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Veröffentlicht am 15.02.2025

Zweite Chancen gibt es nicht umsonst

Trust My Lips - Golden-Campus-Trilogie, Band 2 (Prickelnde New-Adult-Romance auf der glamourösen Golden Isles Academy. Für alle Fans von KISS ME ONCE.)
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„Trust My Lips“ erzählt die Geschichte von Josephine Martin und Noah James. Sie wurde als 12-Jährige von ihrer Mutter verlassen und kümmert sich seitdem um ihren schwerkranken Vater. Er verlor seine Eltern ...

„Trust My Lips“ erzählt die Geschichte von Josephine Martin und Noah James. Sie wurde als 12-Jährige von ihrer Mutter verlassen und kümmert sich seitdem um ihren schwerkranken Vater. Er verlor seine Eltern durch einen Unfall und kämpft seitdem mit seinem Leben. Das Buch wurde von der US-amerikanisch Autorin Lyla Payne geschrieben und ist 2021 als Taschenbuch und eBook im Ravensburger Verlag (Ravensburger Gruppe) erschienen. „Trust My Lips“ ist der zweite Band der „Golden Campus“ Reihe.

„Trust My Lips“ war für mich eine positive Überraschung. In den meisten Geschichten, die ich bisher gelesen habe, ging mir der weibliche Hauptcharakter bereits nach ein paar Seiten auf die Nerven. Josephine Martin hingegen konnte mich von Seite eins an von sich überzeugen und mit jedem weiteren Kapitel wurde sie mir immer sympathischer. Für mich gehört sie zu den wenigen weiblichen Hauptcharakteren, die mir bis zum Schluss gefallen haben und an denen mich nichts gestört hat. Vielmehr habe ich Josephine für ihr Verhalten gegenüber ihrem Vater bewundert. Seit fünf Jahren kämpft er mit einer schweren Krankheit, die nicht heilbar ist und die ihm Laufe der Geschichte zunehmend das Leben erschwert. Josephine hätte genauso wie ihre Mutter verschwinden und ihren Vater seinem Schicksal überlassen können, doch sie ist geblieben und machte es sich zur Hauptaufgabe sich um ihren Vater zu kümmern. Für so eine Entscheidung braucht es Stärke und Rückgrat. Zwei Dinge, die an Josephine ganz besonders mochte, weil sie sie zu einer Protagonistin gemacht haben, die vor Herausforderungen nicht davonläuft. Ja auch Josephine hatte ihre Schwächen, aber die waren für mich alle nachvollziehbar und haben sie authentisch gemacht.

Noah war für mich leider das komplette Gegenteil. In seiner Welt gab es in erster Linie nur Platz für einen Menschen und das war er selbst. Noah war für mich ein Teenager, der mit seinen achtzehn Jahren vor dem Gesetzt zwar als volljährig galt sich aber eher, wie ein Kleinkind verhalten hat. Wichtig war nur, was er wollte und, wenn er nicht bekam, was er wollte, dann wurde er unausstehlich. Jetzt könnte man argumentieren, dass dieses Verhalten bei seiner Vergangenheit logisch sei, aber ich finde das sein Verhalten maßlos überzogen war und sehr deutlich gezeigt hat das Noah definitiv nicht erwachsen ist. Da hat es mich kein bisschen gewundert, dass er von Erwachsenen entsprechend behandelt wurde. Was mich wiederum mit dem Kopf hat schütteln lassen, war seine Reaktion darauf. Aber wenn man nicht wahrhaben möchte, dass man sein Leben nicht im Griff hat und mit Problemen umgeht in dem man sie einfach verdrängt, dann kann man meiner Meinung nach auch nicht erwarten, dass einen andere wie einen Erwachsenen behandeln. Ja Noah entwickelt sich im Laufe der Geschichte in eine positive Richtung aber für mich war die Entwicklung nicht groß genug, um ein Ausgleich für seinen negativen Charakterzüge zu sein.

Was mich gestört hat war der „Black Moment“, mal abgesehen davon, dass er extrem vorhersehbar war, war er für meinen Geschmack zu Klischeehaft. Die Autorin hat sich für die Typische Situation entschieden, die nur entsteht, weil einer der beiden Hauptcharaktere nicht in der Lage ist vernünftig zu kommunizieren. Die Tatsache, dass die Hauptcharaktere Teenager sind, ist für mich keine Entschuldigung. Auch in diesem Alter sollte man bereits wissen, was Kommunikation ist und wie sie funktioniert.

Was mir hingegen gefallen hat waren die expliziten Szenen. Ich fand es gut, dass sich die Autorin für eine eher zurückhaltende Beschreibung entschieden hat und nicht zu sehr ins Detail gegangen ist. Da „Trust My Lips“ ein Jugendbuch ist, wäre alles andere einfach zu viel des Guten gewesen. So gab es explizite Szenen, die zum Alter der beiden Hauptcharaktere gepasst haben.

Die deutsche Übersetzung von Lyla Paynes Schreibstil ließ sich angenehm flüssig lesen. Die Geschichte wurde abwechselnd aus der Sicht von Josephine und Noah erzählt. Das Buch wurde in der ersten Person geschrieben.

Fazit
Eine Geschichte, die mich mit einer wundervollen Protagonistin und einem unterhaltsamen Plot von sich überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Ein Leben im Rampenlicht ist nicht immer glamouröse

Behind the Spotlight: Hidden Underneath
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„Behind the Spotlight: Hidden Underneath“ erzählt die Geschichte von Crystal Heart und Ace. Sie ist eine aufstrebende Solo-Künstlerin. Er ist der Rapper der erfolgreichsten Boyband der Welt. Das Buch wurde ...

„Behind the Spotlight: Hidden Underneath“ erzählt die Geschichte von Crystal Heart und Ace. Sie ist eine aufstrebende Solo-Künstlerin. Er ist der Rapper der erfolgreichsten Boyband der Welt. Das Buch wurde von der deutschen Autorin Rebekka Gusia geschrieben und ist 2024 als eBook im Impress Verlag (Carlsen Verlag) erschienen. „Behind the Spotlight: Hidden Underneath“ ist der erste Band der „Behind the Spotlight“ Reihe.

Crystal Heart wird als aufstrebende Solo-Künstlerin beschrieben. Für mich war sie eher ein kleines Popsternchen, die seit ihrem Austritt aus ihrer mittelmäßig erfolgreichen Girlgroup zwar von einer Kariere als Solo-Künstlerin träumt, dabei aber gerne ignoriert, dass sie für diesen Schritt nicht berühmt genug ist. Besonders gestört hat mich ihr Verhalten. Sie träumt von einer erfolgreichen Solo-Kariere, erkennt aber nicht, dass sie was an ihrer Arbeitsmoral ändern muss, wenn dieser Traum Wirklichkeit werden soll. Stattdessen jammert sie wie ein bockiges Kleinkind, weil sie von ihrem Musiklabel nicht das bekommt, was ihr ihrer Meinung nach Zusteht und benimmt sie nebenbei so undiszipliniert, dass es mich mehr als nur gewundert hat, dass sie von ihrem Label nicht vor die Tür gesetzt wurde.

Unabhängig von ihrer fragwürdigen Arbeitsmoral haben mich aber auch eine Menge andere Dinge an ihr gestört. Crystal ist eine verwöhne Zicke, die ihr privilegiertes Leben nicht zu schätzen weiß. Ihre Reaktionen sind immer extrem und in den meisten Momenten maßlos übertrieben. Wenn sie eine Sache mit absoluter Perfektion beherrscht, dann ist es die Fähigkeit aus einer unbedeutenden Kleinigkeit ein Drama ungeahnten Ausmaßes zu machen. Ein hervorragendes Beispiel für diese Fähigkeit ist ihre Krankheit. Ihren Mitmenschen gegenüber verhält sie sich wie ein versnobtes Mädchen, dass glaubt es sei was Besseres und wundert sich dann, warum niemand etwas mit ihr Zutun haben möchte. Das traurige ist, dass sie sich ihr Verhalten bis zum Schluss nicht nennenswert verändert. Sie entwickelt sich also nicht wirklich weiter. Crystal Heart war mir zu keinem Zeitpunkt der Geschichte auch nur ansatzweise sympathisch. Vielmehr gab es etliche Momente, in denen ich sie gerne um die Ecke gebracht hätte.

Ace ist Teil er US-amerikanisch Boyband Three Five. Er ist nicht nur Rapper, sondern auch ein begnadeter Tänzer, der mit Leib und Seele Künstler ist und dem man seine Liebe für die Musik vom ersten Moment an angemerkt hat. Was mir besonders gut gefallen hat war Ace Arbeitsmoral. Er weiß ganz genau, dass der Erfolg von Three Five nicht vom Himmel fällt, sondern das Ergebnis von harter Arbeit und Disziplin ist. Die fünf Jungs von Three Five waren für mich das komplette Gegenteil von Crystal Heart. Leider kann ich das nicht über Ace restliches Verhalten sagen. Unabhängig von der Disziplin, die er als Künstler an den Tag legt, verhält er sich ähnlich negativ wie Crystal. Er neigt zu extrem aggressiven Wutausbrüchen, die wie aus dem Nichts kommen und in den meisten Fällen keinen erkennbaren Grund haben. Zwar bekommt er diese Wutausbrüche im Laufe der Geschichte halbwegs in den Griff zum Ende hin verfällt er aber wieder in seine alten Muster.

Da „Behind the Spotlight: Hidden Underneath“ mein erstes Buch von Rebekka Gusia ist, kann ich nicht beurteilen, ob sie gerne Charaktere erschafft, deren Hauptmerkmal ein negatives Verhalten ist. Ich muss aber sagen, dass ich kein Fan von Crystal und Ace bin und ich nicht nur mit ihrem grenzwertigen Verhalten ein Problem hatte, sondern auch mit ihren Entscheidungen, die für mich größtenteils keinen Sinn ergeben haben.

Ich habe in erster Linie zu diesem Buch gegriffen, weil ich gerne Geschichten lese, in denen einer der beiden Hauptcharaktere Sänger ist. In „Behind the Spotlight: Hidden Underneath“ trifft das sogar auf beide Hauptcharaktere zu. Anfänglich hat die Autorin das Thema „Musik“ für mich gut umgesetzt und ich hatte sogar die Hoffnung, dass sie diese detailreichen Beschreibungen bis zum Schluss beibehält. Leider wird das Thema „Musik“ im Laufe der Geschichte immer mehr zu einer unbedeutenden Nebenrolle und am Ende war die detailreichen Beschreibungen komplett verschwunden.

Was mich gestört hat war die Art und Weise wie Rebekka Gusia die Boyband Three Five beschrieben hat. Stellenwiese hat mich das zu sehr an eine K-Pop Gruppe erinnert aber die Geschichte spielt weder in Südkorea noch sind die fünf Mitglieder von Three Five Koreaner. Ja K-Pop Gruppen sind momentan die angesagtesten und erfolgreichsten Boybands der Welt, aber Südkorea hat das Phänomen Boyband nicht erfunden das waren die Amerikaner. Da stellt sich mir die Frage, warum sich die Autorin K-Pop Gruppen als Vorbild für ihre fiktive Boyband ausgesucht hat, wenn es in der Amerikanischen Musikgeschichte mehr als genug Boybands gibt, die meiner Meinung nach eine sehr viel realistischere Inspirationsquelle gewesen wären.

Was mich mindesten genauso gestört hat waren die Sexszenen. „Behind the Spotlight: Hidden Underneath“ ist ein New Adult Buch. Ich erwarte keine große Menge von diesen Szenen, aber ich hätte gerne eine ansprechende Beschreibung. Der Sex zwischen Crystal und Ace las sich wie die Betriebsanleitung für ein Haushaltsgerät. Ich lese eine Menge New Adult Bücher, aber ich habe schon sehr lange keins mehr gelesen, das so schlechte Sexszenen beinhalte hat. Glücklicherweise sind die Szenen kurz und theoretisch kann man sie sogar einfach überlesen, weil sie keinerlei relevante Informationen enthalten.

Vielleicht hätte ich der Geschichte etwas Positives abgewinnen können, wenn sie aus der Sicht beider Hauptcharaktere erzählt worden wäre. Ja es gibt Kapitel aus Ace Sicht, aber die muss man suchen. Die meiste Zeit wird die Geschichte aus der Sicht von Crystal erzählt. Ganz besonders bei Romance Bücher liebe ich eine gleichmäßige Erzählung aus beiden Sichten und ich finde es nie gut, wenn sich der Autor dagegen entscheidet. Bei einer Liebesgeschichte ist es mir wichtig, dass ich einen Einblick in die Gedanken und Gefühle beider Hauptcharaktere bekomme. Schließlich sind in diesem Genre beide Charaktere wichtig. Bei einer ungleichmäßigen Verteilung der Sichten ist das nahezu unmöglich.

Der Schreibstil von Rebekka Gusia ließ sich flüssig lesen und das Buch wurde in der ersten Person geschrieben.

Fazit
Von der Grundidee her war „Hidden Underneath“ ein vielversprechendes Buch. Leider ist der Autorin nur eine mittelmäßige Umsetzung gelungen.

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Veröffentlicht am 26.01.2025

Horror Telefonat

Der Heimweg
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„Der Heimweg“ erzählt die Geschichte von Klara Vernet und Jules Tannberg. Sie befindet sich auf dem Heimweg und hat Angst vor einem Unbekannten, der sie verfolgt. Er sitzt für diesen Abend am Begleit-Telefon ...

„Der Heimweg“ erzählt die Geschichte von Klara Vernet und Jules Tannberg. Sie befindet sich auf dem Heimweg und hat Angst vor einem Unbekannten, der sie verfolgt. Er sitzt für diesen Abend am Begleit-Telefon und leistet ihr Gesellschaft auf ihrem Heimweg. Die ungekürzte Hörbuchfassung wurde 2020 exklusiv für Audible von den Audible Studios produziert und wird von dem deutschen Synchron- und Hörbuchsprecher Simon Jäger gelesen. „Der Heimweg“ ist ein Einzelband.

Theoretisch liebe ich die Psychothriller von Sebastian Fitzek, weil es für mich kaum einen anderen Thriller Autor gibt, dem es immer wieder aufs Neue gelingt, mich auf Anhieb an die Seiten zu fesseln. Seine Art Geschichten zu erzählen ist für mich normalerweise so spannend, dass ich das Buch keine Sekunde aus der Hand legen möchte. Leider konnte „Der Heimweg“ dieses Gefühl bei mir nicht gänzlich auslösen. Nach einem für mich eher schwergängigen Einstieg habe ich die Geschichte als spannend empfunden und zum Ende hin konnte sie mich auf fesseln aber das Gefühl, dass ich das Buch keine Sekunde aus der Hand legen möchte, hat sie nie eingestellt. Vielleicht hat für mich das gewisse Etwas gefehlt, vielleicht lag es auch an der verwirrenden Handlung, der ich stellenweise kaum folgen konnte, oder es lag an den vielen kleinen Logiklücken, die immer wieder meinen Lesefluss unterbrochen haben. Ich kann nicht genau sagen warum, aber irgendwie hat mich die Geschichte nicht vollends abgeholt.

Dabei ist es Sebastian Fitzek erneut gelungen Charaktere zu erschaffen, die meine Neugierde wecken konnten. Ich möchte nicht sagen, dass sie mir sympathisch waren, das sind mir die Figuren aus Thriller in den meisten Fällen nie, aber sie hatten für mich eine erkennbare Persönlichkeit und genug Ecken und Kanten, um sie authentisch zu machen. Leider hatte ich stellenweise Probleme ihre Entscheidungen und ihr Verhalten nachzuvollziehen und auch ihre Gedanken und Gefühle haben für mich nicht immer Sinn ergeben.

Ähnlich erging es mir mit dem Kriminalfall. Fitzeks erzählt seine Geschichten in der Regel nicht nach dem typischen Schema „Gut und Böse“. Es ist also nie von Anfang an klar, wer ist Opfer und wer ist Täter, denn der erste Eindruck könnte sich zum Schluss hin als eine riesige Täuschung herausstellen, mit der es Fitzek mal wieder gelungen ist, seine Leser in die Irre zu führen. Bei „Der Heimweg“ ist ihm das in die Irre führen allerdings so gut gelungen, dass der Kriminalfall für mich nicht mehr logisch war. Zwar klärt er das Ganze Wirrwarr am Ende halbwegs logisch auf und er beantwortet auch die wichtigsten Fragen, über die fehlende Logik konnte mich das Ende aber nicht hinwegtrösten. Ein guter Thriller lebt von unvorhersehbaren Wendungen und normalerweise gelingt es Fitzek seine Geschichten so zu erzählen, dass die Wendungen zwar unvorhersehbar sind, der Geschichte aber nicht die Logik nehmen. Bei „Der Heimweg“ ist ihm das leider nicht gelungen.

Was Fitzek dafür mal wieder hervorragend gelungen ist, sind die Beschreibungen der unterschiedlichen Gewalttaten, die im Laufe der Geschichte passieren. Er gehört nicht zu den Autoren, die im übertragenden Sinne draufhalten, wenn es so brutal wird, dass man das Ganze auch problemlos dem Genre Horror zuordnen könnte. Er gehört aber auch nicht zu den Autoren, die die Gewalttaten nur umschreiben und den Rest der Fantasie ihrer Leser überlassen. Fitzek ist eine Mischung aus beidem und trifft damit in den meisten Fällen genau meinen Geschmack. Seine Beschreibungen sind definitiv nichts für zartbesaitete Leser er verfällt aber auch nicht in sinnloses Gemetzel.

Ich liebe es der Stimme von Simon Jäger zu lauschen, weil kaum ein anderer deutscher Hörbuchsprecher die Emotionen einer Geschichte so wundervoll vertonen kann wie er. Die Geschichte wird abwechseln aus der Sicht von Klara und Jules erzählt und wurde in der dritten Person geschrieben.

Fazit
Der Heimweg war zwar spannend und konnte mich nach einem nervenaufreibenden Einstieg auch fesseln, der Handlung fehlt es für meinen Geschmack aber zu sehr an Logik.

Veröffentlicht am 26.01.2025

Horror Telefonat

Der Heimweg
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„Der Heimweg“ erzählt die Geschichte von Klara Vernet und Jules Tannberg. Sie befindet sich auf dem Heimweg und hat Angst vor einem Unbekannten, der sie verfolgt. Er sitzt für diesen Abend am Begleit-Telefon ...

„Der Heimweg“ erzählt die Geschichte von Klara Vernet und Jules Tannberg. Sie befindet sich auf dem Heimweg und hat Angst vor einem Unbekannten, der sie verfolgt. Er sitzt für diesen Abend am Begleit-Telefon und leistet ihr Gesellschaft auf ihrem Heimweg. Das Buch wurde von dem deutschen Autor Sebastian Fitzek geschrieben und ist 2020 als eBook und Hardcover im Droemer Verlag (Verlagsgruppe Droemer Knaur) erschienen. „Der Heimweg“ ist ein Einzelband.

Theoretisch liebe ich die Psychothriller von Sebastian Fitzek, weil es für mich kaum einen anderen Thriller Autor gibt, dem es immer wieder aufs Neue gelingt, mich auf Anhieb an die Seiten zu fesseln. Seine Art Geschichten zu erzählen ist für mich normalerweise so spannend, dass ich das Buch keine Sekunde aus der Hand legen möchte. Leider konnte „Der Heimweg“ dieses Gefühl bei mir nicht gänzlich auslösen. Nach einem für mich eher schwergängigen Einstieg habe ich die Geschichte als spannend empfunden und zum Ende hin konnte sie mich auf fesseln aber das Gefühl, dass ich das Buch keine Sekunde aus der Hand legen möchte, hat sie nie eingestellt. Vielleicht hat für mich das gewisse Etwas gefehlt, vielleicht lag es auch an der verwirrenden Handlung, der ich stellenweise kaum folgen konnte, oder es lag an den vielen kleinen Logiklücken, die immer wieder meinen Lesefluss unterbrochen haben. Ich kann nicht genau sagen warum, aber irgendwie hat mich die Geschichte nicht vollends abgeholt.

Dabei ist es Sebastian Fitzek erneut gelungen Charaktere zu erschaffen, die meine Neugierde wecken konnten. Ich möchte nicht sagen, dass sie mir sympathisch waren, das sind mir die Figuren aus Thriller in den meisten Fällen nie, aber sie hatten für mich eine erkennbare Persönlichkeit und genug Ecken und Kanten, um sie authentisch zu machen. Leider hatte ich stellenweise Probleme ihre Entscheidungen und ihr Verhalten nachzuvollziehen und auch ihre Gedanken und Gefühle haben für mich nicht immer Sinn ergeben.

Ähnlich erging es mir mit dem Kriminalfall. Fitzeks erzählt seine Geschichten in der Regel nicht nach dem typischen Schema „Gut und Böse“. Es ist also nie von Anfang an klar, wer ist Opfer und wer ist Täter, denn der erste Eindruck könnte sich zum Schluss hin als eine riesige Täuschung herausstellen, mit der es Fitzek mal wieder gelungen ist, seine Leser in die Irre zu führen. Bei „Der Heimweg“ ist ihm das in die Irre führen allerdings so gut gelungen, dass der Kriminalfall für mich nicht mehr logisch war. Zwar klärt er das Ganze Wirrwarr am Ende halbwegs logisch auf und er beantwortet auch die wichtigsten Fragen, über die fehlende Logik konnte mich das Ende aber nicht hinwegtrösten. Ein guter Thriller lebt von unvorhersehbaren Wendungen und normalerweise gelingt es Fitzek seine Geschichten so zu erzählen, dass die Wendungen zwar unvorhersehbar sind, der Geschichte aber nicht die Logik nehmen. Bei „Der Heimweg“ ist ihm das leider nicht gelungen.

Was Fitzek dafür mal wieder hervorragend gelungen ist, sind die Beschreibungen der unterschiedlichen Gewalttaten, die im Laufe der Geschichte passieren. Er gehört nicht zu den Autoren, die im übertragenden Sinne draufhalten, wenn es so brutal wird, dass man das Ganze auch problemlos dem Genre Horror zuordnen könnte. Er gehört aber auch nicht zu den Autoren, die die Gewalttaten nur umschreiben und den Rest der Fantasie ihrer Leser überlassen. Fitzek ist eine Mischung aus beidem und trifft damit in den meisten Fällen genau meinen Geschmack. Seine Beschreibungen sind definitiv nichts für zartbesaitete Leser er verfällt aber auch nicht in sinnloses Gemetzel.

Sebastian Fitzeks Schreibstil ließ sich gewohnt flüssig lesen. Die Geschichte wird abwechseln aus der Sicht von Klara und Jules erzählt. Das Buch wurde in der dritten Person geschrieben.

Fazit
Der Heimweg war zwar spannend und konnte mich nach einem nervenaufreibenden Einstieg auch fesseln, der Handlung fehlt es für meinen Geschmack aber zu sehr an Logik.

Veröffentlicht am 18.01.2025

Mehr Spannungsroman als Thriller

Die Schanze
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„Die Schanze“ erzählt die Geschichte von Dr. Ellen Roth. Als sie in das Dorf ihrer Kindheit zurückkehrt, um die Stelle als Allgemeinmedizinerin in der örtlichen Hausarztpraxis zu übernehmen, wird sie mit ...

„Die Schanze“ erzählt die Geschichte von Dr. Ellen Roth. Als sie in das Dorf ihrer Kindheit zurückkehrt, um die Stelle als Allgemeinmedizinerin in der örtlichen Hausarztpraxis zu übernehmen, wird sie mit einem Todesfall konfrontiert, der mit ihrer Vergangenheit zu tun hat. Das Buch wurde von dem deutschen Autor Lars Menz geschrieben und ist 2025 als eBook und Taschenbuch im Ullstein Taschenbuch Verlag (Ullstein Buchverlage) erschienen. „Die Schanze“ ist ein Einzelband.

Bevor ich näher auf die Geschichte eingehe, möchte ich eine Sache anmerken, die mich gestört hat. Ich habe „Die Schanze“ als Taschenbuch gelesen und musste dabei leider feststellen, dass der Farbschnitt nicht in Form eines Digitaldrucks erstellt wurde, sondern in dem der Farbschnitt mit Farbe angemalt wurde. Diese Methode hat unangenehmerweise zur Folge, dass die Farbe die Seiten zusammenklebt und man, wenn man beim Umblättern nicht aufpasst, die Seiten einreißt. Ich werde dafür jetzt keine Sterne von meiner Bewertung abziehen aber in meinen Augen sollte ein so großer Verlag wie der Ullstein Buchverlage genug Geld zur Verfügung haben, um den Farbschnitt mittels Digitaldruck erstellen zu lassen.

Laut Verlag handelt es sich bei „Die Schanze“ um einen Thriller. Keine Ahnung, ob man sich dafür aus Marketinggründe entschieden hat oder ob man einfach keine Ahnung von Genres hat. „Die Schanze“ ist sicherlich kein normaler Roman ein Thriller ist es aber genauso wenig. Ich würde das Buch unter dem Genre „Spannungsroman“ einsortieren. Der Kriminalfall spielt nur eine Nebenrolle und die Katastrophe auf, die der Hauptcharakter in einem Thriller normalerweise zusteuert, muss man in „Die Schanze“ suchen. Beides sind aber Dinge, die erfüllt sein müssen, wenn man einen Krimi oder einen Thriller schreibt. Lars Menz hat kein schlechtes Buch geschrieben, aber er hat eben keinen Thriller geschrieben. Da die Genre Zuordnung aber wahrscheinlich eher vom Verlag getroffen wird und weniger vom Autor werde ich das Lars Menz an dieser Stelle nicht negativ anlasten.

Ich habe mich dazu entschieden „Die Schanze“ zu lesen, weil mich der Prolog auf Anhieb fesseln konnte und ich unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte weitergeht. Leider ist der Prolog das Einzige Kapitel, dass mich wirklich fesseln konnte. Diese ersten Seiten sind so detailliert geschrieben, dass ich das Gefühl hatte live dabei zu sein. Meine Neugierde war also auf Anhieb geweckt, weil das genau die Art und Weise ist wie ein Thriller geschrieben sein muss, damit er mich fesselt. Leider ist es dem Autor nicht gelungen diesen lebendigen Schreibstil beizubehalten.

Das restliche Buch erzählt eine Geschichte, die von unterschiedlichen menschlichen Schicksalen handelt. Insgesamt sind es drei und sie alle stehen irgendwie mit dem Toten in Verbindung. Da gibt es Dr. Ellen Roth, die Ärztin ist und die dank einem traumatischen Erlebnis in ihrer Jugend ein besorgniserregendes Maß an selbstverletzendem Verhalten an den Tag legt. Dann gibt es noch Merab Alieva, er ist Journalist, träumt vom großen Durchbruch und trauert die gesamte Geschichte über seiner Ex-Freundin hinterher. Die letzte Person ist Karl Haußer, ein ehemaliger Polizist, der seine schwer kranke Frau pflegt und ansonsten seinen speziellen Sexuellen Neigungen nachgibt. Alle drei Charaktere haben deutlich erkennbare Ecken und Kanten und irgendwie waren sie auch authentisch. Mir ist es aber auch wichtig, dass sie irgendetwas haben, dass sie mir sympathisch macht. Leider habe ich auf dieses „Etwas“ vergeblich gewartet.

Mich konnten also weder die Geschichte noch die Charaktere fesseln. Das Buch wurde für mich somit immer langweiliger und bei einem Thriller, der eigentlich spannend sein soll, ist das ein massiver Dämpfer für meinen Lesegenuss. Mich macht das ehrlich gesagt ein bisschen traurig, weil der Prolog so gut war, dass man problemlos ein Thriller daraus hätte entwickeln können, der das Potenzial gehabt hätte, um mich an die Seiten zu fesseln. Stattdessen habe ich eine Geschichte gelesen, die mich nicht packen konnte und deren Ende für mich unbefriedigend war.

Fazit
„Die Schanze“ ist eine Geschichte die sich mehr auf die Schicksale, der einzelnen Charaktere konzentriert als auf den Kriminalfall. Ich, die gerne Krimis und Thriller liest, weil ich es liebe Kriminalfälle zu lösen, wurde von der Geschichte leider nicht so abgeholt, wie ich es mir erhofft hatte.

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