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Veröffentlicht am 31.12.2024

Tristes New York

Ein Winter in New York
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Iris möchte ihre Vergangenheit hinter sich lassen und zieht von England nach New York, dorthin wo ihre verstorbene Mutter einst die größten Träume hatte. Während Iris ein Straßenfest besucht, fällt ihre ...

Iris möchte ihre Vergangenheit hinter sich lassen und zieht von England nach New York, dorthin wo ihre verstorbene Mutter einst die größten Träume hatte. Während Iris ein Straßenfest besucht, fällt ihre eine außergewöhnliche Tür ins Auge, die ihr sehr bekannt vorkommt. Iris tritt in die Eisdiele ein, dort trifft sie auf Gio und seinem ganz besonderen Vanilleeis, denn auch das ist Iris sehr vertraut. Gios Familienbetrieb steht jedoch kurz vor dem Aus, bis Iris ihm ihre Hilfe anbietet und zwischen den Stühlen steht. Kann sie das Familiengeheimnis wahren und Gios Betrieb retten?

Ein Winter in New York von Josie Silver klang nach einem tollen Roman für die Winterzeit, mit viel Schnee und einer wunderschönen Stadt. Nur leider wurden bereits die Erwartungen des winterlichen New Yorks nicht erfüllt. Erst gegen Ende konnte die winterliche Stimmung etwas rüberkommen, das war aber zu wenig um die Erwartungen (die bereits der Titel schürt) zu erfüllen.

Doch die fehlende winterliche Stimmung ist nicht mein einziger Kritikpunkt, der größte und für mich schwerwiegendste ist die Protagonistin Iris. Iris hatte keine einfache Vergangenheit und muss einen schweren Verlust verkraften, aber ihre Gedankenwelt bezieht sich vorwiegend genau darauf, dass sie es im Leben so schlecht hat und es anderen doch viel besser geht. Ob man das wirklich behaupten kann, wenn ein Mann die Mutter seiner Tochter verliert?

Außerdem baut sich die ganze Geschichte auf einer Lüge auf, die man eigentlich schnell aus der Welt schaffen kann, wenn man denn mal den Mund aufmacht. Da das nicht passiert ist und diese Lüge zu einem immer größeren Kartenhaus gewachsen ist, konnte mich die Geschichte leider emotional gar nicht abholen, denn mit ihrem Verhalten fand ich Iris lediglich nervig.


Gio und seine Familie waren ein kleiner Lichtblick, doch diesem fehlte es an Tiefe. Weswegen Ein Winter in New York leider eine Enttäuschung wurde, dem das faustdicke Ende noch sein Krönchen aufsetzte. Einzig der angenehme Schreibstil lässt sich positiv hervorheben und Iris’ Freund Bobby, der eine treue Seele ist und der ein bisschen Humor in die Geschichte bringen konnte.

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Veröffentlicht am 31.12.2024

Eine verhängnisvolle Party

Allein gegen die Lüge
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Matt Pines Leben gerät in Trümmern als er von der FBI Ermittlerin Sarah Keller erfährt, dass seine Familie während ihres Urlaubs in Mexiko ums Leben gekommen ist. Die örtlichen Ermittlern gehen von einem ...

Matt Pines Leben gerät in Trümmern als er von der FBI Ermittlerin Sarah Keller erfährt, dass seine Familie während ihres Urlaubs in Mexiko ums Leben gekommen ist. Die örtlichen Ermittlern gehen von einem tragischen Unfall aus, doch das FBI ist sich dessen nicht sicher, denn alles könnte auch mit Matts älterem Bruder Danny zusammenhängen, der seit sieben Jahren im Gefängnis sitzt. Danny wurde zu einer lebenslangen Haft verurteilt, weil er seine Jugendfreundin umgebracht haben soll, doch Dannys Familie hat stets an seine Unschuld geglaubt und eng mit zwei True-Crime-Filmemachern zusammengearbeitet, um seine Unschuld eine Tages beweisen zu können. Ist Matts Familie dem wahren Mörder näher gekommen und mussten sie deswegen sterben? Matt ist fest entschlossen, das Rätsel zu lösen, auch wenn er sich dabei selbst in Gefahr bringt.

Allein gegen die Lüge von Alex Finlay ist ein atmosphärischer Thriller mit vielen Perspektiven, Orten und Zeitebenen, die ein umfassendes Konstrukt erstellen und zum Miträtseln animieren. Finlays Schreibstil ist fesselnd und trotz aller Tragödien, gibt es auch Szenen, die einen das Herz erwärmen. Die Auflösung konnte mich nicht überraschen, dennoch gefiel mir das Konstrukt, das zu dieser Lösung führte sehr gut.

Besonders gut gefallen hat mir auch, dass sämtliche Perspektiven auf ihre Weise sympathisch waren. Bis auf Tommy, den Jüngsten der Familie Pine, dürfen wir jede Perspektive der sechsköpfigen Familie einnehmen und obwohl die Konstellation auch ihre Ecken und Kanten hat, hat jeder Charakter sympathische Eigenschaften, weswegen ich mit ihnen mitfühlen konnte. Neben der Familie Pine, können wir außerdem Sarah Keller, die FBI-Ermittlerin, besser kennenlernen und mit ihr die Ermittlungen rund um den Fall. Außerdem erhalten wir Regieausschnitte aus der True-Crime-Doku „A Violent Nature“ die Dannys Unschuld beweisen wollte.

Als Leser kann man zwar schnell eine Ahnung bekommen, in welche Richtung die Geschichte gehen wird, dennoch hat mir die Umsetzung sehr gut gefallen und vor allem gegen Ende hat das Buch nochmal ordentlich an Spannung und Tempo zugenommen. Lediglich im Mittelteil hatte ich etwas das Gefühl, dass die Story nicht vorankommt, dennoch war Allein gegen die Lüge ein toller Thriller zum Jahresabschluss.

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Veröffentlicht am 25.12.2024

24 (+1) Tage in New York

Mistletoe Moments. Ein Adventskalender. Lovestorys für 24 Tage plus Silvester-Special
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Mistletoe Moments verspricht winterlich, (vor-)weihnachtliche Kurzgeschichten aus New York, die ans Herz gehen. Sechzehn Autor:innen haben sich am buchigen Adventskalender beteiligt und 16 verschiedene ...

Mistletoe Moments verspricht winterlich, (vor-)weihnachtliche Kurzgeschichten aus New York, die ans Herz gehen. Sechzehn Autor:innen haben sich am buchigen Adventskalender beteiligt und 16 verschiedene Kurzgeschichten erschaffen. Jeden Tag lässt sich ein Kapitel lesen, viele Geschichten sind jedoch auf zwei Kapitel aufgeteilt. Neben dem 24. Türchen gibt es zum Schluss noch das Silvester-Special.

Das Buch zu bewerten ist natürlich schwierig, denn sechzehn verschiedene Autor:innen sorgen natürlich dafür, dass man die jeweiligen Schreibstile anders wahrnimmt und nicht mit jedem Türchen warm werden kann. Die Grundidee von Mistletoe Moments finde ich aber wunderschön, denn es hat unglaublich Spaß gemacht, sich jeden Tag in eine neue Geschichte zu stürzen und vor allem neue Autor:innen kennenzulernen. Die Idee selbst bekommt von mir daher die volle Punktzahl.

Die Umsetzung hat mich häufig jedoch enttäuscht. Ich habe mich auf winterlich und (vor-)weihnachtliche Geschichten aus New York gefreut, die mir das Gefühl der amerikanischen Weihnachtsfilme übermitteln. Doch leider konnten bei mir nur wenige Geschichten diese Atmosphäre wirklich rüberbringen und an dem Punkt rede ich noch nicht davon, ob mir diese Geschichten inhaltlich oder im Bezug auf den Schreibstil gefallen haben. Das finde ich schade, denn die wenigen, die es konnten, haben das Potenzial dieser Idee überragend übermitteln können und mich nach New York transportiert.

Auch war ich mir bezüglich des Konzepts zwischenzeitlich unsicher, Charaktere der Vorgeschichte wurden meistens eingebaut - was super gelingen kann, manchmal aber auch zwanghaft und dadurch unauthentisch wirkt -, aber in wenigen fehlen diese - aufgrund der Erwartungen die man durch die anderen Geschichten erlangt hat, wirken diese dann leider als würden sie nicht „dazugehören“. Dann hatte ich das Gefühl, dass das jeweilige Türchen das Ende der Geschichte darstellt, eine Tür hat dies aber komplett über Bord geworfen und damit auch für eine „Fehlnote“ bei mir gesorgt.

Doch bei aller Kritik bleibe ich dabei, dass die Buchidee hervorragend ist. Es gibt jeden Tag ein Kapitel auf das man sich freuen kann, die Kurzgeschichten, die einen nach New York transportieren, sorgen für ein kurzweiliges Lesevergnügen und eine Menge Schneechaos. Durch die verschiedenen Autor:innen hat man dann auch noch das Vergnügen neue Schreibstile zu entdecken.

In meinem Fall konnten Saskia Louis und Sabine Schoder (mit ihren erschaffenen Charakteren, ihren Schreibstilen und dem Erfüllen meiner Erwartungen) mich am meisten überzeugen und damit habe ich direkt zwei Autorinnen entdeckt, deren Bücher ich bisher (noch) nicht auf den Schirm hatte.

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Veröffentlicht am 21.12.2024

Geschiwsterbuch!

Mein artgerecht-Geschwisterbuch: Ich zuerst! Nein, ich!
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Wer Streit! Und nun? von Nicola Schmidt gelesen hat, der wird sich hier bald wundern, denn die Eichhörnchen Mama verhält sich anders als wir es aus dem erwähnten Buch kennen. Sie gibt den Kindern eine ...

Wer Streit! Und nun? von Nicola Schmidt gelesen hat, der wird sich hier bald wundern, denn die Eichhörnchen Mama verhält sich anders als wir es aus dem erwähnten Buch kennen. Sie gibt den Kindern eine Regel vor, um den Streit zwischen ihnen zu lösen und gibt ihnen damit nicht die Möglichkeit selbst eine Lösung zu finden, mit der beide Kinder zufrieden sind. Ein Verhalten, das bei Streit! Und nun? in der Kritik steht und auch wenn es sich um zwei unterschiedliche Bücher handelt, wird gegen Ende beider Bücher deutlich, dass sich der Inhalt auch klar an die Erwachsenen richtet, dementsprechend sollte das Verhalten der Protagonisten auch einen gemeinsamen Konsens haben oder kritisch dargestellt werden. Das war hier leider nicht der Fall und wirkt daher nicht stimmig.

Das ist jedoch mein einziger Kritikpunkt, ansonsten gibt es viele wunderbare Ansätze, die Mein artgerecht-Geschwisterbuch übermittelt und vor allem die neun Anmerkungen am Ende des Buches, die sich an die Erwachsenen richtet, gibt ihnen die Möglichkeit, das eigene Verhalten zu reflektieren und hinterfragen und gleichzeitig Alternative-Verhaltensweisen an die Hand!

Die Zeichnungen von Iris Blanck haben den Text der Autorin wunderschön untermalt und das Pappbilderbuch zu einem kleinen Abenteuer gemacht. Besonders gefallen hat mir, dass man den Kindern die Emotionen zugesteht, egal ob „kleines“ oder „großes“ Geschwisterchen, Kind bleibt Kind!

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Veröffentlicht am 20.12.2024

Saint Realty

To Die For
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Ein atemberaubendes Strandhaus in Malibu steht zum Verkauf und das Maklerbüro "Saint Reality" von David und Diana hat die Möglichkeit das Haus bereits vor allen anderen an interessierte Käufer anzubieten. ...

Ein atemberaubendes Strandhaus in Malibu steht zum Verkauf und das Maklerbüro "Saint Reality" von David und Diana hat die Möglichkeit das Haus bereits vor allen anderen an interessierte Käufer anzubieten. Für die Makler und Maklerinnen des Büros geht es dabei um eine Provision von einer Millionen Euro und für Andi, Hunter, Krystal, Myles und Verona ist klar, dass sie den Deal für sich gewinnen wollen. Alle fünf benötigen das Geld dringend, jeder hat seine ganz eigenen Motive. Als am Tag der offenen Tür im Pool des Strandhauses eine Leiche gefunden wird, zeigt sich die tödliche Seite des Wettkampfs - doch wer hat für Geld alle moralischen Fragen gebrochen?

To Die For von Lisa Gray ist ein Thriller, der einen bereits zu Beginn mitten ins Geschehen wirft und unfassbar schnell eine Sogwirkung entwickelt. Durch Perspektiv- und Zeitwechsel, kurze Kapitel und einem guten Schreibstil wollte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

Der Autorin gelingt es geschickt, ein Mysterium um die Identifikation der Leiche und die Tatumstände zu schaffen und gleichzeitig genug Informationen einzustreuen, um mich zum Miträtseln und Theorien entwickeln zu animieren.

Durch die Perspektiven, die wir erhalten, bekommen wir auch einen guten Einblick in das Geschehen und Leben der Charaktere. Neben den fünf Makler und Maklerinnen, erhalten wir auch einen Blick in die Perspektive des Ermittlers Aribo; der Fokus liegt jedoch auf der Maklerin Andi Hart. Die Charaktere sind nicht sehr tiefgründig, was sich in dieser Geschichte aber keineswegs negativ auswirkt, wir erfahren gerade so viel, um sie mehr oder weniger sympathisch zu finden.
Die Zeitstränge sind in ein „Davor“ und „Danach“ eingeteilt und wechseln sich unregelmäßig ab.

To Die For ist ein Thriller, der über das große Rätsel nach dem oder der Schuldigen kommt und einem dazu animiert, eigene Theorien zu entwickeln und Tatmotive auszuklügeln und obwohl wir viel mitbekommen, konnte auch das Ende nochmal für eine kleine Überraschung sorgen.
Einzig der Epilog und ein paar wenige zu konstruierte Aspekte konnten mich nicht überzeugen.

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