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Veröffentlicht am 29.01.2024

Hyggeliger Lesespaß mit Lach-Garantie

Lobster, Mord und Meeresrauschen – Tante Tilli ermittelt
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Es war mal wieder Zeit für einen Cosy Crime. Nach längerer Abstinenz in diesem Genre habe ich den neue Krimi von Patricia Grob gelesen. Gemütlich war's. Humorvoll war's. Und unterhaltsam war's auch. Perfekt ...

Es war mal wieder Zeit für einen Cosy Crime. Nach längerer Abstinenz in diesem Genre habe ich den neue Krimi von Patricia Grob gelesen. Gemütlich war's. Humorvoll war's. Und unterhaltsam war's auch. Perfekt zum Abschalten und die Seele baumeln lassen, wenn der Alttag mal nervt.
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Darum geht’s: Die liebe Verwandschaft will Tante Tilli ins Altersheim abschieben. Aber nicht mit der rüstigen Seniorin. Die 70-Jährige plant kurzerhand ihre Flucht nach Las Vegas - strandet allerdings im idyllischen Grenaa an der dänischen Küste und trifft dort ihren Ex-Mann wieder - allerdings ermordet.
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Der Verlag verspricht “Hyggelige Krimispannung für Fans von Gisa Pauly”. Schon das Cover erinnert an die Reihe um Mamma Carlotta. Hier heißt es allerdings “Tante Tilli ermittelt…” Wie schon in ihrem vorangegangenen Buch “Ein Duo für alle Felle” hat die liebe Patricia mich auch diesmal wieder mit ihrem lockeren Schreibstil und ihrem Sinn für Situationskomik überzeugt. Tante Tilli kommt trotz ihres hohen Alters jugendlich frisch daher und stürzt sich furchtlos in die Ermittlungen. Dabei erlebt sie Sachen, die mich minimal zum Schmunzeln, meist aber richtig zum Lachen gebracht haben. Herrlich fand ich auch die anderen Charaktere im Buch. Allen voran den drögen Jacobsen mit seinem Steinkauz Charly, der Tilli mächtig auf die Palme bringt, sich aber still und leise doch in ihr Herz schleicht. Auch die Pensionswirtin Katrine ist eine Seele von Mensch. Und so habe ich mich in Grenaa richtig wohl und behütet gefühlt - hyggelig eben, wie der glückliche Däne so schön sagt. Tillis Ermittlungs-Eskapaden mit Anklängen an Serien der 80er haben einfach Spaß gemacht.
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Bei dem humorvollen Cosy Crime darf man Genre-typisch nicht alles so bierernst nehmen. Das Motto sollte sein, sich einfach an den Einfällen der Autorin zu erfreuen. Und die sind teilweise echt skurril, auch schon mal etwas abstrus und teilweise sogar überdreht. Aber genau das macht den Charme der Geschichte aus. Und natürlich steht neben der Suche nach dem Mörder und seinem Motiv auch die Frage, ob Tilli ihr Herz an und in Dänemark verliert.
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Fazit: Einfach mal den Alltag außen vor lassen und die Sorgen vergessen - das ist für mich Sinn und Zweck eines Cosy Crime. Genau das habe ich hier auch bekommen. Ich empfehle das Buch als leichte Lektüre für Zwischendurch. Habt einfach Spaß!

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Veröffentlicht am 27.01.2024

Schade, schade

Zimmer 55
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Ich war neugierig auf das Buch. Gleichzeitig aber auch sehr skeptisch. Warum? Weil die Handlung doch extrem an den absolut tollen Thriller THE INSTITUTION von Helen Fields erinnert.
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Darum geht’s: Die ...

Ich war neugierig auf das Buch. Gleichzeitig aber auch sehr skeptisch. Warum? Weil die Handlung doch extrem an den absolut tollen Thriller THE INSTITUTION von Helen Fields erinnert.
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Darum geht’s: Die junge Psychologin Anna Varga tritt eine Stelle in einer Klinik für Schwerverbrecher an. Ihre Vorgängerin ist verschwunden. Anna selbst fühlt sich verfolgt und bekommt anonyme Briefe, die sie vor einem Geheimnis in Zimmer 55 warnen. Und dann stirbt auch noch ein Patient…
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Ein guter Abklatsch kann auch entzücken. Die Fußstapfen von THE INSTITUTION sind allerdings etliche Nummern zu groß. Trotzdem muss ZIMMER 55 sich aufgrund der auffälligen Parallelen daran messen lassen - und scheitert grandios. Dabei lässt der Start noch hoffen. Das Setting ist immerhin eine Steilvorlage. Außerdem könnten die unterschiedlichen Erzählperspektiven und kurzen Kapitel für Tempo und Spannung sorgen. Die Autorin übertreibt es aber. Sie bringt zu viele Personen ins Spiel und lässt dadurch keinem Charakter die Chance, sich zu entfalten. Hinzu kommt, dass die Kapitel zu kurz sind. Durch diese sprunghafte Erzählweise werden interessante Momente abrupt gekappt und jeder Ansatz von Tiefe im Keim erstickt, weil es eben plötzlich an ganz anderer Stelle weitergeht. Zwar habe ich mich im Verlauf mit dem seltsamen Erzählstil abgefunden. Das Leseerlebnis ist dadurch aber nicht besser geworden. Mir hat der Fokus gefehlt. Dadurch verliert sich das Interesse an der Geschichte. Und eigentlich will man sie dann irgendwann nur noch der Form halber beenden.
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Und jetzt kommt ganz zum Schluss doch noch etwas Positives. Das Ende hat mir dann nämlich überraschend gut gefallen. Hinter allem steckt eine durchaus berührende Geschichte, die mir ein paar Figuren leider viel zu kurz auch nochmal etwas näher gebracht hat. Wie gerne hätte ich vorher in Rückblenden schon mehr über diese Vergangenheit erfahren. Das hätte stark werden können.
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Fazit: Es ist sooo schade. Allein für das Ende würde ich eigentlich gerne doch noch einen Stern mehr vergeben. Aber dafür hat einfach davor viel zu wenig zusammengepasst. Der Schluss zeigt, was möglich gewesen wäre. Das allein kann den überwiegend konfusen, zusammen gestückelten und spannungsarmen Gesamteindruck aber auch nicht rausreißen.

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Veröffentlicht am 26.01.2024

Ein typisch guter Faber

Gestehe
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Henri Faber zeigt mit seinem neuen Thriller GESTEHE einmal mehr, dass er seinen unverwechselbaren Stil hat. Von Anfang an hat sich abgezeichnet, dass mir auch Fabers drittes Werk wieder gut gefallen würde. ...

Henri Faber zeigt mit seinem neuen Thriller GESTEHE einmal mehr, dass er seinen unverwechselbaren Stil hat. Von Anfang an hat sich abgezeichnet, dass mir auch Fabers drittes Werk wieder gut gefallen würde. Mit der Story und den Figuren musste ich zwar erstmal ein bisschen warm werden, dafür konnte mich der Schreibstil aber sofort packen. Er hat wieder den typischen Faber-Sog entwickelt, der mich schon bei AUSWEGLOS und KALTHERZ gefesselt hat.
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Darum geht’s: Der Wiener Chefinspektor Jacket ist nach einer Heldentat die Lichtgestalt der Ermittler-Szene. Sein spektakulärster Fall füllt ein Buch und soll verfilmt werden. Dann wird er zu einem Tatort gerufen, der fatal dem aus seinem neuen, unveröffentlichten Buch ähnelt…
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Was mir an Fabers Thrillern so gefällt? Sie sind eigenwillig und alles andere als stromlinienförmig. Und vor allem handelt es sich auch diesmal wieder um einen Stand Alone, was angesichts der Fülle von Reihenauftakten und -fortsetzungen derzeit per se schon mal etwas Besonderes ist. Das Cover knüpft optisch an die vorangegangen Bücher an und hat damit Wiedererkennungswert. Und wenn man hinein liest stellt man fest: Es geht gleich zur Sache.
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Im Mittelpunkt der Handlung steht Protagonist Jacket. Er fasziniert mit seiner Widersprüchlichkeit und dem Hauch des Unberechenbaren, der ihn umgibt. Er wird als strahlender Held eingeführt. Dieses Image bekommt aber schnell Risse. Wir haben hier einen Titelhelden, dem man keine Sekunde über den Weg traut. Das wird konterkariert durch seinen über-zuverlässigen Kollegen Mo, einen Underdog und Nerd, der sich rassistischen Anfeindungen ausgesetzt sieht. Und dann gibt es noch eine dritte Perspektive. ER, der Täter, funkt immer wieder mit schockierenden Einblicken dazwischen.
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Spannung muss sich hier erst mal entwickeln. Sie steigert sich dann aber Stück für Stück. Es wird immer rasanter und wendungsreicher. Ich habe einige Theorien gehabt, die ich dann wieder über den Haufen werfen musste und bin bis zum filmreifen Showdown in Bruce Willis-Manier immer wieder überrascht worden. Und selbst, wenn man im Nachgang meint, sich zum Happy End entspannt zurücklehnen zu können, ist bei Faber noch längst nicht Schluss. Dieser Thriller hält einen wirklich bis zum Schluss in Atem.
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Fazit: Henri Faber hat zum dritten Mal einen absolut empfehlenswerten Thriller rausgehauen. Inhaltlich werden einige sowohl interessante als auch brisante Themen aufgeworfen. Hinzu kommt, dass der Protagonist eine Person ist, die polarisiert. Alles geht man nach der Lektüre von GESTEHE nicht so einfach zur Tagesordnung über. Dieser Thriller hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

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Veröffentlicht am 26.01.2024

Jugendthriller mit James Bond-Vibes

Thieves’ Gambit
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THIEVES’ GAMBIT ist ein spannendes und rasantes Jugendbuch, das mir richtig gut gefallen hat.
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Darum geht’s: Rosalyn Quest, genannt Ross, entstammt einer legendären Diebesfamilie. Sie würde allerdings ...

THIEVES’ GAMBIT ist ein spannendes und rasantes Jugendbuch, das mir richtig gut gefallen hat.
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Darum geht’s: Rosalyn Quest, genannt Ross, entstammt einer legendären Diebesfamilie. Sie würde allerdings lieber aus dem Business aussteigen und ein normales Teenie-Leben führen. Ausgerechnet bei ihrem letzten Coup wird ihre Mutter gefangen genommen. Um ihre Mutter zu retten, nimmt Ross am THIEVES’ GAMBIT teil. Wer den Wettbewerb für Nachwuchsdiebe gewinnt, hat einen Wunsch frei…
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Wir jetten mit den Gambit-Teilnehmern um die Welt, schmeißen uns in elegante Outfits und stürzen uns in ein brandgefährliches Abenteuer. Dabei greifen wir auf ein paar nette Gimmicks zurück. Ja, das Ganze hat tatsächlich was von JAMES BOND. Hier sind es dann quasi die James Bond Teens. Wenn wir auf die Figuren schauen, haben wir mit Ross eine rundum sympathische Protagonistin. Dann gibt es den smarten aber undurchsichtigen Devroe und mit Noelia noch eine perfekte Bitch. Die weiteren Figuren bleiben vergleichsweise blass. Die genannte Konstellation mag sich etwas Stereotyp anhören. Ist sie auch. Aber die Personen machen im Lauf der Handlung dann doch noch überraschende Entwicklungen durch - und das hat mir gut gefallen.
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So spannend wie die Charaktere ist auch die Handlung. Als Leser*in ist man hautnah dabei. Der Wettbewerb sorgt mit seinem Ausleseverfahren mit mehreren Runden und kniffligen Aufgaben für jede Menge Spannung. Der Plot liefert Tempo, Action und Wendungen. Vor allem am Ende überschlagen sich die Ereignisse. Und letztendlich ist das Ende mit einem Cliffhanger so angelegt, das man wohl mit einer Fortsetzung rechnen darf. Mich würd’s freuen!
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Fazit: Ich habe hier wirklich einen tollen Jugendthriller gelesen. Ein paar Abstriche musste ich aus meiner Erwachsenen-Perspektive bei der Ausarbeitung und Tiefe der Geschichte machen. Insgesamt habe ich hier aber ein Jugendbuch gelesen, das mich positiv überraschen konnte.

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Veröffentlicht am 22.01.2024

Wieder ein Highlight

Hunting Prince Dracula
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Wie verrückt habe ich mich nach dem Lese-Highlight “Stalking Jack the Ripper” auf ein Wiedersehen mit Audrey Rose Wadsworth und Thomas Creswell gefreut. Häufig scheitern Fortsetzungen dann an zu hohen ...

Wie verrückt habe ich mich nach dem Lese-Highlight “Stalking Jack the Ripper” auf ein Wiedersehen mit Audrey Rose Wadsworth und Thomas Creswell gefreut. Häufig scheitern Fortsetzungen dann an zu hohen Erwartungen. Nicht so hier. “Hunting Prince Dracula” konnte nahtlos an den Vorgänger anknüpfen und ist für mich ebenfalls ein Highlight.
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Darum geht’s: Audrey Rose und Thomas haben ihren ersten Fall gelöst und London den Rücken gekehrt. Ihr Ziel ist Rumänien, wo sie eine der besten Schulen für Gerichtsmedizin in Europa besuchen wollen. Dort geschehen grausame Morde. Ist der berühmte Graf Dracula wieder auferstanden?
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Band 1 war mit der Jack the Ripper-Thematik ein Selbstläufer. Darauf bin ich automatisch angesprungen. Das war diesmal nicht ganz so selbstverständlich. Der Dracula-Mythos hat mich im Vergleich nie ganz so fasziniert. Und trotzdem hat mich die Geschichte, die hier rund um das klassische Motiv aufgebaut wird, total begeistert.
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Maniscalco weiß, wie man Atmosphäre schafft. Von Anfang an war ich der Geschichte mit Haut und Haaren verfallen. Wie sollte es auch anders sein, bei einer zu Beginn so wunderbar in Szene gesetzten Fahrt im legendären Orientexpress. Agatha Christie lässt grüßen. Und so geht es munter weiter. Ein tolles Szenario jagt das nächste. Und in dem düsteren Schlossgemäuer braucht es gar nicht mehr als ein paar seltsame Geräusche, um bei mir Gänsehaut hervorzurufen.
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Außerdem ist meine absolute Liebe für die Protagonisten diesmal noch verstärkt worden. Mein lieber Scholli, was haben wir hier für ein absolutes Power-Couple. Audrey Rose und Thomas liefern sich wieder Wortgefechte allererster Güte. Und damit nicht genug, knistert es zwischen den beiden auch wieder ganz gewaltig. Hier sprühen elektrisierende Funken. In diesem Fall fühle ich die Verbindung endlich mal zu 1000%.
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Ach ja, einen Fall aufzuklären gibt es natürlich auch noch. Und der ist spannend, mysteriös, düster und geheimnisvoll. Und ja, es wird durchaus blutrünstig. Eigentlich auch nicht so mein Ding, aber ich bin hier bedenkenlos wirklich jeden einzelnen Schritt mitgegangen und hab’s nicht bereut. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass die Story im Verlauf nicht ein paar Längen hat. Aber hey, so gut erzählte Längen wie hier, lese ich gerne. Sie haben das Ende und damit den Abschied vom Buch zum Glück ein bisschen hinausgezögert.
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Fazit: Ich lieb’s! An dieser Stelle sei auch noch kurz die wunderschöne, stilvolle und detailverliebte Aufmachung des Buches erwähnt. Wie schon "Stalking Jack the Ripper” ist jedenfalls auch “Hunting Prince Dracula” wieder ein Highlight für mich. Ich wäre sofort bereit für mehr.

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