Profilbild von Petra_Sch

Petra_Sch

Lesejury Star
offline

Petra_Sch ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Petra_Sch über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.06.2026

gelungene Fortsetzung um Tommi und Svetlana

Mord ist die beste Beseitigung
0

Ich bin wieder super reingekommen in die Welt von Tommi und Svetlana.
Und was soll ich sagen: die 50-jährige Svetlana ist immer noch eine Wucht! Ich liebe ihren trockenen Humor und ihr Ermittlergen samt ...

Ich bin wieder super reingekommen in die Welt von Tommi und Svetlana.
Und was soll ich sagen: die 50-jährige Svetlana ist immer noch eine Wucht! Ich liebe ihren trockenen Humor und ihr Ermittlergen samt guter Kombinationsgabe.
Und Tommi, 32, dagegen ist immer noch tollpatschig-naiv. ihn könnte ich ständig schütteln. Aber gemeinsam sind sie halt noch unterhaltsamer!
Und auch dass Herr Kleinschmidt wieder mit dabei ist, macht die Sache humorig. Wobei ich fast entsetzt war, dass dieser leichte empathische Züge bekommen hat.

Der Fall selbst ist auch sehr mysteriös! Wohin ist die Frau im blauen Audi verschwunden, die über einen Reiseruf (das Wort hatte ich übrigens noch nie gehört) im Radio gesucht wurde? (war aber auch ein seeeehr großer Zufall, dass Tommi und Svetlana genau DANN an dem Audi vorbeikamen...)
Dann gibt es noch den Ehemann, der sich zwar seltsam und auffällig verhält, aber man fragt sich, ob er tatsächlich etwas mit ihrem Verschwinden zu tun hat. Und lebt sie überhaupt noch? - Man rätselt mit Tommi und Svetlana mit, wobei Tommi diesmal erstaunlich viel zur Lösung beizutragen hat.

Die Auflösung, wer die Bösewichte sind und wer die treibende Kraft dahinter ist, hat mich überrascht.
Leider fand ich einiges unglaubwürdig (zB, wie sich Tommi befreit hat usw), und auch der Showdown war ein bisschen zu viel, finde ich. Aber auch irgendwie zu kurz. Kaum hat er begonnen, war auch schon alles vorbei.

Jetzt bin ich schon neugierig, ob Tommi vielleicht von Autor auf Privatdetektiv umsattelt? Svetlana wäre da sicher sofort dabei. SIE will ja immerhin ständig ermitteln ;)
Autor ist ja nicht wirklich seins, wenn ihm nie eine gute Geschichte einfällt.
Jedenfalls hab ich nach dem Ende große Hoffnung, dass Tommi nun doch ENDLICH mal ein Buch fertig schreibt! Und vielleicht ist das ja auch der Stoff für den neuen Fall des Ermittlerduos Tommi&Svetlana.


Fazit:
Ein verpeilter und chaotischer Schriftsteller mit Schreibblockade und eine ukrainische Putzfrau, die ständig Sprichwörter durcheinander bringt, ermitteln in ihrem zweiten Fall zu einer auf der Autobahnraststätte verschwundenen Frau. Wieder eine humorvolle Unterhaltung, die Lust auf mehr macht!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.06.2026

atmosphärische Dystopie; nichts für Leser, die abgeschlossene Geschichten mögen

Ich, die ich Männer nicht kannte
0


Die ich-Erzählerin ist eine junge, namenlose Frau, die etwas sarkastisch über ihr Leben berichtet.
Sie kennt nichts anderes als den Käfig, denn sie ist mit 39 anderen Frauen eingesperrt, ohne Tageslicht. ...


Die ich-Erzählerin ist eine junge, namenlose Frau, die etwas sarkastisch über ihr Leben berichtet.
Sie kennt nichts anderes als den Käfig, denn sie ist mit 39 anderen Frauen eingesperrt, ohne Tageslicht. Bewacht von Männern, die nicht mit ihnen sprechen.
Bis eines Tages ein Alarm losgeht und die Männer verschwinden. Da die Käfigtür nicht verschlossen ist, wagen es die Frauen, rauszugehen. Doch draußen ist alles ganz anders, als sie es sich vorgestellt hatten bzw. aus ihrer Erinnerung kannten.

Die Geschichte ist einzigartig. Einerseits hat es mich ganz verrückt gemacht, dass man nichts erfährt! Und mir gingen beim Hören soo viele warum-Fragen durch den Kopf! Warum und seit wann sind die Frauen eingesperrt; warum genau 40; warum nur 1 ganz junges Mädchen, während alle anderen schon erwachsen waren, als sie eingesperrt wurden; warum werden sie ständig von Wärtern bewacht; warum sprechen diese Wärter nichts; warum dürfen sich die Frauen nicht anfassen, und WARUM gibt man ihnen nichts zu tun? Es erscheint somit ganz logisch, dass die sich selbst umbringen wollen - die müssen ja eingehen vor Langeweile! Ein bisschen kochen, Zöpfe flechten, Kleidung flicken. Und reden, aber da auch nicht zu viel. Nicht einmal Bewegung ist möglich, denn der Käfig muss ja extrem klein sein, wenn die Peitsche der Wärter überall hin kommt. SCHRECKLICH dieser Gedanke. Also WARUM werden die Frauen unter diese unmenschlichen Bedingungen am Leben erhalten?
Andererseits ist genau DAS das Stilmittel der Geschichte - man weiß nur genauso viel (oder eher wenig) wie die Frauen selbst. Echt gut gemacht!

Trotzdem finde ich einige Dinge unglaubwürdig: warum haben die älteren Frauen dem jungen Mädchen keinen Namen gegeben? Bzw. warum hat es sich nicht selbst einen ausgesucht. Wenn alle einen Namen haben, wähle ich doch für mich selbst auch einen, wenn es schon die anderen nicht machen. Und warum erklären sie dem Mädchen nicht die Dinge von draußen? Immerhin reden sie selbst miteinander ja ständig über ihr Leben von früher.

Die dystopische, beklemmende Atmosphäre ist sehr bedrückend und deprimierend. Die eingesperrten Frauen tun einem sehr leid; sie haben ja NICHTS. Sie bekommen zwar Lebensmittel, um zu kochen, aber für geistige und körperliche Beschäftigung und emotionale ... ist nicht gesorgt. Sie haben kaum Platz, nichts zu lesen, zu schreiben; ja nicht einmal einen Spiegel.
Die Charaktere der Frauen kommen eigentlich erst so richtig raus, als sie "in Freiheit" sind, zuvor war es für mich so ein Einheitsbrei. Nur die ich-Erzählerin lernt man genauer kennen. Sie ist sehr abgestumpft und emotionslos, erst später entwickelt sie Neugierde.

Es gibt leider einige unlogische Stellen, zB dass sie sich selbst anhand der gefundenen Bücher lesen beibringt (obwohl sie zuvor nur vor vielen Jahren mal Buchstaben im Staub gezeigt bekommen hat). Auch, dass nach all den Jahre (etwa 50) überall noch Strom vorhanden ist und die Nahrungsmittel (Fleisch und Gemüse) noch nicht verdorben sind. Und auch, wenn die Frauen nicht wissen, wo sie sind und herumspekulieren - warum gibt es Pflanzen, aber keine Tiere?
Und noch mehr Fragen über die Käfige, den Grund für das Eingesperrtsein, das Desinteresse der Wärter und vieles mehr.
Man bleibt - ebenso wie die Erzählerin - bis zum Schluss im Ungewissen, was mich normalerweise fertig macht, hier aber als Stilmittel gut passt, weil es eben genau dem entspricht, wie es die Protagonistin wahr nimmt. Dass man am Schluss jedoch keine einzige Antwort erhält, ist dann aber doch deprimierend.

Die Sprecherin Vera Teltz kenne ich bereits von Filmsynchronisationen und ich finde, sie hat einen tollen Job gemacht. Man glaubt wirklich, die Protagonistin erzählt ihre Geschichte, denn ihre Stimme ist genau eintönig und emotionslos, wie man vom Verhalten der ich-Erzählerin erwartet.


Fazit:
Eine wirklich interessante, dystopische, atmosphärische und bedrückende Geschichte. Man fiebert mit, aber erhält leider keine einzige Antwort auf die vielen, vielen Fragen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.05.2026

ein düsterer, atmosphärischer Moor-Thriller. Ein Highlight!

Moorland. Die Zwillinge
0

Im kleinen Ort Moorbach direkt am Namenlosen Moor verschwinden über Nacht die 18jährigen Zwillinge Jana und Nike. Sie wollten trotz des schlechten, extrem nebligen Wetters ein Video für TikTok produzieren.
Trotz ...

Im kleinen Ort Moorbach direkt am Namenlosen Moor verschwinden über Nacht die 18jährigen Zwillinge Jana und Nike. Sie wollten trotz des schlechten, extrem nebligen Wetters ein Video für TikTok produzieren.
Trotz sofortiger Suchaktion vieler Einwohner können die Mädchen nicht gefunden werden.
Am selben Abend wird Toma von einem Auto angefahren; Fahrerflucht. Hängt beides zusammen?
Die Ermittlerin Malia Gold ist an ihrem ersten Tag im Dienst gleich in diesen schrecklichen Fall verwickelt, der sie an ihre eigene Vergangenheit erinnert.

Den Schreibstil von Andreas Winkelmann mochte ich schon immer, aber diesmal ist es besonders anschaulich und lebendig! Man kann sich alles ganz genau vorstellen, man zittert in der Kälte, es gruselt einem vor dem dunklen Moor und auch die Ermittlungsarbeit ist so authentisch; das Auffinden kleinster Spuren und das Zusammensetzen dieser zu einem Gesamtbild finde ich spannend und interessant dargestellt.
Malia ist eine faszinierende Persönlichkeit; trotz schlimmer Dinge in ihrer Vergangenheit ist sie unparteiisch (außer alles, was mit ihrer Mutter zusammenhängt) und immer auf den Fall fokussiert.
Ihre charakterliche Entwicklung ist auch toll, denn sie merkt, dass sie ihre Scheuklappen ablegen und auf andere zugehen und deren Hilfe annehmen muss, auch wenn es entgegen ihrer Befindlichkeiten ist.
Die Auflösung ist nachvollziehbar, und komplexer als ich zuerst dachte. Und es gibt nicht nur Happy-Ends, das macht es so authentisch.
Es gibt noch offene Dinge, die hoffentlich im nächsten Band aufgelöst werden, auf den ich mich schon sehr freue!


Fazit:
Eine faszinierende Ermittlerin; ein spannender Fall mit einer authentischen Auflösung und eine lebendige Darstellung des Moores - man fühlt richtig die eisige Kälte des Nebels im Moor auf der Haut!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.05.2026

über Freundschaft, Zusammenhalt und Mut

Willkommen bei den Grauses 3: Der normale Schulwahnsinn
0

Im 3. Teil der Reihe ist es so weit: die Grause-Kinder Wolfi und Muh dürfen in die Schule! Unterstützung bekommen sie von ihrer Nachbarin und Freundin Ottilie Schmidt. Die kleine Husch würde auch gerne ...

Im 3. Teil der Reihe ist es so weit: die Grause-Kinder Wolfi und Muh dürfen in die Schule! Unterstützung bekommen sie von ihrer Nachbarin und Freundin Ottilie Schmidt. Die kleine Husch würde auch gerne mit, doch sie ist noch zu klein und darf nicht.
Klar, dass nicht nur die unsichtbare Husch für jede Menge Chaos sorgt! Denn Wolfi mit den spitzen Zähnen und Muh mit seinen Hörnern sind keine normalen Kinder und wissen demnach nicht, wie sie sich richtig zu verhalten haben. Das wird von den drei unsympathischen Mona-Lisas auch total ausgenutzt.
Und dann ist da ja auch noch die Krähe, die bei jedem Verstoß einen grauen Punkt für die Familie setzt und so die Gefahr droht, dass die Familie wieder zurück muss. Und der grummelige Opa Schrat trägt leider auch nicht dazu bei, dass die Punktebilanz ausgeglichen ist - ganz im Gegenteil sogar.

Ich finde die Geschichte mit der chaotischen Außenseiterfamilie so liebenswert!! Die Darstellung der Kinder, die einfach anders sind als normale Menschenkinder, und somit nicht akzeptiert werden, spiegeln leider das wahre Leben wider.
Somit ist der Schulalltag mit all seinen Höhen und Tiefen authentisch gezeichnet: einerseits Freundschaft und Spaß, aber auch Mobbing durch Mitschüler und unfaire Behandlung durch Lehrer. Und wie es durch Missverständnisse zu Streit und Zerwürfnis kommen kann.
Sehr schön ist das Happy End, das zeigt, dass man mit Ehrlichkeit, Authentizität und Zusammenhalt (fast) alles erreichen kann!
Auch Band 3 hat den wundervollen Kern: urteile nicht nach dem Äußeren (denn ein schönes Äußeres kann oft täuschen!!), wenn jemand anders aussieht und/oder sich anders verhält als du selbst; wichtig ist ein liebevoller Charakter, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Weitere wichtige Themen sind Familie, Akzeptanz, Mut.
Die wunderschönen schwarzweiß Illustrationen peppen die Geschichte zusätzlich auf.


Fazit:
Eine fantasievolle, magische und humorvolle, leicht-schräge Geschichte über den Schulalltag von Kindern einer Familie, die mal so GANZ anders ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.05.2026

ein Highlight!

Das Signal
0

Ich mochte alle Bücher, die ich bisher von Ursula Poznanski gelesen habe, total gerne. Aber dieses hier ist ein Jahreshighlight!
Nicht nur ist die Schreibweise wie gewohnt fesselnd, auch der Plot ist außergewöhnlich ...

Ich mochte alle Bücher, die ich bisher von Ursula Poznanski gelesen habe, total gerne. Aber dieses hier ist ein Jahreshighlight!
Nicht nur ist die Schreibweise wie gewohnt fesselnd, auch der Plot ist außergewöhnlich und packt einen total; und mir gefällt, wie aktuelle Technik eine große Rolle spielt. In diesem Fall: Highend GPS-Tracker.

Denn Viola Decker, die vor kurzem mit ihrem Mann Adam in ein neues, großes Haus mit Weinkeller an den Stadtrand von Wien gezogen ist, verliert bei einem Unfall im sanierungsbedürftigen Keller ein Bein.
Adam hat nach ihrer Rückkehr aus dem Spital eine Pflegerin organisiert; Olga wurde ihm von einer Bekannten empfohlen. Doch Viola kommt sich von Olga überwacht vor und nachdem sie nicht aus dem Haus kann, da sie auf Rollstuhl und Krücken angewiesen ist, bestellt sie aus Spaß kleine Tracker, um die Wege ihres Mannes zu verfolgen, damit sie auf diese Weise virtuell "aus dem Haus kommt" und so ein bisschen an seinem Leben - das ja weitergeht wie bisher - teilhaben kann.
Doch bald merkt sie: Adam belügt sie! Denn wenn er ihr erzählt, wo er war: die Tracker sagen etwas anderes.

Die gesamte Stimmung ist sehr beklemmend, man fühlt richtig mit Viola mit. Einerseits ihre Schmerzen und die Schwierigkeiten aufgrund des fehlenden Beins, dann die Überwachung durch die Pflegerin, die still und abweisend ist, und die gefühlte Bedrohung durch ums Haus schleichende Personen. Und dann ist da ja auch noch Adam, der sie anlügt.
Warum macht er das? Das psychologische Spiel, das Adam spielt, ist beklemmend.
Die Auflösung hat sich mir dann zwar mit der Zeit erschlossen, war dennoch authentisch und überzeugend.


Fazit:
Eine sympathische Protagonistin mit Handycap kämpft gegen das Psychospiel ihres Mannes. Ein Highlight!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere