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Veröffentlicht am 06.10.2025

Zwischen Leben und Letztem – Melles literarische Grenzerfahrung

Haus zur Sonne
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Zwischen Klinikflur und kosmischer Sehnsucht – Thomas Melle schickt mich in ein Gedankenkarussell, das sich irgendwo zwischen Lebensmüdigkeit und Überlebenskunst dreht. Haus zur Sonne klingt ja erstmal ...

Zwischen Klinikflur und kosmischer Sehnsucht – Thomas Melle schickt mich in ein Gedankenkarussell, das sich irgendwo zwischen Lebensmüdigkeit und Überlebenskunst dreht. Haus zur Sonne klingt ja erstmal nett – fast wie ein Kurhotel mit Frühstücksbuffet und Sonnenliege. In Wahrheit ist es aber eine literarische Todeszelle mit Wellnessprogramm. Menschen dürfen hier ihre letzten Wünsche erfüllen, bevor sie ganz legal den Stecker ziehen. Klingt makaber? Ist es auch. Aber Melle schreibt das so gnadenlos ehrlich, so schwarz-humorig und gleichzeitig so zärtlich, dass man gar nicht anders kann, als ihm zu folgen – mitten rein in die dunklen Ecken der Seele.

Ich hab gelacht, geschluckt, und mich zwischendurch gefragt, ob der Autor gerade mein Innerstes auswringt oder mir einfach nur einen Kaffee anbietet. Dieser Roman ist keine leichte Kost – eher eine bittere Praline: süß verpackt, aber mit echtem Wumms im Abgang. Es geht ums Sterben, ums Loslassen, um die Absurdität des Lebens, wenn es von Krankheit fremdgesteuert wird. Und doch steckt da so viel Liebe und Lebenshunger drin, dass man am Ende fast selbst einchecken möchte – nur um zu sehen, ob man nochmal richtig Sonne tanken kann, bevor das Licht ausgeht.

Melle schreibt, als würde er einem die Synapsen auf links drehen. Jede Seite ist ein Schlagabtausch zwischen Tod und Trost, zwischen Zynismus und zarter Hoffnung. Das ist nicht einfach ein Roman – das ist literarische Elektrotherapie mit Tiefgang.

Fazit: Düster, komisch, brillant. Wer denkt, das Leben sei zu ernst, sollte Haus zur Sonne lesen – danach sieht man selbst die Dunkelheit in einem ganz neuen Licht.

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Stallluft, Spannung und Vater-Tochter-Chaos – unser Leseabenteuer

Elli: Verschwörung im Reitstall
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Kaum ein Buch hat bei uns so viele „Warte, Papa, lies nicht weiter ohne mich!“-Momente ausgelöst. „Elli: Verschwörung im Reitstall“ war bei uns kein gemütliches Sofa-Lesen, sondern ein echtes Familienabenteuer ...

Kaum ein Buch hat bei uns so viele „Warte, Papa, lies nicht weiter ohne mich!“-Momente ausgelöst. „Elli: Verschwörung im Reitstall“ war bei uns kein gemütliches Sofa-Lesen, sondern ein echtes Familienabenteuer zwischen Stallgeruch, Pferdeschnauben und jeder Menge „Wer war’s?“-Rätselraten. Meine Tochter hat beim Lesen regelmäßig die Hände in die Luft geworfen, wenn Elli und ihre Freunde wieder in Schwierigkeiten geraten sind – und ich hab nebenbei versucht, nicht laut zu lachen, wenn sie dabei wilde Theorien aufgestellt hat.

Die Geschichte trifft genau den richtigen Mix aus Spannung, Pferdeliebe und Freundschaft – mit einer Prise Humor und einem Funken Glaube, der leise, aber klar durchscheint. Nichts mit erhobenem Zeigefinger, sondern einfach so, dass man merkt: Hier geht’s auch um Vertrauen, Ehrlichkeit und Mut, selbst wenn’s unbequem wird. Elli ist kein perfektes Mädchen, sondern jemand, den man sofort ins Herz schließt – stur, mutig und mit großem Herz für ihren Hengst Sky.

Besonders cool: Wie die Autorin es schafft, dass selbst wir Erwachsenen Spaß haben. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal beim Lesen eines Pferdekrimis dabei ertappe, wie ich innerlich „Lauf, Sky, lauf!“ denke. Zwischen Reitstall, Waldgeheimnissen und verdächtigen Kisten ist das Buch spannend bis zur letzten Seite – und dabei immer bodenständig.

Unser Fazit: Ein Buch, das verbindet. Nicht nur Mensch und Pferd, sondern auch Vater und Tochter beim gemeinsamen Schmökern. Danach hatten wir beide das Bedürfnis, raus in den Stall zu gehen, tief durchzuatmen und uns zu freuen, dass wir unsere Pferde haben – und Geschichten, die uns so richtig ins Herz galoppieren.

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Der Mann, der verschwand – und dabei unsterblich wurde

»Hellseher im Kleinen«
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Ein Typ, der lieber in einer Dienerschule als auf einer Bühne stand, der zwischen Boheme, Bern und Wahnsinn pendelte und trotzdem zu den feinsten Sprachkünstlern der deutschsprachigen Literatur gehört? ...

Ein Typ, der lieber in einer Dienerschule als auf einer Bühne stand, der zwischen Boheme, Bern und Wahnsinn pendelte und trotzdem zu den feinsten Sprachkünstlern der deutschsprachigen Literatur gehört? Klingt nach einer Romanfigur – war aber einfach nur Robert Walser. Und Susan Bernofsky hat ihm mit „Hellseher im Kleinen“ endlich das Denkmal gebaut, das so wunderbar schief ist, dass es perfekt zu ihm passt.

Wer erwartet, hier eine trockene Biografie zu finden, kann gleich wieder seinen Bleistift spitzen – das ist pures Lesekino. Bernofsky hat diesen eigenartigen Schriftzauberer mit so viel Wärme, Witz und Präzision porträtiert, dass man beim Lesen fast das Gefühl hat, Walser könnte jeden Moment durchs Zimmer spazieren – leise, höflich, leicht verwirrt und mit einem Notizbuch voller genialer Ideen.

Die Mischung aus Detailverliebtheit, Sprachmelodie und literarischem Spürsinn ist beeindruckend. Neue Quellen, alte Briefe, verschollene Texte – alles so elegant verwoben, dass man vergisst, dass es sich um eine Biografie handelt. Es liest sich eher wie eine Liebeserklärung an das Außenseitertum, an die Kunst, in der Welt zu sein, ohne dazuzugehören.

Ich habe selten so gelacht, gestaunt und gleichzeitig so viel über einen Schriftsteller gelernt, der mehr zwischen den Zeilen lebte als darin. Bernofsky schafft es, Walsers leise Tragik mit einem Augenzwinkern zu erzählen – und genau das macht dieses Buch so besonders. Wer Literatur liebt, sollte hier dringend reinschauen. Und wer Robert Walser noch nicht kennt, wird ihn nach dieser Lektüre ganz sicher nicht mehr vergessen.

Ein literarisches Porträt, das tanzt, stolpert, lächelt – und dabei mitten ins Herz trifft.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Herz, Staub und ein bisschen Magie des Lebens

Das Band, das uns hält
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Manchmal reicht ein einziger Satz von Kent Haruf, und man sitzt da wie nach einem Schlag in die Magengrube – berührt, baff, ein bisschen demoliert, aber glücklich. Das Band, das uns hält ist genau so ein ...

Manchmal reicht ein einziger Satz von Kent Haruf, und man sitzt da wie nach einem Schlag in die Magengrube – berührt, baff, ein bisschen demoliert, aber glücklich. Das Band, das uns hält ist genau so ein Buch: ruhig, schnörkellos, ehrlich, und gleichzeitig voller kleiner Explosionen im Herzen. Edith Goodnough, diese 80-jährige Frau mit Rückgrat aus Stahl und Herz aus Gold, zieht einen in ihr Leben, als säße man selbst mit ihr auf der Veranda und hörte ihr zu – bei Kaffee und leiser Musik aus einem uralten Radio.

Haruf schreibt, als würde er einem nicht nur eine Geschichte erzählen, sondern eine ganze Lebensweisheit einpflanzen. Seine Sätze sind so schlicht, dass man sie fast überliest – bis sie einem nach ein paar Seiten wie ein Bumerang ins Bewusstsein zurückfliegen. Ich schwöre, selten hat mich ein Roman so leise erschüttert. Kein großes Drama, keine Heldenpose – nur Menschen, die versuchen, das Richtige zu tun, und dabei grandios scheitern oder zart gewinnen.

Was mir besonders gefallen hat: die unfassbare Wärme, die Haruf in die Trostlosigkeit gießt. Da wird aus Staub, Dürre und Schweigen plötzlich so viel Menschlichkeit, dass man fast vergisst, wie kaputt die Welt da draußen sein kann. Und Sandy – dieser Nachbar, der Ediths Geschichte erzählt – ist der stille Beobachter, den man sich in jeder Geschichte wünscht: humorvoll, ehrlich, leicht melancholisch.

Wer Action sucht, ist hier falsch. Wer aber Bücher liebt, die nachklingen, wie das letzte Akkord einer Gitarre in einem verlassenen Raum – bitte, hier ist euer Schatz. Haruf schafft es wieder, das Alltägliche in Poesie zu verwandeln. Und ja, am Ende wollte ich Edith einfach nur eine Tasse Tee bringen und sagen: „Du hast das gut gemacht.“

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Wenn Zauber schiefgehen und Herzen Funken schlagen

Zauberei und etwas Magie
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Magie, Chaos und zwei Zauberer, die sich lieber verfluchen als verstehen – klingt nach einem perfekten Rezept für Spaß, Drama und jede Menge Schmetterlinge im Bauch. Und genau das bekommt man hier serviert, ...

Magie, Chaos und zwei Zauberer, die sich lieber verfluchen als verstehen – klingt nach einem perfekten Rezept für Spaß, Drama und jede Menge Schmetterlinge im Bauch. Und genau das bekommt man hier serviert, mit einem Augenzwinkern und einem Zauberstab voller Charme.

Leovander Loveage ist der Typ, der kleine Zauber liebt: pinke Haare, flatternde Insekten, ein bisschen Glitzer hier und da. Kein Held, kein Auserwählter, eher der, der sich heimlich über die anderen Magier lustig macht, während er seinen Tee umrührt. Dann passiert der klassische Buchmoment: ein schiefgelaufener Zauber, ein verfluchter Rivale – und schwupps muss er Sebastian Grimm gehorchen. Ausgerechnet Grimm! Der Mann, der aussieht, als hätte er „mies gelaunt“ studiert.

Was folgt, ist ein magisches Buddy-Abenteuer mit jeder Menge Schlagabtausch, verpatzter Magie und einem Knistern, das man schon aus zehn Zauberstäben Entfernung spüren kann. Die Dialoge sind spritzig, der Humor schräg (auf die gute Art) und die Dynamik zwischen Leo und Grimm ist einfach köstlich – irgendwo zwischen „lass mich in Ruhe“ und „küß mich endlich“.

Ein paar Stellen ziehen sich minimal, und manchmal ist der Humor so bunt, dass selbst ein Einhorn Sonnenbrille tragen müsste. Aber der Charme überstrahlt das locker. Der Schreibstil ist leicht, lebendig und mit dieser charmanten Ironie, die das Buch zu einem echten Wohlfühl-Fantasy macht.

Fazit: Kein düsterer Zauberepos, sondern eine herrlich schräge Liebeserklärung an das Chaos der Magie – und an zwei Männer, die lieber streiten als zugeben, dass sie sich mögen.

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