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Veröffentlicht am 12.02.2026

Ein Finale, das unter die Haut geht

Thief of Night
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In Thief of Night kehrt Charlie Hall zurück in eine Welt aus Schattenmagie, Dieben und gefährlichen Bündnissen. Nachdem sie versucht hat, ihrer dunklen Vergangenheit zu entkommen, holt sie die Unterwelt ...

In Thief of Night kehrt Charlie Hall zurück in eine Welt aus Schattenmagie, Dieben und gefährlichen Bündnissen. Nachdem sie versucht hat, ihrer dunklen Vergangenheit zu entkommen, holt sie die Unterwelt erneut ein und diesmal steht mehr als nur ihr Leben auf dem Spiel.

Ich habe sehnsüchtig auf diesen zweiten Band gewartet, und Holly Black liefert wieder diese ganz eigene, raue Magie, die sich wie kalter Rauch um alles legt. Die Schatten fühlen sich lebendig an, kriechend, lauernd, fast greifbar. Charlie ist keine strahlende Heldin, sondern widersprüchlich, verletzlich und herrlich unperfekt. Gerade das liebe ich an ihr. Ihre Entscheidungen tun weh, ihre Gefühle noch mehr.

Manche Wendungen kamen überraschend, andere hätte ich mir noch intensiver gewünscht. Dennoch steigert sich die Spannung stetig und mündet in ein Finale, das mich atemlos zurückgelassen hat.

Für mich ein starkes, düsteres Urban-Fantasy-Finale mit kleinen Schwächen, aber großer Atmosphäre.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Ein Buddyread voller Drachen, Herzklopfen und Sofamagie

Dragonborn (Band 1) - Das Erbe des Feuers
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Drachen, Chaos, brodelnde Gefühle – und plötzlich sitzt man da auf dem Sofa, schaut rüber und bekommt ein „Nur noch ein Kapitel, bitte!“ entgegengeworfen. Tja. Widerstand zwecklos. Dragonborn hat uns ziemlich ...

Drachen, Chaos, brodelnde Gefühle – und plötzlich sitzt man da auf dem Sofa, schaut rüber und bekommt ein „Nur noch ein Kapitel, bitte!“ entgegengeworfen. Tja. Widerstand zwecklos. Dragonborn hat uns ziemlich schnell eingesogen wie ein gieriger Feuerwirbel.

Alex stolpert nicht einfach in ein Abenteuer, sie wird mitten hineingeschleudert. Dieses innere Brennen, die Unsicherheit, das Suchen nach dem eigenen Platz – fühlt sich erschreckend echt an. Genau da hat’s uns beide erwischt. Während ich noch dachte „Okay, klassische Auserwählten-Story“, kam von der Seite nur ein trockenes „Aber sie hat Angst. Das ist besser.“ Und zack, war ich emotional investiert.

Die Akademie auf Skralla? Pure Dark-Academia-Magie mit Drachenbonus. Geheimnisse hinter jeder Tür, Figuren mit Ecken, Kanten und Herz – und ständig dieses Gefühl, dass gleich etwas Großes passiert. Mehr als einmal gemeinsames Schweigen nach einem Kapitelende. Dieses gute Schweigen, wenn Kopfkino und Herz gleichzeitig rasen.

Besonders stark: Alex muss nicht perfekt sein. Sie zweifelt, strauchelt, steht wieder auf. Genau diese Mischung aus Stärke und Verletzlichkeit macht sie greifbar. Kommentar von nebenan beim Lesen: „Wenn sie das schafft, schaffe ich Mathe auch.“ Größeres Lob bekommt ein Buch vermutlich nicht.

Und dann dieser Konflikt zwischen Drachen und Menschen, düster genug für Gänsehaut, aber nie zu schwer. Spannung, Humor, Emotion – sauber ausbalanciert. Ergebnis: zwei Leser, ein Sofa, null Chance aufzuhören.

Unterm Strich ein Fantasy-Auftakt mit ordentlich Feuer im Herzen, starken Figuren und genau der Magie, die Buddyreads zu kleinen Erinnerungen macht. Band zwei wird hier definitiv nicht alleine gelesen.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Verwebte Wahrheiten

Wer bist du?
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Diese Novelle hat mich in einen Raum zwischen Nähe und Geheimnis gezogen, in dem ich die Protagonistinnen atmen hören konnte, ihre Unsicherheiten, ihre Sehnsucht nach Wahrheit und die leise Furcht vor ...

Diese Novelle hat mich in einen Raum zwischen Nähe und Geheimnis gezogen, in dem ich die Protagonistinnen atmen hören konnte, ihre Unsicherheiten, ihre Sehnsucht nach Wahrheit und die leise Furcht vor der eigenen Verletzlichkeit. Beim Lesen hallte das Gefühl nach, beobachtet zu werden, während ich zugleich Zeugin eines lauernden Tanzes aus Wahrheit und Lüge, Verlangen und Abwehr wurde. Helfers Sprache ist scharf wie ein Blick, verletzlich wie ein Herz, das sich nicht mehr hinter Ausreden verbergen kann. Die Begegnung zwischen der Erzählerin und dem Mädchen – später dann der vermeintlichen Frau von damals – hat mich immer wieder innehalten lassen, weil jede Aussage wie ein feines Spiel von Licht und Schatten wirkt. Ich habe mitgefiebert, habe gezweifelt an dem, was gesagt wurde, und habe gespürt, wie die Macht des Erzählens meine eigene Wahrnehmung befragt hat.

Die Illustrationen von Kat Menschik schwingen wie leise, irisierende Nebel durch die Kapitel und geben jedem Satz noch eine unausgesprochene Tiefe, als schauten sie hinter die Oberfläche der Worte. Besonders hat mich berührt, wie dieses Buch die Einsamkeit in all ihren Facetten spiegelt – nicht nur im Anderen, sondern in mir selbst. Es ist eine Reise in die Unwägbarkeit menschlicher Beziehungen, die mich emotional mitgenommen und lange nachklingen lassen hat, was Wahrheit bedeutet und wie sie sich im Spiegel anderer Formen kann. Nur manchmal habe ich mir ein kräftigeres Ende gewünscht, weil die Leere am Schluss so dicht war, dass ich kurz nach Atem ringen musste, bevor ich das Buch zuklappte.

Sprachlich kunstvoll, psychologisch fein gewebt, ein Leseerlebnis, das ich nicht so schnell vergesse.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Magisches Finale mit Herzklopfen-Garantie

Flüsterwald – Die magische Akademie. Die Rache der Spiegelkrieger (Flüsterwald, Bd. III-4)
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Die magische Akademie steht Kopf, Schatten kriechen durch vertraute Flure und irgendwo zwischen Nervenkitzel und Herzklopfen wird klar: Das hier ist kein normales Abenteuer mehr, sondern ein echtes Finale ...

Die magische Akademie steht Kopf, Schatten kriechen durch vertraute Flure und irgendwo zwischen Nervenkitzel und Herzklopfen wird klar: Das hier ist kein normales Abenteuer mehr, sondern ein echtes Finale mit Gänsehaut-Garantie. Kaum ein Kapitel gelesen, schon kam von der Seite ein leises „Nur noch eins?“ – und zack, war es wieder viel zu spät. Buddyread-Magie eben.

Zwischen Spiegelzwillingen, düsteren Geheimnissen und jeder Menge Chaos entfaltet sich eine Spannung, die uns beide komplett reingezogen hat. Während ich noch überlegt habe, wem man hier eigentlich trauen kann, kam trocken der Kommentar: „Der ist safe verdächtig.“ Trefferquote erschreckend hoch übrigens. Genau diese gemeinsamen Theorien, das leise Lachen über Punchy und dieses gleichzeitige Luftanhalten in brenzligen Momenten machen das Lesen hier zu etwas richtig Besonderem.

Besonders stark fühlt sich, wie viel Herz neben der ganzen Action mitschwingt. Freundschaft, Mut und dieses kleine bisschen Hoffnung, das selbst dann bleibt, wenn alles verloren scheint – das trifft mitten rein. Und ja, zugegeben, an einer Stelle kurz still geworden. Nicht wegen Müdigkeit. Nur wegen… Gefühlen. Passiert.

Das Finale liefert Spannung, Tempo und Emotionen in genau der richtigen Mischung. Keine unnötigen Längen, dafür Wendungen, bei denen man automatisch lauter liest, damit der andere schneller mithört. Am Ende blieb dieses zufriedene Durchatmen – gemischt mit dem Gedanken, wie sehr diese Reihe ans Herz gewachsen ist.

Ein magischer, emotionaler und richtig packender Abschluss, der im Buddyread doppelt wirkt. Und irgendwo zwischen letzter Seite und leisem „War richtig gut, oder?“ sitzt man da, nickt – und weiß genau: Diese Reise bleibt noch lange im Kopf.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Überleben, das unter die Haut geht

Überleben
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Manchmal liegt ein Buch vor einem, das nicht laut sein muss, um alles zu sagen. Überleben von Alma Hirschel gehört genau in diese Kategorie – leise, roh, fast tastend erzählt, und gerade deshalb so erschütternd ...

Manchmal liegt ein Buch vor einem, das nicht laut sein muss, um alles zu sagen. Überleben von Alma Hirschel gehört genau in diese Kategorie – leise, roh, fast tastend erzählt, und gerade deshalb so erschütternd nah. Keine große literarische Pose, kein geschliffenes Erinnerungsnarrativ, sondern Worte, die wirken, als müssten sie sich ihren Weg erst durch Schmerz und Erinnerung freikämpfen. Beim Lesen sitzt man nicht bequem daneben, sondern steht mittendrin in Wien 1938, in den Lagern, im Todesmarsch, in dieser unfassbaren Mischung aus Angst, Hoffnung und purem Weitergehen.

Besonders berührend ist die Perspektive der Mutter. Viel wurde über Ruth Klügers Blick geschrieben, doch hier öffnet sich ein neuer Raum – ein anderer Ton, weniger analytisch, dafür unmittelbarer, fast wie ein innerer Monolog, der Jahrzehnte zu spät auf Papier gefunden hat. Genau das macht den Text so wertvoll. Dokument und Literatur zugleich, unfertig wirkend und doch voller Wahrheit. Mehrmals kurz innegehalten, nicht weil es schwer verständlich wäre, sondern weil es emotional nachhallt.

Trotz der Schwere steckt darin auch etwas zutiefst Menschliches: der Wille zu überleben, das Festhalten an Beziehung, ein leiser Trotz gegen das Vergessen. Kein Buch, das man „gern“ liest – aber eines, das man gelesen haben sollte. Und eines, das noch lange still im Kopf weiterarbeitet, während der Kaffee längst kalt geworden ist.

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