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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.01.2024

Die Hexenjagd

Die Hexen von Cleftwater
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Die stumme Martha lebt seit über vierzig Jahren in Cleftwater, dort hat sie sich als Hebamme und Dienstmädchen einer kleinen Familie angeschlossen. Eines Tages kommt der Hexenjäger Makepeace nach Cleftwater ...

Die stumme Martha lebt seit über vierzig Jahren in Cleftwater, dort hat sie sich als Hebamme und Dienstmädchen einer kleinen Familie angeschlossen. Eines Tages kommt der Hexenjäger Makepeace nach Cleftwater und möchte mit Hilfe von Martha die Hexen unter den Frauen finden, Martha soll die Frauen nach Zeichen absuchen. Martha befindet sich im Zwiespalt und dann muss sie auch noch eine ihrer besten Freundinnen untersuchen. Im Kampf um ihre Freundin gerät Martha selbst in Kreuzfeuer und muss schon bald um ihr eigenes Leben bangen.

Die Hexen von Cleftwater von Margaret Meyer beschäftigt sich mit der Hexenjagd im Jahre 1645. Eindrücklich zeigt Meyer auf, welchen Gefahren die Frauen damals unterlagen und wie machtlos sie waren, dies führt zu vielen bedrückenden Szenen

Im Fokus steht für uns die stumme Martha Hallybread, aus deren Sicht wir den Roman erleben. Dennoch bleibt das Erleben eher oberflächlich, sodass ich emotional nicht gecatcht wurde. Schade, denn das Thema und auch die Schilderungen geben das durchaus her. Ebenso faszinierend empfand ich auch, dass Martha stumm ist und wie dies stilistisch herausgearbeitet wurde und dennoch konnte mich auch der Aspekt emotional nicht kriegen.

Die Hexen von Cleftwater ist ein Roman über die Hexenjagd von 1645, der zwar keine neuen Erkenntnisse vorweist, aber dennoch durch die damaligen Ansichten schocken kann. Dabei bleibt es aber eher auf einer sachlicheren Ebene und wird kaum emotional.

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Veröffentlicht am 11.01.2024

Lesespaß für Erstleser

Teufelskicker, Bücherhelden 1. Klasse, Moritz macht das Spiel
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Moritz’ Eltern haben sich getrennt, deswegen zieht seine Mutter mit ihm in eine andere Stadt. Für Moritz bedeutet dies, das alles neu ist: die Stadt, die Schule und vor allem der Fußball, denn zu seinem ...

Moritz’ Eltern haben sich getrennt, deswegen zieht seine Mutter mit ihm in eine andere Stadt. Für Moritz bedeutet dies, das alles neu ist: die Stadt, die Schule und vor allem der Fußball, denn zu seinem SV kann er zukünftig nicht mehr gehen. Zum Glück findet Moritz schnell Freunde, die genauso verrückt sind wie er und die ihn in seinem Team haben wollen, zusammen sind sie die Teufelskicker. Doch kann Moritz einfach den Verein wechseln? Was wird sein Vater von ihm halten?

Teufelskicker: Moritz macht das Spiel von Frauke Nahrgang ist ein tolles Buch für Erstleser. In kurzen, prägnanten Sätzen erleben wir Moritz’ Weg in einen neuen Fußballverein und wie Fußball vereinen kann. Für Erstleser perfekt geeignet, die Rätsel am Ende eines Kapitels sorgen meist dafür, dass die Kinder nochmal über das Gelesene reflektieren können und sich zeigt, ob das Textverständnis gegeben war.
Die gewählten Namen und das Mädchen sorgen für eine Aktualität, was für Bücher im Grundschulalter wichtig ist, damit sich die Kinder mit Protagonisten identifizieren können. Besonders gefallen hat mir, dass dabei gar nicht thematisiert wurde, dass mit Catrina ein Mädchen dabei ist, es ist einfach selbstverständlich!
Die schönen Illustrationen von Michael Böhm machen das Buch rund und sorgen für tolle (Erst-)Lesestunden! 



Teufelskicker: Moritz macht das Spiel kann ich zum Erstlesen absolut empfehlen und wird mit Sicherheit jedem fußballbegeisterten Kind eine Freude bereiten.

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Veröffentlicht am 10.01.2024

Jack sucht neue Freunde

Judiths kleine Farm
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Der kleine, schüchterne Kater Jack beginnt ein neues Leben auf der Farm von Judith. Jack erkundet sein neues Zuhause auf der Suche nach Freunden und trifft dabei auf viele, für ihn unbekannte, Tiere.

Judiths ...

Der kleine, schüchterne Kater Jack beginnt ein neues Leben auf der Farm von Judith. Jack erkundet sein neues Zuhause auf der Suche nach Freunden und trifft dabei auf viele, für ihn unbekannte, Tiere.

Judiths kleine Farm ist ein Kinderbuch der Moderatorin Judith Rakers, deren tierische Charaktere auch im echten Leben zusammen leben. Die Illustrationen von Julia Weinmann sind wunderschön gezeichnet und verdeutlichen den Textinhalt wunderbar für Kinder.

Das Buch selbst wird ab vier Jahren empfohlen und daher eher als Vorlesebuch gesehen, außerdem gibt es über eine App die Möglichkeit, sich die Geschichte von der Autorin vorlesen zu lassen. Auch ich sehe das Buch als Vorlesebuch und würde es eher nicht zum Erstlesen empfehlen. Denn der Text ist auf den Seiten doch relativ klein gedruckt, was das Lesen erschwert. Zudem wurde der Text in die Zeichnungen integriert, was dem Schriftbild weniger zu Gute kommt. Für gekonnte Leser ist das sicherlich kein Problem, für Erstleser jedoch eine weitere Herausforderung.

Die Geschichte um den schüchternen Kater Jack und seinen Einzug in ein neues Leben ist realitätsnah gewählt, sodass man Jack gerne beim Kennenlernen der anderen Tiere begleitet. Gleichzeitig fehlt der Geschichte aber das gewisse Etwas, das jedoch durch kleine Informationstexten und Anleitungen zum Nachmachen einen Platz im Buch findet und daher insgesamt ein schönes Vorlesebuch bildet.

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Veröffentlicht am 09.01.2024

Beklemmendes Familiengeheimnis

Hope's End
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Die 17-jährige Lenora Hope soll 1929 ihre Eltern und ihre Schwester grausam ermordet haben, seitdem nehmen viele Gruselgeschichten in Maine ihren Umlauf und sollen noch Jahre später nicht in Versessenheiten ...

Die 17-jährige Lenora Hope soll 1929 ihre Eltern und ihre Schwester grausam ermordet haben, seitdem nehmen viele Gruselgeschichten in Maine ihren Umlauf und sollen noch Jahre später nicht in Versessenheiten geraten. Fünfzig Jahre später wird die Pflegerin Kit McDeere aus ihrer Suspendierung geholt und zum Ort der damaligen Tragödie geschickt: Hope’s End. Dort soll Kit sich um Lenora Hope kümmern, die nur noch mit einer Schreibmaschine kommunizieren kann. Bald darauf möchte Lenora sich Kit anvertrauen, doch das birgt einige Gefahren für die junge Pflegerin.

Hope’s End von Riley Sager war mein erster Thriller des Autors und wird mit Sicherheit nicht der Letzte bleiben! Sager reißt einen mit der ersten Seite mitten ins Geschehen und erschafft eine so packende Story, die in ihrer Dichtheit kaum Luft zum atmen lässt. Dabei erleben wir die Geschichte aus zwei Perspektiven: die der jungen Pflegerin Kit McDeere und die Geschichte von Lenora Hope, welche sie auf der Schreibmaschine verfasst und sich für uns Leser optisch von Kits Perspektive leicht unterscheiden lässt. Diese Perspektivwechsel geben dem Thriller eine besondere Tiefe und sorgen ebenso für eine hohe Dramaturgie.

Spannung wird aber nicht nur über die Perspektiven erzeugt, sondern auch über die grandiose Geschichte, die Sager hier erschaffen hat. Nicht alles wird am Ende überraschen und einige Twists waren mir persönlich zu viel und dennoch bleibt es letztendlich ein überragende Idee, die genauso gut umgesetzt wurde und mich einnehmen konnte.
Mit Kit McDeere können wir die Familiengeschichte aufschlüsseln, eigene Gedankengänge zu einem möglichen Geschehen entwickeln und am Ende niemanden mehr trauen, weil jeder auf seine Weise verdächtigt wirkt.

Daher kann ich Hope’s End nur jedem ans Herz legen, der spannend und düstere Lesestunden bevorzugt.

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Veröffentlicht am 06.01.2024

Liebe, die über Grenzen geht

Die unerhörte Reise der Familie Lawson
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Familie Lawson, das sind der Roboter und Vater Giovanni Lawson, sein menschlicher Sohn Victor Lawson, ein sadistischer Pflegeroboter und ein überdrehter Staubsauger, lebt mitten im Wald, fernab der Stadt ...

Familie Lawson, das sind der Roboter und Vater Giovanni Lawson, sein menschlicher Sohn Victor Lawson, ein sadistischer Pflegeroboter und ein überdrehter Staubsauger, lebt mitten im Wald, fernab der Stadt der elektrischen Träume. Auf der Suche nach neuen Ersatzteilen findet Victor den aussortierten und ramponierten Androiden Tom auf dem Schrottplatz und macht es sich zur Aufgabe, ihn zu reparieren. Plötzlich holt alle die Vergangenheit ein und Giovanni wird in die Stadt verschleppt, auf dem Weg Giovanni zu retten, erfährt Victor die ganze Vergangenheit der Maschinen. Kann er seine Gefühle einordnen und sein Leben akzeptieren?

T.J. Klune erschafft auch in diesem Werk wieder außergewöhnliche Charaktere, allen voran den Pflegeroboter „Schwester Grob“ und den Staubsauger „Rambo“. Zwei Persönlichkeiten, die einen immer wieder zum Schmunzeln bringen können und an manchen Stellen dann doch etwas zu viel sind. Wer das Computerspiel Borderlands kennt, der findet in Rambo möglicherweise Ähnlichkeiten zum Allzweckroboter „Clap-Trap“. Giovanni, Victor und Tom bleiben hingegen ungewohnt blass, auch wenn sie an einigen Stellen berühren können. Möglicherweise liegt es aber auch daran, dass ihre Geschichte weniger ungewöhnlich ist und man Parallelen zu T.J. Kluges vorherigen Bänden wahrnimmt.

Diese Ähnlichkeit hat die Geschichte leider auch vorhersehbar und spannungsarm gemacht, ebenso fehlte es komplett an Tempo. Dennoch gab es immer wieder tollen Einzelszenen, die trotz genereller Vorhersehbarkeit, berühren konnten.

Die unerhörte Reise der Familie Lawson ist ein ruhiger Roman über Liebe, die über Grenzen geht und eine große Freundschaft, die alle Hürden überlebt. Alle die noch keinen Klune gelesen haben, werden bestimmt schöne Lesestunden verbringen, Klune-Kenner werden den Roman wohl vor allem an den Charakteren messen und ich bin mir sicher, dass diese das Potenzial dazuhaben, geliebt zu werden.

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