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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.04.2026

Hoch aktuell und spannend

Die Stockholm-Protokolle
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Die Stockholm Protokolle ist ein super spannender und brisanter Polit-Thriller, der top aktuelle Themen aufgreift. Politikjournalistin Julia stößt bei ihren Recherchen auf ein Wespennest und merkt schnell ...

Die Stockholm Protokolle ist ein super spannender und brisanter Polit-Thriller, der top aktuelle Themen aufgreift. Politikjournalistin Julia stößt bei ihren Recherchen auf ein Wespennest und merkt schnell was es heißt, sich mit der mächtigen Elite des Landes anzulegen. Als dann auch noch ihr Ehemann Alfred überraschend zum neuen Pressesprecher des Ministerpräsidenten ernannt wird, ist klar, dass hier mehr dahinter steckt.

Das Buch hat alles, was ein mitreißender Polit-Thriller braucht: Intrigen, Machtgehabe, politische Spielchen und Geklüngel, eine Wand des Schweigens und mitten drin ein Ehepaar, das die Wahrheit aufdecken und sich und die Familie aus der Schusslinie retten will.

Man merkt den politischen und journalistischen Hintergrund des Autorenduos sehr deutlich. Die Vorgänge innerhalb des Machtapparats, das Vorgehen der Presse - all das ist erschreckend aber super authentisch beschrieben. Das Buch ist schon nicht ohne - man muss sich in die Verstrickungen reinlesen und mit den ganzen Namen und Verdächtigungen auseinandersetzen, aber es lohnt sich. Der Fall ist einfach super spannend und ich konnte kaum aufhören zu lesen.

Für Fans von politischen Thrillern gibt es von mir eine Empfehlung. Ich denke, wir dürfen auf mehr von diesem Autorenduo hoffen.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Wichtige Themen

Amokalarm
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Das Buch „Amokalarm“ richtet sich an jugendliche Leser und das merkt man beim Lesen auch sehr deutlich. So nutzt der Autor fast durchgängig - außer wenn Erwachsene zu Wort kommen - die aktuelle Jugendsprache. ...

Das Buch „Amokalarm“ richtet sich an jugendliche Leser und das merkt man beim Lesen auch sehr deutlich. So nutzt der Autor fast durchgängig - außer wenn Erwachsene zu Wort kommen - die aktuelle Jugendsprache. Die Authentizität dieser Sprache kann ich nicht verifizieren, aber sie macht auf mich einen sehr realistischen Eindruck. Allerdings hat sie mir auch das Lesen sehr erschwert. Man muss sich wirklich darauf einlassen.

Inhaltlich greift das Buch eine Reihe wirklich wichtiger Themen auf: Depressionen, Orientierungslosigkeit während der Pubertät, erste Liebe, Manipulation und Machtausübung gegenüber Schutzbefohlenen… Das sind wirklich sehr aktuelle Themen und ich finde es gut, dass diese hier auf Augenhöhe präsentiert und die Gedankenwelt eines Jungen sehr intensiv und emotional nah geteilt wird.

Verwirrt haben mich die Kapitelüberschriften. Es finden viele Zeitsprünge statt, was in Bezug auf den Spannungsbogen auch ein gutes Stilmittel ist. Die Verwendung von „vorher“ neben „davor“ und „jetzt“ macht für mich aber nur bedingt Sinn. Ich glaube, die Verwendung von klaren Daten oder aussagekräftigeren Formulierungen wären hilfreich gewesen.

Für mich war das Buch ein interessanter Ausflug in die Lebensrealität Heranwachsender. Die Themen sind sicherlich noch so aktuell wie zu meiner Jugend, aber sprachlich konnte es mich nicht abholen. Ich sehe hier aber durchaus das Potential, die eigentliche Zielgruppe auf diese Weise gut zu erreichen.

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Bitte mehr von Bob Oz

Minnesota
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Es ist mir ehrlich gesagt etwas schwer gefallen in das Hörbuch reinzukommen, aber als ich dann einmal drin war, konnte mich der Autor voll abholen und überzeugen.

Besonders gefallen haben mir die Charaktere ...

Es ist mir ehrlich gesagt etwas schwer gefallen in das Hörbuch reinzukommen, aber als ich dann einmal drin war, konnte mich der Autor voll abholen und überzeugen.

Besonders gefallen haben mir die Charaktere - insbesondere Protagonist Bob Oz - und die stilistischen Mittel des Autors.

Bob Oz, der sich selbst als „Arschloch“ bezeichnet eckt an, bei den Frauen aber auch beruflich. Ich empfand ihn als einen sehr authentischen Charakter. Als einen Mann, der durch Schicksalsschläge gebeutelt durchs Leben driftet und dabei weder auf sich noch auf andere achtet. Diese vielleicht nicht sehr sympathische aber menschliche Seite macht ihn sehr interessant und sein Verhalten oder Dialoge unvorhersehbar.

Die Erzählweise des Autors gefällt mir sehr. Er hat eine ganz tolle Art, Bilder vor meinem Auge entstehen zu lassen und Dinge zu suggerieren. Dann löst er die Situation auf und man hat das Gefühl er grinst einen an und sagt „Was dachtest Du denn?“ Und man fühlt sich etwas ertappt. So schafft er es auch ganz gut, einen in die Irre zu führen.

Inhaltlich hat das Hörbuch neben dem spannenden Fall einiges zu bieten - im Zentrum steht das Thema der sehr freizügigen Waffengesetze in den USA. Aber auch andere Themen werden aufgegriffen und auf eine sehr einfühlsame Art besprochen … z.B. das Thema Einsamkeit. Hierfür nimmt der Autor sich Zeit und Raum, für mich hat das gut gepasst.

David Nathan ist ein toller Hörbuchsprecher. Er hat eine sehr charismatische Stimme und ich lausche ihm gerne - das war auch bei diesem Hörbuch wieder der Fall. Er kann Charakteren sehr gut Individualität verleihen und liest unaufgeregt aber so, dass man gerne dabei bleibt.

Ich empfehle Minnesota gerne weiter und freue mich auf den (hoffentlich) nächsten Fall mit Bob Oz.

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Rasanter Thriller

Tödliche Freundinnen
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Das Buch startet gleich super spannend, mit vielen Fragezeichen und in einer absoluten Ausnahmesituation. Und rasant geht es weiter. Es gibt eine bedrohliche Ausgangssituation und zwei starke Protagonistinnen, ...

Das Buch startet gleich super spannend, mit vielen Fragezeichen und in einer absoluten Ausnahmesituation. Und rasant geht es weiter. Es gibt eine bedrohliche Ausgangssituation und zwei starke Protagonistinnen, über deren Leben, Geheimnisse, sehr verschiedene Hintergründe und Verbundenheit der Leser im Verlauf der Geschichte immer mehr erfährt. Mir haben die beiden - Chloe und Mel - mit ihren Ecken und Kanten und ihrer Unkonventionalität gut gefallen.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen, da er aus dem typischen Thriller-Raster rausfällt und anstatt dessen mal eine originelle, andere Geschichte erzählt. Und weil hier die Grenzen zwischen schwarz und weiß, richtig und falsch ordentlich verschwimmen.

Erzählt wird schnell, in wechselnden Perspektiven, mit Zeitsprüngen und der ein oder anderen Wendung, die doch überraschend kam. Wer das mag wird hier spannende Unterhaltung finden.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Hätte mehr Horror erwartet

REM
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Gestalterisch ist das Buch wirklich ein Highlight und erfüllt vollkommen meinen Anspruch an ein Horror-Buch. Das Cover ist sehr eindringlich, nimmt einen gefangen und ist auch haptisch wirklich sehr gut ...

Gestalterisch ist das Buch wirklich ein Highlight und erfüllt vollkommen meinen Anspruch an ein Horror-Buch. Das Cover ist sehr eindringlich, nimmt einen gefangen und ist auch haptisch wirklich sehr gut umgesetzt. Auch im Buch selbst sind einige düstere, skizzierte Illustrationen, welche Elemente aus den Alpträumen der Charaktere aufgreifen und die das Buch definitiv aufwerten.

Inhaltlich wurde ich in Bezug auf das Horror-Versprechen leider etwas enttäuscht. Vielleicht bin ich schon zu abgebrüht, aber ich hätte definitiv Gänsehautmomente und eine richtig dichte, düstere Atmosphäre erwartet. Leider konnte mich die Geschichte dahingehend nicht so richtig packen.

Die Idee an sich ist richtig spannend. Insgesamt finde ich Träume interessant und in diesem Bereich die Phantasie spielen zu lassen ist definitiv eine coole Idee, auch wenn das Buch hier noch etwas tiefer hätte einsteigen können.

Der Roman lässt sich super schnell weg lesen. Er ist nicht sehr lang und wechselnde Perspektiven, der eingängige Schreibstil und die immer kürzer werdenden Kapitel sorgen für ordentlich Tempo. Die Story an sich hat mir gefallen, auch wenn sie am Ende vielleicht etwas überdreht.

Ich würde sagen für Horror-Anfänger, die bisher wenig Kontakt mit „bösen Thrillern oder Horror“ hatten, könnte REM vielleicht ein guter Einstieg sein. Für echte Fans von Grauen, Thrill und Nervenkitzel dürfte es eher enttäuschend sein.

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