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Veröffentlicht am 09.01.2025

Komprimiertes Wissen!

Wieso? Weshalb? Warum? Erstleser, Band 16 - Gefährliche Tiere
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Der 16. Band der Wieso? Weshalb? Warum?-Reihe von Karin Müller beschäftigt sich mit dem Thema: Gefährliche Tiere und richtet sich vor allem an Erstleser:innen. Geschmückt wird das Buch nicht nur mit Fotografien ...

Der 16. Band der Wieso? Weshalb? Warum?-Reihe von Karin Müller beschäftigt sich mit dem Thema: Gefährliche Tiere und richtet sich vor allem an Erstleser:innen. Geschmückt wird das Buch nicht nur mit Fotografien mancher Wildtierarten, sondern auch mit Zeichnungen des Illustrators Stefan Richter.

Auf jeder Seite wird einer Frage nachgegangen, die Schriftgröße ist dabei optimal für Erstleser:innen und durch die Fotografien/Illustrationen wird das Gelesene nochmal bildlich gestützt. Insgesamt ist das Buch in vier Kapitel eingeteilt, die mit Leserätseln beendet werden und innerhalb der Kapitel nochmal in „Unterkapitel“ eingeteilt, die sich mit den verschiedenen Fragen beschäftigen.

Das Buch deckt eine sehr große Bandbreite an gefährlichen Tieren ab und beschränkt sich nicht nur auf eine Tierklasse, was zu einer sehr hohen Informationsdichte führt und auch neue Tierarten kennenlernen lässt. Gleichzeitig führt es aber auch dazu, dass viele Fragen offen bleiben, weil natürlich mehr über die Tiere gelernt werden möchte, als es wenige Sätze lehren können.

Als Erwachsene hätte ich das Thema wohl komprimierter, aber dafür detailreicher gewählt und auch ein paar Seiten mit Fokus auf die heimischen Tiere hätten das Thema nahbarer gemacht. Wenngleich ich das Erwähnen der Haustiere und deren Anzeichen, dass sie in Ruhe gelassen werden möchten, sehr gut und besonders wichtig empfinde, weswegen ich über diese Erwähnung positiv überrascht war.

Neben dem Buch gibt es auch die Möglichkeit, das Hörbuch zu hören. Die Einsprecher:innen haben das wirklich toll gemacht und es eignet sich super, um Erstleser:innen während ihres Lesens durch das Hörbuch zu unterstützen. Allerdings empfiehlt sich das Hörbuch auch nur zum gemeinsamen Lesen, als eigenständiges Hörbuch ist der Aufbau zu verwirrend bzw. die Informationsdichte zu hoch, um gedanklich hinterherzukommen.

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Veröffentlicht am 08.01.2025

Wahlfamilie

Wohnverwandtschaften
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Die Zahnärztin Constanze zieht nach ihrer Trennung von Florian in die Wohngemeinschaft von Anke, Jörg und Murat. Durch Constanzes Einzug verändern sich die Strukturen der Wohngemeinschaft und wir erleben ...

Die Zahnärztin Constanze zieht nach ihrer Trennung von Florian in die Wohngemeinschaft von Anke, Jörg und Murat. Durch Constanzes Einzug verändern sich die Strukturen der Wohngemeinschaft und wir erleben den Wandeln aus den Perspektiven der vier Erwachsenen, die alle einen unterschiedlichen Standpunkt zum Leben haben.

Isabel Bogdan schafft es in Wohnverwandtschaften allen vier Perspektiven eine unterschiedliche Stimme zu verleihen, sodass bereits aufgrund des Schreibstils offensichtlich wird, welche Perspektive wir lesen (alle Perspektiven sind jedoch auch deutlich gekennzeichnet). Der ständige Perspektivwechsel sorgt für eine gute Dynamik und wird durch Zwischenkapitel, in denen die WGler aufeinandertreffen aufgefrischt. Diese Aufeinandertreffen werden in Dialogform dargestellt und stellen meinen einzigen Kritikpunkt dar, denn sie waren mir an manchen Stellen zu plastisch.

Insgesamt konnte mich Wohnverwandtschaften aber positiv überraschen, da es nicht nur einen tollen Humor, vier interessante und unterschiedliche Charaktere, sondern auch eine tiefere Botschaft über den Zusammenhalt einer Gemeinschaft besitzt.

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Veröffentlicht am 08.01.2025

Odins Zorn

Racheritual
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Ravenkiller hinter Ginter bringt, bringt ihn der Fall an seine Grenzen und er quittiert bald den Polizeidienst. Baxter möchte sich zukünftig an seine eigenen Regeln halten und arbeitet nun mit einem kleinen ...

Ravenkiller hinter Ginter bringt, bringt ihn der Fall an seine Grenzen und er quittiert bald den Polizeidienst. Baxter möchte sich zukünftig an seine eigenen Regeln halten und arbeitet nun mit einem kleinen Team, um den Menschen in seiner Umgebung zu helfen und immer wieder wird er auch vom Police Department als Berater eingesetzt. Doch neun Jahre nachdem Baxter den Ravenkiller geschnappt hat, tauchen plötzlich neue Hinweise auf.

Racheritual von Ethan Cross ist der erste Band der Reihe um den neuen Ermittler Baxter Kincaid. Wie bereits vom Autoren gewohnt, ist auch dieser Reihenauftakt durch einen beständigen Perspektivwechsel und kurze Kapitel geprägt, was einen unheimlich gut durch die Seiten kommen lässt. Dennoch war vor allem das erste Drittel sehr zäh zu lesen, was unter anderem an den sehr detailliert Beschreibungen der nordischen Mythologie lag. Das Thema fand ich zwar durchaus interessant, dennoch hat es der Geschichte etwas an Tempo genommen.

Baxter Kincaid stehe ich aktuell noch zweigespalten gegenüber, er ist mir durchaus sympathisch, aber mir fehlten bisher die Kanten. Hingegen fand ich es Klasse, dass Cross mit Corin Campell eine Verbindung zu der Ackermann Reihe geschaffen hat und Corin war genau der Charakter den ich mir gewünscht habe. Corin Campell und Baxter Kincaid zusammen, haben für mich auf jeden Fall ein gutes Potenzial und Modi Hagen war der Charakter, den ich in diesem Fall am spannendsten fand und der eine gute Verbindung zwischen die einzelnen Stränge gebracht hat.

Der Fall selbst hat wenig Potenzial zum Miträtseln gehabt und dementsprechend wenige Twists, auf der Basis der nordischen Mythologie war es durchaus interessant, aber auch mit einigen Längen. Dennoch waren die einzelnen Charaktere, die Cross’ in dieser Gemeinde geschaffen hat, sehr spannend dargestellt.

Insgesamt war Racheritual ein guter Anfang, der jedoch vor allem beim Thema Spannung noch Luft nach oben hat. Gegen Ende konnte das Buch dennoch nochmal Tempo aufnehmen und es kam zu einem Twist, bei einem sehr kleinen Nebenstrang, mit dem ich null gerechnet habe und der mich so gut unterhalten konnte, dass ich letztendlich die 3,5 Sterne aufrunde.

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Veröffentlicht am 02.01.2025

Untergang des roten Fadens

Leuchten am Meeresgrund
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Brad Fox schreibt mit Leuchten am Meeresgrund über den Tiefseeforscher Charles William Beebe und seine ersten Tiefseeforschungen. Man merkt, dass der Autor sich ausführlich mit etlichen Quellen auseinandergesetzt ...

Brad Fox schreibt mit Leuchten am Meeresgrund über den Tiefseeforscher Charles William Beebe und seine ersten Tiefseeforschungen. Man merkt, dass der Autor sich ausführlich mit etlichen Quellen auseinandergesetzt hat, was überaus beeindruckend ist und viele interessante Aspekte anführen konnte. Dennoch war es am Ende mitunter die Masse an Informationen, die sich nicht mit dem Thema Tiefseeforschung vereinbaren ließen, die mir zu viel waren und keinen roten Faden erahnen ließen.

Der Schreibstil hat den Lesefluss erschwert, da er sehr poetisch und weniger ‚griffig‘ war. Die kurzen Kapitel fand ich hingegen positiv, auch wenn sie in diesem Fall nicht für einen schnelleren Lesefluss sorgen konnten, aber für benötigte Pausen, da das Gelesene verarbeitet werden musste und ich auch inhaltlich meinen Abstand zum Buch brauchte. Denn wie bereits erwähnt, gab es immer wieder Einwürfe, die für mich nicht in meine Erwartungen zum Buch (die Beschreibung einer Tiefsee-Expedition) gepasst haben.

Gut gefallen haben mir sämtliche Abbildungen, die das Gelesene verdeutlichen konnten und teilweise wirklich faszinierend waren. Doch als Gesamtwerk konnte Leuchten am Meeresgrund leider nicht meine Erwartungen erfüllen.

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Veröffentlicht am 31.12.2024

Tristes New York

Ein Winter in New York
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Iris möchte ihre Vergangenheit hinter sich lassen und zieht von England nach New York, dorthin wo ihre verstorbene Mutter einst die größten Träume hatte. Während Iris ein Straßenfest besucht, fällt ihre ...

Iris möchte ihre Vergangenheit hinter sich lassen und zieht von England nach New York, dorthin wo ihre verstorbene Mutter einst die größten Träume hatte. Während Iris ein Straßenfest besucht, fällt ihre eine außergewöhnliche Tür ins Auge, die ihr sehr bekannt vorkommt. Iris tritt in die Eisdiele ein, dort trifft sie auf Gio und seinem ganz besonderen Vanilleeis, denn auch das ist Iris sehr vertraut. Gios Familienbetrieb steht jedoch kurz vor dem Aus, bis Iris ihm ihre Hilfe anbietet und zwischen den Stühlen steht. Kann sie das Familiengeheimnis wahren und Gios Betrieb retten?

Ein Winter in New York von Josie Silver klang nach einem tollen Roman für die Winterzeit, mit viel Schnee und einer wunderschönen Stadt. Nur leider wurden bereits die Erwartungen des winterlichen New Yorks nicht erfüllt. Erst gegen Ende konnte die winterliche Stimmung etwas rüberkommen, das war aber zu wenig um die Erwartungen (die bereits der Titel schürt) zu erfüllen.

Doch die fehlende winterliche Stimmung ist nicht mein einziger Kritikpunkt, der größte und für mich schwerwiegendste ist die Protagonistin Iris. Iris hatte keine einfache Vergangenheit und muss einen schweren Verlust verkraften, aber ihre Gedankenwelt bezieht sich vorwiegend genau darauf, dass sie es im Leben so schlecht hat und es anderen doch viel besser geht. Ob man das wirklich behaupten kann, wenn ein Mann die Mutter seiner Tochter verliert?

Außerdem baut sich die ganze Geschichte auf einer Lüge auf, die man eigentlich schnell aus der Welt schaffen kann, wenn man denn mal den Mund aufmacht. Da das nicht passiert ist und diese Lüge zu einem immer größeren Kartenhaus gewachsen ist, konnte mich die Geschichte leider emotional gar nicht abholen, denn mit ihrem Verhalten fand ich Iris lediglich nervig.


Gio und seine Familie waren ein kleiner Lichtblick, doch diesem fehlte es an Tiefe. Weswegen Ein Winter in New York leider eine Enttäuschung wurde, dem das faustdicke Ende noch sein Krönchen aufsetzte. Einzig der angenehme Schreibstil lässt sich positiv hervorheben und Iris’ Freund Bobby, der eine treue Seele ist und der ein bisschen Humor in die Geschichte bringen konnte.

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