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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.06.2021

Gut geschrieben, aber komplett vorhersehbar

The One - Finde dein perfektes Match
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Das Online-Portal MatchyourDNA verspricht seinen Nutzer das perfekte Match zu finden. Doch verspricht der vermeintlich perfekte Partner auch das perfekte Leben?

Der Klappentext von The One – Finde dein ...

Das Online-Portal MatchyourDNA verspricht seinen Nutzer das perfekte Match zu finden. Doch verspricht der vermeintlich perfekte Partner auch das perfekte Leben?

Der Klappentext von The One – Finde dein perfektes Match hat mich sofort interessiert. Das Thema war für mich sehr interessant gewählt und hätte eine interessante Geschichte werden können, leider wurde es das für mich nicht.

Der ständige Perspektivwechsel zwischen den fünf Personen war super und hat auch bei mir dafür gesorgt, dass das Buch ein richtiger Page-Turner war. Die Spannung blieb bei mir aber komplett aus. Alle fünf Storylines waren für mich relativ schnell vorhersehbar und konnten mich nicht überraschen. Gab es einen Überraschungseffekt, dann war dieser nur ein kleiner Aspekt der Geschichte und hatte keine großen Auswirkungen.

Anhand des Klappentextes hätte ich den Inhalt des Buches eher auf die letzten 60 Seiten verortet und mir dementsprechend ab diesem Zeitpunkt mehr erwartet.
Beginnt man das Buch, so wie es der Autor gemacht hat, dann fehlt mir ein Prolog. Etwas das die aktuelle Lebenssituation auf der Welt erklärt und damit auch die Handlungen nachvollziehen lässt. So war das für mich zeitweise nur ein Kopfschütteln, weil die Handlungen diffus wirkten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.06.2021

Auf einen starken Beginn folgt ein schwaches Ende

Tief im Wald und unter der Erde
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Ein Unfall auf der Bahngleise, bei dem vier junge Menschen ums Leben kamen, spaltet ein ganzes Dorf und schnürt Angst bei Melanie. Einer Frau, die mit in dem Auto hätte sitzen können. Auch an dem Tag des ...

Ein Unfall auf der Bahngleise, bei dem vier junge Menschen ums Leben kamen, spaltet ein ganzes Dorf und schnürt Angst bei Melanie. Einer Frau, die mit in dem Auto hätte sitzen können. Auch an dem Tag des Verschwindens von Jasmin Dreyer hat sie das Gefühl, dass sie eine große Gestalt aus dem Wald verfolgt.

Tief im Wald und unter der Erde beginnt sehr erdrückend. Andreas Winkelmann erschafft eine Atmosphäre, die Gänsehaut bereitet. Ich konnte mir förmlich vorstellen, wie es Melanie an der Bahngleise erging und habe mich wie sie vollkommen erdrückt gefühlt.

Der Perspektivwechsel zwischen den jeweiligen Personen ist dem Autor auch sehr gut gelungen, die Story wirkt dadurch deutlich lebendiger. Die Charaktere sind gerade zu Beginn wahnsinnig reflektiert geschrieben, was sie nicht nur schwarz oder weiß dastehen lässt, sondern ebenso ihre Spaltungen zwischen ihren Handlungen und ihren Gedanken zeigt. Das habe ich so selten gelesen, weswegen es mich sehr beeindrucken konnte. Leider hat das gegen Ende für mich ziemlich abgebaut.

Die Einblicke in die Sicht- und Denkweise des Täters empfand ich super! Ebenso, dass die Vergangenheit kursiv gedruckt wurde und damit die unterschiedlichen Zeitebenen sofort ersichtlich waren.

Leider haben nicht nur die Charaktere, die plötzlich komplett undurchdacht handeln, am Ende Schwächen aufgewiesen. Das letzte Kapitel ist für mich mit vielen zeitlichen Fehlern geschmückt, die Logik bleibt dabei vollkommen auf der Strecke.

Ebenso konnte ich nicht nachvollziehen, warum Nele als Leiterin fungiert. Für mich hat sie zu keiner Zeit irgendwelche Attribute für ihre Position aufgezeigt. Dinge wurden teilweise komplett vergessen oder nicht beachtet und in der Kommunikation schien sie auch nicht die Stärkste zu sein.

In vielen Dingen war das Buch wirklich überdurchschnittlich gut, aber dann hat es leider auch extreme Schwächen aufgewiesen, sodass es am Ende nur für 3/5 Sternen gereicht hat.
Anhand des Klappentextes hätte ich inhaltlich auch etwas anderes erwartet, das Mysteriöse war bei mir schnell nicht mehr gegeben, aber dennoch war das Motiv durchaus interessant.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.06.2021

Starke Ähnlichkeit zu E. Cross' "Ich-bin..."-Reihe

Der Blutkünstler
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Der Blutkünstler treibt sein Unwesen in Deutschland. Er foltert seine Opfer, um aus ihrem Körper später ein Kunstwerk zu erschaffen und man weiß nie, wo er als nächstes zuschlägt.
Um den Blutkünstler zu ...

Der Blutkünstler treibt sein Unwesen in Deutschland. Er foltert seine Opfer, um aus ihrem Körper später ein Kunstwerk zu erschaffen und man weiß nie, wo er als nächstes zuschlägt.
Um den Blutkünstler zu schnappen, engagiert das BKA in Köln den Seelenleser Tom Bachmann, der zuvor jahrelang als Profiler in den USA gearbeitet hat.

Das Cover von Der Blutkünstler ist grandios und passt perfekt zu der Leseprobe. Die Leseprobe hat mein Interesse sofort geweckt, Tom Bachmanns Charakter und seine Vergangenheit haben mich sofort interessiert. Leider hat mich die Auflösung dann doch eher enttäuscht.

Tom Bachmanns Vergangenheit, und damit der Kern der Story, haben mich sehr schnell an die „Ich-bin…“-Reihe von Ethan Cross erinnert. Die Parallelen sind für mich hier leider viel zu stark, sodass ich den grundsätzlich interessanten Charakteren leider weniger abgewinnen konnte.

Ein weiterer Kritikpunkt sind für mich die seitenlangen Berichte über ehemalige Fälle von Tom Bachmann. Das Buch ist generell schon relativ kurz und verliert durch diese Eindrücke auch nochmal mächtig an Seiten und die hätten dem Buch gut gestanden.

Denn lasse ich meine Kritikpunkte außen vor, dann bleibt da ein interessantes Tätermotiv und eine super Schreibweise des Autors. Ein Thriller der seinem Namen alle Ehre macht. Mir hat besonders gut gefallen, dass Chris Meyer wert auf die Ursache der Taten gelegt hat. Die Psyche des Mörders stand mit Tom Bachmann im Zentrum des Buches, was durch den Perspektivwechsel noch einmal unterstützt wurde.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.06.2021

Buntes Buch-Feuerwerk!

Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte
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Linus Baker arbeiten seit vielen Jahren in der Sonderabteilung des Jugendamtes. Sein Zuständigkeitsbereich sind Waisenhäuser für Kinder und Jugendliche mit magischen Begabungen. Linus verrichtet seine ...

Linus Baker arbeiten seit vielen Jahren in der Sonderabteilung des Jugendamtes. Sein Zuständigkeitsbereich sind Waisenhäuser für Kinder und Jugendliche mit magischen Begabungen. Linus verrichtet seine Arbeit gewissenhaft nach dem Regelwerk der Behörde. Seine Besuche sind sachlich und wenig emotional. Linus weiß genau welche Aufgaben in seinen Bereich gehören und welche nicht. Auch privat führt Linus ein eher sachliches Leben, das soll ausgerechnet ein einmonatiger Besuch eines Waisenhauses ändern…

Das Cover von Mr. Parnassus Heim für magisch Begabte hat mich sofort angesprochen und das, obwohl ich selten in diesem Genre unterwegs bin. So bunt und außergewöhnlich wie dieser Ort/das Cover ist auch die Geschichte dahinter!
Linus Baker lebt für seine Arbeit und lebt nach dem Regelwerk seiner Behörde. Linus ist kein emotionsloser Sachbearbeiter, sondern eher naiv veranlagt. Die Kinder sind ihm nicht egal, aber er hinterfragt nicht, ob das Regelwerk immer das Beste für diese Kinder möchte. Bis zu dem Tag, an dem er die Insel von Mr. Parnassus betritt und seine Welt ins Wanken gerät.

Mr. Parnassus leitet ein Heim für magisch Begabte auf einer Insel, seine Kinder sind ihm das Liebste und seine Erziehung – für das Jugendamt – nicht immer Regelkonform.
Die sechs Kinder auf der Insel sind alle für sich einfach grandios durchdacht. Mein absoluter Liebling ist Talia, ihre Dialoge mit Linus haben mich immer wieder zum Lachen gebracht.

T.J. Klunes Schreibstil ist sehr bildhaft und eindringlich. An einigen Stellen hat der Autor für mich etwas zu viele Botschaften verpackt, da hätten dem Buch ein paar Seiten mehr gutgetan. Dennoch komm ich nicht drumherum diesem Buch 5 Sterne zu geben! Das Buch ist einfach wundervoll und ich hätte gerne noch mehr (bzw. detaillierter) davon gelesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.06.2021

Eine schreckliche Inszenierung!

Todesmärchen
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In Bern wird eine Leiche gefunden, in deren Haut ein Zeichen geritzt wurde. Vieles deutet daraufhin, dass es Ähnlichkeiten zu einer Mordserie von vor einigen Jahren gibt, doch der Mörder befindet sich ...

In Bern wird eine Leiche gefunden, in deren Haut ein Zeichen geritzt wurde. Vieles deutet daraufhin, dass es Ähnlichkeiten zu einer Mordserie von vor einigen Jahren gibt, doch der Mörder befindet sich in einem Hochsicherheitstrakt. Ist ein Nachahmer unterwegs?

Todesmärchen ist der dritte Teil der Todes-Reihe von Andreas Gruber. Die Teile lassen sich auch einzeln lesen, wer allerdings gerne die Entwicklung der einzelnen Personen durchlebt und ihre Beziehung besser verstehen möchte, dem würde ich empfehlen, die Reihenfolge zu beachten.

Sabine Nemez hat ihre Ausbildung zur Profilerin erfolgreich abgeschlossen und arbeitet weiterhin bei der BKA Wiesbaden. Nemez‘ Entwicklung zu verfolgen ist absolut interessant. Gruber schafft es, dass Nemez langsam meine Sympathien gewinnt und dabei dennoch nicht aus ihrer Rolle fällt. Die Entwicklung erscheint für mich absolut logisch und nicht aus den Haaren herbeigezogen.
Maarten S. Sneijder ist unnahbar und niemand, mit dem man sich gerne anlegt und obwohl er offensichtlich unsympathischer geschrieben wurde als Sabine Nemez, hatte Sneijder von Beginn an meine Sympathien. Denn er ist nicht nur der unsympathische Eigenbrötler, sondern gerade in der Kombination mit Sabine Nemez eine interessante Persönlichkeit. Sabine Nemez und Maarten S. Sneijders Dialoge bringen mich immer wieder zum Schmunzeln und die Beziehung der beiden lässt auch erahnen, warum Sneijder so ist, wie er ist. In diesem Teil erfährt man aber noch viel mehr über Sneijders Vergangenheit!

Andreas Grubers Schreibstil ist wie immer hervorragend lebhaft. Der ständige Perspektiv- und Örtlichkeitswechsel sorgt für eine schwungvolle Geschichte. Der Spannungsbogen war durchgehend hoch, was in diesem Fall aber nicht an der Suche des Täters lag, sondern an der Festnahme dieses Täters.

Der Wechsel zwischen den zwei Erzählsträngen hat mir zu Beginn ein paar Probleme gemacht, da sich hier die Zeiten auch ständig um wenige Tage vor und zurück verschoben haben, dies hat sich im Laufe der Geschichte aber auch recht schnell gelegt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere