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Veröffentlicht am 02.12.2019

Spannender Cold Case - was geschah vor 30 Jahren?

Bis ihr sie findet
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Kurz zum Inhalt:
Bei einem Zeltausflug im Wald mit ihrer Schwester Topaz und deren fünf Freunden im Alter zwischen 15 und 18 verschwindet die 14jährige Aurora spurlos. Keiner der anderen hat sie gesehen, ...


Kurz zum Inhalt:
Bei einem Zeltausflug im Wald mit ihrer Schwester Topaz und deren fünf Freunden im Alter zwischen 15 und 18 verschwindet die 14jährige Aurora spurlos. Keiner der anderen hat sie gesehen, und auch die Suche verläuft ergebnislos.
Dreißig Jahre später wird ihre Leiche in einem Versteck in der Wurzelhöhle eines Baumes gefunden. Mit einem kleinen Vorrat an gut verpackten Drogen. Nur die sechs Jugendlichen können von diesem Versteck gewusst haben - warum wurde Aurora trotzdem nicht gefunden?
Detective Chief Inspector Johan Sheens ist fest entschlossen, diesen Cold Case neu aufzurollen und zu lösen.


Meine Meinung:
Der Schreibstil von Gytha Logde ist gefällig und lässt sich schnell weglesen - gut gefallen mir die Zeitsprünge zwischen den aktuellen Ermittlungen in der Gegenwart und den Rückblenden auf den 22. Juli 1983, an dem die Gruppe Jugendliche Zelten waren.
Auch die Beschreibungen von Örtlichkeiten und Personen geben genau so viele Informationen, dass man sich alles genau vorstellen kann.
Durch die Zeitsprünge ins Jahr 1983 ist man als Leser den Ermittlern immer eine kleine Spur voraus, da man direkt mitbekommt, was damals vor 30 Jahren geschehen ist.
Mir gefällt das Unaufgeregte des Buches und die viele Ermittlungsarbeit. Dabei kann man selbst gut Miträtseln.

Doch irgendwie bekommt man keinen richtigen Zugang zu den Protagonisten, man kann keine richtige Beziehung zu den einzelnen Personen aufbauen, leider auch nicht zu Chief Jonah Sheens, was ich sehr schade fand. Die Kids haben sich auch sehr seltsam verhalten und es kam einem so vor, als wollte kein einziger mithelfen, den Fall aufzuklären, nicht einmal Auroras Schwester.
Einzig DI Hanson fand ich in ihrem Verhalten irgendwie greifbar und sympathisch, sie ist taff, intelligent, gewissenhaft und geht jeder Spur nach.
Leider war ich - nachdem mir der Anfang des Buches supergut gefallen hat, gegen Ende von den Rückblenden etwas genervt, denn es gab auch keinerlei neue Erkenntnisse dadurch.
Und die Auflösung war für mich nicht wirklich nachvollziehbar und daher auch nicht authentisch.

Im Buchdeckel vorne und hinten gibt es jeweils einen hilfreichen Steckbrief der Jugendlichen.
Das Cover ist wunderschön-düster und passend mit dem Baum im dunklen Wald.


Fazit:
Stark angefangen, leider gegen Ende nachgelassen und eine für mich nicht ganz schlüssige Auflösung. Trotzdem spannende Unterhaltung und gut zum Miträtseln. Ich vergebe 3,5 Sterne.

Veröffentlicht am 27.11.2019

Leider der schwächste Teil der Reihe

Die perfekte Strafe
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Kurz zum Inhalt:
Die Leiche einer jungen Frau wird allein auf einer Anhöhe nähe Edinburgh gefunden. Zuerst geht man von einem natürlichen Tod aus, doch bald stellt sich heraus, dass es ein Giftmord war. ...

Kurz zum Inhalt:
Die Leiche einer jungen Frau wird allein auf einer Anhöhe nähe Edinburgh gefunden. Zuerst geht man von einem natürlichen Tod aus, doch bald stellt sich heraus, dass es ein Giftmord war. Kurz darauf gibt es eine weitere Tote - die Chefin einer Wohltätigkeitsorganisation, die durch eine zu hohe Dosierung von Abnahmepillen gestorben ist. War hier der gleiche Täter am Werk? Und kann er gestoppt werden, bevor es weitere Opfer gibt?


Meine Meinung:
"Die perfekte Strafe" ist der dritte Teil der Reihe um Luc Callanach und Ava Turner. Die Geschichte/der Kriminalfall ist jedoch in sich geschlossen und kann eigenständig gelesen werden. Nur für das Verständnis des Privatlebens der Protagonisten wäre es von Vorteil, die Reihe chronologisch zu lesen.
Der Schreibstil von Helen Fields ist angenehm und schnell zu lesen, und obwohl das Buch extrem spannend losgeht, als eine weibliche Leiche allein auf einer Anhöhe nähe Edinburgh gefunden wird und man auch immer wieder in die Gedankenwelt des Täter eindringen darf, waren für meinen Geschmack diesmal ein paar zähe Stellen dabei. Einige Handlungsstränge wurden mir schnell abgehandelt, zB die Sache mit Lucs Mutter, warum sie ihn bei der falschen Vergewaltigungs-Anschuldigung allein gelassen hat, und plötzlich wieder in seinem Leben aufgetaucht ist. Auch Avas Alleingänge haben mich teilweise etwas genervt und diese sind nicht nur für sie gefährlich.
Ein zweiter Handlungsstrang handelt vom ehemaligen Chief Begbie, der vermeintlich Selbstmord in seinem Auto begangen hat sowie der Freilassung des Verbrechers Ramon Trescoe, woraufhin kurz darauf der ehemalige Polizeiinformant Louis Jones umkam.

Leider blieb die für mich spannende und interessante Ermittlungsarbeit diesmal auf der Strecke - dafür gab es viel zu viele glückliche Zufälle. Nicht nur für die Ermittler, auch für den Täter. Es ist nicht authentisch, dass alles klappt, was man sich vornimmt.
Und nach einem rasanten Finale kann man leider grob sagen: die Bösewichte sind tot, die Guten überleben. Da hat es sich die Autorin zu leicht gemacht, und gleicht eher dem Ende eines Fernsehkrimis.
Auch erschließen sich mir der Titel nicht und leider auch das Motiv des Täters nicht ganz, da ich es diesmal nicht wirklich nachvollziehen kann.
Der zweite Strang um Chief Begbie nimmt das wichtige Thema Korruption bei der Polizei auf und fand ich fast interessanter als das eigentliche Thema des Buches, da es für mich glaubwürdiger war.

Ich fand diesmal die Nebenfigur DC Tripp ganz toll, denn er hat gute Ideen und zeigt Initiative. Genauso wie die schwangere und neu ins Team gekommene DC Janet Monroe.
Und die persönliche Entwicklung von DS Lively, den ich bisher überhaupt nicht mochte, hat mich positiv überrascht.


Fazit:
Für mich leider der schwächste Teil der Reihe, aber aufgrund Helen Fields' rasanten und spannenden Schreibstils und der für mich interessanten (privaten) Ver- und Entwicklungen der Haupt-Protagonisten freue ich mich schon auf die Fortsetzung. Ich vergebe diesmal 3,5 Sterne.

  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Charaktere
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 23.11.2019

Ein folgenschwerer Fund kann dein Leben verändern...

Der Fund
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Kurz zum Inhalt:
Das Buch handelt von der 53jährigen Supermarktverkäuferin Rita Dalek, die kein Glück im Leben hat. Ihre Eltern hat sie in jungen Jahren verloren, danach hat sie eine Ausbildung zur Krankenschwester ...

Kurz zum Inhalt:
Das Buch handelt von der 53jährigen Supermarktverkäuferin Rita Dalek, die kein Glück im Leben hat. Ihre Eltern hat sie in jungen Jahren verloren, danach hat sie eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht und nach dem Tod ihres Sohnes einen Job als Lebensmittelverkäuferin in einem Supermarkt angenommen. Ihr Mann ist ein Säufer. Und sie ist nicht glücklich. Und eben jene Rita ist in einem Auto verbrannt. Angeblich. Weil sie etwas aus dem Supermarkt mitgehen hat lassen, was sie besser nicht getan hätte. Denn der Polizist, der den bereits abgeschlossenen Fall nach Ritas Beerdigung weiter bearbeitet, will nicht aufgeben. Er geht allen Spuren wie besessen nach und will unbedingt wissen: Ist Rita tatsächlich gestorben?


Meine Meinung:
Der Schreibstil von Bernhard Aichner ist wie gewohnt anders - die Geschichte wird abwechselnd aus Sicht von Rita über das passierte Geschehen in der Gegenwarts-Form erzählt, und die Befragungen der vielen Verdächtigen und Zeugen der Gegenwart im Interview-Aufzählungs-Stil.
Gleich im ersten Kapitel erfährt man, dass Rita sterben wird, weil sie diesen Karton aus dem Supermarkt heimlich und illegal mitgenommen hat.
So weiß der Leser zwar immer etwas mehr als der Ermittler, die Fäden laufen aber erst nach und nach zusammen und das gesamte Bild ergibt sich erst mit der Zeit. Wie ein Puzzle. Und Aichner überrascht oft mit Taten der handelnden Personen, mit denen man nicht gerechnet hätte.
Vom Ermittler selbst erfährt man nur ein einziges Detail und keinen Namen; das ist aber für die Geschichte nicht wichtig. Nur dieses eine Detail ist für den Ausgang von Bedeutung.
Öfters konnte ich Ritas Verhalten nicht nachvollziehen. Auch, dass sie keine Bemühungen machte, einen Käufer oder Vermittler für das Kokain zu finden. Und so reitet sie sich in eine schlimme Sache nach der anderen rein...
Toll, stark und mutig fand ich ihre 70jährige Freundin Gerda Danner, die Gehirntumor im Endstadion hat und Rita bei allem mit Rat und Tat zur Seite steht und ihr helfen will, dass sie auch endlich etwas vom Glück abbekommt.

Auch, wenn ich recht schnell wusste, wie die Auflösung sein würde, las ich das Buch in einem durch und war gefesselt von Anfang bis zum Ende.
Ich mag Aichners außergewöhnlichen Schreibstil und seine ausgefallenen Geschichten und freue mich schon auf sein nächstes Highlight!


Fazit:
Das Leben einer gewöhnlichen Supermarktverkäuferin, die einmal etwas Glück im Leben möchte und dafür viel riskiert. Extravaganter Schreibstil, außergewöhnlicher Plot, spannende Unterhaltung. 5 Sterne von mir!

Veröffentlicht am 20.11.2019

NICHTS ist genau DAS (humorvolle) Geschenk, das sich viele wünschen...

Nichts
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Meine Schwiegermutter hatte Geburtstag und auf die obligatorische Frage "Was wünscht du dir denn?" kam die typische Antwort: "Ich wünsche mir nichts, ich hab doch eh schon alles."

Also habe ich den Wunsch ...


Meine Schwiegermutter hatte Geburtstag und auf die obligatorische Frage "Was wünscht du dir denn?" kam die typische Antwort: "Ich wünsche mir nichts, ich hab doch eh schon alles."

Also habe ich den Wunsch meiner Schwiegermutter erfüllt und ihr NICHTS geschenkt.
Zuerst war sie natürlich sprachlos, aber dann musste sie herzhaft lachen - das Geschenk kam super gut an!

"NICHTS" ist eine Art Notizbuch, in einem handlichen Format (etwas kleiner als A5), mit ca. 60 leeren Seiten, die man mit allem Möglichen befüllen oder auch als Tagebuch verwenden kann.
Meine Schwiegermama benutzt es übrigens, um sich wichtige Dinge zu notieren, die sie nicht vergessen darf, oder die Einkaufsliste, oder ein Rezept usw. Meine Tochter malt ihr dazwischen auch Bilder hinein, worüber sie sich sehr freut.

PS: Natürlich bekam sie zusätzlich auch ein "richtiges" Geschenk, denn es ist nicht sehr ratsam, der Schwiegermutter nur "nichts" zu schenken, auch wenn sie sich explizit genau das gewünscht hatte lach


Fazit:
Das Buch "NICHTS" ist das ideale humorvolle Geschenk für Menschen, die sich "nichts" wünschen, weil sie schon alles haben und/oder nichts brauchen.

Veröffentlicht am 19.11.2019

Emotionale Liebesgeschichte mit Zeitreise-Elementen

Die schönste und die traurigste aller Nächte
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Kurz zum Inhalt:
Brasilia, 1997. Victor und Amanda, beide 17, finden ineinander die erste große Liebe und küssen sich zum ersten Mal beim Abschlussball, aber Amanda zieht am nächsten Tag mit ihrer Familie ...

Kurz zum Inhalt:
Brasilia, 1997. Victor und Amanda, beide 17, finden ineinander die erste große Liebe und küssen sich zum ersten Mal beim Abschlussball, aber Amanda zieht am nächsten Tag mit ihrer Familie nach Kenia. Bald darauf sterben ihre Eltern bei einem Bombenanschlag in ihrem Auto, und alle Welt - ebenso Victor - glaubt, dass Amanda bei diesem Attentat ebenfalls gestorben ist.
Victor zieht sich daraufhin auf ein entlegenes Weingut nach Brasilien zurück, wo er zum Prinzen des Schaumweins avanciert. Amanda geht in ihre Heimat Argentinien zurück, heiratet einen Politiker und arbeitet in einer Buchhandlung.
20 Jahre später findet ein Klassentreffen des Abschlussjahrgangs statt, und Amanda und Victor sehen sich unvermittelt wieder.
Das besondere ist jedoch, dass beide sich aufgrund einiger unglücklicher Umstände fast gar nicht wieder getroffen hätten, denn Victor hat eine besondere Gabe: bei starken Gefühlen springt er in der Zeit: wenn er glücklich ist, springt er in die Vergangenheit zurück und erlebt alles nochmal. Und wenn er traurig ist, springt er in die Zukunft. Der Grund dafür war die unerfüllte Liebe zu Amanda - sie ist die Ursache. Kann das Ganze jemals aufhören?



Meine Meinung:
"Die schönste und die traurigste aller Nächte" ist eine Liebesgeschichte der etwas anderen Art. Mit viel Emotionen erzählt der Autor über die Leben von Victor und Amanda - denn jeder lebt sein eigenes Leben, obwohl die beiden schon mit 17 wussten, dass der jeweils andere die große Liebe ist. Und mit dieser großen Emotion hat alles angefangen.
Die Geschichte ist abwechselnd aus Sicht von Victor und Amanda geschrieben, jeweils in ich-Form.
Man bekommt nur nach und nach mit, was beim Abschlussball und danach alles passiert ist, und wie die Fäden dann zusammenlaufen.
Mit Victor fühlt man besonders mit, denn er weiß nicht, ob diese Gabe ein Fluch oder ein Segen ist. Er hat auch nur drei Personen davon erzählt, und keine davon hat ihm so richtig geglaubt.
Durch diese Sprünge und andere Missverständnisse wird es fast unmöglich, Amanda nach dem Klassentreffen jemals wiederzusehen. Man leidet als Leser mit und hofft, dass beide Protagonisten sämtliche Hindernisse überwinden können.
Außerdem kann Victor bei den Sprüngen in die Vergangenheit das Geschehen nicht ändern. Es ist ihm nur ein einziges Mal geglückt, und dabei ging ein bestimmtes Ereignis voraus.

Natürlich ist die Geschichte auch irgendwie vorhersehbar, vor allem auch was Amandas eifersüchtigen Ehemann angeht. Nur der Schluss war dann doch ein klein wenig anders, als ich erwartet hatte!


Fazit:
Romantische Liebesgeschichte mit mystischen Zeitreise-Elementen und schönen Passagen über Brasilien und Schaumwein.