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Veröffentlicht am 06.03.2024

Ausflug mit Stärken und Schwächen

Der Ausflug - Nur einer kehrt zurück
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Das Buch lässt mich zwiegespalten zurück. Zunächst hat mir DER AUSFLUG wirklich gut gefallen. Die Stimmung ist aber im Verlauf der Handlung gekippt.
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Darum geht’s: Jedes Jahr fahren Anna, ihr Verlobter ...

Das Buch lässt mich zwiegespalten zurück. Zunächst hat mir DER AUSFLUG wirklich gut gefallen. Die Stimmung ist aber im Verlauf der Handlung gekippt.
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Darum geht’s: Jedes Jahr fahren Anna, ihr Verlobter Henrik und ihre beste Freundin Milena zum Wandern in die wilde Natur Nordschwedens. Diesmal ist Milenas neuer Freund Jacob mit von der Partie. Das verändert die gewohnte Gruppendynamik. Bald liegen die Nerven blank, es gibt Vorwürfe und Geheimnisse kommen ans Licht.
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Was mich direkt für das Buch eingenommen hat, ist die beeindruckende Naturkulisse, die für eine ganz besondere Atmosphäre sorgt. Auch der Schreibstil hat mich schnell in die Geschichte reingezogen und mitgerissen. Der Spannungsaufbau zu Beginn ist gekonnt. Vor meinen Augen ist ein Kinofilm abgelaufen, den ich mir bis zur Hälfte auch sehr gerne angesehen habe. Dann ging der Story aber leider die Luft aus. Plötzlich hatte ich den Eindruck, so etwas schon x-Mal gelesen oder gesehen zu haben. Das allein wäre gar nicht schlimm, wenn die Geschichte mich packt. Hier hat es sich aber dann auf einmal so dermaßen gezogen, dass für mich die Spannung auf der Strecke geblieben ist.
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Bei der Handlung, die sich aus der rückblickenden Beschreibung der Wanderung und kurzen Vernehmungsprotokollen in der Gegenwart zusammensetzt, steht Anna eindeutig im Mittelpunkt. Ob sie eine verlässliche Protagonistin ist, ist die große Frage. Gerne hätte ich noch mehr über Gefühle und Sichtweisen der anderen Personen erfahren und darüber Spannung generiert. Leider sind die Mitwanderer aber keine gleichberechtigten Handlungsträger. Dadurch hat mir einfach was gefehlt, was sich negativ auf mein Interesse am Geschehen ausgewirkt hat. Erst der überraschende Perspektivwechsel gegen Ende hat mich wieder aufgeschreckt, kam da aber schon zu spät, um das leider irgendwie nervige Anna-Solo noch wettmachen zu können. Zumal mir auch der Schluss nicht gefallen hat. Es ist ein bisschen, als hätte der Autor den Schreibprozess einfach eingestellt. Für mich leider alles andere als zufriedenstellend.
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Fazit: Schreibstil und Setting hinterlassen einen positiven Eindruck. Bis zur Hälfte fand ich das Buch richtig gut. Dann wurde die Handlung langatmig und die Charaktere nervig. Es kommt mir vor, als hätte der Autor zuviel Energie in den Anfang gesteckt, woraufhin ihm auf die Distanz dann die Puste ausgegangen ist.

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Veröffentlicht am 05.03.2024

Wie immer ein großes Vergnügen

Prost, auf die Künstler
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Ich war wieder zu einer kriminellen Stippvisite in Brunngries unterwegs. Bereits zum 9. Mal habe ich mit den Kommissaren Tischler & Fink ermittelt. Auch diesmal wieder in einem turbulenten Fall. Und eins ...

Ich war wieder zu einer kriminellen Stippvisite in Brunngries unterwegs. Bereits zum 9. Mal habe ich mit den Kommissaren Tischler & Fink ermittelt. Auch diesmal wieder in einem turbulenten Fall. Und eins ist sicher: Langweilig wird es in Brunngries nie.
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Darum geht’s: Karl Hinterleitner wird tot in seiner Garage gefunden. Klarer Fall von Mord. Die Ermittlungen ergeben, dass gleich mehrere Personen ein Auge auf Hinterleitners wertvollen Oldtimer-Traktor geworfen hatten. Aber Hinterleitner hatte noch andere ungeahnte Schätze...
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Die Prost-Reihe fällt in die Sparte Provinzkrimi. Krimi mit Humor. Irgendwie auch Cosy Crime. Das klingt etwas profan - und wird den Krimis meiner Meinung nach irgendie auch nicht so ganz gerecht. Für mich persönlich gilt: Einmal Brunngries, immer Brunngries. Von Band zu Band bin ich mehr mit der urigen und skurillen Dorfgemeinschaft verwachsen. Auch diesmal war es für mich wie ein Nach Hause-Kommen. Von Anfang an konnte ich die mittlerweile vertraute Atmosphäre so richtig genießen. Und wieder habe ich gemerkt, wie sehr mir jeder einzelne der Charaktere doch mit all seinen Eigenheiten, Macken und Spleens ans Herz gewachsen ist. Der Humor als wichtiger Bestandteil der Handlung ist hier ganz nach meinem Geschmack. Passt scho, würde man in Bayern wohl etwas rustikal sagen. Im Ruhrpott heißt das: Ich beömmel mich hier vor Lachen. Ich mag den Witz, die abstrusen Szenen und die wiederkehrenden Anspielungen, auf die ich in jedem Band regelrecht warte um sie wieder abzufeiern. Wer jetzt die Augen verdreht und denkt, es handelt sich um einen dieser zahlreichen bayrische Dorfdeppen-Krimis, der liegt falsch. Wer der Reihe eine Chance gibt, wird merken: Die Bewohner von Brunngries ticken ein bisschen anders. Und mancher hat es faustdicker hinter den Ohren, als man meint. Von den Protagonisten bis zu den Nebenfiguren sind alle Personen detailliert und liebevoll ausgearbeitet und haben absoluten Wiedererkennungswert. Allen voran Dackeldame Resi, die mit ihren kleinen aber feinen Auftritten sogar der nicht ganz so heimliche Star der Reihe ist.
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Auch für Band 9 gilt wieder: Das Lesen und Ermitteln machen einfach wie gewohnt wieder großen Spaß. Spannung und Action gibt es in passendem Ausmaß. Und alles mündet in eine logische Auflösung, für deren Verständnis man sich nicht unnötig das Hirn verbiegen muss. Die Prost-Reihe ist in ihrem Genre mein klarer Favorit. Leicht verdaulich und dabei doch immer gut. Mehr geht in meinen Augen nicht.

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Veröffentlicht am 03.03.2024

Psychologischer Spannungsroman

The Family Guest
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Thriller steht auf dem Cover. Die Klassifizierung im Autorenprofil passt aber eindeutig besser. Nelle Lamarr gibt mit diesem Buch ihr Debüt in Sachen psychologischer Spannung.
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Darum geht’s: Die Merritts ...

Thriller steht auf dem Cover. Die Klassifizierung im Autorenprofil passt aber eindeutig besser. Nelle Lamarr gibt mit diesem Buch ihr Debüt in Sachen psychologischer Spannung.
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Darum geht’s: Die Merritts holen sich Austauschschülerin Tanya ins Haus. Nach dem Tod ihrer ältesten Tochter Anabel hofft die Familie auf einen Neuanfang. Tanya ist anmaßend und kapriziös. Während Mutter Natalie das Verhalten widerspruchslos akzeptiert, stellt Tochter Paige Nachforschungen zu Tanyas Person an…
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Wie eingangs bereits angedeutet: Hier erwartet die Leser*innen keine nervenzerfetzende Thriller-Spannung. Stattdessen geht es sehr subtil und ruhig zur Sache. Wer das nicht mag, lässt es besser mit dem Buch. Mir persönlich hat es gute Unterhaltung und durchaus auch spannende Lesestunden beschert. Nelle Lamarr hat einen Schreibstil, der sich locker weglesen lässt. Die Kapitel haben eine überschaubare Länge. Sie sind jeweils aus der Sicht von Mutter und Tochter Merritt geschrieben. Die beiden nehmen Familiengast Tanya ganz unterschiedlich wahr. Mutter Natalie glorifiziert das Mädchen vom ersten Moment an, während Tochter Paige sehr eindrucksvoll die negativen Verhaltensmuster beschreibt und sich nicht durch Dreistigkeit blenden lässt. Fast vom ersten Moment an habe ich mich gefragt, warum die Eltern hier scheinbar die Augen verschließen. Allerdings wird auch mehr und mehr deutlich, dass sie ihre ganz eigenen Baustellen haben, mit denen sie klarkommen müssen.
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Obwohl der Spannungsbogen eher flach gehalten ist, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Es wäre auch falsch zu behaupten, dass hier nichts passiert. Es wird eben nur nicht reißerisch erzählt, sondern von der psychologischen Seite sehr sanft und Stück für Stück aufgearbeitet. Ich mag das, wenn es gut gemacht ist. Und das ist es hier für meinen Geschmack. Wie verstreute Brotkrumen hat die Autorin mir immer wieder wichtige Infos hingeworfen. So ist bei mir langsam aber sicher ein Bild entstanden, das letztendlich aber doch nicht das richtige war. Die Auflösung konnte mich also überraschen. So soll es doch sein.
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Fazit: THE FAMILY GUEST hat meinen persönlichen Geschmack getroffen. Von Kopfschüttel-, über Gänsehaut-, bis hin zu Überraschungsmomenten ist für mich alles dabei, was einen Roman aus dem Genre der psychologischen Spannung ausmacht. Ich habe das Buch gerne gelesen und würde auch zu einem weiteren Buch der Autorin in diesem Stil greifen.

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Veröffentlicht am 02.03.2024

Second Chance mit viel Musik

The Breakup Tour – Der Sound unserer Liebe
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Vorweg: Der Roman wird mit Taylor Swift-Vibes beworben. Da ich keine Verbindung zur Künstlerin und ihrer Musik habe, hat mir vielleicht etwas gefehlt. Eingefleischte Swifties mögen das Buch mit ganz anderen ...

Vorweg: Der Roman wird mit Taylor Swift-Vibes beworben. Da ich keine Verbindung zur Künstlerin und ihrer Musik habe, hat mir vielleicht etwas gefehlt. Eingefleischte Swifties mögen das Buch mit ganz anderen Gefühlen lesen, als ich es getan habe.
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Darum geht’s: Riley ist ein Superstar. Ihr neues Album mit Trennungssongs wird zum Megaseller. Ausgerechnet Rileys Ex-Mann brüstet sich medienwirksam damit, sie zu ihrem größten Hit inspiriert zu haben. In dem Song geht es aber tatsächlich um Rileys Jugendfreund Max.
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Ich bin gut in das Buch gestartet und habe mich gleich in den Schreibstil verliebt. Der ist sehr poetisch und fühlt sich an wie eine sanfte Melodie. Es gibt zahlreiche wunderschöne Sätze, die selbst für Songtexte prädestiniert wären. Auch die Geschichte hat mir grundsätzlich gefallen. Nach einem starken Beginn konnte sie mich im Verlauf aber nicht mehr ganz so begeistern. Was sich zwischen Riley und Max abspielt, habe ich teilweise als nervig empfunden. Gerade für Riley konnte ich keine rechte Sympathie entwickeln. Irgendwie soll sie bodenständig rüberkommen, wirkt aber im nächsten Moment total abgehoben, weil sie sehr Ich-bezogen ist und oft egoistisch handelt. Ich habe viel zu sehr die Riley-Show gesehen und konnte mich auf die Person abseits der Bühne nicht richtig einlassen. Max als männlicher Gegenpart wurde mir zu sehr an die Wand gedrückt. Deshalb ist es mir schwer gefallen, die Emotionen zwischen den beiden zu fühlen und zu verstehen. Bis kurz vor Schluss konnte ich mir kein Happy End vorstellen - geschweige, dass ich es mir gewünscht hätte. Dann wird auf den letzten Metern ein filmreifes Kopfkino-Finale aus dem Hut gezaubert, dass das Gefühls-Ruder nochmal rumreißt und das Buch zu einem versöhnlichen Abschluss bringt.
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Nochmal zusammengefasst: Der Schreibstil ist zum Niederknien. Während ich Max als Charakter ganz gerne mag, gefällt mir Riley überwiegend leider gar nicht. Die Beschreibungen der Tour- und Konzert-Szenen finde ich wiederum gelungen. Das Ende kommt nach viel Hin und Her überraschend schnell. Es ist aber so Schmacht-schön, dass es beim Gesamteindruck nochmal ein bisschen was rausholt.
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Fazit: Ein Buch, wie ein Konzertbesuch, bei dem man zwischen dem berauschenden Intro und der euphorischen Zugabe nicht jeden Song gleichermaßen mag und feiert. Trotzdem geht man letztendlich beschwingt und mit dem Gedanken an ein schönes Erlebnis nach Hause.

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Veröffentlicht am 29.02.2024

Starkes Thriller-Debüt

Tödlicher Podcast
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Eine Empfehlung geht raus für die Neuerscheinung TÖDLICHER PODCAST von Cleo Konrad. Das Buch solltet ihr umso mehr beachten, weil es sich um das Thriller-Debüt der Autorin handelt. Und das ist so gut, ...

Eine Empfehlung geht raus für die Neuerscheinung TÖDLICHER PODCAST von Cleo Konrad. Das Buch solltet ihr umso mehr beachten, weil es sich um das Thriller-Debüt der Autorin handelt. Und das ist so gut, dass ich definitiv auf mehr von ihr hoffe.
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Darum geht's: Nina heuert als Reinigungskraft bei der berühmten True Crime-Podcasterin Malu M. an. In de noblen Haus häufen sich rätselhafte Vorkommnisse. Hinter der makellosen Fassade tun sich dunkle Abgründe auf…
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Der Plot hat es in sich. Die Story ist atmosphärisch und geheimnisvoll. Damit entwickelt sie eine unglaubliche Sogwirkung, der ich mich nicht entziehen konnte. Lesepausen waren kaum möglich. Ich wollte einfach immer nur wissen, was als nächstes passiert. Erzählt wird auf unterschiedlichen Zeitebenen mit zunächst scheinbar zusammenhanglosen Handlungssträngen. Das ist natürlich eine offensive Einladung zum Mitraten. Meine kleinen grauen Zellen haben auf Hochtouren rotiert. Ich habe wilde Vermutungen angestellt und immer mehr Anknüpfungspunke gefunden, so dass ich mir nach und nach Dinge zusammenreimen und Vermutungen anstellen konnte. Und doch war mir die Handlung immer einen Schritt voraus, hat mich ein ums andere Mal in die Irre geführt und mich mit neuen Twists überrascht. Das hat dazu geführt, dass ich den allerletzten losen Faden bis zum Finale nicht zu fassen bekommen habe. Damit kann ich sagen, dass der Thriller mich echt in Atem gehalten hat.
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Für Story, Aufbau und Spannungsbogen räumt TÖDLICHER PODCAST die volle Punktzahl ab. Einen Sternabzug gibt es von mir aber letztendlich ehrlicherweise in der B-Note. Warum? Weil mir die Rückblick-Kapitel teilweise etwas zu ausufernd und langatmig sind und auch der Schlussteil mir etwas zu lang geraten ist. Ein paar wenige Straffungen hätten sicher spielend für noch mehr Tempo und Rasanz sorgen können. Aber ich sag mal so: Das ist von mir meckern auf hohem Niveau und ist aufgrund meines persönlichen Eindruck einzig und allein als konstruktive Kritik/Anregung für die Autorin zu verstehen.
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Fazit: So ein Thriller-Debüt liest man doch gerne. Sehr gelungen. Cleo Konrad legt sich die Messlatte gleich hoch und zeigt, welches Potenzial in ihr steckt. Ich bin gespannt auf das, was da noch kommt.

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