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Veröffentlicht am 04.05.2024

Über Glaube, Kultur und die Beziehung zur Mutter

Zuckerbrot
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Schon beim Anblick des wunderschönen Covers tauchen wir ein in die Kultur der Punjabi. Die zarten Ornamente im Hintergrund erinnern an Henna-Zeichnungen. Mutter und Tochter auf dem Cover schauen zufrieden ...

Schon beim Anblick des wunderschönen Covers tauchen wir ein in die Kultur der Punjabi. Die zarten Ornamente im Hintergrund erinnern an Henna-Zeichnungen. Mutter und Tochter auf dem Cover schauen zufrieden und sind einander zugewandt, was ich sehr schön finde.

Protagonistin der Geschichte ist die 10-jährige Pin. Sie lebt mit ihren Eltern in einer kleinen Wohnung inmitten des multikulturellen Stadtstaats Singapur. Gemeinsam mit der Schülerin tauchen wir ein in das Treiben der Stadt und lernen viel über die indisch-stämmige Bevölkerung, über das Miteinander und Gegeneinander der Menschen, über Rassismus, Kultur und Religion.

Eines Tages zieht Pins Großmutter bei der Familie ein und stellt alles auf den Kopf. Nicht zuletzt weil aufgrund einer Familientragödie aus der Vergangenheit die Beziehung zwischen Mutter und Großmutter angekratzt ist.

Besonders eindrucksvoll fand ich die Überlegungen Pins zu Gott. Der kindliche Blick auf den Glauben, die Überzeugungen und Zweifel fand ich sehr eindringlich geschildert und gut nachvollziehbar.

Darüber hinaus haben mir die Bilder und Symbole sehr gut gefallen, insbesondere die Rolle des Essens und welche Verknüpfung zwischen der aktuellen Gefühlslage und den Mahlzeiten bzw. den Zutaten hergestellt wurden.

Es ist ein schönes Buch, das sich viel Zeit nimmt um die Gefühle der Beteiligten und das grundsätzliche Leben der Familie, das Miteinander und die Konflikte zu beschreiben. Mir persönlich ging es vielleicht insgesamt ein bisschen zu langsam voran auf dem Weg zum erzählerischen Höhepunkt. Insgesamt aber ein wirklich schönes, emotionales und auch trauriges Buch, das einen mitnimmt in eine ganz andere Kultur und wertvolle Einblicke ermöglicht.

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Veröffentlicht am 03.05.2024

Düstere Welt voller Dämonen und Magier - grandios gelesen

Stadt der Dämonen
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Dass dieses Hörbuch ein Hörgenuss wird wusste ich nach den ersten beiden Sätzen. Tim Gössler war mir bisher noch nicht begegnet und hat es gleich auf meine Favourites-Liste geschafft. Seine warme, tiefe ...

Dass dieses Hörbuch ein Hörgenuss wird wusste ich nach den ersten beiden Sätzen. Tim Gössler war mir bisher noch nicht begegnet und hat es gleich auf meine Favourites-Liste geschafft. Seine warme, tiefe Stimme passt hervorragend zu dem Buch und den Charakteren. Mit einer Vielfalt an Stimmfarben, seiner stimmlichen Interpretation der verschiedenen Personen und auch seiner Fähigkeit, die spannende, düstere und zuweilen brutale Handlung der Geschichte zu vermitteln, hat er mich von der ersten Sekunde an gefesselt.

Wir befinden uns sehr passend in Las Vegas - der Stadt der Sünde. Magier und Gangster Daniel Faust wird von einem älteren Herrn um Hilfe gebeten, seine Enkelin wird vermisst. Daniel macht sich auf die Suche nach dem Mädchen und findet sich schnell inmitten einer riesigen Verschwörung wieder.

Gekonnt nimmt der Autor uns mit auf eine Reise in die verruchten Ecken der Stadt, wo sich allerhand übernatürliche Wesen wie Dämonen und Magier tummeln. Die Spannung nimmt stetig zu und unserem Protagonisten wird einiges abverlangt. Dabei geht es sowohl bei der Handlung als auch verbal durchaus zur Sache und der Hörer muss sich auf die ein oder andere brutale Szene gefasst machen.

Mir hat besonders gut gefallen, dass der Autor mit den Begriffen Gut und Böse spielt und man merkt, dass eine Zuordnung der Handelnden in diese beiden Kategorien nicht so ohne weiteres möglich ist. Darüber hinaus macht es Spaß, wenn Elemente (Las Vegas, Musik, Filme etc.), die man kennt und in die Jetztzeit gehören, mit phantastischen Elementen kombiniert werden. Aus meiner Sicht steigert das realistische Setting die Anspannung beim hören noch etwas.

Mich hat das Hörbuch hervorragend unterhalten und ich freue mich auf die Fortsetzung mit Dan & Co. - eine Empfehlung für alle, die mit Brutalität umgehen können und Spaß an düsteren Thrillern mit Fantasy-Elementen haben.

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Veröffentlicht am 02.05.2024

Chinesische Schauergeschichten ausdrucksstark illustriert

Dao - Der Weg
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„Dao - Der Weg“ der chinesischen Tuschemalerin Cai mogu de Sima gonggong ist ein Kunstwerk. Das Buch ist sehr hochwertig und in einem großen Format (DIN A4) aufgelegt und wird der künstlerischen Qualität ...

„Dao - Der Weg“ der chinesischen Tuschemalerin Cai mogu de Sima gonggong ist ein Kunstwerk. Das Buch ist sehr hochwertig und in einem großen Format (DIN A4) aufgelegt und wird der künstlerischen Qualität dieses chinesischen Comics absolut gerecht. Es ist zweisprachig umgesetzt - in Chinesisch und Deutsch und enthält auch einige sehr hilfreiche Kommentare des Übersetzers.

Das Buch richtet sich an Erwachsene und ich denke, das ist auch angemessen. Inhaltlich erzählt das Buch alte Legenden und Schauergeschichten aus der Zeit der Qing-Dynastie, die den Kindern erzählt wurden, um sie zu größerem Gehorsam zu erziehen. Die Geschichten sind durchweg sehr düster und teils grausam, was sich auch in den finsteren Illustrationen widerspiegelt. Diese zeigen Geister, Dämonen und bedrohliche Menschen sowie den Protagonisten „Feuerwiesel“ und seine Freunde, die es mit diesen aufnehmen.

Hier und da sind durchaus deutliche Parallelen mit unseren Märchen erkennbar (z.B. mit Rotkäppchen, Der Wolf und die sieben Geißlein oder Hänsel und Gretel), wobei ich sagen würde, dass die Bedrohung hier noch weiter auf die Spitze getrieben wird. Und auch in diesen Manuhas lassen sich Botschaften finden.

Ein tolles Werk und ein spannender Einblick in eine andere Kultur, die in der Tradition von Überlieferungen doch Ähnlichkeiten mit denen aus unserem Kulturkreis aufweist.

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Veröffentlicht am 29.04.2024

Verzwackter Fall für Privatermittler Wilde

Der Junge aus dem Wald
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Ein Mädchen verschwindet spurlos und ein Mitschüler bittet seinen Patenonkel - Privatermittler Wilde - um Hilfe. Das Mädchen war ein hoffnungsloses Mobbingopfer an der Schule, doch nach und nach zeigt ...

Ein Mädchen verschwindet spurlos und ein Mitschüler bittet seinen Patenonkel - Privatermittler Wilde - um Hilfe. Das Mädchen war ein hoffnungsloses Mobbingopfer an der Schule, doch nach und nach zeigt sich, dass der Fall weit komplexer ist, als ursprünglich gedacht.

Ich mag sie ja, diese ganz besonderen Ermittler in Thrillern. Die Typen, die Ecken und Kanten haben, denen das Leben schon ordentlich die ein oder andere Breitseite verpasst hat. Und deren Hintergründe, Psychologie und Lebensgeschichte dem Leser erst im Verlauf der Reihe nach und nach offenbart wird. Menschen, die kämpfen müssen und die trotz allem stark sind und für die Schwachen einstehen. So gesellt sich mit Wilde neben Will Trent (Karin Slaughter) und Cyrus Haven (Michael Robotham) nun noch so ein einzigartiger Charakter auf meine Favourites Liste.

Wilde wurde als Kind im Wald aufgegriffen, wo er sich scheinbar seit Monaten wenn nicht Jahren alleine durchgeschlagen hat. Bis heute ist unklar, was ihm passiert ist und wo er herkommt. Die Zeit hat ihn geprägt und so bringt er einige besondere Verhaltensweisen aber auch Fähigkeiten mit, die ihm bei seiner Arbeit durchaus auch mal behilflich sind.

Doch auch die weiteren Charaktere in dem Buch konnten mich überzeugen und mich mit vielen schlagfertigen und teils witzigen Dialogen unterhalten. Nicht zuletzt Wildes enge Vertraute und erfolgreiche Anwältin Hester. Eine wunderbar direkte, selbstbewusste und schlagfertige Frau.

Der Fall ist bis zum Schluss spannend und man wird durchaus das ein oder andere Mal überrascht. Insgesamt ein Buch, das mich durchweg gefesselt hat und das ich zügig gelesen habe. Insbesondere der Protagonist hat meine Sympathien gewonnen und ich bin sehr neugierig, im zweiten Teil der Reihe mehr über seine Vergangenheit zu erfahren.

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Veröffentlicht am 25.04.2024

Gelungener Reihen-Auftakt

Nikki King: Verfuchst noch mal!
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In „Nikki King: Verfuchst noch mal!“ lernen wir die Tierwandlerin Nikki, ihren neu gewonnenen Freund Jaro und den lustigen Hamster Gurke kennen. In diesem ersten Band entdeckt Nikki gerade selbst erst, ...

In „Nikki King: Verfuchst noch mal!“ lernen wir die Tierwandlerin Nikki, ihren neu gewonnenen Freund Jaro und den lustigen Hamster Gurke kennen. In diesem ersten Band entdeckt Nikki gerade selbst erst, welches Geheimnis in ihr schlummert und welche Fähigkeiten damit einhergehen.

Nikki ist eine sehr sympathische Protagonistin, die man sehr einfach ins Herz schließen kann. Sehr gut gefallen hat mir, das mit der Tierwandlerin Nikki mal eine Fähigkeit aus der Fantasy-Welt in Kinderbücher Einzug hält, die jenseits von Einhörnern, Feen und Zauberei angesiedelt ist.

Die Illustrationen sind wirklich gelungen. Die oft großflächigen und insgesamt sehr farbenfrohen Bilder zeichnen sich durch einen großen Einfalls- und Abwechslungsreichtum aus. So lässt die Illustratorin immer wieder verschiedene Gestaltungselemente - wie Pfeile, Sprechblasen oder den Comic ähnlichen Einschub von Begriffen/„Sounds“ wie Tataaa oder Wuuuusch - einfließen. Diese sollten den jungen Leser auch über das reine Betrachten der Bilder hinaus motivieren und unterhalten.

Dies in Kombination mit den kurzen Sätzen und der großen Schrift macht das Buch zu einem gelungenen Abenteuer für Leseanfänger. Sowohl Spannung als auch Humor kommen dabei nicht zu kurz.

Allzu schnell sind wir schon am Ende des Buches angekommen und sehr gespannt, welche Abenteuer das Trio noch erleben wird. Zumal da ja auch noch das ein oder andere Geheimnis aufzuklären wäre - z.B. was es mit den Augen im Gebüsch auf sich hat.

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