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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.04.2024

Neuanfang?!

Diebin des Herzens
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Der historische Roman Diebin des Herzens von Maria Albers erzählt die Gescchichte von Rachel Baynes, einer jungen Frau, die ihrer illegalen Vergangenheit entfliehen und ein ehrbares Leben beginnen möchte. ...

Der historische Roman Diebin des Herzens von Maria Albers erzählt die Gescchichte von Rachel Baynes, einer jungen Frau, die ihrer illegalen Vergangenheit entfliehen und ein ehrbares Leben beginnen möchte. Doch dann trifft sie auf den Polizisten William McFarlane, der ihr eindeutig zu neugierig erscheint. Wird sie es schaffen oder holt ihre Vergangenheit sie doch immer wieder ein?!

Der Roman ist wechselseitig aus den Perspektiven von Rachel und William erzählt, wodurch sich für den Leser tiefere Einblicke in das Gesamtgefüge bieten. Auch die Hauptprotagonisten lassen sich durch diese Anlage besser einschätzen und deren Gedanken und Gefühle werden somit greifbarer. Zudem hält die Erzählung für meinen Geschmack die perfekte Mischung aus logisch vorhersehbaren und absolut unerwarteten Wendungen bereit. Es wird also niemals langweilig und der Spannungsbogen immer wieder nach oben gezogen. Dennoch fehlt mir besonders zu Beginn ein bisschen das gewisse Etwas. Rachel war mir zwar auf Anhieb sympathisch, aber sie wirkt teilweise auch etwas naiv und weltfremd, was an sich kein Problem darstellt, in der konkreten Umsetzung, aber für mich persönlich etwas zu übertrieben geschildert wird.

Insgesamt ist Diebin des Herzens aber ein absolut lesenswertes Buch, das den Leser ins späte 19. Jahrhundert entführt und einige Überraschungen zu bieten hat.

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Veröffentlicht am 01.01.2024

Einfach Handball

BOCK AUF HANDBALL. Krass und kurios, bewegend und berührend
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Das Buch Bock auf Handball - Krass und kurios, bewegend und berührend - Die stärksten Geschichten aus der besten Sportart der Welt von Daniel Ruhr erzählt einfach die Geschichten des Handballs. Es ist ...

Das Buch Bock auf Handball - Krass und kurios, bewegend und berührend - Die stärksten Geschichten aus der besten Sportart der Welt von Daniel Ruhr erzählt einfach die Geschichten des Handballs. Es ist ein absolut authentisches Buch, das die Begeisterung für einen harten, aber fairen Sport vermittelt. Konkret besteht das Buch aus 20 Erzählungen von Menschen, die dem Handball verbunden sind. Das sind zum Einen Spieler oder Spielerinnen, aber auch Reporter und eingefleischte Fans. Dadurch bekommt man als Leser einen weiten Überblick über den Sport und kann die Begeisterung auf mehreren Ebenen spüren. Um sich die Menschen, die zu Wort kommen besser vorstellen zu können, ist zu Beginn jeden Kapitels ein kurzer Steckbrief mit Bild abgedruckt.

Die Beschreibungen und Geschichten sind so unterschiedlich wie die Charaktere beim Handball und deswegen ist für jeden definitiv das Richtige dabei. Man wird auf jeden Fall bei manch einer Erzählung überrascht sein, bei anderen wird man aus dem Lachen nicht mehr herauskommen und bei nochmal anderen wird man denken "Genau das habe ich auch schon so erlebt."

Mir persönlich fehlt noch die Geschichte eines Trainers um das Buch perfekt zu machen und ich könnte mir vorstellen, dass man vielleicht etwas überfordert sein könnte, wenn man sich noch nie mit Handball beschäftigt hat. Aber einem begeisterten Ab-und-Zu-Zuschauer wie mir ist es nicht schwer gefallen, die Begriffe zu verstehen und den Erzählungen zu folgen.

In diesem Sinne: Es macht einfach "Bock auf Handball" dieses Buch zu lesen :)

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Veröffentlicht am 01.01.2024

Remedies Act

VITA
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Der Roman VITA von Christina Dalcher hat die Todesstrafe zum Thema. Die Hauptfrage ist die Berechtigung dieser und die Konsequenzen bei falsch gefällten Urteilen. Das Buch erzählt zwei Geschichten: Zum ...

Der Roman VITA von Christina Dalcher hat die Todesstrafe zum Thema. Die Hauptfrage ist die Berechtigung dieser und die Konsequenzen bei falsch gefällten Urteilen. Das Buch erzählt zwei Geschichten: Zum Einen die eines zur Todesstrafe Verurteilten, der seine Gedanken in der Todeszelle aufschreibt und damit seine Geschichte erzählt und zum Zweiten die der Richterin, die diesen Mann zum Tode verurteilt hat. Dabei hatte Justine geschworen, niemals einen Menschen in den Tod zu schicken; sie ist eigentlich eine strenge Gegnerin der Todesstrafe und hat damals den Remedies Act mit ausgehandelt. Wie kam es also so weit, dass diese Frau auf einer Exekution beharrt?!

Das Thema des Buches finde ich sehr spannend und auch, wie es dazu kommt, dass ein Mensch ein solches Strafmaß fordert wird teilweise verständlich dargelegt. Eine Sache stört mich an der Ausgestaltung aber enorm: Die Gegner der Todesstrafe begründen ihre Meinung nur mit einem einzigen Argument: Die Todesstrafe ist unwiderruflich und das Urteil kann nicht zurückgenommen werden. Es wird aber nicht an einer Stelle in den Raum geworfen, dass es einfach unmenschlich ist und kein Mensch - egal welche schrecklichen Dinge er auch getan haben mag - ein solches Schicksal verdient! Dies ist natürlich meine ganz persönliche Meinung, ich hätte mir aber einfach eine mehrschichtige Betrachtung im Buch gewünscht, sodass mehrere Argumente und mehrere Sichtweisen geschildert werden.

Besonders spannend war für mich die Geschichte des zum Tode Verurteilten und dessen Gedanken. Diese bekamen vor allem am Ende des Buches ihren Raum und sind für mich nachvollziehbar. Justines Entscheidungen dagegen sind die einer verzweifelten und getriebenen Frau, sodass sie nicht mit rationalem Blick zu verstehen sind. Das ist ein weiterer Kritikpunkt, der allerdings meiner persönlichen Vorliebe geschuldet ist.

Insgesamt konnte mich VITA leider nicht überzeugen. Dennoch sehe ich auch positive Aspekte und man kommt auf jeden Fall selbst ins Nachdenken und bildet sich beim Lesen eine eigene Meinung zum Thema Todesstrafe.

Hier noch ein treffendes Zitat aus dem Buch:

"“Es gibt nur eins, was unanfechtbar ist. Nur eines auf dieser Welt ist unwiderruflich.“ „Der Tod. Der Tod ist unwiderruflich. Er ist absolut.“"

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Veröffentlicht am 22.12.2023

„Weißt du, wenn man anfängt, Glück zu inszenieren, flüchtet es.“

Literally Love 1. Paperthin Touch
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Der YA-Roman Paperthin touch von Tarah Keys erzählt einen Roman im Roman. Hauptprotagonisten sind Clio, eine Lektorin mit Leib und Seele, die den Auftrag bekommt, ein Buch von Starautor Bryn Spurling herauszubringen. ...

Der YA-Roman Paperthin touch von Tarah Keys erzählt einen Roman im Roman. Hauptprotagonisten sind Clio, eine Lektorin mit Leib und Seele, die den Auftrag bekommt, ein Buch von Starautor Bryn Spurling herauszubringen. Diesem Autor wird allerdings wenig Gutes nachgesagt. Doch Clio wäre nicht Clio, wenn sie so leicht aufgeben würde.

Es entwickelt sich eine spannende Konversation zwischen den beiden "Buchmenschen", bei der ich ständig schwankte zwischen "Dauergrinsen", "positivem Entsetzen" und "Mir-selbst-über-die-Themen-Gedanken-machen". Für mich ist es eine perfekte Mischung und der locker-leichte und dennoch packende Schreibstil der Autorin hat diesen Eindruck nur noch verstärkt.

Der Aufbau des Romans ist sehr abwechslungsreich gestaltet. Momente, die Clio und Bryn erleben wechseln sich mit Szenen aus Bryns Buch ab, sodass man als Leser im Prinzip zwei Geschichten in einer liest. Zudem sind zu jedem Kapitel kurze Sprüche angegeben, die sehr gut zum Inhalt des jeweiligen Abschnitts passen und die Struktur nochmals auflockern.

Die Liebesgeschichte steht zwar im Vordergrund, spielt allerdings nicht alleine eine Rolle, sondern steht neben ganz anderen Themen, die ebenfalls ausführlich behandelt werden. Für mich persönlich wirklich eine perfekte Mischung und definitiv ein Jahreshighlight!

Hier noch meine Lieblingszitate (es sind ein paar mehr geworden, ich konnte mich einfach nicht entscheiden...):

"Aber eben nur auf diese Weise relevant füreinander gewesen waren: in Erinnerungen."
"“In der Liebe geht es sehr stark ums Timing.“ [...] „Und ich dachte immer, es geht um Verantwortung und Zusammenhalt. Um das Vertrauen, dass der Mensch, der dich liebt, dich nie im Stich lassen wird.“"
"Es gibt in manchen Punkten so was wie „die Buchcommunity“ nicht – nur eine Menge unterschiedlicher lesender Menschen."
"Es gab Momente, in denen man nachdenken konnte, und das hier war keiner davon."
"Lesen heißt, die Welt für eine Weile auf stumm schalten."

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Veröffentlicht am 02.12.2023

"Schein"welt?!

Worlds Collide
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Der YA-Roman Worlds collide von Anabelle Stehl erzählt die Geschichte von Fiona, einer bekannten Beauty-Influencerin. Sie befindet sich momentan auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, bis Demian ein Video rausbringt, ...

Der YA-Roman Worlds collide von Anabelle Stehl erzählt die Geschichte von Fiona, einer bekannten Beauty-Influencerin. Sie befindet sich momentan auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, bis Demian ein Video rausbringt, das alles zerstört. Als die beiden dann in Folge aufeinander treffen, kann es nur zum großen Knall kommen, oder?

Diese Geschichte entführt den Leser in die Welt der Influencer und Youtuber. Dabei werden nicht nur die positiven Seiten angesprochen, sondern auch auf die Schnelllebigkeit dieses Metiers eingegangen, im Zuge welcher man von jetzt auf gleich "out" sein kann - egal, ob die Gerüchte nun stimmen oder nicht.

Auch wenn dies nicht wirklich meine Welt ist, war es spannend, diese vielschichtigen Einblicke zu erhalten und gemeinsam mit Fiona und Demian alle Höhen und Tiefen mitzuerleben. Besonders die große Reflektiertheit der Protagonisten hat mich beeindruckt - davon könnten sich viele reale Menschen eine Scheibe abschneiden...

Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig zu lesen und zieht den Leser direkt mitten in die Geschichte hinein. Die Kapitel sind abwechselnd aus den Perspektiven von Fiona und Demian erzählt, sodass man tiefere Einblicke in beide Perspektiven erhält und oftmals mehr Informationen hat, als die Charaktere selbst.

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