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Veröffentlicht am 08.06.2020

Pandatage

Pandatage
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Danny Malooley hat es schwer. Ein Glückspilz war er noch nie, aber seitdem seine Frau vor etwas mehr als einem Jahr bei einem Unfall ums Leben gekommen ist, läuft gar nichts mehr glatt. Sein kleiner Sohn ...

Danny Malooley hat es schwer. Ein Glückspilz war er noch nie, aber seitdem seine Frau vor etwas mehr als einem Jahr bei einem Unfall ums Leben gekommen ist, läuft gar nichts mehr glatt. Sein kleiner Sohn Will hat aufgehört zu sprechen, Danny verliert den Job, und als ihm auch noch sein Vermieter mit Rausschmiss droht, kauft er von seinem letzten Geld ein Pandakostüm, um als Tanzbär Geld zu verdienen. Doch tanzen kann er leider auch nicht ...
Ein Panda steht für Frieden und Freundschaft, aber so weit denkt Danny nicht. Das Kostüm ist ein Ladenhüter und billig, deshalb muss es als Verkleidung herhalten. Ein neuer Straßenkünstler ist geboren. Anfangs macht sich Danny vor allen Dingen lächerlich, aber als sich die Pole-Tänzerin Krystal seiner erbarmt und ihm Tanznachhilfe gibt, klingelt die Kasse so leidlich. Als Pandabär verkleidet beobachtet Danny eines Tages, wie sein kleiner Sohn Will von anderen Jungen schikaniert wird, und schreitet ein. Will fasst Vertrauen in den vermeintlich fremden Panda. Und er spricht. Ein Roman voller Situationskomik, der rührend und saukomisch zugleich eine der liebenswertesten Vater-Sohn-Beziehungen in der Literatur beschreibt. Wer »About a Boy« mochte, wird dieses Buch lieben.

Pandatage ist ein Roman, der nur so vor Situationskomik strotz. Mit seinem herrlich ironischen Schreibstil konnte mich der Autor von der ersten Zeile an komplett überzeugen.
Das Buch liest sich flüssig und man fliegt durch die Seiten. Eine komische Situation jagt die nächste und es wird nie langweilig.
Der Autor schafft es ohne kitschig zu werden, berührende Momente zu schaffen, die mich sehr bewegt haben.
Obwohl hier viele schwierige Themen angesprochen werden, verliert dieses Buch trotzdem nicht seine Leichtigkeit.
Für mich ein gelungener Wohlfühlroman.

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Veröffentlicht am 01.06.2020

Gelungener Auftakt einer neuen Fantasy-Reihe

Hex Files - Hexen gibt es doch
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Fauler Zauber - leicht gemacht
Um eines direkt klarzustellen: Ivy Wilde ist keine Heldin. Eigentlich ist sie die allerletzte Hexe auf der Welt, die man rufen würde, sollte man magische Unterstützung benötigen ...

Fauler Zauber - leicht gemacht
Um eines direkt klarzustellen: Ivy Wilde ist keine Heldin. Eigentlich ist sie die allerletzte Hexe auf der Welt, die man rufen würde, sollte man magische Unterstützung benötigen (was nicht heißt, dass sie es nicht könnte!). Ginge es nach Ivy selbst, würde sie am liebsten den ganzen Tag auf der Couch hängen, Serien gucken, Junkfood mampfen und mit ihrer Katze Streitgespräche führen. Doch durch einen Bürokratiefehler wird Ivy Opfer einer vertauschten Identität und unfreiwillig - sehr, sehr unfreiwillig! - mitten hineingeschleudert in den Arkanen Zweig, der Ermittlungsbehörde des Heiligen Ordens der Magischen Erleuchtung. Rasend schnell vervierfachen sich Ivys Probleme, als dann auch noch ein wertvolles Objekt gestohlen und sie daher gezwungen ist, mit Adeptus Exemptus Raphael Winter zusammenzuarbeiten. Raphaels saphirblaue Augen lassen in Ivys Magen zwar irgendwie Schmetterlinge flattern, aber eigentlich zeigt der Adeptus all das, was Ivy aus tiefstem Herzen ablehnt: die freudlosen Tücken von zu viel stoischem Hexenwerk. Und je länger Raphael Ivy piesackt, desto größer wird ihr Verlangen ... ihn in einen Frosch zu verwandeln!


Im Rahmen einer Leserunde durfte ich den ersten Teil der neuen Reihe von Helen Harper "Hex Files" lesen.

In diesem Buch lernen wir Ivy kennen, die alles andere als eine Heldin ist und die unfreiwillig mit Raphael zusammenarbeiten muss. Sie ist eher faul und bequem, aber dafür sehr schlagfertig und authentisch. Sie wird von allen eigentlich unterschätzt, doch steckt sie voller Überraschungen. Ihr Sarkasmus in allen Lebenslagen war einfach zu göttlich.

Ich mochte den Schlagabtausch zwischen ihr und Winter und habe manchmal herzlich über die beiden gelacht. Der beste Sidekick ist übrigens ihre Katze Brutus. Man sollte sich wirklich zweimal überlegen, ob man seine Katze verzaubert.

Des Weiteren erwartet einen, ein spannender und durch aus verzwickter Kriminalfall, der einiges an Detektivarbeit erfordert und einen bis zum Schluss miträtseln lässt.

Für mich ein sehr gelungener erster Teil, der wirklich Lust auf mehr macht.

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Veröffentlicht am 31.05.2020

Ein Buch, das zu Tränen rührt

Ein neuer Himmel
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Ein berührender Roman über Menschlichkeit in dunkler Zeit und die Kraft der Liebe.

»›Ich verstehe‹, sagte Hannah. ›Solange die Lagerleitung ein Orchester wünscht, bleiben die Musiker am Leben.‹«
Würzburg ...

Ein berührender Roman über Menschlichkeit in dunkler Zeit und die Kraft der Liebe.

»›Ich verstehe‹, sagte Hannah. ›Solange die Lagerleitung ein Orchester wünscht, bleiben die Musiker am Leben.‹«
Würzburg 1933: Kurz nach der Machtergreifung verliert die junge Jüdin Hannah Rosenberg ihre Stelle als Musiklehrerin. Auf dem abgelegenen Sandnerhof findet sie ein neues Zuhause für sich und die kleine Melina, aber auch auf dem Land wird es immer gefährlicher.
Während Hannah ein Leben im Verborgenen führen muss, macht Peter Hagen, der Mann, den sie immer noch liebt, schnell Karriere im Reichsministerium. Als dem ehrgeizigen Juristen klar wird, dass er für den beruflichen Erfolg seine Seele verkauft hat, ist es fast zu spät für ihn, das Richtige zu tun …


Das Cover hat mich direkt angesprochen und sehr berührt. In meiner Vorstellung zeigt die dargestellte Szene Hannah und ihre kleine Tochter Melina. Es ist sehr herzzerreißend und man spürt die tiefe Zuneigung der beiden Personen.

Der Roman ist aus verschiedenen Perspektiven geschrieben und man bekommt einen detailierten Einblick in die unterschiedlichen Leben der Protagonisten zur Zeit des Nationalsozialismus. Dabei werden gekonnt geschichtliche Ereignisse mit der fiktiven Handlung des Romans verbunden.

Die Geschichte um Hannah und Melina hat mich am meisten berührt und oftmals sehr mitgenommen. Besonders zu Anfang hatte ich immer ein Gefühl der unterschwelligen Bedrohnung und dass die Gefahr für die beiden immer näher rückt.

Der Schreibstil der Autorin war sehr flüssig und gut zu lesen. Ich war von der ersten Seite an gefesselt und konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen. Es hat mich sehr in seinen Bann gezogen. Die Figuren werden sehr realitisch dargestellt und man fühlt sich sehr mit ihnen verbunden. Ich habe mit ihnen gelitten, gehofft und gebangt.

Ein sehr emotionales Buch, welches mich zu Tränen gerührt hat und das ich nur weiterempfehlen kann.

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Veröffentlicht am 29.05.2020

Ein bewegender Kampf um die Liebe

Wo du nicht bist
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Im Berlin der späten 20er Jahre arbeitet Irma Weckmüller als Verkäuferin im KaDeWe und sorgt allein für sich und ihre Schwester Martha. Doch Irmas Leben ändert sich grundlegend, als sie den charmanten ...

Im Berlin der späten 20er Jahre arbeitet Irma Weckmüller als Verkäuferin im KaDeWe und sorgt allein für sich und ihre Schwester Martha. Doch Irmas Leben ändert sich grundlegend, als sie den charmanten Arzt Erich Bragenheim kennenlernt. Sie fühlt sich sofort zu ihm hingezogen und kann ihr Glück kaum fassen, als Erich ihre Gefühle erwidert. Zwischen den beiden entwickelt sich eine innige und tiefe Liebe. Doch mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus sind sie schon bald ­großer Gefahr ausgesetzt, denn Erich ist Jude.



Im Rahmen einer Leserunde durfte ich den auf wahren Begebenheiten beruhenden Roman von Anke Gebert lesen.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut zu lesen. Sie erzählt gelungen eine tragische Geschichte, ohne das es zu einem kitschigen Liebesroman wird.

Die Geschichte von Irma und Erich hat mich sehr berührt und ich habe Irma für ihre Kraft und ihre Willensstärke sehr bewundert.

Sehr gut gefallen hat mir, dass am Ende noch Fotos und Abbildungen der Originaldokumente enthalten waren.

Das Ende des Buches kam mir etwas zu abrupt, ich hätte gerne noch einen Einblick in das spätere Leben von Irma erhalten.

Trotzdem erzählt dieses Buch eine unglaubliche Geschichte über die Liebe, sogar bis weit über den Tod hinaus und ich kann es nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 27.05.2020

Mehr Actionroman als Thriller

Die Wahrheit
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Sie wollen die Wahrheit selbst auslöschen, jegliches Zeugnis der grausamsten Menschheitsverbrechen der Geschichte. Berühmte Bibliotheken gehen in Flammen auf, Historiker werden ermordet und Zeitzeugen ...

Sie wollen die Wahrheit selbst auslöschen, jegliches Zeugnis der grausamsten Menschheitsverbrechen der Geschichte. Berühmte Bibliotheken gehen in Flammen auf, Historiker werden ermordet und Zeitzeugen verschwinden spurlos. Maggie Costello, Ex-Mitarbeiterin des Weißen Hauses, hatte sich eigentlich eine Auszeit verordnet. Doch dann stolpert sie über Hinweise auf die Hintermänner. Sie gräbt tiefer und begibt sich damit direkt ins Visier der Verschwörer.

Im Rahmen einer Leserunde durfte ich dieses Buch vorablesen.
Der Einstieg gestaltete sich für mich etwas schwieriger, da der Schreibstil nicht so leicht zu lesen war und man sich schon sehr konzentrieren musste, um die Fülle an Informationen zu erfassen.
Des Weiteren erhält man einen wechselnden Einblick in die Geschehnisse, es wird nicht nur aus der Sicht von Maggie Castello geschrieben.
Es ist kein Buch für nebenbei, aber wenn man den Einstieg geschafft hat, weiß das Buch zu fesseln.

Beim Lesen des Buches ist mir aufgefallen, das es Teil einer Reihe ist, denn es kommen immer wieder Anspielungen zu vergangenen Ereignissen vor. Ich finde, man kann dieses Buch aber beruhigt ohne die Vorgänger lesen, denn diese Anspielungen sind eher nebensächlicher Art und haben meiner Meinung nach keinen Einfluss auf die aktuelle Handlung.

Maggie Castello als Hauptprotagonist ist sehr zielstrebig und engagiert. Mir war sie eigentlich recht sympathisch, aber leider bleibt ihr Charakter sehr oberflächlich umrissen. Dies liegt wohl vor allem daran, dass das Augenmerk mehr auf der aktuellen Handlung als auf ihr liegt.

Die Spannung im Buch kommt nicht zu kurz, aber für mich glich es eher einem Actionroman anstatt einem Thriller, da es mir doch etwas an Nervenkitzel gefehlt hat.

Das Buch ist in seiner Thematik um Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und auch Antisemitismus leider sehr brandaktuell und sendet klar eine Botschaft gegen das Vergessen.

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