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Veröffentlicht am 27.01.2026

Wenn ein Psalm um die Welt reist

Das Lied des Hirten
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Leise beginnt diese Geschichte, beinahe unscheinbar, und entfaltet doch eine erstaunliche Tiefe. Ein handgeschriebener Zettel, ein Psalm, ein zufälliger Fund – und plötzlich öffnet sich ein Mosaik aus ...

Leise beginnt diese Geschichte, beinahe unscheinbar, und entfaltet doch eine erstaunliche Tiefe. Ein handgeschriebener Zettel, ein Psalm, ein zufälliger Fund – und plötzlich öffnet sich ein Mosaik aus Leben, Schicksalen und Hoffnung. Jede Begegnung wirkt wie ein sanfter Atemzug, der etwas längst Verschüttetes berührt.

Mit jeder neuen Figur verändert sich der Blick auf Psalm 23. Mal wird er zum Halt in größter Angst, mal zu einem stillen Versprechen, mal zu einem unerwarteten Trost. Besonders berührend ist, wie unterschiedlich die Worte wirken, abhängig von Herkunft, Schmerz und Lebensweg. Genau darin liegt die große Stärke dieser Erzählung.

Zwischen Krieg, Flucht und sportlichem Ehrgeiz entsteht ein leises Netz aus Verbundenheit. Keine Geschichte drängt sich in den Vordergrund, alles bleibt getragen von Respekt und Wärme. Manche Episoden hätten noch tiefer gehen dürfen, manche Übergänge wirken fast zu sanft – doch gerade diese Zurückhaltung verleiht dem Buch seine besondere Würde.

Zurück bleibt das Gefühl, dass Worte tatsächlich tragen können. Dass sie reisen, wachsen und Herzen erreichen, auch wenn man selbst längst losgelassen hat. Ein stilles, hoffnungsvolles Buch, das lange nachklingt und daran erinnert, wie kraftvoll Glaube, Trost und Vertrauen sein können.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Fotografie jenseits des Auslösers

Juergen Staack
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Ein Buch, das nicht fragt, ob man bereit ist, sondern einfach den Tisch abräumt und sagt: Schau genauer hin. Expanded ist kein klassischer Bildband, kein gemütliches Durchblättern nebenbei, sondern ein ...

Ein Buch, das nicht fragt, ob man bereit ist, sondern einfach den Tisch abräumt und sagt: Schau genauer hin. Expanded ist kein klassischer Bildband, kein gemütliches Durchblättern nebenbei, sondern ein ernst gemeintes Gespräch über Fotografie, Macht, Zeit und Bedeutung. Und ja, das fühlt sich manchmal anstrengend an – aber auf eine gute Art.

Juergen Staack zerlegt das fotografische Bild, ohne es kaputtzumachen. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Konzept, Performance und Sprache, und genau das macht diese Monografie so spannend. Bilder stehen hier nie allein, sie geraten in Situationen, werden infrage gestellt, altern, verschwinden fast wieder. Beim Lesen taucht ständig dieser Gedanke auf: Wann ist ein Bild eigentlich noch ein Bild – und wann nur noch Erinnerung an eins?

Die Texte begleiten die Arbeiten klug, ohne belehrend zu wirken. Statt kunsttheoretischem Nebel gibt es klare Gedanken zu Autorschaft, Reproduktion und der Überhitzung unserer Bildwelt. Gerade in Zeiten endlosen Scrollens trifft das erstaunlich präzise. Immer wieder dieses kurze Innehalten: Stimmt. Darüber habe ich so noch nie nachgedacht.

Optisch ist das Buch zurückhaltend, fast streng, und genau das passt. Kein Effekthascherei, kein Hochglanz-Zirkus. Expanded vertraut darauf, dass Gedanken tragen dürfen. Man klappt es nicht zu mit dem Gefühl, alles verstanden zu haben – sondern mit dem Wunsch, Bilder künftig anders zu betrachten. Und das ist vielleicht das größte Kompliment, das man einem Kunstbuch machen kann.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Wenn die Wahrheit dunkler ist als jede Theorie

Insolito
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Man schlägt dieses Buch auf und hat sofort dieses leise Unbehagen im Nacken, das sagt: Hier wird es dunkel, unbequem und verdammt spannend. Insolito fühlt sich an wie eine nächtliche YouTube-Session um ...

Man schlägt dieses Buch auf und hat sofort dieses leise Unbehagen im Nacken, das sagt: Hier wird es dunkel, unbequem und verdammt spannend. Insolito fühlt sich an wie eine nächtliche YouTube-Session um zwei Uhr morgens, wenn man eigentlich längst schlafen wollte – und dann doch noch „nur einen Fall“ anklickt.

Patrick Temp erzählt True Crime nicht sensationsgeil, sondern neugierig, präzise und mit einem Blick für das, was zwischen den Zeilen lauert. Die Fälle sind bekannt und doch fremd zugleich. Mord, rätselhafte Botschaften, verschwundene Wahrheiten – alles sauber recherchiert, ruhig aufgebaut und mit genau dem richtigen Tempo erzählt. Kein unnötiges Ausschmücken, kein billiger Schockeffekt. Stattdessen diese unangenehme Frage im Kopf: Was, wenn die Wahrheit wirklich ganz anders war?

Besonders hängen bleiben die psychologischen Abgründe. Ermittlungsfehler, falsche Annahmen, menschliche Schwächen – plötzlich wirken die Täter greifbar, die Opfer nah und die Justiz erschreckend fehlbar. Immer wieder ertappt man sich dabei, innerlich mitzuermitteln, Theorien zu spinnen und dann frustriert den Kopf zu schütteln, wenn alles wieder ins Leere läuft.

Der Ton bleibt dabei angenehm direkt, fast kumpelhaft, ohne respektlos zu werden. Genau das macht das Buch so stark. Es fühlt sich nicht wie ein Sachbuch an, sondern wie ein intensives Gespräch bei Kaffee und kaltem Licht. Ein halber Stern Abzug bleibt nur, weil man sich stellenweise noch ein paar Seiten mehr Tiefe gewünscht hätte. Ansonsten: Sogwirkung pur und echtes Kopfkino.

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Wenn Sterne fallen und Vampire flüstern

The Stars are Dying
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Dunkel, verführerisch und gefährlich schön – genau so fühlt sich The Stars are Dying an. Eine Geschichte, die weniger leise anklopft und mehr die Tür eintritt, während irgendwo im Hintergrund Vampire lauern ...

Dunkel, verführerisch und gefährlich schön – genau so fühlt sich The Stars are Dying an. Eine Geschichte, die weniger leise anklopft und mehr die Tür eintritt, während irgendwo im Hintergrund Vampire lauern und Gefühle langsam aber sicher die Kontrolle übernehmen.

Astraea ist keine klassische Heldin, sondern eine, die selbst nicht weiß, wer sie eigentlich ist. Fünf Jahre Erinnerung fehlen, und genau dieses Loch im Kopf zieht einen sofort rein. Jeder Blick, jedes Zögern, jedes unausgesprochene Gefühl wirkt wie ein Puzzleteil, das man selbst zusammensetzen will. Dazu eine Welt, die düster atmet, von Angst regiert wird und in der Menschen eher Schachfiguren als Gewinner sind.

Und dann ist da Nyte. Moralisch grau, gefährlich ruhig, mit dieser Art Präsenz, bei der man beim Lesen automatisch misstrauisch wird – und es gleichzeitig genießt. Die Dynamik zwischen ihm und Astraea lebt von Spannung, unausgesprochenem Verlangen und dieser bittersüßen Ahnung, dass hier nichts ohne Preis bleibt. Spicy Momente sitzen, ohne billig zu wirken, und fühlen sich verdient an.

Das Libertatem bringt Tempo, Brutalität und dieses unterschwellige Gefühl, dass niemand sicher ist. Nicht alles ist perfekt ausbalanciert, manche Passagen hätten straffer sein dürfen, aber emotional trifft das Buch genau da, wo es soll. Atmosphäre vor Logik, Gefühl vor Kalkül – und das funktioniert erstaunlich gut.

Am Ende bleibt dieses leise Ziehen in der Brust. Die Art Buch, bei der man den nächsten Band nicht will, sondern braucht. Kein perfektes Meisterwerk, aber ein verdammt starker Auftakt mit Sogwirkung.

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Magie, Flüche und Herzchaos

Wicked Souls (Bd. 1)
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Mit Wicked Souls durfte ich endlich wieder in eine Welt zurückkehren, die ich schon aus den ersten beiden Hunting Souls Bänden ins Herz geschlossen habe. Entsprechend groß war meine Vorfreude und ich wurde ...

Mit Wicked Souls durfte ich endlich wieder in eine Welt zurückkehren, die ich schon aus den ersten beiden Hunting Souls Bänden ins Herz geschlossen habe. Entsprechend groß war meine Vorfreude und ich wurde kein bisschen enttäuscht.

Im Mittelpunkt steht Lyn, die ihre Ausbildung am Institut für Moderne Magie beginnt. Klingt nach einem Traum, wäre da nicht ein ziemlich gemeiner Fluch! Sobald ihr Herz schneller schlägt, gerät alles um sie herum aus den Fugen. Liebe und Chaos gehen hier Hand in Hand und genau das sorgt für jede Menge Spannung, Humor und emotionale Verwicklungen. Besonders interessant wird es durch zwei sehr unterschiedliche Charaktere, die Lyns Gefühlswelt ordentlich durcheinanderbringen, während im Hintergrund mysteriöse Ereignisse die Handlung zusätzlich verdüstern.

Ich mochte vor allem die Atmosphäre, leicht düster, verspielt, stellenweise herrlich sarkastisch und trotzdem voller Herz. Tina Köpke hat einfach ein Talent dafür, magische Settings lebendig wirken zu lassen, ohne sie zu überladen. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, modern und wunderbar zugänglich. Auch wenn das Buch offiziell ab 14 Jahren empfohlen wird, habe ich mich als Erwachsene durchgehend bestens unterhalten gefühlt, genau das schätze ich so an ihrer Art zu schreiben.

Die Mischung aus Romantik, Magie, Humor und Spannung ist sehr gelungen, und das Buch schafft es mühelos, Neugier auf den weiteren Verlauf der Dilogie zu wecken. Für Fans von Romantasy mit einem Hauch Chaos, Herzklopfen und dunklen Geheimnissen ist dieses Buch definitiv ein Highlight.

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