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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.05.2022

Möchten wir wirklich perfekt sein?

Die Vollkommenen
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Zum Buch: In naher Zukunft: die Kinder werden nicht mehr einfach nur so ausgetragen, wie es von der Natur vorgegeben ist. Sie werden von Genetikingenieuren designt, mit „Edits“ ausgestattet. Sollte das ...

Zum Buch: In naher Zukunft: die Kinder werden nicht mehr einfach nur so ausgetragen, wie es von der Natur vorgegeben ist. Sie werden von Genetikingenieuren designt, mit „Edits“ ausgestattet. Sollte das Wunschbaby sehr hübsch sein, sehr intelligent oder sehr sportlich? Welche Haarfarbe soll das Kind haben? Das alles kostet natürlich Geld und spaltet so die Gesellschaft. Die sogenannten „Uneditierten“ sind dementsprechend nicht perfekt und so eignen sie sich für die Arbeiten, für die die „Vollkommenen“ zu überqualifiziert sind. Veit, ein angehender Wunschkind-Designer fängt in der Praxis von Dr. Brenner an und hat große Ziele. Aber durch die Tochter des Arztes geraten seine Pläne ins Wanken…

Meine Meinung: Ich brauchte erst ein paar Kapitel, um in das Buch zu kommen, muss ich gestehen. Es ist kein absoluter Science-Fiction, aber doch irgendwie sehr befremdlich. Jeder Mensch hat einen Chip implantiert, durch den man überall gescannt wird. Auch muss man nicht mehr selber Autofahren, sondern wird von den Autos zum Wunschziel gebracht. Aber nachdem ich mich „eingelesen“ habe, hat mich die Story total in den Bann gezogen.

Philine, die Tochter des Arztes Dr. Brenner, will das Leben ihrer Mutter retten, die durch verschiedene Edits sehr krank geworden ist. Dafür braucht sie viel Geld. Ihr Vater könnte mit seinen Patenten, die er angemeldet hat, viel Geld verdienen, gibt sein Wissen aber kostenlos an jene Paare weiter, die sich nicht viele Edits leisten können. Philines Wut wird immer größer… Und dann reift in ihr ein aberwitziger und mörderischer Plan…

Die Handlung ist sehr erschreckend, gerade weil wir mit unserer Genforschung ja gar nicht mehr so weit weg davon sind. Ich musste mehrfach schlucken bei der Vorstellung, die Gesellschaft so sehr gespalten zu sehen und wie schlimm die „Uneditierten“, die ja alles andere als perfekt sind, ausgegrenzt werden…

Der Charakter von Philine ist natürlich sehr ausführlich dargestellt, aber auch bei Veit kann man eine enorme Entwicklung ausmachen. Ihn mochte ich zu Anfang nicht so, aber er ist doch ganz in Ordnung. Es gibt kein klassisches „Happy End“, aber ich war mit diesem Ende total zufrieden!

Mein Fazit: Ihr bildhafter Schreibstil fesselt den Leser einfach an die Bücher von Anna Lena Diel! Das war mein zweites Buch von ihr und auch dieses konnte mich wieder begeistern! Wer ein bisschen in die Zukunft schnuppern will, ist hiermit gut bedient!

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Veröffentlicht am 28.04.2022

Der Titel ist in der Sekte leider Programm...

Brave Mädchen schweigen still
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Zum Buch: Für die junge Polizistin Libby Whitman wird ein Traum wahr, als sie an der FBI-Academy aufgenommen wird, sie möchte unbedingt in die Fußstapfen ihrer Mutter Sadie treten und Profilerin werden. ...

Zum Buch: Für die junge Polizistin Libby Whitman wird ein Traum wahr, als sie an der FBI-Academy aufgenommen wird, sie möchte unbedingt in die Fußstapfen ihrer Mutter Sadie treten und Profilerin werden. Sie fängt gerade an, sich in Quantico heimisch zu fühlen, zumal ihre britische Freundin Julie auch dort angenommen wurde, als sie zu einem Spezialauftrag gerufen wird. Sie soll den Ermittlern in St. George vor Ort bei den Ermittlungen in ausgerechnet der Sekte helfen, in der sie aufgewachsen ist. Da eine Ablehnung nicht in Frage kommt, tritt sie mit gemischten Gefühlen den Flug an, wohlwissend, dass es für sie richtig gefährlich werden kann…

Meine Meinung: Dieses Buch ist der zweite Teil um die Ermittlerin Libby Whitman, den man aber losgelöst vom ersten Teil lesen kann. Die Autorin streut genug Informationen mit in das Buch ein, dass man so auch mitkommt. Wer noch tiefer in die Familiengeschichte eintauchen möchte, dem sei die Sadie-Scott-Reihe empfohlen, die ich aber auch noch nicht kenne. Da mir die Geschichte aber gefällt, möchte ich das unbedingt noch nachholen!

Zu den Charakteren kann ich nur sagen, dass Dania Dicken ihnen so viel Tiefe mitgibt, dass man sich ihnen sofort nahe fühlt! Sie beschreibt die Orte im Buch auch so toll, man ist als Leser quasi dabei! Und das ist dann richtig krass… die Sekte, um die es geht, ist sehr frauenfeindlich und es gibt junge Frauen, die aussteigen möchten. Eine von ihnen wird von ihrem Peiniger in die Wüste verschleppt, um sie zu „züchtigen“. Die andere verschwindet danach spurlos, weil sie zu viel weiß. Und mittendrin ist Libby als angehende FBI-Agentin und kämpft mit ihrer Vergangenheit und gegen die Drahtzieher der Sekte. Gut, dass sie so tolle Kollegen an ihrer Seite hat und sogar ihr Freund Owen vor Ort sein darf.

Der Schreibstil ist wirklich absolut fesselnd, so dass ich nur so durch das Buch gerauscht bin! Meine Gefühlswelt hat hier alles erlebt: von Demütigung, Angst, Hass, Menschenfeindlichkeit über Freundschaft, absolut hingebungsvolle Liebe und Dankbarkeit.

Mein Fazit: Es geht sehr spannend weiter mit der jungen Libby Whitman und man kann hier in ihre Vergangenheit in der Sekte eintauchen. Das hat mich wahnsinnig gefesselt und ich kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen!

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Veröffentlicht am 26.04.2022

Kann man Angst einfangen? Ja, man kann...

Riechst du ihre Angst?
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Zum Buch: Der Kommissar Marc Wittmann und sein Team bekommen wieder Arbeit: im Stadtpark wird eine übel zugerichtete Frauenleiche aufgefunden. Neben Schnitten am ganzen Körper hat sie ein Gläschen mit ...

Zum Buch: Der Kommissar Marc Wittmann und sein Team bekommen wieder Arbeit: im Stadtpark wird eine übel zugerichtete Frauenleiche aufgefunden. Neben Schnitten am ganzen Körper hat sie ein Gläschen mit einem seltsam riechenden Tuch in der Hand. Auf dem Tuch befinden sich vier Zahlen – Jahreszahlen? Da die Anordnung der Leiche so kurios ist, ziehen die Ermittler die Psychologin Frieda Rubens hinzu. Aber der Täter wartet nicht lange, da liegt schon die nächste Frau tot auf einem Floss, genauso zugerichtet. Den Ermittlern bleibt also nicht viel Zeit, aber es scheint keine Verbindung zwischen den Opfern zu geben…

Meine Meinung: Dieses ist der dritte Teil mit dem Ermittlerteam, kann aber völlig unabhängig von den Vorgängern gelesen werden. Da die Charaktere sich aber auch mitentwickeln und die Vorgänger auch so toll sind, rate ich immer dazu, von vorne zu beginnen. Aber man muss eben nicht. Das finde ich auch immer gut, wenn die Autoren es schaffen, jeden Band losgelöst von den anderen zu schreiben! Gunnar Schwarz kann das auf jeden Fall!

Aber wo wir schon bei den Charakteren sind: Marc und Frieda waren mal ein Paar. Und sie können nicht mehr miteinander, aber auch nicht so richtig ohne… Da Marc inzwischen eine Frau und eine kleine Tochter hat, führt das natürlich immer zu Konflikten. Diese sind aber natürlich nicht die Hauptattraktion im Buch, sondern die Handlung. Und die hat es sowas von in sich!

Da die Morde nicht miteinander zu verbinden sind, rätselt die Kripo, aber auch der Leser. Wer könnte so krank sein und was das Motiv, die Frauen so zu drapieren? Während die Polizei immer verzweifelter sucht, wird der Täter immer dreister.

Zum Schluss bekommt der Leser einen Showdown, der es wieder in sich hat! Aber bis dahin tappen alle im Dunkeln und da merkt man, dass Gunnar Schwarz es wirklich draufhat, seine Leserschaft das ganze Buch hindurch zum Dranbleiben zu bewegen! Sein Schreibstil ist flüssig und fällt nicht ab ins Nebensächliche. Verschiedene Handlungsstränge knüpfen sich am Ende zu einem und lassen den Leser aufgewühlt, aber zufrieden zurück. Besonders freut es mich, dass es eine Fortsetzung geben wird!

Mein Fazit: Also, wer Thrillerfan ist und Gunnar Schwarz noch nicht kennt, sollte das auf jeden Fall nachholen! Er fesselt seine Leser auch mit diesem Buch wieder von vorne bis hinten! Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 25.04.2022

Eine App, die tödlich sein kann...

Die Karte
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Zum Buch: In Hamburg verbreitet ein Serienmörder Angst und Schrecken. Gleich mehrere Joggerinnen werden kurz nacheinander von ihm stranguliert. Sind sie Zufallsopfer oder sucht sich der Täter die Frauen ...

Zum Buch: In Hamburg verbreitet ein Serienmörder Angst und Schrecken. Gleich mehrere Joggerinnen werden kurz nacheinander von ihm stranguliert. Sind sie Zufallsopfer oder sucht sich der Täter die Frauen gezielt aus? Und wenn ja, woher weiß er, wann die Frauen wo laufen gehen? Der Kommissar Jens Kerner und seine Kollegin Rebecca Oswald gehen der Sache nach, aber der Täter ist immer einen Schritt voraus…

Meine Meinung: Das Buch ist zwar ein weiterer Teil mit dem Ermittlerteam Kern und Oswald, kann aber von den anderen Büchern getrennt gelesen werden. Man versteht die Charaktere auch so ganz gut.

Das Buch beginnt gleich mit dem ersten Mord, allerdings aus Tätersicht beschrieben und es ist keine von den Joggerinnen. Von wem hier im Prolog die Rede ist, versteht man erst am Ende des Buches. Was mir richtig gut gefallen hat, dass hier verschiedene Handlungsstränge ineinander verwoben werden, die die Kommissare und auch der Leser einfach nicht zusammenbekommen! Der Leser tappt genau wie die Polizei völlig im Dunkeln, hat mehrere Vermutungen, die sich dann doch als falsch herausstellen…

Erst am Ende werden wir alle überrascht, denn darauf wäre ich niemals gekommen! Und wie wir es von einem guten Thriller gewohnt sind, sterben bis dahin erst einmal ein paar Frauen. Es scheint also um eine Lauf-App zu gehen, das findet die Polizei schnell heraus und kann doch nichts damit anfangen… Denn der Täter weiß genau, was er tut!

Der Schreibstil liest sich flüssig, auch die Kapitellängen sind genau richtig. Die Charaktere der Kommissare sind in Ordnung, aber mir ist immer noch niemand besonders ans Herz gewachsen. Aber das muss ja auch nicht immer sein…

Mein Fazit: Auch dieser neue Thriller von Andreas Winkelmann hat mich sehr gut unterhalten und ich würde das Buch uneingeschränkt empfehlen! Ich weiß nicht, ob es so eine App wirklich gibt, aber man sollte gut aufpassen, was man wo öffentlich postet!

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Veröffentlicht am 18.04.2022

Bis zum bitteren Ende...

Ich vergesse nie
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Zum Buch: Die junge Kommissarin Becca versucht, ihren Alltag mit Kind und Job unter einen Hut zu bekommen, als sie die Chance ihres Lebens wittert. Ein Serienmörder geht um in London und sie war am ersten ...

Zum Buch: Die junge Kommissarin Becca versucht, ihren Alltag mit Kind und Job unter einen Hut zu bekommen, als sie die Chance ihres Lebens wittert. Ein Serienmörder geht um in London und sie war am ersten Tatort, einer Metrostation, live dabei! So schafft sie es, ins Ermittlerteam aufzusteigen. Ihr zur Seite wird der Super-Recognizer Joe gestellt. Er gehört zu den Menschen, die Gesichter anders als andere Menschen scannen und sich besonders einprägen können. Nach kleinen Startschwierigkeiten sind die beiden ein gutes Team, aber der Mörder geht unheimlich schnell vor und die Polizei ist immer einen Schritt zu spät. Bis es dann richtig persönlich wird…

Meine Meinung: Es geht hier gleich rasant los mit zwei Doppelmorden, die so schnell aufeinander folgen, dass man kaum mitkommt. Was verfolgt der Täter für einen Plan, hat er überhaupt einen?

Auch hier schafft John Marrs es meiner Meinung nach wieder, die Charaktere zum Leben zu erwecken! Becca versucht den Spagat als alleinerziehende Mutter und kann sich glücklich schätzen, dass ihre Mutter bei ihr wohnt und ihr hilft. Dennoch ist es nie genug, was sie für ihre Tochter tut, bei dem Job ja auch kein Wunder. Diese innere Zerrissenheit merkt man ihr an und spiegelt sich in ihrer Wut wieder, die immer wieder auftaucht.

Joe ist ein ganz toller Charakter. Auch er hat einen schweren Schicksalsschlag erlitten vor sehr langer Zeit, der ihn aber bis heute nicht loslässt und ihn fast zerstört. Der Täter ist aber hier der herausragende Charakter! Ganze Kapitel sind aus seiner Sicht geschrieben und er teilt dem Leser viel mit, ohne zu viel zu verraten, großes Kino! Sein Untergang ist schleichend und der Leser merkt, dass er nah am Rande des Wahnsinns steht.

Die ganze Erklärung gibt es dann aber wirklich erst zum Ende hin und dann klären sich auch noch so manch andere Rätsel auf. Das hat das Buch für mich wirklich von der ersten bis zur letzten Seite sehr spannend gemacht!

Mein Fazit: Wieder ein Buch von John Marrs, welches mir toll gefallen hat! Ich finde einfach seinen Schreibstil richtig gut! Er schafft es immer wieder, dem Leser die Lösung so lange vorzuenthalten, bis er am Ende von selber darauf kommt! Von mir gibt es wieder eine ganz klare Empfehlung!

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