Polly (Dr. Apollonia Obermoser) scheint einen Höhepunkt ihrer Karriere erreicht zu haben, als sie bei der Ausstellungseröffnung im Museum die Artefakte aus der siebenten Dynastie um Pharao Teti III. präsentieren ...
Polly (Dr. Apollonia Obermoser) scheint einen Höhepunkt ihrer Karriere erreicht zu haben, als sie bei der Ausstellungseröffnung im Museum die Artefakte aus der siebenten Dynastie um Pharao Teti III. präsentieren darf.
Doch dann stirbt einer nach dem anderen, die Ausgänge sind verschlossen - gibt es den Fluch der Mumie tatsächlich, so wie Daphne, die Tochter der Museumsinhaberin, fest davon überzeugt ist?
Die Story ist, wie man es von Tatjana Kruse kennt, humorvoll-unterhaltsam. Nicht umsonst nennt sie ihr Genre "Krimödie".
Sowohl die Figuren, als auch die Handlung, sind oftmals sehr überzogen, aber genau das macht den Charme aus.
Manche Personen handeln so unlogisch, dass man Pollys Verzweiflung auch richtig spüren kann - vor allem im Umgang mit der naiv-dümmlichen, millionenschweren Daphne (über deren feste Überzeugung, dass eine Mumie mordend durchs Museum schleicht, man nur den Kopf schütteln kann).
Doch nichts und niemand ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Daphne hat mich wirklich überrascht!
Man fiebert mit Polly mit, als das Museum versperrt ist und kein Kontakt zur Außenwelt möglich ist. Und dann noch die übernatürlichen Phänomene, wo man manchmal wirklich denkt: hat Daphne Recht? Gibt es den Fluch des Pharaos tatsächlich?
Man kann bei diesem Museums-Locked-Room-Krimi sehr gut miträtseln und es macht großen Spaß!
Fazit:
Eine manchmal überzogene, doch humorige, gruselig-mystische und wundervoll unterhaltsame Krimödie mit skurrilen Figuren und einer taffen Protagonistin, mit der man einfach mitfiebern muss - und einer Mumie!
Eva Kramer und ihr Mann Daniel leben gemeinsam mit ihrem 5-jährigen Sohn Linus in einer idyllischen Reihenhaussiedlung.
Sofia, die 15-jährige Tochter von Evas bester Freundin Susanne, die beiden vor kurzem ...
Eva Kramer und ihr Mann Daniel leben gemeinsam mit ihrem 5-jährigen Sohn Linus in einer idyllischen Reihenhaussiedlung.
Sofia, die 15-jährige Tochter von Evas bester Freundin Susanne, die beiden vor kurzem umgezogen sind, und zwar zu Susannes neuem Freund, babysittet oft bei den Kramers.
Bis eines nachts Sofia verschwindet - nachdem Daniel sie nach dem Babysitten nach Hause gebracht hat.
Der Verdacht fällt sofort auf Daniel, doch Eva schwört, das ihr Mann nichts mit Sofias Verschwinden zu tun hat. Bis sich immer mehr und mehr Ungereimtheiten auftun - ist ihr Mann wirklich unschuldig? Kann sie ihm trauen?
Petra Johann weiß zu fesseln! Ich finde sowohl ihren Schreibstil packend, der zwar teilweise etwas nüchtern ist, dafür jedoch eindrücklich die mühsame Kleinarbeit der Polizisten wiedergibt, die jedes kleinste Detail, und sei es scheinbar noch so unwichtig, ans Licht bringen und überprüfen müssen. Das ist sehr authentisch, und mir gefällt so etwas sehr gut bei einem Krimi. Denn im echten Leben müssen auch Unmengen an Spuren ausgewertet werden, wovon oft nicht mal eine davon ans Ziel führt. Und der Autorin ist es gelungen, diese Spurensuche interessant und richtig spannend darzustellen.
Auch die Verstrickung der Ermittlerin Heidi Westphal ist gut gelungen! Denn sie ist - als Mutter einer gleichalten Tochter - besonders daran interessiert, Sofia zu finden. Noch dazu geht Sofia nach ihrem Umzug nun auf das gleiche Gymnasium wie ihre Tochter.
Auch die Figurenzeichnung überzeugt, denn jede handelnde Person ist so unterschiedlich im Charakter, detailliert ausgearbeitet, und man fühlt sofort eine Bindung zu den Personen - oder findet sie unsympathisch.
Man kann auch gut selbst miträtseln und überlegen, was denn mit Sofia geschehen sein könnte. Und falls sie entführt wurde - wer der mögliche Täter sein könnte (von denen es einige gibt und man seinen Verdacht immer zwischen diesen Personen wechselt).
Auch wenn ich dann schon recht schnell den richtigen Riecher hatte, was einige Dinge betraf, konnte mich doch auch einiges überraschen.
Fazit:
Ein spannender Plot, ein fesselnder Schreibstil, lebendige Charaktere und eine authentische Auflösung machen diesen Krimi für mich zu einem Highlight!
Im Jahr 1995 verschwinden die beiden Teenager Isa und Janosch am Ende der Schullandwoche auf der Insel Neuwerk. Die Lehrerin Charlotte Hahnel macht sich Vorwürfe, da die beiden unter ihrer Aufsicht verschwunden ...
Im Jahr 1995 verschwinden die beiden Teenager Isa und Janosch am Ende der Schullandwoche auf der Insel Neuwerk. Die Lehrerin Charlotte Hahnel macht sich Vorwürfe, da die beiden unter ihrer Aufsicht verschwunden sind, und bleibt auch noch auf der Insel, nachdem die Suche nach den beiden bereits aufgegeben wurde - und eines Tages taucht Isa plötzlich wieder auf.
30 Jahre später anlässlich des Gedenkens an Janoschs Verschwinden begeben sich einige Personen auf die Insel Neuwerk zurück...
Leider finde ich den Titel nicht ganz passend, denn von den fünf Personen, die auf Neuwerk reisen, kennen sich vier aus der Vergangenheit - sind also keine Fremden, auch wenn sie seither keinen Kontakt hatten.
Es gibt zwei Handlungs- bzw. Zeitstränge: Sommer 1995 und 10., 11. und 12. Oktober 2025; in der Gegenwart jeweils abwechselnd aus Sicht von Lehrerin Charlotte Hahnel, die die damaligen Vorkommnisse nicht losgelassen haben, sodass sie einem Orden beigetreten ist; Annika Lundt, die damals auf der Insel gelebt hat und sich den Jugendlichen angeschlossen hat, und nun eine beurlaubte Polizistin ist, die sich um ihre demente Mutter kümmern will; Mats Nilsson; ehemaliger Schüler auf der Schullandwoche; Sinje Bianchi, die damals mit ihren Eltern auf Urlaub auf Neuwerk war, sich den Jugendlichen aber nicht abschließen durfte; und Michelle Welm, die einen Job als Vogelwartin auf der Vogelinsel antreten will.
Und in der Vergangenheit liest man aus Sicht von Isa. Erst nach und nach bauen sich die Vorgänge langsam auf; und was tatsächlich passiert ist, erfährt man erst ganz zum Schluss. Man fragt sich also die ganze Zeit, wie die Dinge zusammenhänge, welche Rollen die einzelnen Personen gespielt haben und wie die junge Michelle ins Bild passt.
Ich mag den Erzählstil von Romy Fölck, auch wenn es sprachlich teilweise leider etwas holprig war und es Wiederholungen gab; aber die Beschreibung des starken Sturms, der immer heftiger wird, war sehr bedrückend.
Auch ist die Insel Neuwerk so detailliert dargestellt, dass man alle Schauplätze und Wege genau vor Augen hatte und mit allen Personen mitgefiebert und mitgelitten hat. Auch die Trecker-Fahrt zur Vogelinsel ist so lebendig beschrieben. Auf Neuwerk scheint die Zeit stillzustehen; es gibt keine Hektik - es geht um die Elemente und die gewaltige Natur.
Besonders gelungen fand ich die Charakterzeichnungen. Alle handelnden Figuren waren unterschiedlich, authentisch, mit Kanten und Ecken, und dadurch so lebendig. Man konnte sofort eine Bindung aufbauen - oder fand sie unsympathisch.
Dass man immer abwechselnd aus der unterschiedlichen Sicht der fünf Personen, und auch noch teilweise aus der Vergangenheit liest, macht es interessant und hält den Spannungsbogen konstant aufrecht. Man lernt erst die Personen kennen und erfährt nur nach und nach kleinste Puzzleteilchen, die sich erst langsam zu einem ganzen Bild zusammenfügen. Es war faszinierend, wie fest das Damals das Heute noch im Griff hat. Und es hat sich wieder bewahrheitet: wenn man Dinge verschweigt und nicht miteinander spricht, kann nichts Gutes dabei herauskommen.
Es wurde am Ende dann alles aufgelöst, was im Jahr 1995 vorgefallen ist; leider hat mich die Auflösung dann enttäuscht; es war für mich so unrealistisch und absolut nicht nachvollziehbar. Leider kann ich auf kein Detail eingehen, da ich sonst alles spoilern würde. Jedenfalls hat diese für mich konstruiert gefühlte Erklärung das schöne Leseerlebnis von zuvor zerbröckeln lassen.
Fazit:
Sehr spannendes Leseerlebnis auf zwei Zeitebenen und aus Sicht von fünf (bzw. sechs) verschiedenen Personen in einem wunderschönen, jedoch stürmischen Setting, das einen mitfiebern lässt. Leider hat mich die Auflösung enttäuscht zurückgelassen.
Februar 2012: Barbara Jones, die Nachbarin der 89-jährigen Margaret Winterbottom, wird tot aufgefunden. Es stellt sich heraus, dass sie erwürgt wurde. Und ihr Portemonnaie wurde gestohlen; ebenso wie ...
Februar 2012: Barbara Jones, die Nachbarin der 89-jährigen Margaret Winterbottom, wird tot aufgefunden. Es stellt sich heraus, dass sie erwürgt wurde. Und ihr Portemonnaie wurde gestohlen; ebenso wie von 3 anderen älteren Bewohnerinnen der Straße (auch von Margaret).
Da Barbara die beste Freundin von Margaret war und sie Angst hat, dass die Polizei nicht ordentlich ermittelt und die älteren Bewohner der Siedlung in Gefahr sind, macht sie sich gemeinsam mit ihrem Enkel James auf Spurensuche.
Anfangs tat ich mir mit dem Schreibstil etwas schwer; man liest aus Sicht von Margaret Winterbottom, die bereits 89 Jahre alt ist und beginnenden Alzheimer hat. Jedenfalls kann sie sich oft an Dinge nicht erinnern. Aber nicht nur aus jüngerer Vergangenheit; sondern auch Dinge, die ihr eigentlich in Fleisch und Blut übergegangen sein sollten, wie der Heimweg vom Supermarkt - denn sie lebt seit Jahrzehnten in diesem Haus. Und trotzdem hat sie sich verirrt und wusste den Weg nicht mehr.
Von diesen Problemen zu lesen, hat mich traurig gemacht und ich habe oft mit ihr mitgelitten, wenn sie selbst nicht mehr wusste, was los ist. Ebenso ihre vielen Zwiegespräche mit ihrem vor einigen Jahren verstorbenen Mann, die ihr Kraft geben.
Doch das Buch zeigt die Probleme im Alltag mit dieser Erkrankung auf. Man wird oft nicht ernst genommen, belächelt. Und es wird einem oft nicht geglaubt. Allen voran Margarets Tochter Shirley (was mich seeeehr betrübt hat) und der übergriffige Nachbar Mr. Braithwaite.
Andererseits ist da Margarets Enkel James, im 'schlimmsten' Teenageralter, der trotzdem zu seiner Granny hält; sie unterstützt und verteidigt. Irritiert hat mich hier nur der extrem große Altersunterschied zwischen den beiden.
Gemeinsam wollen sie das Rätsel um den Mord an Barbara Jones lösen, die in Margarets Siedlung wohnt. Niemand hätte ein Motiv (bzw. kein überzeugendes).
Und James möchte Margaret helfen, sich zu erinnern, worum sie kurz vor ihrem Tod von Barbara gebeten wurde.
Doch sie bringen sich auch in Gefahr; eine von Margaret verhasste Nachbarin bedroht sie und James wird festgenommen. Hier fand ich teilweise unglaubwürdig, dass sich die beiden nicht verteidigt haben und für ihre Unschuld eingestanden sind.
Manchmal ging es auch nicht weiter (vielleicht weil Margaret oft in der Vergangenheit versunken ist), das machte es etwas schleppend.
Die alte Dame und der Teenager sind gerade aufgrund ihrer Gegensätzlichkeiten ein super Ermittler-Gespann. James setzt auf moderne Technik wie bei CSI; Margaret eher auf herkömmliche Methoden wie Miss Marple. Dieses Zusammenspiel auf Augenhöhe hat mir besonders gut gefallen. Denn Margaret nimmt James ernst, obwohl er ein Teenager ist - und er wiederum seine Gran, obwohl sie sich nicht immer an alles erinnern kann.
Fazit:
Britischer Cosy Crime mit einem außergewöhnlichem Ermittlerduo: eine demente alte Dame und ihre Teenager-Enkel lösen das Geheimnis um den Mord an Nachbarin Barbara. Die (Alltags-)Probleme der Alzheimer-Erkrankung sind authentisch in einem Krimi verpackt; manchmal war es dadurch aber etwas schleppend und einige Dinge fand ich nicht schlüssig.
Der kleine Spatz möchte, wenn er groß ist, eine große Amsel werden. Doch sein Vater sagt ihm, dass er höchstens ein großer Spatz werden kann.
Die kleine Amsel möchte einmal eine große Taube werden. Doch ...
Der kleine Spatz möchte, wenn er groß ist, eine große Amsel werden. Doch sein Vater sagt ihm, dass er höchstens ein großer Spatz werden kann.
Die kleine Amsel möchte einmal eine große Taube werden. Doch die Mutter verneint - sie kann höchstens eine große Amsel werden.
Und die kleine Taube möchte einmal eine große Möwe werden. Usw... Man merkt, worauf die Geschichte hinausläuft.
Die ähnlichen Worte der Eltern sind zu Beginn interessant für kleine Kinder, da Wiederholungen wichtig für den Lerneffekt sind. Doch irgendwann wird es langweilig.
Ich war auf eine (reale) Auflösung sehr gespannt, die leider nicht geboten wurde. Im ersten Moment war ich über das kleine Flugzeug irritiert, doch eigentlich kommen märchenhafte Geschichten bei kleinen Kindern gut an!
Was ich schade fand, war, dass es für die einzelnen Vogelkinder eigentlich keine zufriedenstellende Auflösung gab. Ja, sie haben alle gemeinsam einen schönen Ausflug gemacht, wo gezeigt wird, dass Freundschaft und Zusammenhalt wichtig fürs Glücklichsein sind.
Aber die eigentliche Message des Buches, sich nicht kleinmachen zu lassen und seine Träume verwirklichen zu wollen, kommt leider nicht so gut rüber, da es eben für keins der Vogelkinder ein individuelles, positives Ergebnis gibt.
Auch den Illustrationen stehe ich etwas zwiegespalten gegenüber. Einerseits ist der Malstil wundervoll für Kleinkinder geeignet, die Farben sind kräftig und durch die Liebe zum Detail gibt es auf jeder Doppelseite Etliches zu entdecken. Doch einige Tiere sind nicht so gut getroffen. Der Spatz zum Beispiel sieht rosa aus, die Graugans ist gelb, und der Schwan ist aufgrund des Fehlens eines langen, gebogenen Hals als solcher überhaupt nicht zu erkennen.
Fazit:
Das wichtige Thema, dass man an seine Träume glauben und sich von niemandem kleinreden lassen soll, wurde für meinen Geschmack leider nicht ganz zufriedenstellend dargestellt.