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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.02.2026

Poetische Brieffreundschaften

Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand
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Zuerst einmal muss ich sagen, dass mich das Cover sofort angesprochen hat. Es wirkt ruhig, ästhetisch und so stimmig, dass ich in einer Buchhandlung ohne zu zögern danach greifen würde. Schon äußerlich ...

Zuerst einmal muss ich sagen, dass mich das Cover sofort angesprochen hat. Es wirkt ruhig, ästhetisch und so stimmig, dass ich in einer Buchhandlung ohne zu zögern danach greifen würde. Schon äußerlich verspricht es eine gewisse Sanftheit und genau dieses Gefühl zieht sich auch durch die Geschichte.
Es ist ein schönes, ruhiges Buch, das ich gut nebenbei lesen konnte. Kein lautes Drama, keine überstürzten Wendungen, sondern leise Töne, die sich langsam entfalten. Besonders bedeutsam wurden für mich die einzelnen Briefe, die von echten Menschen geschrieben wurden. Diese Authentizität hat dem Buch eine besondere Tiefe verliehen.
Die Brieffreundschaften des Penpal Services sind von einer bemerkenswerten Zärtlichkeit geprägt. Die Menschen schreiben liebevoll, poetisch und mit einer großen Wertschätzung für das Leben. Sätze wie „Genieß die aufblühenden Frühlingstage in deinem Leben“ bleiben hängen, weil sie so viel Wärme transportieren. Gleichzeitig finden sich auch tiefgründige, fast beiläufige Gedanken wie „Man lebt das Leben doch, um glücklich zu sein, oder?“ Es sind genau diese Momente, die einen kurz innehalten lassen.
Der begleitende Schreibstil war für mich jedoch nicht immer ganz rund. Teilweise wirkte er etwas stockend, wodurch ich nicht so flüssig durch die Seiten kam, wie ich es mir gewünscht hätte. Auch konnte ich nur manchen Handlungssträngen wirklich intensiv folgen, während andere mich emotional weniger erreicht haben.
Dennoch bleibt für mich der Eindruck eines stillen, besonderen Buches, das vor allem durch seine echten Stimmen und seine poetische Grundstimmung berührt.

Veröffentlicht am 27.02.2026

Roh, skurril, meisterhaft

Half His Age
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Selten hat mich ein Adoleszenzroman so nachhaltig beeindruckt wie dieser. Für mich ist es einer der besten, die ich je gelesen habe. Schon in den ersten Kapiteln wird deutlich, worauf man sich als Leserin ...

Selten hat mich ein Adoleszenzroman so nachhaltig beeindruckt wie dieser. Für mich ist es einer der besten, die ich je gelesen habe. Schon in den ersten Kapiteln wird deutlich, worauf man sich als Leserin einlässt. Genau dort entscheidet sich vermutlich auch, ob man die weitere Geschichte mögen wird oder nicht.
Der Ton ist skurril, stellenweise obszön, oft humorvoll, dabei aber immer roh und ungefiltert ehrlich. Nichts wird beschönigt, nichts abgeschwächt. Genau das macht den Reiz dieses Romans aus. Der Schreibstil passt sich der Handlung so präzise an, dass Form und Inhalt nahezu miteinander verschmelzen. Man liest nicht nur über Waldo, man steckt in ihrem Kopf.

Besonders eindrücklich fand ich die Darstellung ihres fast schon manischen Wunsches, gefallen zu wollen. Dieser Wahn dringt immer wieder zwischen den Zeilen durch, mal leise, mal unangenehm deutlich. Es ist intensiv, manchmal schwer auszuhalten, aber gerade deshalb so authentisch.

Handlungstechnisch passiert für mein Empfinden gar nicht so viel im klassischen Sinn. Und doch konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Ich habe mich in den Zeilen verfangen und bin durch Gedanken, Beobachtungen und Gefühle getragen worden. Es liest sich wie ein Tagebuch, so intim und unmittelbar, dass man das Gefühl hat, direkt am Geschehen teilzunehmen, statt es nur von außen zu betrachten.
Mir ist bewusst, dass sowohl die Geschichte als auch die expliziten Beschreibungen viele Leser
innen abschrecken könnten. Dieses Buch will nicht gefallen und genau darin liegt seine Stärke. Für mich ist es ein geschriebenes Meisterwerk.

Veröffentlicht am 09.02.2026

Gute Idee, zähe Umsetzung

Ruf der Leere
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Dieses Buch war mein erstes Werk des Autors und der Klappentext hatte meine Erwartungen hoch angesetzt. Er klang spannend fast wie ein Thriller und versprach eine dichte fesselnde Handlung. Beim Lesen ...

Dieses Buch war mein erstes Werk des Autors und der Klappentext hatte meine Erwartungen hoch angesetzt. Er klang spannend fast wie ein Thriller und versprach eine dichte fesselnde Handlung. Beim Lesen stellte sich jedoch schnell heraus dass die auf dem Cover verwendete Kategorisierung als Roman durchaus zutreffend ist die anfängliche Spannung wich einer deutlich ruhigeren Erzählweise.
Bis ich wirklich in die Handlung hineingefunden hatte wirkte das Buch auf mich eher wie ein Adoleszenzroman. Grundsätzlich finde ich es sehr reizvoll Figuren in einer Phase des Aufbruchs zu begleiten in einer Zeit in der sie wachsen sich selbst finden und prägende Erfahrungen sammeln. Leider blieb genau dieser Aspekt für mich zu oberflächlich. Die Figuren wurden zwar gezeigt doch ihre innere Entwicklung und emotionale Tiefe hätten aus meiner Sicht stärker ausgearbeitet werden können.
Auch der zunächst interessante Aufriss des Mannes an der Partyhütte verlor im Verlauf der Geschichte zunehmend seinen Reiz. Statt Spannung oder emotionaler Nähe stellte sich bei mir eher Ermüdung ein. Ich empfand das Lesen stellenweise als mühsam und verlor irgendwann den Überblick darüber wer mit wem intime Beziehungen einging so leid es mir tut das so deutlich zu formulieren.
Dabei bin ich überzeugt dass diese Geschichte großes Potenzial gehabt hätte. In ihrer Grundidee erinnerte sie mich stellenweise an die Werke von John Green der es gelingt wenige prägende Augenblicke in eine Geschichte zu verweben ohne dass sie an Tempo oder Intensität verliert. Genau diese Verdichtung und Tiefe habe ich hier jedoch vermisst. Für mich blieb das Buch leider hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Veröffentlicht am 09.02.2026

Das Erwachen des Feuers

Lucia 1. Flüsterin der Flammen
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Mit diesem ersten Band beginnt eine wundervolle Fantasy-Reihe, die von Magie, Drachen und einer detailreich gestalteten Welt lebt. Im Mittelpunkt steht Lucia, ein Mädchen, das nach und nach entdeckt, dass ...

Mit diesem ersten Band beginnt eine wundervolle Fantasy-Reihe, die von Magie, Drachen und einer detailreich gestalteten Welt lebt. Im Mittelpunkt steht Lucia, ein Mädchen, das nach und nach entdeckt, dass in ihr mächtige Feuerkräfte schlummern. Während sie selbst ihre Bedeutung erst langsam begreift, wissen andere bereits, dass sie eine entscheidende Rolle für die Zukunft spielen wird.

Die Handlung führt Lucia an eine Akademie, an der sie nicht nur mehr über ihre Fähigkeiten lernt, sondern auch auf Finn trifft, einen Jungen mit geheimnisvollen Frostkräften. Die Begegnung der beiden und das Zusammenspiel von Feuer und Eis verleihen der Geschichte eine besondere Spannung und lassen erahnen, welches Potenzial noch in den kommenden Bänden steckt.

Besonders ans Herz geschlossen habe ich Lucias Begleiter, den man auch so wunderschön auf dem Cover entdecken kann. Er ist nicht nur ein treuer Gefährte, sondern verleiht der Geschichte zusätzliche Wärme und Charme und rundet Lucias Reise auf eine ganz besondere Weise ab.

Besonders beeindruckend ist außerdem die liebevolle Ausarbeitung der Welt Flammaris. Die beigefügte farbige Karte hilft dabei, sich in der fantastischen Welt zu orientieren und macht das Lesen noch immersiver. Auch die sprachliche Gestaltung trägt stark dazu bei, dass man vollständig in die Geschichte eintaucht: bildhaft, flüssig und atmosphärisch. Man möchte diese Welt am liebsten gar nicht mehr verlassen.

Die Seiten fliegen nur so dahin, und das offene Ende sorgt dafür, dass man sofort zum nächsten Band greifen möchte. Insgesamt ist dieser Auftakt ein mitreißender Start in eine vielversprechende Fantasy-Reihe, die Lust auf mehr macht und besonders Fans von Magie, Akademie-Settings und Drachen begeistern wird.

Veröffentlicht am 25.01.2026

Press Start for Feelings 🎮🥹

Level Two: Hearts at Play
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Louisa habe ich bereits im ersten Band ins Herz geschlossen, umso mehr habe ich mich gefreut, hier noch tiefer in ihre Geschichte einzutauchen. Besonders gelungen fand ich, wie ihre Gefühle, Unsicherheiten ...

Louisa habe ich bereits im ersten Band ins Herz geschlossen, umso mehr habe ich mich gefreut, hier noch tiefer in ihre Geschichte einzutauchen. Besonders gelungen fand ich, wie ihre Gefühle, Unsicherheiten und Ängste dargestellt wurden – man erhält einen sehr nahen und emotionalen Einblick in ihr Innenleben. Auch Henry ist eine spannende Figur: Hinter seiner zunächst harten und distanzierten Art verbirgt sich schnell eine weiche, verletzliche Seite, die ihn sehr sympathisch macht.
Die Handlung begleitet Louisa auf ihrem Weg in der Schauspielkarriere, während Henry als Regisseur an dem noch in der Entwicklung befindlichen Gaming-Projekt Anima arbeitet. Insgesamt hatte ich einen sehr angenehmen Lesefluss. Einziger Kritikpunkt waren für mich die eingeschobenen Fanfiction-Kapitel, die Louisa schreibt. Diese hätten für mich nicht unbedingt sein müssen, da sie die eigentliche Geschichte für mich nicht vertieft, sondern eher eine neue Ebene eröffnet haben, auf die ich mich nicht richtig einlassen konnte.
Besonders gefallen haben mir die Neckereien zwischen Louisa und Henry – davon bin ich generell ein großer Fan. Die Beziehung, die sich langsam und glaubwürdig zwischen den beiden aufbaut, ist emotional gut nachvollziehbar. Gegen Ende hat mich die Geschichte dann auch selbst berührt.