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Veröffentlicht am 02.03.2026

Abtauchen in die schönsten Plätze der Welt

LONELY PLANET Bildband Legendäre Tauchabenteuer
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Fernweh, Salz auf der Haut und dieses leise Kribbeln, wenn man Bilder sieht, die nach Freiheit schreien, genau das liefert der LONELY PLANET Bildband Legendäre Tauchabenteuer. Weniger Lehrbuch, viel mehr ...

Fernweh, Salz auf der Haut und dieses leise Kribbeln, wenn man Bilder sieht, die nach Freiheit schreien, genau das liefert der LONELY PLANET Bildband Legendäre Tauchabenteuer. Weniger Lehrbuch, viel mehr Einladung, in die schönsten Ecken der Unterwasserwelt abzutauchen. Und ja, selbst als Schnorchler sitzt man da und denkt: Da will ich rein. Sofort.

Das Great Blue Hole, das Rote Meer, versunkene Wracks vor Italien – das sind keine Spots, das sind Sehnsuchtsorte. Seitenweise türkisblaues Wasser, Korallen in allen Farben, Lichtstrahlen, die durch die Tiefe schneiden. Manche Fotos sind so intensiv, dass man beim Umblättern automatisch leiser wird. Als würde man die Szene nicht stören wollen.

Was dieses Buch unglaublich gut kann: Lust machen. Auf Reisen. Auf Meer. Auf dieses schwerelose Gefühl unter der Oberfläche. Auch wenn man „nur“ mit Maske und Flossen unterwegs ist, bekommt man hier eine Bucketlist serviert, die sofort wächst.

Fachlich gibt es ein paar Stolpersteine. Begriffe sind nicht immer sauber übersetzt, und wer tief im Tauchsport steckt, wird das merken. Das kratzt am Anspruch, wenn man es als ernsthafte Tauchlektüre liest. Doch als Inspirationsquelle für wunderschöne Plätze rund um den Globus funktioniert der Bildband richtig stark.

Unterm Strich bleibt ein traumhaft gestaltetes Buch mit atemberaubenden Orten, kleinen Schwächen im Detail und ganz viel Meer im Herzen. Für Fernweh und Unterwasserträume absolut empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Klartext aus einer brennenden Welt

Zeilen der Zeit. Kolumnen aus einem Jahrhundert im Umbruch
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Man schlägt dieses Buch auf und merkt ziemlich schnell: Hier schreibt keiner, der gefallen will hier schreibt einer, der aufklären muss. Zwischen vergilbtem Zeitungspapier-Gefühl und messerscharfer Analyse ...

Man schlägt dieses Buch auf und merkt ziemlich schnell: Hier schreibt keiner, der gefallen will hier schreibt einer, der aufklären muss. Zwischen vergilbtem Zeitungspapier-Gefühl und messerscharfer Analyse sitzt plötzlich George Orwell am Küchentisch und redet Klartext, als wäre 1946 gestern gewesen.

Zeilen der Zeit versammelt Kolumnen aus den Jahren 1943 bis 1949 eine Epoche im Dauerfieber. Krieg, politische Machtspiele, Ideologien, Propaganda. Und mittendrin ein Mann mit klarem Kopf und erstaunlich viel Rückgrat. Während andere Nebelkerzen werfen, zieht Orwell die Vorhänge auf. Was Wahrheit ist? Keine bequeme Meinung. Sondern etwas, das verteidigt werden muss.

Besonders beeindruckend: Wie unfassbar aktuell das alles klingt. Wenn er über mediale Hysterie, politische Manipulation oder Verschwörungsgeschwurbel schreibt, ertappt man sich bei dem Gedanken: Moment mal, das ist doch heute! Diese hellsichtige Nüchternheit hat Wucht. Keine Effekthascherei, kein moralischer Zeigefinger nur präzise Beobachtung, gewürzt mit britischem Understatement.

Natürlich sind manche Texte stark im Zeitkontext verankert. Manchmal blättert man kurz zurück, um den historischen Rahmen einzuordnen. Aber genau das macht den Reiz aus: Hier denkt jemand laut über seine Gegenwart nach und trifft damit ins Herz unserer eigenen.

Lutz-W. Wolff hat die Texte klar und angenehm zugänglich ins Deutsche übertragen, ohne ihnen die Kante zu nehmen. Reclam liefert dazu eine Ausgabe, die nicht geschniegelt, sondern ernsthaft wirkt. Passt.

Unterm Strich bleibt ein Gefühl von Respekt. Für den Mut. Für die Klarheit. Für diesen unbequemen, aber notwendigen Blick auf Macht und Moral. Kein Wohlfühlbuch eher ein geistiger Espresso mit ordentlich Bitterkeit. Und genau deshalb so verdammt gut.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Wenn Alltagsdinge plötzlich ihre Geheimnisse verraten

Geniales Innenleben
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Technik zum Aufklappen und plötzlich fühlt man sich wie ein kleiner Erfinder im Geheimlabor. Genau dieses Gefühl hat uns Geniales Innenleben von Peter Hinckley aus dem Knesebeck Verlag beschert, ein Sachbuch, ...

Technik zum Aufklappen und plötzlich fühlt man sich wie ein kleiner Erfinder im Geheimlabor. Genau dieses Gefühl hat uns Geniales Innenleben von Peter Hinckley aus dem Knesebeck Verlag beschert, ein Sachbuch, das nicht einfach erklärt, sondern aufschraubt.

Schon nach den ersten Seiten lagen wir bäuchlings auf dem Teppich, das Buch zwischen uns wie ein geheimer Bauplan. „Onkel, guck mal, da sind ja Zahnräder im Toaster!“ und zack, war das Frühstück Nebensache. Diese Querschnittsillustrationen von Olga Zakharova sind so detailliert, dass man fast das Brummen der Mikrowelle hört. Während ich noch versuche, halbwegs schlau zu nicken, erklärt er mir mit ernster Miene, warum der Kühlschrank eigentlich Wärme nach draußen schiebt. Buddyread-Moment deluxe.

Besonders gefeiert haben wir den Zauberwürfel. Seite aufgeschlagen, Köpfe zusammengesteckt. „Das ist ja wie ein Geheimkern!“ und plötzlich reden wir über Mechanik, Reibung und warum Technik eigentlich Magie mit Plan ist. Genau da spielt das Buch seine Stärke aus: Es nimmt Alltagsdinge, die man sonst achtlos benutzt, und zeigt, wie viel Tüftelei darin steckt. Kein trockenes Schulbuch-Gefühl, sondern Staunen mit Aha-Effekt.

Klar, manche Texte sind etwas kompakter, da musste ich ab und zu bremsen und wir haben Abschnitte gemeinsam entwirrt. Aber genau das machte unseren Buddyread so gut. Fragen, Lachen, nochmal zurückblättern. Und zwischendurch dieses ehrliche „Krass, das wusste ich nicht!“

Unterm Strich ein Sachbuch, das neugierig macht, ohne belehrend zu sein. Es weckt diesen inneren Forscherdrang – bei ihm sowieso, bei mir überraschenderweise auch wieder. Und ganz ehrlich: Seitdem sehe ich unseren Toaster mit ganz anderen Augen.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Magische Pferdemomente für kleine Entdecker

WAS IST WAS Kids Pferde und Ponys. Wild, stark und einfach toll!
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Zwischen duftendem Heu, weichen Nüstern und fröhlichem Hufgetrappel öffnet dieses liebevoll gestaltete Sachbuch eine Tür in die wunderbare Welt der Pferde. WAS IST WAS Kids Pferde und Ponys. Wild, stark ...

Zwischen duftendem Heu, weichen Nüstern und fröhlichem Hufgetrappel öffnet dieses liebevoll gestaltete Sachbuch eine Tür in die wunderbare Welt der Pferde. WAS IST WAS Kids Pferde und Ponys. Wild, stark und einfach toll! von Dela Kienle, mit den warmherzigen Illustrationen von Betty van Bonn aus dem Tessloff Verlag, hat uns vom ersten Umblättern an verzaubert.

Gemeinsam mit meiner Nichte habe ich jede Seite gelesen, gestaunt und immer wieder innegehalten. Die großen, detailreichen Bilder laden kleine Kinderaugen zum Entdecken ein, während die kurzen, klar formulierten Texte genau die richtige Portion Wissen vermitteln. Fragen wie „Haben Kaltblüter kaltes Blut?“ oder „Ist ein Zebra ein Pferd?“ werden kindgerecht, verständlich und mit einem Augenzwinkern erklärt.

Besonders schön fand ich, wie anschaulich Fakten eingebunden sind: das Herz so groß wie eine Wassermelone, das Alter in den Zähnen lesbar, Schimmel, die erst mit den Jahren weiß werden. Meine Nichte war begeistert – und ich ehrlich gesagt auch.

Im Vergleich zu anderen Bewertungen bewegt sich das Buch verdient im oberen Bereich, weil es Wissen und Begeisterung perfekt verbindet. Es ist altersgerecht, liebevoll umgesetzt und macht Lust, selbst einmal einen Reiterhof zu besuchen. Für kleine Pferdefans ab 4 Jahren eine absolute Herzensempfehlung.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Wenn Island ruft, sollte man antworten

Roadtrips Island
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Wind im Gesicht, der Geruch von Schwefel in der Nase und dieses Gefühl von „Okay, hier endet die Welt“ – genau so liest sich Roadtrips Island von Martin Wein aus dem Bruckmann Verlag.

Acht Routen, die ...

Wind im Gesicht, der Geruch von Schwefel in der Nase und dieses Gefühl von „Okay, hier endet die Welt“ – genau so liest sich Roadtrips Island von Martin Wein aus dem Bruckmann Verlag.

Acht Routen, die nicht einfach nur von A nach B führen, sondern mitten rein ins isländische Herz. Geysire, die plötzlich losschießen wie schlecht gelaunte Kaffeemaschinen. Wasserfälle, die so laut sind, dass man automatisch leiser spricht. Schwarze Strände, bei denen man sich fragt, ob Photoshop hier erfunden wurde. Und dazwischen: Lavafelder, Einsamkeit und dieses Kribbeln von Abenteuer.

Was richtig stark ist: Die Mischung aus Emotion und Struktur. Karten, Highlights, Campingplätze, Restaurants alles da. Kein nerviges Suchen, kein „Mist, das hätten wir vorher wissen müssen“. Das Buch fühlt sich an wie dieser Kumpel, der schon dreimal in Island war und dir beim Bier genau sagt, wo du halten musst, um den besten Blick zu bekommen.

Klar, manche Infos sind kompakt gehalten, da hätte ich mir hier und da noch ein bisschen mehr Story gewünscht. Aber ganz ehrlich? Für einen Roadtrip-Guide trifft das Ding ziemlich genau die goldene Mitte zwischen Inspiration und Planbarkeit.

Beim Lesen hatte ich ständig dieses „Wann buchen wir?“ im Kopf. Und das passiert nicht oft bei Reiseführern. Roadtrips Island ist kein trockenes Nachschlagewerk, sondern ein verdammt guter Startschuss für großes Fernweh auf vier Rädern.

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