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Veröffentlicht am 30.11.2020

Die vielen Facetten Madagaskars

Im Schatten des Flammenbaums
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Wer bei diesem Buch mit einem seichten Liebesroman gerechnet hat, wird wohl ziemlich enttäuscht gewesen sein. Es gibt zwar eine Liebesgeschichte, aber die steht nicht im Vordergrund. Im Vordergrund steht ...

Wer bei diesem Buch mit einem seichten Liebesroman gerechnet hat, wird wohl ziemlich enttäuscht gewesen sein. Es gibt zwar eine Liebesgeschichte, aber die steht nicht im Vordergrund. Im Vordergrund steht ganz eindeutig Madagaskar mit seinen verschiedenen Volksstämmen und ethnischen Gruppen, mit seiner einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt, aber auch mit seinen Problemen. Es gibt wenig Arbeit für die Bevölkerung, die Infrastruktur lässt zu wünschen übrig und der Lebensraum für Flora und Fauna ist bedroht. Okay, die Geschichte spielt Mitte der Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts, aber die Probleme dürften heutzutage ähnlich sein.

Mit Louise hat die Autorin einen außergewöhnlichen Charakter geschaffen. Sie ist eine willensstarke Frau, die für damalige Verhältnisse einen sehr ungewöhnlichen Lebensweg eingeschlagen hat.

Mina Baites befleißigt sich eines angenehmen und flüssigen Schreibstils. Die detailreiche und bildhafte Sprache ließ den Urwald vor meinem inneren Auge entstehen – ich fühlte mich direkt vor Ort.

Zu meiner Überraschung gab es auch Krimielemente, die aufgrund der Spannung für zusätzliches Lesevergnügen gesorgt haben.

Mir hat diese Mischung aus Liebesgeschichte, Krimi und Informationen zu Madagaskar, die mir einen tieferen Einblick zu diesem Land gegeben haben, gut gefallen. Daher gibt’s von mir fünf wohlverdiente Sterne.

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Veröffentlicht am 24.11.2020

Troubadix großer Auftritt

Asterix - Der Goldene Hinkelstein
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Bei diesem Werk handelt es sich um eine wiederentdeckte Ausgabe eines Schallplattenbuches aus dem Jahr 1967. Es ist einem völlig anderen Layout als die bisher bekannten Hefte gestaltet … großformatige ...

Bei diesem Werk handelt es sich um eine wiederentdeckte Ausgabe eines Schallplattenbuches aus dem Jahr 1967. Es ist einem völlig anderen Layout als die bisher bekannten Hefte gestaltet … großformatige farbige Zeichnungen und Texte im Stil von Theatermanuskripten.

Der Text wurde von René Goscinny verfasst. Ich persönlich fand den Text etwas holprig und sperrig. Ungewöhnlich ist natürlich, dass jeweils der Name des Akteurs dem Text vorangestellt ist und das stört den Lesefluss.

Die großformatigen, durchweg farbigen (etwas aufgefrischten) Illustrationen von Albert Uderzo sind gewohnt genial und werten dieses Heftchen definitiv auf.

In der ganz unterhaltsamen Geschichte hat Troubadix einen großen Auftritt. Und wie gewohnt werden Römer von Asterix und Obelix verhauen.

Von mir gibt’s für diese kurze Geschichte hauptsächlich aufgrund der tollen Zeichnungen vier Sterne.

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Veröffentlicht am 19.11.2020

Absolut witzige Unterhaltung

Luis und Lena - Die Zahnlücke des Grauens
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Luis wäre eigentlich gerne ein ganz normaler Teenager, aber mit seiner überfürsorglichen Mutter ist das schwierig. So hat er in seiner neuen Schulklasse einen nicht so gelungenen Start. Hinzu kommt, dass ...

Luis wäre eigentlich gerne ein ganz normaler Teenager, aber mit seiner überfürsorglichen Mutter ist das schwierig. So hat er in seiner neuen Schulklasse einen nicht so gelungenen Start. Hinzu kommt, dass er die absolute Außenseiterin als Sitznachbarin zugewiesen bekommt.

Lena ist diese Außenseiterin, weil sie an Feen, Kobolde und ähnliche magische Wesen glaubt … ganz im Gegensatz zu ihren Mitschülern und Luis natürlich. Aber dann passiert das Unglaubliche und Luis Leben wird auf den Kopf gestellt und eine Katastrophe folgt auf die andere.

Luis und Lena hatten sofort meine volle Sympathie. Bei der Eishockeymannschaft sah es zu Beginn anders aus, aber im Laufe der Geschichte wurden mir diese Jungs auch sympathisch. Meine Lieblingsfigur ist aber jemand anders, aber das verrate ich hier nicht.

Thomas Winkler hat mit „Die Zahnlücke des Grauens“ eine absolut komische Geschichte geschrieben. Amüsante Dialoge, witzige Szenen und zwischendurch Appelle an die Leser machen das Buch so unterhaltsam und abwechslungsreich. Die herrlichen Zeichnungen unterstreichen nicht nur den Text, sondern verstärken auch den Witz.

Das Buch kann ich sowohl für junge Selbstleser als auch zum Vorlesen empfehlen, aber auch als Erwachsener hat man jede Menge Spaß. Ich jedenfalls habe mich lange nicht so gut amüsiert. Dieses Buch hat fünf Sterne voll verdient.

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Veröffentlicht am 16.11.2020

Nachkriegszeit hieß täglicher Kampf ums Überleben

Trümmermädchen
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Sehr eindringlich beschreibt Lilly Bernstein anhand einer Bäckerfamilie die schlimme und entbehrungsreiche Zeit direkt nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die Charaktere sind so detailliert und realistisch beschrieben, ...

Sehr eindringlich beschreibt Lilly Bernstein anhand einer Bäckerfamilie die schlimme und entbehrungsreiche Zeit direkt nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die Charaktere sind so detailliert und realistisch beschrieben, dass sie vor meinem inneren Auge zum Leben erweckt wurden. Ich habe mit ihnen gebangt, gelitten, gehofft und mich mit ihnen gefreut. Zum Schluss waren wir fast so etwas wie gute Bekannte.

In einem den Leser mitreißenden flüssigen Schreibstil lässt die Autorin die Nachkriegsjahre im zerbombten Köln lebendig werden. All das Elend, die Angst und die Not, aber auch die Korruptheit mancher Menschen wird sehr deutlich zum Ausdruck gebracht. Zum Glück gibt es auch Momente der Hoffnung, der Liebe, des Glücks und der Hilfsbereitschaft der Menschen untereinander.

Mich haben der Roman und das Schicksal der Menschen in der Nachkriegszeit tief berührt und hin und wieder ist auch ein Tränchen geflossen. Gerne vergebe ich fünf Sterne für emotionale Lesemomente.

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Veröffentlicht am 11.11.2020

Kein Glattauer wie gewohnt

Die Liebe Geld
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Zu Beginn fand ich das Geschehen noch witzig, aber im weiteren Verlauf wurde es immer grotesker und entsprach nicht mehr meinem Humor. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es als Theaterstück mit der ...

Zu Beginn fand ich das Geschehen noch witzig, aber im weiteren Verlauf wurde es immer grotesker und entsprach nicht mehr meinem Humor. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es als Theaterstück mit der entsprechenden Gestik und Mimik durchaus seinen Reiz hat.

Die überzogene Darstellung ist ein heftiger Seitenhieb gegen die Kreditinstitute und soll deren Korruptheit und die Ohnmacht der Menschen ihnen gegenüber aufzeigen. Aber auch die Jagd der Menschen nach dem schnöden Mammon, über die andere Dinge wie Aufmerksamkeit und Liebe vergessen werden, wird einem vor Augen geführt.

Geschrieben ist es wie das Manuskript eines Theaterstücks inklusive Regieanweisungen. Deswegen handelt es sich überwiegend um Dialoge. Ungewöhnlich, aber ich fand es gut lesbar.

In der Regel schreibe ich in der Rezension nichts zu dem Preis-/Leistungsverhältnis, aber 18,00 € für gerade etwas mehr als hundert Seiten, diese auch noch mit großem Zeilenabstand, finde ich selbst für ein Hardcover zu viel.

Da mir die Geschichte zum Ende hin zu grotesk wurde und ich weiß, dass es Glattauer besser kann, gibt es von mir nur drei Sterne.

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