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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.02.2025

Aftershowparty mit Folgen

Fun
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Die Band nbl/nbl kommt für drei Konzerte in Lianes Heimatort. Ein Grund mehr für Liane, das Wochenende mit ihren zwei Freundinnen Frankie und Selina auf einem Hausboot auf der Müritz zu verbringen. Doch ...

Die Band nbl/nbl kommt für drei Konzerte in Lianes Heimatort. Ein Grund mehr für Liane, das Wochenende mit ihren zwei Freundinnen Frankie und Selina auf einem Hausboot auf der Müritz zu verbringen. Doch obwohl ihre Tochter Maila nicht auf Rock steht, bekommt Liane mit jeder Stunde mehr ein seltsames Gefühl. Denn die Rockband nbl/nbl steht aktuell groß in den Schlagzeilen. ‚Maler‘, der Sänger der Band, hat mit einem Interview für große Furore gesorgt und dem Drummer ‚Krass‘ wird eine Vergewaltigung vorgeworfen. Kann das Wochenende gut enden?

Bela B. Felsenheimer spricht mit dem Roman FUN vor allem die patriarchalen und toxischen Machtstrukturen an, die sich hier erschreckend häufig und geballt vorfinden.

Durch sage und schreibe 14 Perspektiven erleben wir den Roman, was auf den ersten Blick unfassbar unübersichtlich klingt, ist einfach nur sehr geschickt gemacht. Selten habe ich so viele Perspektiven gelesen - um ehrlich zu sein, vierzehn waren es noch nie - und das Buch dennoch übersichtlich, ausgereift und mit genug Tiefe empfunden! Allein dieser Fakt hat mich positiv überrascht. Die 14 Perspektiven werden auch nicht gleichermaßen fokussiert, manche Sichtweisen erleben wir nur für wenige Kapitel, andere stehen dafür größer im Fokus. Neben den Bandmitgliedern und vor allem der Bandmanagerin Miriam, steht Lianes Familie, also ihre Tochter Maila und ihr Mann Guido, im Fokus.

Der Klappentext selbst sagt nur sehr wenig über den Inhalt aus und lange ging ich davon aus, dass es in eine ähnliche Richtung schlagen wird wie Scharnow (das mich damals nicht wirklich abgeholt hatte). Erst kurz vor Release konnte man durch ein Interview das wichtige Thema des Buches erfahren und mit der Erwartung, wurde das Buch zu 100% seinen Erwartungen gerecht. An manchen Stellen war es mir sogar zu viel und ich hätte mir gerne einen kleinen (positiven) Gegenpol gewünscht und auch wenn nbl/nbl nur Fiktion ist, können wir uns bestens vorstellen, dass es so oder so ähnlich auch im wahren Leben vor sich geht.

Das Ende hat mich anfangs enttäuscht zurückgelassen, denn mir war es zu offen. Doch manchmal hilft es, wenn man ein paar Tage über Gelesenes nachdenkt und die Figur ‚Maler‘ und sein Ende sind vielleicht das, was der Roman der Gesellschaft an die Hand gibt.

FUN schafft es ein wichtiges Thema anzusprechen. Obwohl manche Gedankengänge absolut ekelerregend waren, konnte der Wortwitz des Autors die Geschichte insgesamt etwas auflockern, ohne dabei die Ernsthaftigkeit zu verlieren.

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Die Schattensucher

Royal Institute of Magic, Band 2 - Auf den Spuren des Schattensuchers
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Für Ben Greenwood und seinen Freund Charlie beginnt die Ausbildung am Royal Institute of Magic. Eigentlich haben die beiden 50 Tage Zeit bis ihre erste Prüfung ansteht, doch bereits am ersten Tag wird ...

Für Ben Greenwood und seinen Freund Charlie beginnt die Ausbildung am Royal Institute of Magic. Eigentlich haben die beiden 50 Tage Zeit bis ihre erste Prüfung ansteht, doch bereits am ersten Tag wird Ben von einem Dunkelelfen angegriffen und entgeht nur knapp dem Schwert. Galt der Angriff Ben oder hat er es auf die magische Rüstung Elizabeths, die auch Ben weiterhin sucht, abgesehen?

Auf den Spuren des Schattensuchers von Victor Kloss ist der zweite Teil der Royal Institute of Magic Reihe. Nachdem zwischen dem Lesen des ersten und zweiten Bands einige Wochen liegen, habe ich mich mit dem Anfang sehr schwer getan und musste erstmal wieder in die Geschichte reinfinden.

Dort angekommen empfand ich die Ausbildung, die Ben und Charlie am Institute aufnehmen aber sehr interessant erzählt und durch einen bildhaften Schreibstil kann man sich die beschriebene Welt sehr gut vorstellen. Besonders gefallen hat mir auch die Entwicklung Charlies, wohingegen ich die weiteren Mitschüler:innen eher schwach gezeichnet empfand.

Die Geschichte weist einige Höhepunkte und Spannungselemente auf, was das Lesen leicht macht und für spaßige Lesestunden sorgt. Einzige Kritik ist, dass ich ein paar Szenen nicht schlüssig fand und mir Auflösungen fehlten, dennoch freue ich mich schon jetzt auf den dritten Band.

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Wissenswertes über Fermente

52 wilde Fermente
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52 wilde Fermente von Alexis Goertz und Jonas Grube verschafft einen guten Überblick über das Thema Fermentieren. Die erste Hälfte des Buchs stellt einen ausführlichen Bericht über die Kultur des Fermentieren ...

52 wilde Fermente von Alexis Goertz und Jonas Grube verschafft einen guten Überblick über das Thema Fermentieren. Die erste Hälfte des Buchs stellt einen ausführlichen Bericht über die Kultur des Fermentieren dar und zeigt die wesentlichen Grundtechniken des Fermentierens auf.

Die zweite Hälfte des Buchs beschäftigt sich dann mit den 52 besonderen Rezepten, vom Apfel bis zum Waldmeister, sind viele gewöhnliche, aber auch ungewöhnliche Produkte dabei. Die 52 Rezepte richten sich nach den 52 Kalenderwochen, sodass jede Woche ein jahreszeittypisches Produkt vorgestellt und verarbeitet wird.

Auch durch die Beachtung der Jahreszeiten wirkt die Auswahl der Produkte sehr vielfältig, sodass verschiedene Geschmäcker getroffen werden und dadurch für jeden, der Interesse an fermentieren Lebensmitteln hat, was dabei sein kann. Die wenigen Fermente, die ich bisher getestet habe, ließen sich gut durch die Anweisungen herstellen und boten einen interessanten Geschmack.

Etwas umständlich fand ich die abstrakten Zeichnungen der Produkte, zwar befindet sich am Ende des Buches ein botanischer Überblick, den hätte ich mir jedoch bei den Rezepten gewünscht, denn bei unbekannten Produkten, waren auch die Zeichnungen nicht hilfreich.

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Veröffentlicht am 08.02.2025

Sommer 2006

Das Leben fing im Sommer an
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Sommer 2006, der 15-jährige Chris will nicht nur Fußballprofi werden, sondern endlich zu den coolen Kids gehören. Chris ist auf der Suche nach sich selbst, aber auch nach dem ersten Kuss und der ersten ...

Sommer 2006, der 15-jährige Chris will nicht nur Fußballprofi werden, sondern endlich zu den coolen Kids gehören. Chris ist auf der Suche nach sich selbst, aber auch nach dem ersten Kuss und der ersten großen Liebe und ausgerechnet Debbie, das schönste Mädchen der Schule, schenkt ihm plötzlich Interesse. Es beginnt eine emotionale Reise, bei der seine Freunde Salvo und Johnny immer an seiner Seite sind und auf einem nächtlichen Roadtrip mit Johnny, wird Chris vieles bewusst.

Das Leben fing im Sommer an ist ein Coming-of-Age-Roman des Fußballweltmeisters Chris Kramer. Zu Beginn des Romans werden alle Handlungen und Personen als frei erfunden angekündigt, der Protagonist ‚Chris Kramer‘, sein (fußballerische) Werdegang und auch das Gefühl einer authentischen Geschichte vermitteln dennoch das Gefühl, dass es sich hier um einen Roman mit autographischen Zügen des Autors handelt. Dieses Gefühl wird am Ende zudem durch die Danksagung bestätigt, weswegen ich die Ankündigung zu Beginn des Buchs etwas unglücklich finde, denn dadurch fand ich es lange merkwürdig, dass der Protagonist Chris Kramer heißt.

Chris Kramers Schreibstil wirkte authentisch und hat mich komplett in die Gefühlswelt des 15-jährigen Chris geworfen, die seine Ängste und Wünsche gut transportiert haben. Man spürte förmlich, wie Chris mit sich und seinem Sein in der Welt noch zu kämpfen hatte und wie er sich finden musste. Freundschaft und die erste Liebe sind ein großes Thema, Fußball nur eine kleine Nebensache und das obwohl sie doch einen großen Teil in Chris’ Leben einnahm, denn er hatte den Wunsch Fußballprofi zu werden. Da sich da Buch (größtenteils) jedoch nur auf drei Tage beschränkt und der Fokus eben nicht auf dem Fußball lag, hätte eine größere Erwähnung auch keinen wirklichen Platz gefunden, weswegen ich die Gewichtung durchaus nachvollziehen kann.

Besonders gefallen hat mir die Danksagung, die dem Roman - durch die erwähnten Parallelen - eine höhere Gewichtung gaben und dadurch alles nochmal persönlicher wurde.

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Veröffentlicht am 07.02.2025

Mücken, die zu Elefanten werden.

Neun Tage Wunder
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Anni ist sich sicher, dass sie in ihrem Nachmieter Lukas die Liebe ihres Lebens gefunden hat. Doch neun Tage später erkennt sie eine Wahrheit, die eine gemeinsame Zukunft unmöglich macht und Anni verlässt ...

Anni ist sich sicher, dass sie in ihrem Nachmieter Lukas die Liebe ihres Lebens gefunden hat. Doch neun Tage später erkennt sie eine Wahrheit, die eine gemeinsame Zukunft unmöglich macht und Anni verlässt nicht nur ihre alte Wohnung, sondern auch ihre Liebe des Lebens.

Zehn Jahre später ist Anni mit dem bekannten Schriftsteller Ben zusammen und lebt mittlerweile nicht mehr in München, sondern in Glückstadt. Gemeinsam mit Ben, seiner Tochter Lena und ihren Familienhund Fieps. Doch dann holt ihre Vergangenheit sie ein, denn Ben trifft auf Lukas und kommt Annis Geheimnissen verdammt nah.

Ich habe mich sehr auf Neun Tage Wunder von Kristina Moninger gefreut, da ich die Breaking-Waves-Reihe der Autorin geliebt und innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe. Doch leider kam ich nur sehr schwer in das Buch rein und konnte mit den Protagonisten keine richtige Beziehung aufbauen. Anni ging mir phasenweise sehr auf die Nerven, weil sie durch ihr Verhalten aus Mücken einen Elefanten macht und vieles mit ein bisschen Kommunikation schnell aus der Welt geschafft wäre. Ben und Lukas waren größtenteils hingegen liebenswert gestaltete Charaktere, wenngleich auch hier einige Aussagen seltsam waren. Diese Konstellation hat für mich jedoch auch dazu geführt, dass ich nicht unbedingt das Ende erreichen wollte, denn ein ‚Happy End‘ schien hier unmöglich.

Für mich war allerdings das größte Problem, dass ich die ganze Zeit das Gefühl hatte, dass ein ‚dunkler Schleier‘ über der Geschichte liegt. Möglicherweise einmal wegen des Wissens, dass ein ‚netter Kerl‘ am Ende nicht unbedingt glücklich sein wird, aber auch weil Lügen und Geheimnisse dauerpräsent waren und mir in diesem Maße - und wegen unnötigen Dingen - zu viel wurde. Besonders Maren war als Charakter anstrengend, nahm allerdings sehr viel Platz ein und am Ende wird ihre Geschichte leider auch nicht gänzlich aufgelöst.

Lena, Bens Tochter, war ein Lichtblick. Den Humor, den sie (in Kombination mit Ben und Anni) reingebracht hat, war ab und an wirklich erfrischend, wenngleich er aufgrund des ‚dunklen Schleiers‘ leider nicht häufig die Wirkung entfalten konnte.

Ich war kurz davor das Buch abzubrechen, allerdings hat mich brennend interessiert, wie es enden würde und das Ende hat noch einmal eine schöne Seite Bens gezeigt, die mir sehr gefiel und aufzeigt, was Liebe bedeutet. Die Auflösung des Neun Tage Wunders war passend für Anni, aber leider nur zum Kopfschütteln.

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