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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.05.2025

Eine tief bewegende Geschichte

Eine Welt nur für uns
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„Eine Welt nur für uns“ konnte mich komplett überzeugen. Es erlaubt uns einen Blick auf die letzten Monate des Krieges und die erste Nachkriegszeit in Frankreich und erzählt von den freiwilligen französischen ...

„Eine Welt nur für uns“ konnte mich komplett überzeugen. Es erlaubt uns einen Blick auf die letzten Monate des Krieges und die erste Nachkriegszeit in Frankreich und erzählt von den freiwilligen französischen Helfern und nicht ganz so freiwilligen deutschen Kriegsgefangenen, die gemeinsam unter Lebensgefahr Frankreichs Küste entminen mussten.

In dieses Setting voller Feindschaft, Hass und Schuld setzt die Autorin die verzweifelte Suche eines Soldaten nach seiner großen Liebe. Und so schafft sie es mit ihrem wunderschönen Erzählstil eine tragische Geschichte zu erzählen, die ganz viele Themen transportiert und doch auch einen zarten Hoffnungsschimmer auf Zukunft und Versöhnung enthält.

Für mich war dieses Buch eine ganz besondere Leseerfahrung mit starken, vielschichtigen und tiefgründigen Charakteren. Anhand verschiedener Einzelschicksale, die gekonnt miteinander verwoben werden, entsteht ein Gesamtbild der 1940er Jahre. Dabei kommen Trauer, Verzweiflung, Traumata und die Hoffnung auf Leben sehr gut zum Tragen.

Es ist ein sehr berührendes Buch, das (aus deutscher Sicht) mal einen anderen Blick auf das Kriegsende wirft und das sehr deutlich macht, dass es im Krieg keine Gewinner gibt. Es behandelt keine einfachen Themen, ist aber wunderschön geschrieben und lohnt sich.

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Veröffentlicht am 25.05.2025

Spannend, überraschend, magisch

Dragons in Secret - Jadeblut
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Dragons in Secret konnte mich komplett abholen. Die Geschichte um Ashley, die an ihrem 21. Geburtstag erfährt, dass sie ein Drache ist, überzeugt mit einer absolut durchdachten Storyline, überraschenden ...

Dragons in Secret konnte mich komplett abholen. Die Geschichte um Ashley, die an ihrem 21. Geburtstag erfährt, dass sie ein Drache ist, überzeugt mit einer absolut durchdachten Storyline, überraschenden Enthüllungen und einer faszinierenden Welt voller Magie.

Das Worldbuilding ist wirklich perfekt gelungen - eingebettet in unsere moderne Welt befindet sich hinter Täuschungs- und Verhüllungszaubern die geheime Welt der Drachen. Eine Gesellschaft mit einer weit zurück reichenden Geschichte, die noch einige Geheimnisse verbirgt.

Bedroht von den Drachenjägern erlebt Ashley auf der Suche nach ihrer Bestimmung einige gefährliche Abenteuer. Zum Glück hat sie loyale und mutige Helfer an ihrer Seite. Gemeinsam enthüllen sie die ein oder andere Überraschung, die auch für mich als Leserin unerwartet kamen.

Die eingeführten Charaktere haben mir bisher gut gefallen. Sie bringen verschiedene Aspekte und Fähigkeiten in die Handlung ein und man darf sich auch über eine ordentliche Prise Humor freuen. Sehr erfrischend und angenehm fand ich in diesem Zusammenhang, dass es zwar durchaus zwischenmenschliche bzw, zwischendrachliche Anziehungskräfte und Neckereien gab, die Geschichte bisher aber ohne Liebesgeschichte auskam. Der Fokus lag hier klar auf Ashleys Entwicklung und der Entdeckung der Welt und der Magie, was mir sehr gefallen hat.

Für Freunde von Drachen und magischen Welten eine absolute Empfehlung. Aus meiner Sicht ein rundum gelungener Auftakt, dessen Ausgang klar macht, dass das gerade erst der Anfang war.

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Veröffentlicht am 25.05.2025

Neuauflage eines Buches aus den 1930er Jahren

Die Frauen von Cornwall
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Ich muss leider sagen, dass das kein Buch für mich war. Ich war bei der Auswahl nicht sehr aufmerksam und habe erst während des Lesens verstanden, dass es sich um ein Buch handelt, das in den 1930er Jahren ...

Ich muss leider sagen, dass das kein Buch für mich war. Ich war bei der Auswahl nicht sehr aufmerksam und habe erst während des Lesens verstanden, dass es sich um ein Buch handelt, das in den 1930er Jahren geschrieben wurde. Entsprechend opulent, distanziert und sehr berichtend war der Stil des Buches. Sicherlich muss man dieses Buch als Zeitzeugnis lesen und wer das mag, wird hier eine tolle Lektüre finden.

Auf jeden Fall kann ich anerkennen, dass hier für die Zeit teils sehr fortschrittlich denkende Persönlichkeiten entworfen wurden, die - eingeschränkt durch ein gesellschaftliches Korsett - mehr oder weniger erfolgreich versucht haben, ihren Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung auszuleben. Ich kam beim lesen aber insgesamt nicht gut zurecht und konnte mich nur langsam voran arbeiten.

Irreführend finde ich den Titel des Buches. Ich dachte, man begleitet hier weibliche Protagonistinnen, aber tatsächlich haben wir es mit zwei Frauen und zwei Männern zu tun. Dies ist natürlich ebenfalls spannend - aber ich hatte einen stärkeren Fokus auf der Rolle der Frau erwartet.

Daphne du Maurier ist sicherlich eine bedeutende und anerkennenswerte Frau und Autorin ihrer Zeit. Wer ihre anderen Werke kennt und schätzt findet in diesem ihren Debüt sicherlich eine Bereicherung. Ich persönlich konnte mich nicht darauf einlassen und mich entsprechend auch nicht damit anfreunden.

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Veröffentlicht am 24.05.2025

Vielversprechender Auftakt einer nordischen Saga

Die Skaland-Saga, Band 1 - A Fate Inked in Blood
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Das Buch konnte mich wirklich begeistern. Ich mag das nordische Setting sehr - die kühle und wilde Grundstimmung, machthungrige Jarls, Clan-Rivalitäten und die Einflüsse der Mythologie üben ihren ganz ...

Das Buch konnte mich wirklich begeistern. Ich mag das nordische Setting sehr - die kühle und wilde Grundstimmung, machthungrige Jarls, Clan-Rivalitäten und die Einflüsse der Mythologie üben ihren ganz besonderen, düsteren Reiz aus.

In diesem Setting begegnen wir einer jungen Frau, die aufgrund ihrer Herkunft und ihres vorhergesagten Schicksals mehr Spielball als selbstbestimmte Person ist. Ich fand ihre inneren Kämpfe und ihre Zerrissenheit zwischen den Erwartungen anderer und ihren eigenen Wünschen und Träumen sehr gut dargestellt. So ist sie nicht (nur) die Kämpferin, die sich problemlos allen Herausforderungen stellt, sondern durchaus auch ein Mensch, der Zweifel und Schwäche zeigen kann und Fehler macht.

Sehr gut hat mir auch die Einflechtung von Götterglaube/Mythologie und Magie gefallen. Hier hat die Autorin eine sehr originelle und spannende Idee entwickelt und gekonnt in ihre Erzählung eingeflochten.

Auch die verbotene Liebesgeschichte hat mir gefallen, auch wenn es für mich am Ende etwas übertrieben wurde mit dem Spice. Aber das ist Geschmacksache.

Insgesamt auf jeden Fall eine stimmige und sehr spannende Geschichte, die eine fesselnde Fortsetzung verspricht. Potential ist auf jeden Fall einiges da, aus dem geschöpft werden kann.

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Veröffentlicht am 17.05.2025

Ganz anders als erwartet

Die Engel von Alperton
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Mich hat das Thema des Buches sehr interessiert, die Umsetzung dann aber leider schnell enttäuscht.

Erwartet hatte ich einen echten True Crime Fall, literarisch als Roman aufbereitet. Dies ist es aber ...

Mich hat das Thema des Buches sehr interessiert, die Umsetzung dann aber leider schnell enttäuscht.

Erwartet hatte ich einen echten True Crime Fall, literarisch als Roman aufbereitet. Dies ist es aber nicht. Es ist ein fiktiver True Crime Fall - was jetzt erstmal nicht schlimm ist - und der Roman zeigt auf, wie Recherche funktioniert. Es gibt also keine flüssig erzählte Geschichte sondern abwechselnd WhatsApp Chats/SMS, Briefe, Transkriptionen von Interviews und Gesprächen etc. Und das ist leider furchtbar anstrengend. Es gibt viele Wiederholungen, darüber hinaus enthält es auch Notizen, Literaturlisten, Listen mit interessanten Interviewpartnern, die einfach langweilig sind. Gerade zu Beginn habe ich immer wieder Seiten überblättert.

Nach hinten raus bekommt die eigentliche Handlung mehr Substanz und ich empfand es dann als etwas spannender, dafür wurde es aber auch abstruser und wie ich fand etwas überzogen.

Wäre ich jemand, der Bücher abbricht, hätte ich das nach 50-100 Seiten vermutlich in Betracht gezogen. So bin ich froh, dass ich es geschafft habe und die unerwarteten Wendungen alle mitbekommen habe.

Charakterlich gab es in diesem Buch keinen wirklichen Sympathen. Ganz im Gegenteil wurde hier das dreckige Recherche-Geschäft gezeigt. Wie Menschen wegen eines Interviews gejagt und Konkurrenten ausgestochen werden. Diesen Aspekt fand ich dann doch gelungen - wenn auch erschreckend.

Wer sich mit dem Erzählkonzept des Buches anfreunden kann wird hier zumindest eine überraschende und wendungsreiche Geschichte finden. Für mich war es leider nichts.

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