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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.07.2026

Gefangen in der eigenen Geschichte!

If Books Could Kill
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Roxie Mitchell wünscht sich, dass sie die nächste Heldin im Roman ihrer Lieblingsautorin wird, denn sie liebt ihre Liebesromane. Doch Roxie hätte nie geglaubt, dass ihr Traum wahr werden könnte bis sie ...

Roxie Mitchell wünscht sich, dass sie die nächste Heldin im Roman ihrer Lieblingsautorin wird, denn sie liebt ihre Liebesromane. Doch Roxie hätte nie geglaubt, dass ihr Traum wahr werden könnte bis sie den charmanten Jack trifft und mit ihm ein echtes Traumdate hat. Doch Jack ist nicht ihr Loveinterest und Roxie ist nicht in einem Liebesroman, sondern in einem Thriller gelandet. Roxie kämpft um ihr überleben und trifft dabei auf den schüchternen Literaturdozenten Grant, der nun auch in ihrer Geschichte gefangen ist. Können die beiden dem Killer entkommen oder sind sie doch ein Teil eines echten Liebesromans?

If Books Could Kill von Kate Eberle habe ich zu Beginn als Buch gelesen, musste aber feststellen, dass es mich nicht richtig abgeholt hat und ich immer wieder lieber zu einem anderen Buch gegriffen habe, anstatt weiterzulesen. Doch das lag weniger am Inhalt und mehr am Tempo, das mir zum Lesen einfach zu langsam war, weswegen ich das Buch als Hörbuch weitergehört habe. Gesprochen von Viola Müller konnte das Buch sich auch inhaltlich bei mir entfalten.

Der Thrill-Aspekt ist für wahre Thrillerfans definitiv zu schwach, aber er erzeugt innerhalb der Geschichte doch einige spannende Szenen und vor allem gefiel mir der Humor, der sich dadurch aufgebaut hat. Die Dialoge zwischen Grant und Roxie gefielen mir vor allem in solchen Szenen gut.

Die Auflösung auf Thrill-Ebene kommt nicht überraschend, hat aber doch ein paar Twists, die ganz interessant gelöst sind. Die Romance Auflösung gefiel mir sehr gut!

If Books Could Kill ist definitiv ein ganz besonderes Buch, dass eine unfassbar gute Grundidee hat und mich als Hörbuch wirklich von sich überzeugen konnte. Gelesen fehlte es mir leider etwas an Tempo.

Veröffentlicht am 14.07.2026

Norderney, 1860.

Sturmland
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Hamburg, 1860. Cora nimmt unter falschen Namen eine Stelle als Hauslehrerin bei Familie Klassen an. Gemeinsam mit der erkrankten Emmi und ihrem Vater Alexander macht sie sich auf den Weg nach Norderney ...

Hamburg, 1860. Cora nimmt unter falschen Namen eine Stelle als Hauslehrerin bei Familie Klassen an. Gemeinsam mit der erkrankten Emmi und ihrem Vater Alexander macht sie sich auf den Weg nach Norderney und entflieht ihrem alten Leben. Doch dort kommen Emmi und Cora schneller in Gefahr als ihnen lieb ist.

Onnen sieht nicht nur das Unglück, sondern wird den beiden in nächster Zeit auch als helfende Hand zur Seite stehen. Bald ist Onnen nicht nur von der wissbegierigen Emmi verzaubert, sondern auch Cora wird ihm immer sympathischer.

Doch nicht nur Cora trägt eine dunkle Vergangenheit mit sich, auch Onnen hat Geheimnisse auf seiner Heimatinsel Borkum.

Sturmland ist der erste Teil der Sturmland-Saga, welche das Schicksal von Cora Kröger und Onnen Haart erzählt. Wie gewohnt schafft es Miriam Georg eine Welt zu kreieren, die authentisch wirkt, deren kalten Luftzüge man an den eigenen Armen spürt und deren Schicksale ans Herz gehen, auch wenn Sturmland dafür etwas länger gebraucht hat.

Zu Beginn hatte ich meine Schwierigkeiten mit Cora und Onnen warm zu werden. Ich vermutet dass dies an den großen Geheimnissen lag bzw. vor allem bei Cora auf der ‚zweiten Identität‘, die von Beginn an angenommen wird und mir Cora daher etwas distanziert und unnahbar wirken ließ. Im Laufe der Geschichte verflüchtigt sich das Gefühl jedoch bald und die beiden Protagonist:innen werden mit jeder Seite sympathischer.

Insgesamt merkt man trotzdem, dass der erste Band sehr viele Stränge öffnet und nur wenige Fragen in diesem auch beanwortet werden, die ein oder andere Antwort hätte ich mir jedoch bereits gewünscht.

Besonders beeindruckend fand ich die Geschichten zur Norderney und Borkum, die perfekt in die Geschichte eingebunden und eindrücklich erzählt wurden. Wieder einmal ein tolles Werk der Autorin, die es erneut schafft, dass ich mich nicht nur unterhalten fühle, sondern auch geerdet. Ihre Bücher geben den damaligen Zeitgeist mit, zeigen die Strukturen der damaligen Zeit auf und damit auch die Veränderungen. Beeindruckend, wie sie den Geist der Zeit trifft, Gedanken der damaligen Welt widerspiegelt, damit den Fortschritt aufzeigt, aber auch deutlich macht, woher gewisse Strukturen und Denkmuster auch noch heute kommen.

Ein gelungener Auftakt der Sturmland-Saga, dessen Ende mich ganz gespannt auf Salzwind warten lässt.

Veröffentlicht am 24.06.2026

Von Gruben und Geheimnissen

School of Talents 9: Neunte Stunde: Schatzfieber!
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Alva und ihre Mitschüler:innen sind auf der Suche nach einem historischen Schatz für ihr großes Archäologie-Projekt. Dafür graben sie Grube um Grube, doch über Nacht sind einige der Löcher wieder zugeschüttet ...

Alva und ihre Mitschüler:innen sind auf der Suche nach einem historischen Schatz für ihr großes Archäologie-Projekt. Dafür graben sie Grube um Grube, doch über Nacht sind einige der Löcher wieder zugeschüttet und auch die Lehrer:innen verhalten sich verdächtig geheimnisvoll. Möchte jemand ihr Projekt sabotieren?

Schatzfieber! ist der neunte Band der School of Talents Reihe von Silke Schellhammer für Kinder ab acht Jahren. Die Schüler:innen der School of Talents haben alle ganz unterschiedliche Fähigkeiten, z.B. kann Alva mit Tieren sprechen, Selma kann sich unsichtbar machen und Niklas lässt Gegenstände wachsen. Zusammen sind sie daher jeder Aufgabe gewachsen, wenn sie auch als Team funktionieren.

Die Geschichte wird aus Alvas Perspektive geschrieben und man kann ziemlich schnell mit ihr sympathisieren. Auch ohne Vorwissen findet man sich im neunten Band zurecht, auch wenn ab und an auffällt, dass Vorbände vorhanden sind, weil alte Abenteuer oder Eskapaden erwähnt werden.

Besonders gut gefällt die Mischung zwischen Real und Fantastisch. Während die Kinder alle mit ganz außergewöhnlichen Fähigkeiten gesegnet wurden, haben sie dennoch ganz normale Strukturen untereinander und so gibt es jene Mitschüler:innen, die Alva weniger gut leiden kann und jene, die sie als gute Freunde bezeichnet. Diese Beziehungsstrukturen werden gut ausgearbeitet und wirken sehr authentisch. Auch war das Ausgrabungsabenteuer eines, das praktisch jedes Kind erleben könnte und wurde durch die magischen Fähigkeiten wunderbar ausgeschmückt ohne dabei zu abgedreht zu wirken.

Die Botschaften der Geschichte sind ebenso toll eingearbeitet, vor allem das Thema Geheimnisse ist dabei sehr präsent. Während Alva mit dem Geheimnis eines anderen hadert, das sie mit sich trägt und ihr das Gefühl einer Lügnerin gibt, wird dieser Knoten ganz ohne Belehrung aufgehoben. Schellhammer schafft es, die Geschichte und die Kinder sprechen zu lassen und spricht so über gute und böse, eigene und fremde Geheimnisse und wie man mit diesen umgehen sollte.

Geschmückt wird die Geschichte mit tollen schwarz-weiß Zeichnungen der Illustratorin Simona M. Ceccarelli, welche die Geschichte zum Leben erwecken. Rundum ist School of Talents - Schatzfieber! ein tolles Buch, das ein ruhiges Abenteuer verspricht und sich auch hervorragend für Neulinge eignet.

Veröffentlicht am 24.06.2026

Tierisches Theater

Worst Pets Ever – Eingesperrt!
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Käpt’n Flauschebär muss in die Erziehungsanstalt für die schlimmsten Haustiere der Welt. Während die Akte seiner Mitbewohnerin Bitzi nur das Stibitzen von Gegenständen umfasst, können Flauschebärs Vergehen ...

Käpt’n Flauschebär muss in die Erziehungsanstalt für die schlimmsten Haustiere der Welt. Während die Akte seiner Mitbewohnerin Bitzi nur das Stibitzen von Gegenständen umfasst, können Flauschebärs Vergehen kaum noch gezählt werden. Kein Wunder, dass der Kater unbedingt wieder gehen möchte. Damit das gelingt schmiedet er einen Plan, indem auch seine unbeliebten Hundeanhängsel Bitzi und Brutus einen ganz wichtigen Part einnehmen. Kann der Ausbruch gelingen oder wird Käpt’n Flauschebärs Akte immer größer?

Worst Pets Ever ist ein urkomischer Comic des australischen Autorenduos Eva Amores und Matt Cosgrove. Egal ob die Zeichnungen oder die Geschichte selbst, alles hat eine Menge Humor und wirkt skurril. Käpt’n Flauschebär ist wohl eine Katze wie aus dem Lehrbuch und trotzdem auf ihre Art ganz eigen, aus die anderen Charaktere sind gut gelungen und besonders ihre Einführung über die Fallakten ist smart umgesetzt.

Die Verwendung von etwas schwierigeren Wörtern, die Käpt’n Flauschebär noch mehr Charakter verleihen sollen, ist ebenso gut umgesetzt, da diese Wörter im Nachgang (oder zum Nachschlagen) erklärt werden und damit auch den Wortschatz der Lesenden erweitern können.

Veröffentlicht am 18.06.2026

Last Hope

Das Internat für magische Talente. Unruhestifter willkommen! (Band 1)
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Die zwölfjährige Lavinia ‚Vin‘ hat versehentlich etwas in Brand gesteckt und das bedeutet für sie erneut ein Schulwechsel. Vins letzte Hoffnung: das Internat für magische Talente. Eine Schule, die sich ...

Die zwölfjährige Lavinia ‚Vin‘ hat versehentlich etwas in Brand gesteckt und das bedeutet für sie erneut ein Schulwechsel. Vins letzte Hoffnung: das Internat für magische Talente. Eine Schule, die sich mit den Unruhestiftern beschäftigt und jenen eine Chance gibt, die auf herkömmlichen Schulen keine mehr bekommen. Hier trifft Vin nicht nur auf Schüler:innen, die ähnliches wie sie erlebt haben, sondern findet auch zum ersten Mal Freund:innen. Während Vin sich mit ihren magischen Fähigkeiten und der Beherrschung jener beschäftigt, kommt etwas Dunkles auf das Internat zu und Vin steht im Mittelpunkt all dessen.

Das Internat für magische Talente von Nicki Pau Preto ist ein magisches Abenteuer für Kinder ab zehn Jahren. Der Einstieg ist die Geschichte ist etwas ruhiger und benötigt ein wenig Geduld, um in das Abenteuer zu kommen. Zwar ist Vin direkt eine sympathische Protagonistin, dennoch wiederholt sich einiges und es passiert erstmal wenig. Auch auf dem neuen Internat geht es zu Beginn erstmal etwas ruhiger daher, doch sobald es zu den ersten Unruhen kommt, beginnt der Lesespaß und es bleibt bis zum Schluss spannend. Besonders das Ende konnte Gefallen, das direkt Lust auf den nächsten Band macht, ohne einen allzu großen Cliffhanger darzustellen, es zeigt viel mehr das nächste (noch größere) Abenteuer.

Neben spannenden Szenen kann das Buch vor allem mit einer besonderen Freundschaft zwischen den ‚Unruhestiftern‘ Vin, Araminta, Gilly und Theo überzeugen. Die Vier unterstützen sich nicht nur, sondern geben vor allem Vin eine Sicherheit, die sie zuvor nie kennengelernt hat. Ein besonderes Highlight ist jedoch der Feuergeist mit dem wunderbaren Namen ‚Brucifer‘, der nicht nur für humorvolle Szenen sorgt, sondern auch zeigt, wie man Vertrauen und Loyalität gewinnt.

Das Internat für magische Talente beginnt zwar ruhig, wird dann aber ein interessanter Auftakt, der Lust auf mehr macht.