Zweite Chancen gibt es nicht umsonst
Trust My Lips - Golden-Campus-Trilogie, Band 2 (Prickelnde New-Adult-Romance auf der glamourösen Golden Isles Academy. Für alle Fans von KISS ME ONCE.)„Trust My Lips“ erzählt die Geschichte von Josephine Martin und Noah James. Sie wurde als 12-Jährige von ihrer Mutter verlassen und kümmert sich seitdem um ihren schwerkranken Vater. Er verlor seine Eltern ...
„Trust My Lips“ erzählt die Geschichte von Josephine Martin und Noah James. Sie wurde als 12-Jährige von ihrer Mutter verlassen und kümmert sich seitdem um ihren schwerkranken Vater. Er verlor seine Eltern durch einen Unfall und kämpft seitdem mit seinem Leben. Das Buch wurde von der US-amerikanisch Autorin Lyla Payne geschrieben und ist 2021 als Taschenbuch und eBook im Ravensburger Verlag (Ravensburger Gruppe) erschienen. „Trust My Lips“ ist der zweite Band der „Golden Campus“ Reihe.
„Trust My Lips“ war für mich eine positive Überraschung. In den meisten Geschichten, die ich bisher gelesen habe, ging mir der weibliche Hauptcharakter bereits nach ein paar Seiten auf die Nerven. Josephine Martin hingegen konnte mich von Seite eins an von sich überzeugen und mit jedem weiteren Kapitel wurde sie mir immer sympathischer. Für mich gehört sie zu den wenigen weiblichen Hauptcharakteren, die mir bis zum Schluss gefallen haben und an denen mich nichts gestört hat. Vielmehr habe ich Josephine für ihr Verhalten gegenüber ihrem Vater bewundert. Seit fünf Jahren kämpft er mit einer schweren Krankheit, die nicht heilbar ist und die ihm Laufe der Geschichte zunehmend das Leben erschwert. Josephine hätte genauso wie ihre Mutter verschwinden und ihren Vater seinem Schicksal überlassen können, doch sie ist geblieben und machte es sich zur Hauptaufgabe sich um ihren Vater zu kümmern. Für so eine Entscheidung braucht es Stärke und Rückgrat. Zwei Dinge, die an Josephine ganz besonders mochte, weil sie sie zu einer Protagonistin gemacht haben, die vor Herausforderungen nicht davonläuft. Ja auch Josephine hatte ihre Schwächen, aber die waren für mich alle nachvollziehbar und haben sie authentisch gemacht.
Noah war für mich leider das komplette Gegenteil. In seiner Welt gab es in erster Linie nur Platz für einen Menschen und das war er selbst. Noah war für mich ein Teenager, der mit seinen achtzehn Jahren vor dem Gesetzt zwar als volljährig galt sich aber eher, wie ein Kleinkind verhalten hat. Wichtig war nur, was er wollte und, wenn er nicht bekam, was er wollte, dann wurde er unausstehlich. Jetzt könnte man argumentieren, dass dieses Verhalten bei seiner Vergangenheit logisch sei, aber ich finde das sein Verhalten maßlos überzogen war und sehr deutlich gezeigt hat das Noah definitiv nicht erwachsen ist. Da hat es mich kein bisschen gewundert, dass er von Erwachsenen entsprechend behandelt wurde. Was mich wiederum mit dem Kopf hat schütteln lassen, war seine Reaktion darauf. Aber wenn man nicht wahrhaben möchte, dass man sein Leben nicht im Griff hat und mit Problemen umgeht in dem man sie einfach verdrängt, dann kann man meiner Meinung nach auch nicht erwarten, dass einen andere wie einen Erwachsenen behandeln. Ja Noah entwickelt sich im Laufe der Geschichte in eine positive Richtung aber für mich war die Entwicklung nicht groß genug, um ein Ausgleich für seinen negativen Charakterzüge zu sein.
Was mich gestört hat war der „Black Moment“, mal abgesehen davon, dass er extrem vorhersehbar war, war er für meinen Geschmack zu Klischeehaft. Die Autorin hat sich für die Typische Situation entschieden, die nur entsteht, weil einer der beiden Hauptcharaktere nicht in der Lage ist vernünftig zu kommunizieren. Die Tatsache, dass die Hauptcharaktere Teenager sind, ist für mich keine Entschuldigung. Auch in diesem Alter sollte man bereits wissen, was Kommunikation ist und wie sie funktioniert.
Was mir hingegen gefallen hat waren die expliziten Szenen. Ich fand es gut, dass sich die Autorin für eine eher zurückhaltende Beschreibung entschieden hat und nicht zu sehr ins Detail gegangen ist. Da „Trust My Lips“ ein Jugendbuch ist, wäre alles andere einfach zu viel des Guten gewesen. So gab es explizite Szenen, die zum Alter der beiden Hauptcharaktere gepasst haben.
Die deutsche Übersetzung von Lyla Paynes Schreibstil ließ sich angenehm flüssig lesen. Die Geschichte wurde abwechselnd aus der Sicht von Josephine und Noah erzählt. Das Buch wurde in der ersten Person geschrieben.
Fazit
Eine Geschichte, die mich mit einer wundervollen Protagonistin und einem unterhaltsamen Plot von sich überzeugen konnte.