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Veröffentlicht am 09.09.2025

Bittersüß und romantisch

Versprich mir, dass du tanzt
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„Versprich mir, dass du tanzt“ ist das erste Buch von Dani Atkins, das ich gelesen habe. Die Grundidee hat mich aber direkt neugierig gemacht.
Die Protagonistin Lily hat ihren Mann Adam schon nach kurzer ...

„Versprich mir, dass du tanzt“ ist das erste Buch von Dani Atkins, das ich gelesen habe. Die Grundidee hat mich aber direkt neugierig gemacht.
Die Protagonistin Lily hat ihren Mann Adam schon nach kurzer Ehe durch eine Krebserkrankung verloren. Vor seinem Tod hat er ihr ein Versprechen abgenommen. Ein Jahr später kann sie sich dann dazu durchringen, es einzuhalten und nimmt wieder Kontakt mit Josh, ihrem besten Freund aus der Jugend, auf.
Die Idee, dass eine verstorbene Person einem hinterbliebenen Menschen eine Aufgabe stellt oder etwas hinterlässt, die oder das diesem Menschen durch die Trauer helfen soll, ist nicht neu. Dani Atkins schafft es in ihrem Roman aber, eine durchgehend emotionale Geschichte zu erzählen. Daher fand ich die Umsetzung der Situation sehr gelungen und habe die Lesereise sehr genossen.
Die Trauer hat natürlich einen großen Anteil an der Geschichte. Wie im echten Leben kann Lily sie nicht nach kurzer Zeit komplett überwinden und es ergibt sich eine bittersüße Stimmung. Die Süße kommt durch die Begegnung von Josh und Lily, durch deren schwierige Kommunikation immer wieder die alte Verbundenheit durchscheint.
Dani Atkins bringt immer wieder geschickt Rückblenden ein, in denen sich Lily an die Beziehungen zu Adam und Josh erinnert. So können wir alle drei Figuren besser kennenlernen. Sie sind tolle Menschen, die alle auch Fehler gemacht haben. Im Laufe der Geschichte verstehen wir auch immer besser, warum sie auf eine bestimmte Art und Weise gehandelt haben.
Vor allem Lily hat mir als Figur sehr gut gefallen. Sie ist eine starke und unabhängige Frau. Sie führt ihr eigenes Geschäft und ist für ihre Mitarbeiterin und Freundin da. Lily trifft Entscheidungen und wartet nicht darauf, dass ihr jemand hilft oder den Anfang leicht macht. Gleichzeitig hat sie aber ein großes Herz und viel Verständnis für ihre Mitmenschen. Aus diesem Grund hat es auch so viel Spaß gemacht, zu verfolgen, wie sie sogar zwei große Liebesgeschichten erleben durfte.
Ich finde „Versprich mir, dass du tanzt“ sehr gelungen und werde sicherlich noch weitere Bücher von Dani Atkins lesen.

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Veröffentlicht am 03.09.2025

Was wäre die Welt ohne negative Emotionen?

All Better Now
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Ein Virus geht um die Welt. Dieses Szenario kennen wir alle nur zu gut. Aber bei diesem neuen Virus, Crown Royale, verändern sich die Menschen nach der Genesung deutlich. Sie erscheinen grenzenlos zufrieden ...

Ein Virus geht um die Welt. Dieses Szenario kennen wir alle nur zu gut. Aber bei diesem neuen Virus, Crown Royale, verändern sich die Menschen nach der Genesung deutlich. Sie erscheinen grenzenlos zufrieden und sogar glücklich. Und sie scheren sich nicht mehr um Geld und Konsum. Das gefährdet die Grundlagen des Reichtums der mächtigsten Menschen und sie wollen gegen das Virus ankämpfen.
Neal Shusterman wirft hier die Frage auf, welche Auswirkungen eine so krasse Wesensveränderung hat und wer sich gar nicht auf diese Veränderung einlassen würde. Daher treffen wir im Buch auf verschiedene Charaktere und Ansichten. Schon vor einer Ansteckung gehen die Figuren sehr unterschiedlich mit dem Virus um. Einige wollen ihre Sorgen, Ängste und auch psychischen Erkrankungen loswerden und versuchen sich daher absichtlich anzustecken. Andere fürchten sich davor, Charakterzüge loszulassen, die sie für ihre wichtigsten Eigenschaften halten.
Für mich war dieser Aspekt der spannendste in der Erzählung. Er erzeugt ein Gedankenexperiment, das sich um wichtige Fragen der Psychologie dreht. Was macht unser Selbst aus? Brauchen wir alle Emotionen? Kann Glücklichsein auch gefährlich sein? Und was würde man tun, um sich vor einer Veränderung zu schützen, oder im Gegensatz unliebsame Anteile des Selbst loszuwerden?
In All Better Now liefert der Autor aber keine einfachen Antworten. Mich hat das Buch wirklich zum Nachdenken gebracht. Aber eine endgültige Antwort habe ich noch nicht gefunden. Daher freue ich mich auch auf den zweiten Teil der Dilogie. Das Ende des ersten Buchs war super spannend und interessant. Es gibt viele offene Handlungsstränge, die aber für mich an einer passenden Stelle geendet haben.
Besonders spannend fand ich die Aufteilung der Kapitel in mehrere Teile, die thematisch zusammenpassen. Darüber hinaus gibt es in jedem Teil mehrere Kapitel, deren Überschriften auf wichtige Punkte auf den kommenden Seiten hinweisen.
Wer naturwissenschaftlich bewandert ist, muss sicherlich an der einen oder anderen Stelle den Anspruch an Machbarkeit und Logik hintenanstellen. Ich persönlich fand diese Stellen schon fast lustig und Neal Shusterman nutzt sie, um eine interessante Handlung zu erzeugen. Daher kann ich darüber gut hinwegsehen.
Insgesamt hat mir All Better Now sehr gut gefallen und ich freue mich auf den zweiten Teil.

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Veröffentlicht am 28.08.2025

Wie lebt man in einer zerstörten Welt?

The Last Bookstore on Earth
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The Last Bookstore on Earth führt uns in eine apokalyptische Welt. Aber statt Zombies oder Aliens war hier eine nur zu reale Naturkatastrophe die Ursache der Zerstörung. Am Anfang wissen wir nur, dass ...

The Last Bookstore on Earth führt uns in eine apokalyptische Welt. Aber statt Zombies oder Aliens war hier eine nur zu reale Naturkatastrophe die Ursache der Zerstörung. Am Anfang wissen wir nur, dass es einen Sturm gab. Die genauen Ausmaße und Auswirkungen werden aber erst nach und nach aufgedeckt, nachdem sich unsere Protagonistin Liz an diese traumatischen Ereignisse erinnert.
Nach dem Sturm hat Liz sich in einen Buchladen geflüchtet, in dem sie gearbeitet hat. The Last Bookstore on Earth beginnt in einem Moment, in dem sie einsam und alleine in ihrem sicheren Unterschlupf lebt. Sie handelt mit Büchern und Nachrichten, sobald andere Überlebende ihren Laden besuchen. Liz bleibt aber nicht lange einsam, denn eines Tages bricht Maeve ein und bleibt als Mitbewohnerin. Gemeinsam versuchen die beiden den Problemen mit feindseligen Überlebenden, der Versorgung mit Nahrung und einem weiteren Sturm zu trotzen.
Das Setting des Buchs hat mir unglaublich gut gefallen. Welcher Leser würde nicht gerne in einem Buchladen leben? Darüber hinaus sticht die Geschichte auch aus der Vielfalt anderer Dystopien heraus. Im Vordergrund steht nicht die Veränderung der Welt, sondern die Beziehungen der Überlebenden und die Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen. Die Charaktere haben eigene gute Gründe für ihr Verhalten und als Leserin konnte ich sie sehr gut verstehen. Das liegt auch an der schönen Schreibweise der Autorin.
The Last Bookstore on Earth hat mich mitgerissen in eine zerstörte Welt und mit den Überlebenden mitfühlen lassen. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Eine unglaublich starke Protagonistin auf einer gefährlichen und außergewöhnlichen Mission

Thirteen Witches - Die Erinnerungsdiebin
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Rosie Oaks Welt wird auf den Kopf gestellt, als sie mit 12 Jahren zum ersten Mal einen Geist sieht. Sie erfährt, dass es neben Geistern auch Hexen gibt. Eine von ihnen hat ihrer Mutter die Erinnerungen ...

Rosie Oaks Welt wird auf den Kopf gestellt, als sie mit 12 Jahren zum ersten Mal einen Geist sieht. Sie erfährt, dass es neben Geistern auch Hexen gibt. Eine von ihnen hat ihrer Mutter die Erinnerungen gestohlen. Aus diesem Grund ist sie auch schon immer kühl und distanziert gegenüber Rosie. Mit ihrer besten Freundin Keim und dem Geist Ebb versucht Rosie gegen die böse Hexe zu kämpfen.
Die Welt rund um Rosie Oaks hat mich richtig in den Bann gezogen. Sie ist gut durchdacht und verbindet viele interessante Ideen. Gleichzeitig ist sie auch auf eine tolle Art gruselig und fantastisch. Ich bin sehr gespannt, wie es in den beiden Folgebänden weitergeht.
Die Charaktere sind toll geschrieben. Ich mag Rosies Art. Sie hatte eine schwere Kindheit und ist trotzdem mutig und stark. Sie stellt sich den Gefahren entgegen und findet einen Weg für das zu kämpfen, was ihr wichtig ist. Auch ihre Freunde sind tolle Charaktere. Jeder hat seine eigene Art und seine eigene Geschichte. Und zusammen lernen sie auch mit Schwierigkeiten innerhalb der Freundschaft umzugehen. Jeder bringt seine Stärken in die Mission mit ein.
Die Schreibstil ist leicht und trotzdem richtig schön. Ich habe das Buch innerhalb von einem Tag gelesen. Kinder werden wahrscheinlich etwas länger brauchen.
Insgesamt ist „Thirteen Witches 1“ einfach ein Buch für alle Altersklassen.

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Spannung in einem großartigen Magiesystem

If We Were Gods
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Lara Große hat mit „If we were gods“ ein Buch geschrieben, dass mich komplett begeistert hat. Es gehört sicherlich zu meinen Jahreshighlights.
Olivia hat sich einen der begehrten Studienplätze an der Arcane ...

Lara Große hat mit „If we were gods“ ein Buch geschrieben, dass mich komplett begeistert hat. Es gehört sicherlich zu meinen Jahreshighlights.
Olivia hat sich einen der begehrten Studienplätze an der Arcane Academy erarbeitet. Hier werden die Arkanen Ebenen erforscht. Wer sich in diese Bereiche begibt kann Magie erlernen. Und je tiefer die Arkaner gehen, desto mächtiger können sie werden. Allerdings sind die tiefsten Ebenen verboten. Zusammen mit fünf anderen talentierten Studierenden begibt sie sich trotzdem auf den Weg in diese Tiefen.
Was mich direkt mitgerissen hat, war der Forschergeist, den die jungen Studierenden entwickeln. Lara Große hat sich ein unglaublich detailliertes Magiesystem ausgedacht. Jede Arkane Ebene hat ganz spezifische Regeln und ein besonderes Aussehen. Das hat meine Neugierde genau so geweckt, wie bei Olivia und den anderen Protagonisten. Ich wollte, dass die Studierenden immer noch weiter gehen. Ich wollte alles über die Ebenen wissen.
Besonders gut hat mir gefallen, dass das Buch mit einem Prolog startet, der einen kleinen Einblick ins Ende gibt. Dadurch werden Fragen aufgeworfen, die immer wieder zu neuen Spekulationen während des Lesens anregen. Das hat die Spannung für mich noch weiter gesteigert und ich wollte das Buch nicht aus der Hand legen.
Die Figuren sind weder gut noch schlecht. Es sind junge Menschen, die ihren Platz in der Welt finden wollen. Sie treffen auch viele dumme Entscheidungen und überschätzen sich. Aber auch das hat für mich zu einer besonderen Spannung geführt.
Nach dem Lesen habe ich mir einige andere Rezensionen angesehen. Darunter war auch die Kritik, dass die Charaktere sehr stereotypisch sind. Das kann ich nachvollziehen. Mir kam dieser Gedanke beim Lesen aber tatsächlich nicht. Wer sehr empfindlich auf dieses Thema reagiert, wird sicherlich nicht so viel Freude an „If we were gods“ haben.
Ein zusätzlicher Genuss ist für mich diese unglaublich schöne und durchdachte Gestaltung. Der Schutzumschlag zeigt die Arcane Academy. Und durch einen Schlitz kann man das Bild auf dem Buchdeckel sehen das eine der Arkanen Ebenen darstellt. Das Vorsatz- und Nachsatzpapier zeigen schöne Illustrationen und der farbige Buchschnitt rundet alles ab.
Wer Freude an einem komplexen und sehr durchdachten Magiesystem hat, wird mit diesem Buch sicher auf seine Kosten kommen. Für mich ist es direkt zu einem meiner liebsten Bücher geworden.

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