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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.06.2018

Mutmachend und trotz allem unterhaltsam

Mittendrin ein neuer Anfang
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Franka, Studentin und Mitte 20, erhält die vernichtende Diagnose Hirntumor, nachdem sie wegen Sehschwierigkeiten einen Arzt aufgesucht hat. Eigentlich hatte sie sich schon auf eine neue Brille gefreut, ...

Franka, Studentin und Mitte 20, erhält die vernichtende Diagnose Hirntumor, nachdem sie wegen Sehschwierigkeiten einen Arzt aufgesucht hat. Eigentlich hatte sie sich schon auf eine neue Brille gefreut, aber damit hatte sie nicht gerechnet. Jedem würde es mit diesem Schlag. den Boden unter den Füßen wegziehen, aber Franka ist nicht gewillt, dem Tumor die Herrschaft über ihr Leben (oder den Rest davon) zu überlassen. Und sie ist extrem genervt von den Plattitüden der Menschen um sie herum, egal ob es um positives Denken geht oder gleich die Planung ihrer eigenen Beerdigung.

Und ausgerechnet jetzt trifft sie Leon, einen anderen Studenten und Aushilfskellner, in den sie sich trotz anfänglicher Abneigung verliebt. Kann diese Liebe unter diesen schlechten Vorzeichen Bestand haben oder ist sie gleich zum Scheitern verurteilt?

Melanie Brandl zeigt in ihrem beeindruckenden Debütroman vor allem deutlich, wie hilflos nicht nur die Erkrankte sondern besonders ihr Umfeld wie Familie und Freunde reagieren. Betroffenheit, Sprachlosigkeit und unangemessene Kommentare herrschen vor. Und sehr schnell wird klar, auf wen man sich in dieser Situation verlassen kann.

Wenn man selbst Krebskranke in seinem Umfeld hat, fällt es zunächst nicht leicht, dieses Buch zu lesen. Denn genauso wie Frankas Arzt ihr rät, um Himmels Willen nichts zum Thema Hirntumor zu googeln, kann man eine Erkrankung nicht mit der anderen vergleichen und schon gar nicht die Betroffenen gleichsetzen. Man muss für sich selbst entscheiden, wie man reagiert, wie man Hilfestellung leistet und mit dem Thema umgeht. Als gesunde Freundin oder Familienmitglied wird man Fehler machen, keine Frage. Hauptsache, man ist in irgendeiner Form da. Und manchmal reicht einfach da sein auch aus.

Die Autorin stellt diese unterschiedlichen Aspekte hervorragend dar und verfällt dabei nicht in tiefen Pessimismus sondern vermittelt eine so positive Stimmung, dass man dieses Buch ohne Einschränkungen empfehlen kann.

Vielen Dank an den Verlag und NetGalley für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 05.06.2018

Liebesgeschichte mit viel Drama

Someone behind your eyes
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Studentin Savannah reist nach dem Tod ihres Vaters von New York zurück in ihre Heimatstadt Baltimore, um der Beerdigung beizuwohnen. Eigentlich wollte sie nie wieder dorthin, nachdem ihr Vater ihre Mutter ...

Studentin Savannah reist nach dem Tod ihres Vaters von New York zurück in ihre Heimatstadt Baltimore, um der Beerdigung beizuwohnen. Eigentlich wollte sie nie wieder dorthin, nachdem ihr Vater ihre Mutter verließ, als diese krebskrank im Sterben lag. Überraschend erbt sie seine Firma und ist damit CEO eines großen Versicherungsunternehmens. Doch sogleich wartet schon ein gieriger Käufer auf die Übernahme desselben. Und während sie noch verbittert und unsicher ist, was sie tun soll, lernt sie den hübschen Zac kennen, nicht ahnend, dass es sein Vater ist, der ihre Firma haben will. Um fast jeden Preis.

Maddie Holmes hat hier ein Drama geschrieben, dass zwei junge Menschen zusammen bringt, die beide schwer an den komplizierten Beziehungen zu ihren Vätern zu knabbern haben. Bei Savannah ist es das Ungesagte, das sie belastet, bei Zac eher das Gesagte. Bei beiden sieht man auf unterschiedliche Weise, wie wichtig es ist, ein offenes und vertrauensvolles Verhältnis zu den Eltern zu haben. Und wie zerstörerisch und verletzend, wenn es nicht so ist.

Diese Thematik steht fast mehr im Vordergrund als die aufkeimende Liebe zwischen Savannah und Zac. Aus beider Perspektive geschrieben gelingt es der Autorin gut, den Weg von Verrat und Misstrauen zu wahrer Liebe darzustellen. Ein schnöseliger Exfreund und eine verhasste Stiefmutter auf ihrer Seite stören dabei ebenso wie arrogante Stiefgeschwister auf seiner. Die erotischen Szenen sind wohl dosiert und nehmen nicht den wichtigsten Platz im Buch ein. Hätte auch nicht gepasst, da es hier um viel wichtigere Dinge als Sex geht.

Dem Buch hätte ein paar Zeilen mehr oder ein Epilog am Ende gut getan. Nach der letzten Seite war ich erstaunt, dass es zu Ende war. Mir fehlte da irgendwas, dass ich nicht mal genau benennen kann. Nicht unbedingt ein süßes Happily Ever After, aber ein paar Blicke in die Zukunft des Paares oder ob die Beziehung wirklich die Stärke entwickelt, die sie benötigt.

Ich bedanke mich herzlich beim Verlag und bei NetGalley für das Rezensionsexemplar. Es hat meine ehrliche Meinung aber nicht beeinflußt.

Veröffentlicht am 05.06.2018

Überraschend und erfrischend anders!

Ich wünsch mir einen Highlander
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Der Amerikanerin Melanie, Single, schwanger und vom Vater des Babys verlassen, fällt bei ihrer Arbeit in einem Museum ein seltsames Kästchen in.die Hände. Unzufrieden mit ihrem jetzigen Leben, äußert sie ...

Der Amerikanerin Melanie, Single, schwanger und vom Vater des Babys verlassen, fällt bei ihrer Arbeit in einem Museum ein seltsames Kästchen in.die Hände. Unzufrieden mit ihrem jetzigen Leben, äußert sie den Wunsch "Ich wünsch mir einen Highlander". Unversehens findet sie sich im mittelalterlichen Schottland wieder. Sie gerät in ein Gefecht zwischen verfeindeten Clans und wird von Darcy Keith gerettet. Und schon hat sie ihren Highlander!

Darcy verliebt sich praktisch sofort in Melanie, ist allerdings eine männliche Jungfrau. Als Teenager hat ihm eine Frau gesagt, seine Männlichkeit sei einfach zu groß, um einer Frau je Freude bereiten zu können. Unerfahren in jeder Hinsicht ist er entsprechend unsicher und versucht Melanie gegenüber standhaft zu bleiben. Die Momente, in denen Melanie versucht, ihn zu verführen, gehören zu den witzigsten des Buches.

Jessi Gage gelingt es gut, die beiden Welten der Protagonisten zu verknüpfen und einen Einblick ins alte Schottland zu geben. Ob das historisch fundiert ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Unterhaltsam ist es allemal.

Ich hätte mir nur gewünscht, dass es mehr Unterschiede im Sprachgebrauch gehabt hätte. Im Jahr 2017 spricht man einfach anders als im Jahr 1517. Natürlich gibt es Worte, die Melanie ihrem Darcy erklären muss, aber daraus hätte man sicher die ein oder andere witzige Szene kreieren können. Unweigerlich fühlt man sich immer mal wieder an Gabaldons Outlander-Saga erinnert, aber Gage ist gelungen, etwas Eigenes und Differenziertes zu schreiben.

Ein erfrischend anderer Zeitreiseroman, der positiv überrascht und Lust auf Nachfolgebände macht.

Herzlichen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar.Jessi Gage

Veröffentlicht am 05.06.2018

Kreativ und spassig im Hinblick auf Wortwitz und schlüpfrige Anspielungen

The Fix Up
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n einem Möbelgeschäft rettet Imageberaterin Holly den nerdigen Ben vor einer aggressiven Verkäuferin, indem sie sich als seine Frau ausgibt. Ben hat gerade die Firma seines Vaters als CEO übernommen ...





n einem Möbelgeschäft rettet Imageberaterin Holly den nerdigen Ben vor einer aggressiven Verkäuferin, indem sie sich als seine Frau ausgibt. Ben hat gerade die Firma seines Vaters als CEO übernommen und findet sich noch nicht wirklich in seine Rolle ein. Es fehlt ihm das selbstbewußte Auftreten, die kompromißlose Art, Geschäfte zu tätigen, Präsentationen zu halten - einfach alles. Also engagiert er Holly, um ihn zu dem Mann zu machen, der er sein sollte.

Holly fängt zuerst bei seinem Kleidungsstil an, nachdem sie feststellt, dass er verschiedenfarbige, gruselig gemusterte Socken und ein Jackett mit Lederflicken an den Ellenbogen trägt. Im Verlauf des Coaching weiß sie aber irgendwann nicht mehr, wen sie mehr mochte - den Nerd, der er war oder den CEO, der er wird.

Klingt zunächst nicht nach einem dieser „besonderen“ Geschichten, aber tatsächlich ist es eines der witzigsten Bücher, das ich seit langer Zeit gelesen habe. Die Dialoge zwischen Holly und Ben sind zum Schreien komisch, spritzig und haben einen solchen Charme, dass ich ganz hingerissen davon war.

Und welch kreative Wortwahl man hier findet! Gleich am Anfang musste ich schon kichern bei „Schwalbenschwanzgratung“, später dann kommen so wunderbare Begriffe wie „respiratorische Elektronentransportkette“, „viskose Fingerbildung“, „Substratkettenphosphorylierung“ oder „stimulierte Emission“.

Und bitte, lasst Euch nicht davon abhalten, dieses Buch zu lesen, weil Ihr denkt, das versteht Ihr doch niemals. Ist auch letztlich unwichtig. Denn wie Tawna Fenske es hinkriegt, diese Worte und viele weitere dieser Art zu irre schlüpfrigen Unterhaltungen und Situationen werden zu lassen, ist enorm ausgefeilt und vor allem hinreißend sexy.

Bei manchen Szenen hat die Autorin vielleicht das Rad nicht neu erfunden (ohne zu spoilern - Beispiel Umkleidekabine), aber wie sie das umsetzt, ist einfach gelungen und man muss zum Taschentuch greifen, um die Lachtränen zu trocknen.

Fenske kreiert ihre Protagonisten ganz liebenswert und dabei sehr smart. Hier treffen zwei Intellekte aufeinander, die sich nichts schenken. Und alles in einem lockeren, flüssigen Stil, auch wenn es dann und wann ernste Untertöne gibt.

Ich freue mich schon, wenn Hollys Freundin Miriam ihre Geschichte bekommt!

Ich bedanke mich herzlich beim LYX Verlag und bei NetGalley für das Rezensionsexemplar. Hätte ich das Buch gekauft, wäre ich genauso begeistert gewesen.

Veröffentlicht am 05.06.2018

Fesselnd und faszinierend!

Du bist mein Verlangen
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Die 22-jährige Mallory tritt sofort nach ihrem glänzenden Collegeabschluß ein Praktikum bei einer der renommiertesten amerikanischen Firmen in New York an. Aufgrund ihrer fantastischen Leistungen hatte ...

Die 22-jährige Mallory tritt sofort nach ihrem glänzenden Collegeabschluß ein Praktikum bei einer der renommiertesten amerikanischen Firmen in New York an. Aufgrund ihrer fantastischen Leistungen hatte sie schon von eben dieser Firma ein Stipendium erhalten. Mit ihrer besten Freundin Paige bewohnt sie zusammen ein Appartement in der Nähe der Company. Kurz vor ihrem ersten Arbeitstag trifft sie in einer Bar den faszinierenden Oz, der sogleich etwas in ihr berührt.

Sie ahnt nicht, dass Oz sie bereits vor fünf Jahren bei einem Wettbewerb auf der Highschool gesehen und in ihr sofort die Frau erkannt hat, mit der er sein Leben verbringen will. Deshalb hat er sie seither unbemerkt beobachten und beschützen lassen. Auch jetzt, nach dem ersten Kennenlernen, gibt er sich ihr nicht zu erkennen, weder als Unternehmensinhaber, noch als Mann, der sie um jeden Preis besitzen will.

Und Besitzen ist auch DAS vorherrschende Wort, wenn es um Miles’ (so sein richtiger Name) und sein Verhältnis zu Mallory geht. Mit einer Obsession, die ihresgleichen sucht, tut er alles, um sie davon zu überzeugen, dass er der Eine für sie ist. Dazu schöpft er alle Möglichkeiten aus, die ihm sein Reichtum bietet.

Mallory, noch völlig unerfahren, gutgläubig und in vielerlei Hinsicht naiv, befindet sich schnell in einem großen Gefühlschaos. Obwohl sie einerseits sehr schnell starke Emotionen entwickelt, muss sie manchmal nach Luft zum Atmen ringen.

Obwohl sich für mich einige Fragen stellen (Googelt man nicht ein Unternehmen und dessen CEO, bevor man dort anfängt? Hat Miles sie in den Jahren vor ihrem Treffen nicht einmal persönlich beobachtet?Nimmt man nicht die Beine in die Hand und rennt schnell und weit weg vor einem solchen Mann?), hat mich dieses Buch stark in seinen Bann gezogen. Nach dem Lesen des Klappentextes hatte ich mit einem der momentan beliebten Stalkerromane gerechnet, die sich oft sehr gleichen. Aber Miles’ leidenschaftliche Intensität und wahrhaftige Liebe, mit der er versucht, den Mittelpunkt und die Basis seines gesamten Daseins zu bekommen, hat mich das Buch in praktisch einem Atemzug lesen lassen.

Das Autorinnenpaar Alexa Riley hat hier einen wirklich faszinierenden Roman vorgelegt. Nicht so düster, wie zunächst vermutet, aber fesselnd mit jedem Kapitel. Ich kann es kaum erwarten Paiges Geschichte zu lesen…

Herzlichen Dank an den MTB Verlag und NetGalley für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Hätte ich mir das Buch selbst gekauft, wäre ich genauso begeistert gewesen.