dann aber nicht geworden, weil Lynn Painter das Ende zu sehr in die Länge zieht. Sie treibt den kitschigen Hollywood-Movie-Style auf die Spitze. Etwas zu viel des Guten, aber trotzdem sooo schön. Blende. Musik. THE END!

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Veröffentlicht am 28.10.2024

Das Ende der Trilogie

Hildur – Der Schatten des Nordlichts
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„Der Schatten des Nordlichts“ ist der dritte und letzte Band der HILDUR-Trilogie von Satu Rämö. Ich war also wieder im rauen Island unterwegs. Zum Abschluss der Reihe habe ich mehr als nur einen Kriminalfall ...

„Der Schatten des Nordlichts“ ist der dritte und letzte Band der HILDUR-Trilogie von Satu Rämö. Ich war also wieder im rauen Island unterwegs. Zum Abschluss der Reihe habe ich mehr als nur einen Kriminalfall gelöst. Hier werden diesmal weitere bisher noch lose Fäden zusammengeführt.
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Darum geht’s: An den isländischen Westfjorden taucht in einem Fischgehege eine Leiche auf. Der Fall zieht ungeahnte Kreise, als es über die Insel verteilt zu weiteren Gewalttaten kommt. Hildurs Schwester verschweigt etwas. Außerdem wird Hildurs Kollege Jakob in seiner Heimat Finnland in einen Mord verwickelt…
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Der dritte Fall ist vollgepackt. Vor allem punktet der Krimi erneut mit wunderbaren Landschaftsbeschreibungen. Wieder lerne ich Island ein bisschen besser kennen. Zusätzlich habe ich auch noch Finnland besucht. Während man die nordischen Länder ja gerne alle in einen Topf schmeißt, habe ich hier wichtige Unterschiede und Eigenheiten erfahren. Das betrifft zum Beispiel die Wetterbedingungen, die eindrücklich beschrieben werden. Dabei zeigt sich zum Beispiel, dass der Winter in Island ganz anders ist als der Winter in Finnland. In diese Gegebenheiten einzutauchen, hat mir tolle Stimmungsbilder vermittelt und mir beim Lesen viel Freude bereitet.
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Der Abschlussband lässt sich spannend an. Der Kriminalfall hat seinen Reiz. Und auch die grundlegende Geschichte um Hildurs in der Kindheit verschwundene Schwestern ist noch nicht vollständig aufgeklärt. Dann hat die Handlung noch einen etwas anderen Turn gemacht, als ich es erwartet hatte. Die Originalausgabe des Buches trägt schlicht und ergreifend den Titel „Jakob“. Daran wird deutlich, dass Hildurs Kollege als Person und mit seiner Geschichte diesmal deutlich in den Fokus rückt. Irgendwie wirkte mir alles etwas zu konstruiert und die Erklärungen etwas über das Knie gebrochen. Irgendwie gewollt, um zum Ende zu kommen, was ich etwas schade finde.
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Letztendlich ist der letzte Teil der Trilogie nicht der ganz große Knaller, den ich mir erhofft und eigentlich auch fest erwartet hatte. Und trotzdem hat mir die Krimireihe insgesamt betrachtet sehr gut gefallen. Den Namen Satu Rämö habe ich jetzt definitiv auf der Liste, wenn es um Krimis aus den nordischen Ländern geht.
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Verschiedene Fäden werden zusammengeführt und mehrere Handlungsstränge zum Abschluss gebracht. Es ist gewohnt spannend zu lesen und auch wieder sehr angenehm geschrieben. Und trotzdem hat mich die Story ab etwa der Hälfte des Buches schleichend etwas verloren.

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Veröffentlicht am 23.10.2024

Kurzweilige University-Story

Bloomsbury Campus (1) - Hidden secrets
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Von der historischen Somerset-Trilogie bin ich der Autorin in die Jetztzeit an die Bloomsbury University gefolgt. “Hidden Secrets” ist der Auftaktband ihrer neuen New Adult-Reihe mit Academy Vibes. Also ...

Von der historischen Somerset-Trilogie bin ich der Autorin in die Jetztzeit an die Bloomsbury University gefolgt. “Hidden Secrets” ist der Auftaktband ihrer neuen New Adult-Reihe mit Academy Vibes. Also habe ich mich mal wieder ins Uni-Leben gestürzt.
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Darum geht’s: Lily flüchtet von ihrer alten Uni an die Bloomsbury University. Sie will das zuvor Geschehene weit hinter sich lassen. Als Lily den Doktoranden Ellis kennenlernt, befürchtet sie, dass sich die Geschichte wiederholen könnte…
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Die Story hat mich schnell abgeholt. Sie ist ein bunter Gemischtwarenladen, denn ich habe nicht nur Campus-Atmosphäre, sondern auch Kleinstadt-Vibes und sogar ein bisschen Farmlife schnuppern dürfen. Die Geschichte bewegt sich zwischen Enemies-to-Lovers, Forbidden Love und letztendlich irgendwie auch Found Family.
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Protagonistin Lily schleppt ein großes Geheimnis mit sich herum, das auch an der neuen Uni auf ihr lastet und sie dort wieder einzuholen droht. Innerhalb dieser Rahmenhandlung gibt es noch ein paar andere Probleme, die angeschnitten, aber weniger tiefgehend behandelt werden. Lily habe ich mit ihren Sorgen und Ängsten als sehr authentische Hauptfigur empfunden. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen und mit ihr mitfühlen. Ellis ist der männliche Part in der Geschichte, dessen Perspektive wir hier auch zu lesen bekommen. Er ist der sympathische Retter, der zwar auch sein Päckchen zu tragen hat. Das wird auch alles erwähnt, aber nicht ganz so intensiv thematisiert wie bei Lily. Auf ihr liegt eindeutig der Fokus der Handlung. Auch Lilys Studienkollegen Elsa und Hunter sind nette und interessante Typen, die hier eher Randfiguren bleiben. Ich bin aber schon mit ein paar Infos angefüttert worden, die mich neugierig auf ihre Geschichte gemacht haben. Die bekomme ich dann in Band 2 der Reihe.
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Der Roman ist fluffig geschrieben, kurzweilig und unterhaltsam. Ich habe mich in der Geschichte trotz des zum Genre gehörigen Drama-Anteils insgesamt sehr wohl gefühlt und werde für noch mehr University-Vibes gerne wieder an den Bloomsbury-Campus zurückkehren.

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Veröffentlicht am 22.10.2024

Mord an Bord

Escaping from Houdini
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Hiermit steht es nun unumstößlich fest: Die historischen Thriller aus der „Die grausamen Fälle der Audrey Rose“-Reihe von Kerri Maniscalco gehören zu meinen All Time-Favorites. Drei Bände, drei Highlights ...

Hiermit steht es nun unumstößlich fest: Die historischen Thriller aus der „Die grausamen Fälle der Audrey Rose“-Reihe von Kerri Maniscalco gehören zu meinen All Time-Favorites. Drei Bände, drei Highlights … das schaffen nur ganz wenige. Und Band 3 war irgendwie sogar nochmal das Highlight des Highlights. Für mich echt ein gigantisches Leseerlebnis, das seinesgleichen sucht. Ich bin restlos begeistert und mein Herz schlägt immer noch schneller, wenn ich an diese tolle Geschichte denke.
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Darum geht’s: Audrey Rose Wadsworth und Thomas Cresswell befinden sich auf einer Schiffspassage nach New York. An Bord sorgt eine Gruppe Zirkusartisten für die abendliche Unterhaltung. Gleich am ersten Abend geschieht ein grausamer Mord. Und es bleibt nicht der einzige. Um dem Mörder auf die Schliche zu kommen, lässt sich Audrey Rose auf einen Deal mit dem mysteriösen Zeremonienmeister ein und landet in einem Rausch der Gefühle…
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Kerri Maniscalco hat mit dieser Reihe genau meinen Nerv getroffen. Sie greift reale historische Motive auf und schreibt drumherum atmosphärische, spannende und leidenschaftliche Geschichten. Nach Jack the Ripper und Dracula ist titelgebend diesmal Houdini, der größte Entfesselungskünstler aller Zeiten, dran. Allerdings spielt Houdini handlungstechnisch gar nicht die allererste Geige. Aber das ist mir egal, genau wie mögliche historische Ungenauigkeiten. Das lege ich hier alles nicht auf die Goldwaage, weil mir die Reihe von der Grundidee und Umsetzung einfach viel zu gut gefällt, um auf Teufel komm raus nach Fehlern suchen zu wollen. Für mich passt einfach alles genauso wie es ist.
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Ich mag die düstere Atmosphäre und das historische Setting. Die Reihe steht und fällt für mich aber mit den Protagonisten. Ich mochte Audrey Rose Wadsworth und Thomas Creswell schon in Band 1 vom Fleck weg. Das hat sich in Band 2 verfestigt. Und was soll ich sagen: In Band 3 liebe ich die beiden mittlerweile abgöttisch. Die Dynamik, die Frotzeleien, die Gefühle – ich bin diesem Pärchen mit Haut und Haaren verfallen. Thomas Creswell verleihe ich hiermit offiziell den Status eines Book-Crush. I love him. Und deshalb war ich in Band drei auch teilweise nicht so gut auf Audrey Rose zu sprechen. Was da diesmal abgeht hat bei mir nochmal für extra prickelnde Momente und Herzrasen gesorgt. Ich habe kaum Paare in der Literatur, die ich in dieser extremen Form als Lieblingspaare bezeichnen würde. Ein nahezu unangefochtenes Buch-Lieblingspaar von mir sind Anne Shirley und Gilbert Blythe aus der Anne of Green Gables-Reihe von Lucy Maud Montgomery. Audrey Rose und Thomas finde ich von der Konstellation her sehr ähnlich angelegt – nur quasi dunkler und nicht ganz so brav. Aber sie haben ein Herz ebenso im Sturm erobert.
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In ESCAPING FROM HOUDINI gibt es wieder mehrere grausame Mordfälle aufzuklären. Diesmal hat mich der Plot aber auf wirklich allen Ebenen noch mehr gepackt, als es die vorangegangenen Bände schon getan hatten. Kerri Maniscalco hat sich selbst übertroffen, was die Geschichte, das Setting und die Emotionslage angeht. Die Autorin hat hier mit meinen Gefühlen gespielt. Kurz vor Schluss war ich tatsächlich nicht bereit die Geschichte zu beenden und die Protagonisten wohin auch immer ziehen zu lassen. Dann habe ich mich aber doch getraut und das Finale sowas von gespürt und genossen.
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Muss ich noch mehr sagen? Ich denke nein. Eigentlich bin ich jemand, der gut mit gerne auch mal längeren Wartezeiten auf den nächsten Band einer Reihe klarkommt. In diesem Fall kann ich es aber tatsächlich kaum abwarten, Band 4 in Händen zu halten. Große Liebe für diese Reihe!

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