Profilbild von Alia-S

Alia-S

Lesejury Star
offline

Alia-S ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Alia-S über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.08.2020

Noch nie war ich von einem Buch von L.H. Cosway so enttäuscht

Dreams of Yesterday
0

L.H. Cosways frühere Hearts-Reihe sowie die Irish-Players-Serie habe ich wirklich gerne gelesen und mich entsprechend auf das Cracks-Duett gefreut. Selten zuvor war ich so enttäuscht von einem Buch und ...

L.H. Cosways frühere Hearts-Reihe sowie die Irish-Players-Serie habe ich wirklich gerne gelesen und mich entsprechend auf das Cracks-Duett gefreut. Selten zuvor war ich so enttäuscht von einem Buch und seiner Autorin.

Das mag auch daran liegen, dass ich aus dem - aus meiner Sicht irreführenden - Klappentext des Buches etwas anderes herausgelesen habe, als es sich tatsächlich darstellt. Das muss man eher dem Verlag als der Autorin anlasten, fließt aber leider in meine Bewertung ein. Zudem ist der Preis für ein Buch dieser Länge, bei dem es sich noch dazu um einen Mehrteiler handelt, deutlich überzogen.

Evelyn und Dylan lernen sich an der gemeinsamen Schule kennen, aber erst als Dylan vor dem Angriff einer Jugendgang flieht und vor ihrer Türe steht, vertiefen sie ihre Bekanntschaft. Sie verlieben sich, schmieden gemeinsam Zukunftspläne. Dylans großer Traum ist ein eigenes Unternehmen New York, weit weg von der Armut in ihrem Dubliner Elendsviertel. Evelyn hingegen hängt an ihrer Familie und würde eher Dylan zuliebe mitgehen. Als es zu einer Tragödie kommt, müssen sich beide für ihren weiteren Weg entscheiden - gemeinsam oder getrennt.

Ihr seht schon, dass ich nicht von dem in der Beschreibung angeführten „Unfall“ spreche, denn das ist es ganz sicher nicht. Was jedoch damit in Zusammenhang steht: wie bringt eine Autorin so starke Gefühle wie Trauer, Leid und Unglück so überzeugend und mitfühlend rüber, dass es der wohl jungen Zielgruppe etwas vermittelt? Und da scheitert die Autorin ganz gewaltig. Ebenso wie bei vielen anderen Problematiken, die viel zu überfrachtet hier kurz angerissen, aber nicht genügend vertieft werden. Hätte sich Cosway auf einige wenige Themen konzentriert und diese sorgfältig ausgearbeitet, könnten Leser*innen sicher etwas daraus mitnehmen.

Besonders hat mich gestört, dass sie den ersten Sex ohne Verhütung erleben lässt. Jahrelang habe ich meinen eigenen Kindern gepredigt, nie, wirklich niemals, auf Kondome zu verzichten. Damit mir eine Autorin dazwischen grätscht? Ein Unding.

Mit Evelyn als auch Dylan konnte ich nicht warm werden. Zeigt er sich anfangs smart und verständig, fand ich ihn zunehmend oberflächlich und geldgierig. Natürlich kann ich verstehen, wenn jemand seiner schäbigen Herkunft entfliehen will, aber Cosway hat das nicht sonderlich sympathisch geschildert. Evelyn hingegen ist zwar durchaus gefühlvoll und emphatisch, aber gegen Dylan einfach zu naiv und unreif. Die Nebendarsteller fand ich deutlich besser ausgearbeitet und überzeugend, besonders den homosexuellen Sam, den ich witzig und klug fand.

Zwar überzeugt die Story mit einem flüssigen und leicht - manchmal zu leicht - zu lesenden Stil. Unter Brillanz oder Poesie, wie im Klappentext beworben, stelle ich mir etwas ganz anderes vor.

Ich habe eine Weile mit mir gehadert, ob ich wirklich nur zwei Sterne vergeben will. Selbst wenn ich von dem ersten Teil eines Buches nicht zu 100 Prozent überzeugt bin, kann ich es normalerweise kaum abwarten, bis die Fortsetzung erscheint. Den zweiten Teil des Crack-Duetts werde ich ganz sicher nicht lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.08.2020

Berührend, emotional, humorvoll - perfekt

Corporate Love - Hal
0

Halton „Hal“ Smithers setzt sich als Anwalt für Familienrecht für seine Mandanten ein, egal ob es um Sorgerecht oder Scheidungen geht. Er ist knallhart in seinen Verhandlungen und setzt sich bedingungslos ...

Halton „Hal“ Smithers setzt sich als Anwalt für Familienrecht für seine Mandanten ein, egal ob es um Sorgerecht oder Scheidungen geht. Er ist knallhart in seinen Verhandlungen und setzt sich bedingungslos für seine Klienten ein. Damit macht er sich durchaus Feinde, besonders ein gegnerischer Anwalt, Scott Hutchings, gerät immer wieder mit ihm aneinander.

Als sich dessen Frau, Fiona „Fee“ Hutchings, an Hal wendet, um ihre Interessen bei ihrer Scheidung zu vertreten, lässt er sich eher widerwillig darauf ein. Schon bald aber ist er beeindruckt von der Frau, die sich in ihrer Ehe vollkommen unterordnen musste und von ihrem Mann auf das Übelste behandelt wurde. Sie wurde belogen und kontrolliert und hadert dementsprechend mit ihrem Selbstwertgefühl. Als Hals Assistent Rene durch einen Unfall ausfällt, springt Fee zudem als Aushilfe ein und macht sich in der Kanzlei schnell unentbehrlich.

Eine ganz herausragende Fähigkeit von Melanie Moreland ist es, Charaktere zu schaffen, mit denen man sich sehr schnell verbunden fühlt und die zudem eine starke emotionale Tiefe aufweisen. Das gilt besonders für die männlichen Hauptfiguren. Dazu trägt sicher bei, dass ein großer Teil der Geschichte aus Hals Sicht geschrieben ist. Das seine - vermeintliche - Unfähigkeit zu lieben in seiner Kindheit begründet ist, macht ihn zu einem zutiefst verletzlichen Menschen. Wieviel er anderen zu geben hat, beispielsweise durch ehrenamtliche Tätigkeiten, ist ihm gar nicht bewußt. Genau wie Fee leidet er an Schlaflosigkeit. Eher zufällig entdecken beide, dass sie schlafen können, wenn sie zusammen sind. Zunächst eher platonisch, denn Beziehungen zwischen Anwalt und Mandantin sind zumindest fragwürdig. Die aber unweigerlich folgenden erotischen Szenen sind absolut heiß, bleiben aber immer niveauvoll.

Natürlich treffen wir auch wieder auf die Männer von BAM, deren Kameradschaft sich auch auf Hal erstreckt. Das sind wie immer die witzigsten Stellen im Buch, denn Männer schenken sich bekanntlich nichts. Lustig, wie sich alle bereits gebundenen Freunde über Hal lustig machen, da sie im Gegensatz zu ihm genau erkennen, dass er sich verliebt hat und ihn entsprechend aufziehen und auslachen. Überhaupt kommt auch in diesem Buch der Autorin der Freundschaft eine ganz wichtige Rolle zu. Eindeutig legt sie erneut viel Augenmerk auf das Menschliche und Zwischenmenschliche.

Ganz besonders gefallen hat mir Hals Assistent Rene, der als älterer, väterlicher Freund mehr als einmal Klartext mit ihm redet und ihn auf den Boden der Tatsachen zurück holt. Auch wenn es eher unwahrscheinlich ist, würde ich mich über seine Geschichte freuen, denn für ihn scheint sich ebenfalls eine neue Liebe anzubahnen.

Genau wie die anderen Teile der Reihe „Vested Interest“ kommt auch dieser ohne großes Drama oder unnötige Twists aus. Technisch gesehen ist die Serie fabelhaft und ohne ausgefallene Formulierungen perfekt kreiert. Melanie Moreland hat mich mit jedem einzelnen Wort, mit jedem Satz an diese großartige Story gebunden. Ich bin jetzt schon ein wenig traurig, dass es nur noch eine weitere Geschichte geben wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.08.2020

Reizende Sommerlektüre - aber da geht noch mehr

King of London
0

Avery Walker ist Chefstewardess auf einer absoluten Luxusyacht, die in den nächsten acht Wochen im Mittelmeer nur einen Passagier beherbergen wird. Hayden Wolf, der als Finanzunternehmer Firmen aufkauft, ...

Avery Walker ist Chefstewardess auf einer absoluten Luxusyacht, die in den nächsten acht Wochen im Mittelmeer nur einen Passagier beherbergen wird. Hayden Wolf, der als Finanzunternehmer Firmen aufkauft, ist bei seinen letzten Übernahmen stets von einem verfeindeten Konkurrenten ausgestochen worden. Es scheint unter seinen Mitarbeitern einen Maulwurf zu geben, der Haydens Pläne an den Gegner verrät. Damit sein neuester Coup nicht gefährdet wird, versteckt er sich auf der Yacht, währenddessen sein Bruder Landon versucht, den Spion in Haydens Firma zu enttarnen.

Avery hingegen muss hart arbeiten, um für die Therapien ihres nach einem Unfall körperbehinderten Bruders aufkommen zu können. Sie hat dafür das College aufgegeben und kann deshalb auch nur wenig Zeit mit ihrer Familie in Kalifornien verbringen. Manchmal trauert sie ihren verlorenen Träumen zwar hinterher, dennoch gibt sie für jeden Job ihr absolut Bestes, um die Reisegäste zufriedenzustellen.

Wie so oft in Büchern dieses Genres treffen zwei Welten aufeinander. Der reiche Unternehmer und die für ihre Familie sorgende junge Frau, die vordergründig nichts gemeinsam haben. Und auch hier ist es natürlich die Protagonistin, die dem Helden den Spiegel vorhält und ihn letztlich dazu bringt, wieder lieben und vertrauen zu können. Insofern hat sich Louise Bay keinen neuen und aufregenden Plot ausgedacht. Aber mit ihrem Stil und ihren exzellenten Darstellungen kann sie mich dennoch immer wieder mit ihren Geschichten überzeugen. Hier sind es besonders die Beschreibungen der Luxusyacht und die zauberhafte Kulisse Siziliens, die „King of London“ zu einer hübschen Sommerlektüre machen.

Aber es gibt auch Längen. Da Beziehungen der Crew zu Chartergästen verboten sind, versucht Avery, der gegenseitigen Anziehung nicht zu erliegen. Das bedingt einen relativ langsamen Aufbau der Geschichte. Die unvermeidlichen erotischen Szenen habe ich nicht als zwangsläufig explosiv empfunden, sondern eher als - nun ja - mittelmäßig ohne innovativen Kick. Abgesehen davon fand ich Haydens Misstrauen deutlich übertrieben. Auf einem zweimonatigen Törn die Crew dazu zu zwingen, sämtliche mobilen Geräte abzugeben, um keinen Kontakt zur Außenwelt zuzulassen, halte ich für praktisch unmöglich. Das unvermeidliche Drama gegen Ende, als jemand mit viel Geld an Avery herantritt, um Informationen zu erpressen, fand ich vorhersehbar. Dass Avery trotzdem selbstlos und loyal handelt, macht sie fast zu sehr zu einem Gutmenschen. Und solche Idealisten sind leider ab und an ein wenig langweilig.

Wie schon von anderen Reihen der Autorin gewohnt, fand ich den Start in die neue Reihe eher schwach mit deutlich Luft nach oben. Genauso weiß ich aber auch, wie sehr sie sich steigern kann. Daher schaue ich dem nächsten Teil, in dem es um Landon gehen wird, absolut optimistisch entgegen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.07.2020

Sexy romantische Komödie

Manhattan Billionaire - Für immer nur du
0

Bram Scott und Julia Westin trafen sich bereits am College, das sie beide besuchten. Schon damals verliebte sich Bram in das Mädchen mit den Kniestrümpfen, aber einerseits ist sie die Schwester seines ...

Bram Scott und Julia Westin trafen sich bereits am College, das sie beide besuchten. Schon damals verliebte sich Bram in das Mädchen mit den Kniestrümpfen, aber einerseits ist sie die Schwester seines besten Freundes und andererseits ließ sie ihn abblitzen, als er sie um ein Date bat. Nun sind beide Anfang dreißig, haben Karriere gemacht und Bram ist wild entschlossen, Julia zu erobern. Auch wenn er dazu zu Tricks greifen muss.

Gleich vorweg: ich liebe romanische Komödien mit Helden, die völlig von sich selbst überzeugt sind und sich für Gottes Geschenk an die Frauen halten. Die Fallhöhe für diese Männer ist extrem hoch, wenn sie der richtigen Frau gegenüber stehen. Außerdem birgt ihre Selbstüberschätzung eine Menge Potenzial für lautes Lachen beim Lesen. Und genau das ist bei diesem Buch der Fall. Ich habe mich köstlich amüsiert über Bram und seine Bemühungen, endlich ein Date mit Julia zu vereinbaren und sie davon zu überzeugen, dass er ein Mann fürs Leben ist.

Julia hat einen Doktor in Verhaltensforschung und auf Basis ihrer Forschung eine Partnervermittlung gegründet, die verspricht, das perfekte Match zu finden. Bram verliert absichtlich eine Wette mit seinen beiden besten Freunden, was bedeutet, dass er an Julias Programm teilnehmen muss. Aber genau das war sein Ziel, um endlich mehr Zeit mit ihr verbringen zu können. Die Grundlage für die Vermittlung ist ein großer Katalog mit absurden Fragen und noch absurderen Antworten. Daraus ermittelt Julia eine Farbe, die sie einem Typus zuordnet und mit einer anderen passenden Farbe zusammen bringt. Prompt entspricht Bram einer Farbe, mit der sie nicht gerechnet hat und schon gar nicht zu ihr selbst passt.

Dass Julia sich lange weigert, ihre eigenen Kriterien zu missachten, führt manchmal zu gewissen Längen im Buch. Ihr schüchterner, spröder und wissenschaftlich orientierter Charakter macht es ihr schwer, sich auf Brams lockeren und selbstbewußten Charme einzulassen. Daher bezieht die Geschichte den meisten Humor definitiv von Bram, was ich manchmal leider zu einseitig fand. Auch wenn immer wieder betont wird, wie sexy intelligente Frauen sind, dominiert er eindeutig die Story, da sie ihm wenig entgegenzusetzen hat.

Auch wenn ich keine halsstarrige Feministin bin, gab es doch immer wieder Stellen, die mich gestört haben, weil sie die Rolle der Frau in der heutigen Gesellschaft unterminieren. Außerdem - seit 10 Jahren der angeblichen Liebe seines Lebens hinterher zu schmachten und trotzdem hunderte von One-Night-Stands (seine eigenen Worte) zuzugeben? Ernsthaft? Männer mögen da anders gestrickt sein, aber das ist schon schwer verständlich.

Es dauert eine Weile, bis die beiden im Bett landen, aber dann ist es natürlich heiß und explosiv und beherrscht für ein paar Kapitel die Geschichte. Ganz wunderbar geschildert sind auch die Interaktionen zwischen Bram und seinen Freunden. Derartige Bromances lassen Frauen ja oft verständnislos zurück, was Umgangston und Gesprächsthemen betrifft. Als Leserin ist man damit aber bestens unterhalten.

Mit kleinen, wirklich kleinen Abstrichen ein wunderbar witziges Buch, das mich einen Tag lang gut unterhalten hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.07.2020

Wirklich großes Kino - ein wahrer Schatz unter den Liebesromanen

Mister Secret
1

Asha arbeitet als Lektoratsassistentin bei einem kleinen New Yorker Verlag. Um eine Beförderung zu bekommen muss sie ein Manuskript finden, das der nächste Bestseller werden könnte und ihrem angeschlagenen ...

Asha arbeitet als Lektoratsassistentin bei einem kleinen New Yorker Verlag. Um eine Beförderung zu bekommen muss sie ein Manuskript finden, das der nächste Bestseller werden könnte und ihrem angeschlagenen Verlag aus den roten Zahlen hilft. Als sie nichts Passendes aufspürt, schreibt sie einen Instagrammer an, dem sie seit einer Weile folgt. Professor Feelgood, wie er sich nennt, zieht nicht nur sie sondern auch Millionen weitere Follower mit seinen traurigen Gedichten und geheimnisvollen Fotos an. Sie überzeugt ihn, seine schmerzhafte Liebesgeschichte als Buch unter ihrer Leitung zu veröffentlichen. Doch als sie ihn das erste Mal trifft, ist der Schock groß. Vor ihr steht Jake, der beste Freund ihrer Kindheit und gleichzeitig der größte Feind ihrer Jugend.

Fand ich noch den ersten Teil der Masters-of-Love-Reihe eher durchschnittlich, so hat mich dieses Buch absolut umgehauen. Dieser Roman vereint so viele verschiedene Akzente wie Humor, Wut, Hass und natürlich nicht zuletzt Liebe in sich, dass ich als Vielleserin dieses Genres mehr als beeindruckt war. Zudem ist es ein Plädoyer auf die Freundschaft. Sowohl unter Frauen als auch unter Frauen und Männern. Denn was Asha und Jake mehr als alles verbindet, ist die tiefe und bedingungslose Freundschaft, die sie entwickelt haben, seit sie drei Jahre alt waren. Schonungslos zeigt die Autorin, was es anrichtet, wenn Freunde nicht offen und ehrlich miteinander reden, wenn sie ihre Gefühle nicht mitteilen und wenn sie aufgrund von unfairen Schuldzuweisungen auseinander driften.

Ich mochte die romantische Asha, die auf die absolut große Liebe hofft, bei der sie zu 100 Prozent mit ihrem Partner kompatibel ist. Mit weniger gibt sie sich nicht zufrieden und legt sich dabei selber Steine in den Weg. Aber Jake bin ich einfach verfallen. Und das passiert mir wahrlich nicht oft mit Protagonisten. Sein Schmerz ist auf nahezu jeder Seite so zu spüren, dass mir mehr als einmal Tränen in den Augen standen. Mit jeder Pore strahlt er eine Verletzlichkeit aus, die sich in bösen Worten und hässlichen Äußerungen manifestiert. Und seine Prosa! Oh mein Gott. Jede einzelne Zeile drückt sein Leid und die Trauer um seine verlorene Liebe aus. Da ich aber noch realistisch genug bin, um zu wissen, dass diese Gedichte nicht seiner Feder entspringen, sondern dem kreativen Kopf von Leisa Rayven, muss ich ihr wirklich Respekt zollen. Auch dafür, dass sie so zahlreiche kluge und berührende Worte findet. Gerne würde ich einen dieser starken Sätze zitieren, aber die Geschichte ist einfach zu voll davon.

Das Buch fällt auch deshalb ein wenig aus dem Rahmen, weil sich Asha und Jake erst nach etwa einem Viertel des Buches persönlich treffen. Die erste wirklich erotische Szene hingegen gibt es erst spät. Und trotzdem spürt man zu jeder Zeit die enorme Verbindung und das berühmte Knistern zwischen beiden. Auch kann ich keine bestimmte Kategorie festlegen. Friends to lovers? Enemies to lovers? Nichts von beidem und doch von beidem etwas.

Ein zutiefst berührender Liebesroman, der zu den ganz wenigen Büchern gehört, die ich ein zweites Mal lesen werde. Außerdem hoffe ich, dass die Reihe mit der unglaublichen Joanna fortgesetzt wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere