1984 ist ein absoluter Klassiker und das nicht ohne Grund. George Orwell thematisiert hier wie Kommunikation und Information als Waffe genutzt werden kann. Dabei geht es einerseits darum, was als Wahrheit ...
1984 ist ein absoluter Klassiker und das nicht ohne Grund. George Orwell thematisiert hier wie Kommunikation und Information als Waffe genutzt werden kann. Dabei geht es einerseits darum, was als Wahrheit verkauft wird, und andererseits um eine ständige Überwachung der Bürger. Beides zusammen sorgt dafür, dass der Staat die Bürger unterdrücken und kontrollieren kann.
Leider können wir immer wieder Ansätze dieser Probleme an verschiedenen Stellen unserer aktuellen Welt finden. Das 1984 schon ein älteres Buch ist, merkt man daher nicht an den Themen, sondern an der teilweise ungewohnten Sprache. Trotzdem ist der Schreibstil gut verständlich.
Die Geschichte an sich ist eine klassische Dystopie und sehr spannend. Unsere Hauptperson Winston Smith lebt und arbeitet, ohne seine Welt in Frage zu stellen. Nach und nach findet er aber immer mehr Ungereimtheiten. Er stellt sich gegen die Regierung und bringt sich damit in Gefahr.
Ich finde 1984 ist ein Buch, dass vielleicht nicht jeder gelesen haben muss, aber dessen Botschaft jeder verstehen muss. Wer dystopische Settings mag, wird, so wie ich, die Geschichte aber wahrscheinlich gespannt verfolgen.
In der kalifornischen Kleinstadt Paradise Springs ist es heiß und staubig, aber für einige Bewohner ist der Ort auch voller Magie. Das gilt besonders für die 12-jährige Dizzy Fall. Sie lebt mit ihren großen ...
In der kalifornischen Kleinstadt Paradise Springs ist es heiß und staubig, aber für einige Bewohner ist der Ort auch voller Magie. Das gilt besonders für die 12-jährige Dizzy Fall. Sie lebt mit ihren großen Brüdern Miles und Wynton und ihrer Mutter Bernadette zusammen. Aber alles ändert sich, als die mysteriöse Jugendliche Cassidy auftaucht. Zusammen finden sie viel über sich selbst, aber auch über die gesamte Fall-Familie heraus.
Direkt am Anfang ist mir aufgefallen, wie außergewöhnlich die Charaktere sind. Dizzy und Miles sind Synästhetiker, Wynton ist ein begnadeter Geigenspieler und Cassidy wirkt wie ein Engel. Darüber hinaus hat jeder mit seinen eigenen Schwächen und Problemen zu kämpfen. Die Kapitel sind aus der Sicht je eines Jugendlichen geschrieben, so dass wir Einblick in die Gedanken von allen erhalten.
Neben den normalen Kapiteln gibt es auch noch kleine Einschübe in Form von Briefen und einer sagenähnlichen Nacherzählung der älteren Familiengeschichte. Diese unterschiedlichen Stile haben für Abwechslung gesorgt und ließen auch weitere Charaktere zu Wort kommen.
Neben den inhaltlichen Themen sticht auch die Gestaltung des Buches positiv hervor. Über jedem Kapitel ist eine kleine Illustration zu sehen. Jeder Charakter hat dabei ein eigenes Bild. So kann man immer direkt erkennen, wessen Sichtweise die nächsten Ereignisse wiedergibt. Die Teile der alten Familiensage werden von Weinranken eingerahmt, so dass auch sie leicht zu erkennen sind. Das Cover der deutschen Ausgabe gefällt mir auch gut, nur die Verbindung zur erzählten Geschichte wird nicht deutlich.
Insgesamt war „Wenn unsere Welt kippt“ für mich ein spannendes Leseerlebnis. Die außergewöhnlichen Charaktere und die stellenweise märchen- oder traumhafte Erzählweise haben mir sehr gut gefallen.
Das FBI-Team SCU (Strange Crime Unit) hat sich auf besonders seltsame Morde spezialisiert. Auch der aktuelle Fall gehört dazu. Vor Leuchttürmen werden tote Frauen gefunden. Das seltsame daran sind die ...
Das FBI-Team SCU (Strange Crime Unit) hat sich auf besonders seltsame Morde spezialisiert. Auch der aktuelle Fall gehört dazu. Vor Leuchttürmen werden tote Frauen gefunden. Das seltsame daran sind die Tätowierungen. Die Frauen haben überall auf dem Körper zu ihrem Namen passende Blumen. Der Agent Tiberius Granger wird von diesem Fall besonders getroffen. Er entdeckt Verbindungen zu seiner eigenen Vergangenheit und muss befürchten, dass Personen zu Schaden kommen könnten, die ihm nahestehen. Darüber hinaus kommt auch noch ein Hurrikan auf die Ermittler zu.
Das Setting der Geschichte hat direkt mein Interesse geweckt. Das Tätowieren der Namensblumen wirkt verrückt und ich wollte wissen, was sich dahinter verbirgt. Mir persönlich hat die Aufklärung am Ende auch sehr gut gefallen. Im Laufe der Geschichte entdeckte ich nach und nach immer mehr Einzelheiten, zum Fall und zu Tiberius Geschichte.
Der Aufbau des Buches hat die Spannung noch gesteigert. Zwischen den Szenen mit dem Ermittlerteam liegen immer wieder Szenen, die aus der Sichtweise des Mörders und vor allem aus der Sichtweise eines Gardengirls geschrieben sind. Jeder Abschnitt endet dabei mit einem kleinen Cliffhanger. Daher war es schwer, das Buch nach einem Kapitel zur Seite zu legen.
Die Sichtweise des Opfers ist teilweise schwer zu ertragen. Es wird sehr deutlich, was der Mörder den Frauen antut. Wer davon nichts lesen will, für den ist Garden Girls eher nichts.
In der Geschichte gibt es mehrere Plottwists. Einer davon hatte mich besonders überrascht. Es gab aber auch nur wenige Hinweise darauf. Allerdings ist Garden Girls auch eigentlich ein dritter Band einer Reihe. Auf Englisch gibt es noch zwei weitere Bände, die vor den Ereignissen um die tätowierten Frauen liegen. Ich vermute daher, dass es mit ein bisschen Vorwissen aus den ersten Bänden noch weitere Hinweise entdeckt werden könnten.
Leider wurde mein Leseerlebnis am Ende etwas getrübt. Die meisten Frauen können gerettet werden. Dies war aber nur mit einer Reihe von glücklichen Zufällen möglich, die Tiberius dann als göttliche Interventionen interpretiert. Vor diesen Erlebnissen hat er alle Religionen vehement abgelehnt. Dann entdeckt er aber seine Religiosität. Das hat auf mich unglaubwürdig gewirkt.
Insgesamt ist Garden Girls für mich aber ein solider Thriller, den ich gerne gelesen habe.
Prinzessin der Diebe – Betrayed war für mich ein echtes Lesehighlight. Auf den ersten Blick besticht das Buch mit einer wunderschönen Covergestaltung. Der Zeichenstil zeigt eine eher realistische Hauptfigur ...
Prinzessin der Diebe – Betrayed war für mich ein echtes Lesehighlight. Auf den ersten Blick besticht das Buch mit einer wunderschönen Covergestaltung. Der Zeichenstil zeigt eine eher realistische Hauptfigur und stilisierte Nebelschwaden im Hintergrund. Das erzeugt einen schönen Kontrast und lenkt den Blick direkt auf das Gesicht. Darüber hinaus ist das Schwert glänzend gestaltet und es gibt einige goldene Akzente. Auch im inneren wurde auf eine schöne Gestaltung wert gelegt. Auf der Rückseite des vorderen Buchdeckels befindet sich eine grobe Karte von Busan. Die wichtigsten Orte in der Geschichte sind als Illustrationen hervorgehoben. So konnte ich auch direkt ein Bild mit den geschilderten Szenen verbinden, obwohl ich die Orte vorher nicht kannte. Der hintere Buchdeckel zeigt innen noch eine wunderschöne Illustration von Sora und Ran, den beiden Hauptcharakteren.
Diese Liebe zur Geschichte ist auch beim Lesen spürbar. Auf den ersten Seiten befindet sich, wie in vielen anderen Büchern, eine zur Geschichte passende Playlist. Prinzessin der tausend Diebe sticht hier aber durch ein besonderes Extra heraus. Es gibt auch ein Lied, das für diese Geschichte geschrieben wurde. Dieses fand ich wunderschön und sehr passend.
Und dann startet die Geschichte. Sora ist die Erbin eines koreanischen Firmenimperiums. Allerdings wurde sie verstoßen und lebt mit ihrer Mutter auf der Insel Jeju. Der Grund für das Exil: Im Gegensatz zu ihren Verwandten hat Sora keine Magie, kein Mana. Dann trifft ein Brief von ihrem Vater ein, der sie auf das Anwesen ihrer Familie einlädt. Dort trifft sie unter anderem auf den Tigergott Ran und muss zehn Prüfungen der Hölle überstehen. Diese sind auch wirklich als Höllenprüfungen zu verstehen, denn sie werden teilweise sehr düster. Die schwereren Elemente sind aber sehr gut in die Erzählung eingefügt und nicht unnötig.
Thea Hong verwebt in ihrer Geschichte koreanische Sagen mit dem modernen Nordkorea. Einigen dieser Sagen bin ich als Unwissende auf die Spuren gekommen. Aber ich bin sicher, ich könnte noch viel mehr entdecken, wenn ich mich richtig mit den koreanischen Geschichten beschäftigen würde. Und darauf hat mich Prinzessin der tausend Diebe definitiv neugierig gemacht.
Thea Hongs Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Er lässt sich leicht und flüssig lesen. Dabei beschreibt sie einzelne Orte sehr gut und erweckt die Atmosphäre zum Leben. Auch die Figuren wirken fast lebendig und haben jeweils ganz eigene Charakterzüge. Sie entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter und lernen aus ihren Erfahrungen.
Das Tempo der Erzählung ist hoch, so dass ich zeitweise das Gefühl hatte, fast nicht mehr mitzukommen. Das ist aber auch an die Erlebnisse von Sora und Ran angepasst. Sie werden auch öfter von den Ereignissen überrascht. Ich fand das alles so spannend, dass ich das Buch immer weiter lesen wollte.
Auch wenn Prinzessin der tausend Diebe als Romantasy bezeichnet wird, kann sie das Buch nahtlos in alle Urban Fantasy Romane einreihen. Die Liebesgeschichte ist nicht unwichtig, sie nimmt aber auch keinen allzu großen Raum ein. Die Annäherung der beiden fühlt sich sehr realistisch und an die gesamte Situation angepasst an. Das hat mir richtig gut gefallen, weil vor allem eine spannende Geschichte und ein guter Erzählfluss im Vordergrund stehen.
Inzwischen ist auch der zweite Band angekündigt und ich freue mich sehr darauf, Sora und Ran noch weiter auf ihrem Weg zu begleiten.
Holly Jackson hat es schon mit verschiedenen Geschichten geschafft, mich mitzureißen und zum Miträtseln zu bringen. Demnach hatte ich hohe Erwartungen an Not Quite Dead Yet. Und Holly Jackson hat mich ...
Holly Jackson hat es schon mit verschiedenen Geschichten geschafft, mich mitzureißen und zum Miträtseln zu bringen. Demnach hatte ich hohe Erwartungen an Not Quite Dead Yet. Und Holly Jackson hat mich nicht enttäuscht.
Die Hauptperson, die wir in Not Quite Dead Yet kennenlernen, ist Jet Mason. Sie ist 27 und auf der Suche nach einem Plan für ihre Zukunft. Alles, was sie bisher angefangen hat, hat sie irgendwann wieder aufgegeben. Dann schlägt das Schicksal zu. Sie wird in ihrem eigenen Haus überfallen und niedergeschlagen. Im Krankenhaus erfährt sie dann, dass Komplikationen bei ihr auftraten und ihre weitere Lebenszeit ist auf etwa eine Woche beschränkt. Jetzt will sie die erste Person sein, die ihren eigenen Mord aufklärt.
Ich habe die Geschichte als Hörbuch gehört. Und ich wollte immer weiterhören. Am Liebsten hätte ich das Hören gar nicht unterbrochen. Es ist super spannend und hat mich immer wieder überrascht und auf neue Ideen zur Lösung des Falls gebracht. Ich finde es faszinierend, dass mich Holly Jackson immer wieder auf eine Reise mitnehmen kann. Ich will dann unbedingt wissen, wie alles zusammenhängt.
Neben dem Rätselraten war auch die emotionale Komponente in Not Quite Dead Yet sehr präsent. Ich habe mit den Charakteren mitgefühlt und mitgelitten. Jet ist ein besonders großartiger Charakter. Sie ist vielschichtig, klug und lustig. Im Laufe der Geschichte wird immer mehr von ihrer Geschichte aufgedeckt. Und sie versteht, wie ihre Kindheit sie beeinflusst hat.
Insgesamt war Not Quite Dead Yet einfach eine wunderbare Geschichte, die mich begeistert und bewegt hat. Für mich eins meiner Jahreshighlights.