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Veröffentlicht am 29.05.2026

Vom Beet direkt ins Herz

Selbstversorgung aus dem Garten
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Zwischen Beeten, Kräutern, reifem Gemüse und diesem wunderbaren Gefühl, etwas mit den eigenen Händen wachsen zu sehen, hat mich dieses Buch sofort abgeholt. Selbstversorgung aus dem Garten ist für mich ...

Zwischen Beeten, Kräutern, reifem Gemüse und diesem wunderbaren Gefühl, etwas mit den eigenen Händen wachsen zu sehen, hat mich dieses Buch sofort abgeholt. Selbstversorgung aus dem Garten ist für mich kein trockenes Nachschlagewerk, sondern eher ein liebevoller Begleiter durchs Gartenjahr.

Besonders schön finde ich, wie praxisnah Huw Richards und Sam Cooper zeigen, dass Selbstversorgung nicht riesig, kompliziert oder perfekt sein muss. Schon auf kleiner Fläche kann so viel entstehen, wenn man gut plant, sinnvoll kombiniert und den Garten als lebendigen Kreislauf versteht. Genau diese Mischung aus Wissen, Motivation und echter Alltagstauglichkeit macht das Buch für mich so wertvoll.

Die Pflanzpläne, Tipps zur Aussaat, Ideen zur Ernteverarbeitung und Rezepte greifen wunderbar ineinander. Beim Lesen hatte ich ständig Bilder im Kopf: volle Körbe, duftende Kräuter, eingelegte Vorräte im Regal und dieses leise Glück, etwas Eigenes auf den Teller zu bringen.

Wir lieben die Bücher von Huw Richards ❤️ Und auch dieses hier hat wieder diesen besonderen Ton, der Mut macht, ohne zu überfordern. Für Gartenfreunde, Selbstversorgerträume und alle, die frische, ehrliche Lebensmittel lieben, ist dieses Buch ein echtes Herzensstück.

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Veröffentlicht am 28.05.2026

Wenn Zeit plötzlich nach Wald und Magie duftet

Juli Gold - Wächterin der Zeit
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Zwischen Großstadtlärm, Bildschirmblicken und diesem Gefühl, irgendwie nicht ganz am richtigen Ort zu sein, hat mich Juli Gold direkt abgeholt. Das Buch fühlt sich an wie ein Schritt durch eine verborgene ...

Zwischen Großstadtlärm, Bildschirmblicken und diesem Gefühl, irgendwie nicht ganz am richtigen Ort zu sein, hat mich Juli Gold direkt abgeholt. Das Buch fühlt sich an wie ein Schritt durch eine verborgene Gartentür, hinein in Moosduft, Waldrauschen, flackernde Zeltmagie und diese leise Frage, was mit uns passiert, wenn niemand mehr wirklich Zeit hat.

Gelesen habe ich es als Buddyread mit meiner Tochter, abwechselnd im gleichen Buch, und genau das hat die Geschichte für mich noch schöner gemacht. Wir haben uns beim Lesen kleine Blicke zugeworfen, wenn Juli wieder mutig losgestolpert ist, und einmal meinte meine Tochter nur: „Das Zelt hätte ich auch gern.“ Da war klar, wir sind beide drin.

Juli und Janko haben eine schöne Dynamik, mal vorsichtig, mal neugierig, mal herrlich überfordert. Besonders mochte ich, dass hinter der märchenhaften Welt nicht nur Zauber steckt, sondern auch etwas Bedrohliches. Diese Mischung aus Abenteuer, Naturgefühl und Zeitmagie hat uns immer wieder zum Weiterblättern gebracht.

Für mich ist Juli Gold ein warmes, fantasievolles Jugendbuch mit einer Botschaft, die hängen bleibt. Es erinnert daran, wie wertvoll echte Momente sind, gemeinsames Staunen, Dreck unter den Fingern, ein Gespräch ohne Ablenkung und Zeit, die man nicht verliert, sondern miteinander teilt.

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Veröffentlicht am 28.05.2026

Ein Garten voller Geschichte, Hoffnung und Herz

Ein Ort, der bleibt
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Manchmal braucht ein Buch keine lauten Knalleffekte, um richtig tief zu gehen. Ein Ort, der bleibt macht das eher auf die feine Art. Still, klug, warmherzig und plötzlich sitzt man da, liest von einem ...

Manchmal braucht ein Buch keine lauten Knalleffekte, um richtig tief zu gehen. Ein Ort, der bleibt macht das eher auf die feine Art. Still, klug, warmherzig und plötzlich sitzt man da, liest von einem Botanischen Garten in Istanbul und denkt sich: Na toll, jetzt hänge ich emotional an Pflanzen, Menschen und Orten, die ich vorher gar nicht kannte.

Sandra Lüpkes erzählt von drei Frauen, drei Generationen und einem Ort, der mehr ist als nur Kulisse. Magda, die mit ihrer Familie Deutschland verlassen muss, weil ihr Mann Alfred 1933 als Jude seine Stelle verliert. Mehpare, die im Botanischen Garten arbeitet und dabei nicht nur Pflanzen sortiert, sondern auch ihr eigenes Gefühlschaos irgendwie in den Griff bekommen muss. Und Imke, die viele Jahre später nach Istanbul kommt und merkt, dass Vergangenheit nie einfach brav im Archiv liegen bleibt.

Besonders schön ist, wie ruhig der Roman erzählt ist. Nicht langweilig ruhig, sondern eher wie ein Garten am frühen Morgen. Da raschelt es, da wächst etwas, da merkt man erst nach ein paar Seiten, wie viel Leben eigentlich zwischen den Zeilen steckt. Historisch wirkt das Ganze sehr sauber recherchiert, aber zum Glück nie wie eine Geschichtsstunde mit erhobenem Zeigefinger. Danke dafür, mein innerer Schulmuffel hat erleichtert aufgeatmet.

Ein kleiner Punkt Abzug bleibt, weil das Erzähltempo stellenweise schon sehr gemächlich ist. Da hätte ich mir ab und zu einen kleinen Schubs gewünscht. Aber emotional, atmosphärisch und thematisch hat mich das Buch absolut bekommen.

Ein Roman über Heimat, Verlust, Neubeginn und die Frage, wo man eigentlich Wurzeln schlägt, wenn einem der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Leise, berührend und definitiv ein Buch, das bleibt.

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Veröffentlicht am 27.05.2026

Zwischen Eichenwald, Künstlerträumen und sehr viel Sehnsucht

Olevano
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Olevano klingt erstmal nach einem dieser Bücher, bei denen man denkt: Kunstgeschichte, Romantik, Bergdorf nahe Rom, na gut, holen wir uns vorher lieber noch einen Kaffee. Und dann sitzt man da, blättert ...

Olevano klingt erstmal nach einem dieser Bücher, bei denen man denkt: Kunstgeschichte, Romantik, Bergdorf nahe Rom, na gut, holen wir uns vorher lieber noch einen Kaffee. Und dann sitzt man da, blättert weiter und merkt: Moment mal, das ist gar nicht trocken, das lebt ja.

Golo Maurer nimmt einen mit in dieses abgelegene italienische Dorf, in dem junge deutsche Künstler um 1820 nicht einfach Urlaub gemacht haben, sondern gleich mal die Kunst neu erfinden wollten. Bescheiden waren die Herren also nicht gerade. Aber genau das macht den Reiz aus. Da wird gewandert, gezeichnet, gestritten, geträumt, gehofft und wahrscheinlich auch ordentlich gelitten, wie es sich für Romantiker eben gehört.

Besonders stark fand ich, wie greifbar Olevano als Sehnsuchtsort wird. Man spürt diese Mischung aus Flucht, Überforderung, Naturrausch und dem großen Wunsch, irgendwo etwas Echtes zu finden. Das hat schon Herz. Gleichzeitig schwingt immer mit, dass diese romantische Projektion auf ein Dorf und seine Menschen nicht ganz unschuldig ist. Da sitzt man beim Lesen schon mal da und denkt: Schön verklärt, Jungs, aber schaut vielleicht auch mal richtig hin.

Der Schreibstil ist angenehm bildhaft, klug und trotzdem zugänglich. Kein staubiger Museumsflur, eher ein Spaziergang durch Landschaft, Kunst und ein paar sehr große Künstler-Egos. Für mich ist das kein Buch, das man mal eben nebenbei wegatmet, aber eins, das hängen bleibt.

Ein schönes, besonderes Sachbuch für alle, die Italien, Kunst, Romantik und diese leicht verrückte Sehnsucht nach einem anderen Leben mögen.

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Veröffentlicht am 27.05.2026

Wenn Kindheit keine weiche Erinnerung ist

Zähe Hunde
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Manche Bücher kommen nicht leise daher, sie treten die Tür ein, stellen sich mitten in den Raum und zwingen einen hinzusehen. Zähe Hunde war für mich genau so ein Buch. Rau, schmerzhaft, kantig und trotzdem ...

Manche Bücher kommen nicht leise daher, sie treten die Tür ein, stellen sich mitten in den Raum und zwingen einen hinzusehen. Zähe Hunde war für mich genau so ein Buch. Rau, schmerzhaft, kantig und trotzdem voller Mitgefühl für Figuren, die viel zu früh lernen mussten, dass Liebe manchmal wie Härte aussieht.

Ada wächst mit einem Vater auf, der Erziehung mit Abhärtung verwechselt. Dieses Wohnmobil, diese Schwimmlektionen bis zur Erschöpfung, diese ständige Forderung, stark zu sein, haben sich mir beim Lesen richtig unter die Haut geschoben. Da ist nichts weichgezeichnet, nichts bequem gemacht. Falun Ellie Koos schreibt mit einer Wucht, die fast körperlich spürbar ist.

Besonders stark fand ich, wie Ada später versucht, sich aus diesem alten Leben herauszuschälen. Kunststudium, Rückzug, Wald, Galizien, eine Hütte fernab von allem. Und doch reist die Vergangenheit einfach mit. Genau das hat mich berührt, weil dieses Buch so ehrlich zeigt, dass man nicht automatisch frei ist, nur weil man weit genug weggeht.

Für mich ist Zähe Hunde kein Wohlfühlroman, sondern ein literarisch intensives Buch über Prägung, Überleben, Wut, Familie und die Sehnsucht danach, endlich anders atmen zu können. Nicht leicht, aber beeindruckend.

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