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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Heyne
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 368
  • Ersterscheinung: 27.01.2025
  • ISBN: 9783453275133
Bela B Felsenheimer

Fun

Roman
Still having fun?

Fünf Musiker, drei Konzerte, eine Stadt in der Provinz. Eine Woche im Leben der erfolgreichen Band nbl/nbl . Eine Band, die vor allem ihren Erfolg feiern will. FUN! Ganz egal, wie hoch der Preis ist, den andere dafür zahlen müssen.

Drei Frauen, die alle mit der Band zu tun bekommen. Für Ljilja wird ein zunächst spektakulärer Abend im Backstagebereich zum schlimmsten ihres Lebens. Liane wird durch das Wiedersehen mit der Band endgültig von der Vergangenheit einholt. Und für Maila wird der Konzertabend mit einer erschütternden Erkenntnis enden.

Es wird eine Woche, nach der nichts mehr so ist, wie es war.

Der neue Roman von SPIEGEL-Bestsellerautor Bela B Felsenheimer über das Geschäft mit Macht, über Scham, Schuld und Gerechtigkeit – und über diejenigen, die den Preis dafür zahlen, dass der Spaß für andere grenzenlos ist.

»Das Buch entwickelt eine moralische Wucht ... Mich hat dieser Roman verblüfft, auch verstört, und am Ende hat er mich überzeugt.« NDR Kultur

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2025

»Unser freier Raum ohne Konventionen und Gesetze funktioniert nur, wenn keiner von ihm weiß«

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»Unser freier Raum ohne Konventionen und Gesetze funktioniert nur, wenn keiner von ihm weiß«

Bereits während der wenigen Seiten des Prologs überkommt einen ein mulmiges Gefühl, es wird klar, in welche ...

»Unser freier Raum ohne Konventionen und Gesetze funktioniert nur, wenn keiner von ihm weiß«

Bereits während der wenigen Seiten des Prologs überkommt einen ein mulmiges Gefühl, es wird klar, in welche Richtung der Roman zielt und es erinnert deutlich an Rammstein. Dennoch soll der Roman, auch wenn es wirklich viele entsprechende Parallelen, wie z.B. die lyrisch, düsteren Texte, ein orchestrales Intro oder die Rekrutierung von Frauen, gibt, nicht ausschließlich auf diese Band zurückzuführen.
Vielmehr beschäftigt sich dieser mit dem Machtmissbrauch in der Musikindustrie und wie z.B. das, was auf AfterShow-Partys passiert, geheim halten werden soll.

Im Wesentlichen geht es auch um allgemeine patriarchale Strukturen, die überall zu finden sind. Dies macht der Autor deutlich, indem er neben der Rockband eine Familie in das Setting des Romans platziert, die teilweise mit den Musikern aufeinandertrifft und andererseits der Familienvater selbst seine Machtposition ausnutzt. Zudem wird deutlich wie aus anfangs einvernehmlichen Handlungen plötzlich solche werden, die es nicht mehr sind und wie schwierig es für Betroffene ist, damit umzugehen, geschweige denn dagegen vorzugehen.
Noch dazu werden wir mit misogynen Polizisten konfrontiert, die lieber – da sie selbst Fans sind – mit der Band Fotos machen und sich auf die Gästeliste setzen lassen, anstatt die Anliegen der Betroffenen ernst zu nehmen.
Nichts wird beschönigt, vielmehr ist es inhaltlich wirklich krass und nicht leicht zu lesen!
Bela B. selbst sagte in einem Spiegel-Interview (Nr. 5/ 2025) über solchen Machtmissbrauch auf Konzerten, dass man es hätte entdecken können, wenn man hätte hinschauen wollen.

Einzig mit den häufigen Perspektivwechseln und den vielen Namen der Band sowie der Crew, hatte ich einige Probleme und wusste öfters nicht, wer jetzt welche Position inne hat. Darüber hinaus hätte ich mir das Ende nicht allzu offen gewünscht.
Trotz der Kritikpunkte ist es ein wichtiger Roman, der unbedingt gelesen werden sollte!!!

»FUN! Ganz egal, wie hoch der Preis ist, den andere dafür zahlen.«

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Veröffentlicht am 26.04.2025

Ist es wirklich immer so spaßig?

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Es ist das Ereignis in Sasenhaim. Die Band nbl/nbl spielen ihr drei großen Konzerte bevor es in der Tour weitergeht nach Paris, Süddeutschland und die Schweiz. Zurück zu ihren Ursprügen, hierhin, wo alles ...

Es ist das Ereignis in Sasenhaim. Die Band nbl/nbl spielen ihr drei großen Konzerte bevor es in der Tour weitergeht nach Paris, Süddeutschland und die Schweiz. Zurück zu ihren Ursprügen, hierhin, wo alles angefangen hat. Ob das immer so gut ist? Doch die drei großen Konzerte und der Fun werden überschattet von einem Shitstorm. Die fünf Musiker haben gerade während ihrer Aftershowpartys immer Fun, doch ist dies auch für Ljilja so? Für sie ist der Konzertabend in Köln ein einziger Alptraum. Wie werden die Abende in Sasenhaim enden? Wer zahlt hier den Preis, das andere grenzenlosen Spaß erleben dürfen.

Ein gesellschaftliches und kritisches Buch, von einem Musiker einer der bekanntesten Deutschen Bands, mit Einblicken, die sonst wahrscheinlich die wenigsten Leute haben. Bela B Felsenheimer schreibt das Buch in einem sehr angenehmen Stil. Lediglich über die Namen bin ich das ein oder andere Mal gestolpert. Die Auflockerungen durch Nachrichten und KI-Recherchen.
Durch die knapp gehaltenen Kapitel, den Sprung zwischen den einzelnen Protagonisten (wir haben nicht nur die Sicht der einzelnen Mädchen und der Band, sondern auch die der Managerin oder auch des Securitychefs) und die Einteilung in die einzelnen Wochentage kommt man zügig durch das Buch und hat das Gefühl, dass doch ein Kapitel doch durchaus noch machbar ist. Auch die kleinen Anspielungen auf uns bekannte Bands wie die Die Ärzte und die Toten Hosen lockern das doch sehr schwere Thema auf.
Bela zeigt aber nicht nur das Macht, Geld und Positionen in der Rockszene ausschlaggebend sind, sondern auch in anderen sozialen Schichten. Ein Sprung in die Apothekenlobby oder die LARP-Szene ist da doch mal etwas anderes.

Für mich ein sehr gelungenes Buch mit einem leider zu schnellen Ende. Gerne mehr davon. Ein sehr gutes Buch, welches ich jedem nur ans Herz legen kann.

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Veröffentlicht am 11.02.2025

Aftershowparty mit Folgen

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Die Band nbl/nbl kommt für drei Konzerte in Lianes Heimatort. Ein Grund mehr für Liane, das Wochenende mit ihren zwei Freundinnen Frankie und Selina auf einem Hausboot auf der Müritz zu verbringen. Doch ...

Die Band nbl/nbl kommt für drei Konzerte in Lianes Heimatort. Ein Grund mehr für Liane, das Wochenende mit ihren zwei Freundinnen Frankie und Selina auf einem Hausboot auf der Müritz zu verbringen. Doch obwohl ihre Tochter Maila nicht auf Rock steht, bekommt Liane mit jeder Stunde mehr ein seltsames Gefühl. Denn die Rockband nbl/nbl steht aktuell groß in den Schlagzeilen. ‚Maler‘, der Sänger der Band, hat mit einem Interview für große Furore gesorgt und dem Drummer ‚Krass‘ wird eine Vergewaltigung vorgeworfen. Kann das Wochenende gut enden?

Bela B. Felsenheimer spricht mit dem Roman FUN vor allem die patriarchalen und toxischen Machtstrukturen an, die sich hier erschreckend häufig und geballt vorfinden.

Durch sage und schreibe 14 Perspektiven erleben wir den Roman, was auf den ersten Blick unfassbar unübersichtlich klingt, ist einfach nur sehr geschickt gemacht. Selten habe ich so viele Perspektiven gelesen - um ehrlich zu sein, vierzehn waren es noch nie - und das Buch dennoch übersichtlich, ausgereift und mit genug Tiefe empfunden! Allein dieser Fakt hat mich positiv überrascht. Die 14 Perspektiven werden auch nicht gleichermaßen fokussiert, manche Sichtweisen erleben wir nur für wenige Kapitel, andere stehen dafür größer im Fokus. Neben den Bandmitgliedern und vor allem der Bandmanagerin Miriam, steht Lianes Familie, also ihre Tochter Maila und ihr Mann Guido, im Fokus.

Der Klappentext selbst sagt nur sehr wenig über den Inhalt aus und lange ging ich davon aus, dass es in eine ähnliche Richtung schlagen wird wie Scharnow (das mich damals nicht wirklich abgeholt hatte). Erst kurz vor Release konnte man durch ein Interview das wichtige Thema des Buches erfahren und mit der Erwartung, wurde das Buch zu 100% seinen Erwartungen gerecht. An manchen Stellen war es mir sogar zu viel und ich hätte mir gerne einen kleinen (positiven) Gegenpol gewünscht und auch wenn nbl/nbl nur Fiktion ist, können wir uns bestens vorstellen, dass es so oder so ähnlich auch im wahren Leben vor sich geht.

Das Ende hat mich anfangs enttäuscht zurückgelassen, denn mir war es zu offen. Doch manchmal hilft es, wenn man ein paar Tage über Gelesenes nachdenkt und die Figur ‚Maler‘ und sein Ende sind vielleicht das, was der Roman der Gesellschaft an die Hand gibt.

FUN schafft es ein wichtiges Thema anzusprechen. Obwohl manche Gedankengänge absolut ekelerregend waren, konnte der Wortwitz des Autors die Geschichte insgesamt etwas auflockern, ohne dabei die Ernsthaftigkeit zu verlieren.

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Spaßige Zeiten

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Die Band nbl nbl kommt für drei Konzerte an Lianes Heimatort. Zum Glück mag ihre 20jährige Tochter Maila Rock nicht. Liane möchte nicht, dass Maila zu einem der Konzerte geht. Zwar ist Liane etwas besorgt, ...

Die Band nbl nbl kommt für drei Konzerte an Lianes Heimatort. Zum Glück mag ihre 20jährige Tochter Maila Rock nicht. Liane möchte nicht, dass Maila zu einem der Konzerte geht. Zwar ist Liane etwas besorgt, aber dennoch freut sie sich auf ein gemeinsames Wochenende mit ihren besten Freundinnen Selina und Frankie. Dagegen hat die Band ein paar unerwartete Probleme. Maler, der Sänger, hat mit einem unbedachten Interview einen Shitstorm hervorgerufen und einem der Drummer wird vorgeworfen, eine junge Frau auf einer Aftershowparty vergewaltigt zu haben. Das Management versucht alles, um die Wogen zu glätten. Die Show muss weitergehen.

Mit seinem zweiten Roman greift Bela B Felsenheimer ein Thema auf, von dem man am liebsten hätte, dass es nicht existiert. Was führt Liana für eine eigenartige Ehe mit Guido, der manchmal ein unangenehmes Verhalten an den Tag legt. Immerhin Maila ist Lianes ein und alles. Obwohl Liane sehr jung war als sie Mutter wurde, hat sie nach der Geburt nie bereut, dass sie ihr Kind bekommen hat. Maila ist ein tolles Mädchen. Die Mitglieder der Band scheinen vom Erfolg sehr abgehoben zu sein. Nur einer der Drummer hat sich ein richtiges Leben aufgebaut. Seit über zwanzig Jahren machen sie gemeinsam Musik und scheinbar haben sie mit dem großen Erfolg die Verbindung zur Realität verloren.

Wenn man von der Handlung des Romans liest, muss man natürlich an die Ereignisse der letzten Zeit denken, die eine andere deutsche Band betrafen und die ein weniger schönes Bild von der Musikszene zutage brachten. Mit seinen handelenden Personen geht der Autor etwas behutsamer um, was die Lektüre wahrscheinlich angenehmer macht. Trotzdem bekommt man sehr gut mit, wie in der Branche der Hase läuft. Das war vor Jahren nicht in Ordnung und es ist es heute auch nicht. Dennoch kommt hier keiner nur gut weg, wodurch die Geschichte sehr realistisch wirkt. Es ist nur eine Woche, über die der Autor erzählt. Und er erzählt auch nur. Man selbst reagiert auf den Text mit Widerwillen, Verständnis, Unverständnis, Bedauern oder auch Erleichterung, je nach dem, wo man gerade ist. Da die hauptsächliche Handlung eben in dieser Woche stattfindet, hört sie irgendwie auch mittendrin auf. Das mag einen nicht ganz zufrieden stellen. Davon abgesehen jedoch ist dieses Werk ausgesprochen fesselnd.

Veröffentlicht am 22.02.2025

Ein Blick hinter die Kulissen einer fiktiven deutschen Rockband alternder Musiker zwischen Machtkämpfen und Selbstüberschätzung - unterhaltsam und von realen Ereignissen inspiriert, aber etwas einseitig in der kritischen Wertung

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"Fun" handelt von einer Woche im Leben der fiktiven Band nbl/nbl, die nach skandalträchtigen Schlagzeilen und einer Strafanzeige gegen einen Teil der Mitglieder und Crew vor drei großen Open Air-Konzerten ...

"Fun" handelt von einer Woche im Leben der fiktiven Band nbl/nbl, die nach skandalträchtigen Schlagzeilen und einer Strafanzeige gegen einen Teil der Mitglieder und Crew vor drei großen Open Air-Konzerten in der Provinz steht.
Ex-Groupie Liane nutzt das Wochenende für einen Ausflug mit ihren Freundinnen an die Müritz, um ein Wiedersehen mit der Band zu verhindern. Knapp 200 Kilometer entfernt, beschleicht sie allerdings das ungute Gefühl, dass ihre Tochter entgegen ihrer Aussage eines der Konzerte besuchen könnte. Währenddessen ahnt sie nicht, wozu ihr Mann das freie Wochenende nutzen möchte.
Die Band lässt sich vor und hinter der Bühne feiern - bis die Polizei mit einem Haftbefehl backstage erscheint.

"Fun" ist trotz des Titels weniger amüsant und skurril als Bela B.s Debütroman "Scharnow", aber dennoch eine unterhaltsame und turbulente Geschichte.

Kurze Kapitel und stetig wechselnde Perspektiven sorgen für Einblicke in die einzelnen Mitglieder der Band, Security und Tourmanagement sowie in das Leben von Liane und ihrer Familie, die dem Sänger der Band in der Vergangenheit zu nah gekommen war und gegenwärtig in Sorge um ihre Tochter ist.

Wo die Geschichte hinführt, ist leicht zu erahnen, da die Charaktere übertrieben eindimensional karikiert sind. Insbesondere Männer bekommen ihr Fett weg, werden als stumpfsinnig und triebgesteuert dargestellt. Selbst der Familienvater gibt hier kein besseres Beispiel ab, als die berühmten Musiker, von denen man das erwarten würde. Sex, Drugs und ein wenig Rock'n'Roll bestimmen das Geschehen. Es geht um toxische Männlichkeit und sexuelle Übergriffe, mit denen sich Frauen, die als Subjekt degradiert werden, konfrontiert sehen.

Der Roman bietet darüber einen Blick hinter die Kulissen einer deutschen Rockband alternder Musiker zwischen Machtkämpfen, internen Spannungen, Erfolgsdruck, Selbstüberschätzung und Hedonismus.

Auch wenn die fiktive Geschichte sicher von realen Ereignissen inspiriert ist, ist "Fun" mit der Summe an frauenfeindlichen und sich selbst überschätzenden Männern etwas einseitig geraten. Spannend und passend mit dem typischen Branchenslang ist dennoch zu lesen, wie dem "Fun" des starken Geschlechts Grenzen gesetzt werden.

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