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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2026

Spannende Fortsetzung der Reihe

Silberdrache – Das Geheimnis der Drachenkönigin (Silberdrache 2)
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Seit Joss in den Bergen ein silbernes Drachenei entdeckt hat, ist nichts mehr, wie es war. Aus dem Ei ist der Silberdrache Lysander geschlüpft und nur diese seltenen Drachen besitzen die Fähigkeit, die ...

Seit Joss in den Bergen ein silbernes Drachenei entdeckt hat, ist nichts mehr, wie es war. Aus dem Ei ist der Silberdrache Lysander geschlüpft und nur diese seltenen Drachen besitzen die Fähigkeit, die Grenzen zwischen den Welten zu durchbrechen, weswegen der skrupellose Clan der Lennix hinter ihm her ist. Allie, Joss und Sirin setzen alles daran, Lysander zu schützen, und begeben sich auf die gefährliche Suche nach einer verschollenen Quelle uralter Drachenmagie, die den finsteren Drachen Einhalt gebieten kann. Doch auch die Lennix sind der Quelle auf der Spur und schrecken vor nichts zurück …

Mit das Geheimnis der Drachenkönigin knüpft Jessica Khoury direkt an die Ereignisse des Auftaktbandes von Angie Sage an, erzählt die Geschichte aber deutlich düsterer, konfliktreicher und emotionaler weiter. Wo im ersten Band noch das Staunen über die Entdeckung Lysanders im Vordergrund stand, dominiert nun das Gefühl permanenter Bedrohung. Lysander ist der Schlüssel zu einer uralten Kraft, die ganze Welten verbinden kann und macht Joss und seine Freunde damit zur Zielscheibe eines gnadenlosen Gegners.

Joss ringt nicht nur mit äußeren Gefahren, sondern auch mit seiner Verantwortung gegenüber Lysander. Besonders die enge Bindung zwischen Junge und Drache verleiht der Geschichte eine berührende Tiefe. Die Freundschaft zwischen Joss, Allie und Sirin wird auf eine harte Probe gestellt und diese zwischenmenschlichen Momente sorgen für zusätzliche emotionale Spannung.

Die Suche nach der verlorenen Quelle der Drachenmagie folgt zwar dem klassischen Muster einer Quest, überrascht jedoch mit unerwarteten Wendungen und atmosphärisch dichten Schauplätzen.

Insgesamt ist Silberdrache 2 ein spannendes, temporeiches und fantasievolles Fantasy-Abenteuer. Der Autorenwechsel gibt der Geschichte eine neue Dynamik, ohne die zentralen Themen Freundschaft, Mut und Verantwortung aus dem Blick zu verlieren. Empfehlenswert für LeserInnen, die Drachen, Magie und Abenteuer lieben.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Schönheit ist Macht

The Belles 1: Schönheit regiert
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Die Welt von Orléans wird von Hässlichkeit bestimmt und nur die Belles sind in der Lage, den Menschen Schönheit zu verleihen. Camelia ist eine von ihnen und fest entschlossen, am Königshof zur Favoritin ...

Die Welt von Orléans wird von Hässlichkeit bestimmt und nur die Belles sind in der Lage, den Menschen Schönheit zu verleihen. Camelia ist eine von ihnen und fest entschlossen, am Königshof zur Favoritin zu werden. Doch hinter den schillernden Palastmauern verbergen sich dunkle Geheimnisse. Als Camelia erkennt, wie mächtig und gefährlich ihre Gabe wirklich ist, steht sie vor einer Entscheidung: Bewahrt sie die Tradition der Belles oder riskiert sie ihr eigenes Leben, um ihre Welt für immer zu verändern?
The Belles entführt in eine außergewöhnliche Welt, in der Schönheit nicht selbstverständlich ist, sondern von wenigen Auserwählten erschaffen wird und zugleich das mächtigste Machtinstrument darstellt. Der Schauplatz Orléans ist bewusst überzeichnet, dekadent und künstlich inszeniert. Besonders die düstere Atmosphäre am Königshof sowie die Grausamkeiten hinter der glitzernden Fassade zählen zu den stärksten Momenten der Geschichte.
Camelia ist ehrgeizig, stolz und stark auf Anerkennung fixiert. Diese Eigenschaften machen sie nicht unbedingt sympathisch, aber durchaus zu einer interessanten Protagonistin. Ihre Entwicklung von der perfekten Belle hin zu jemandem, der das bestehende System hinterfragt, ist grundsätzlich gelungen, wirkt jedoch stellenweise inkonsequent, vor allem aufgrund des unausgewogenen Erzähltempos.
Der Einstieg zieht sich unnötig in die Länge, verliert sich in Wiederholungen und ausführlichen Erklärungen. Im weiteren Verlauf überschlagen sich teilweise die Ereignisse und Wendungen und emotionale Entscheidungen folgen Schlag auf Schlag, ohne ausreichend vorbereitet zu sein. Einige Nebenfiguren und politische Aspekte der Welt hätten mehr Tiefe verdient, ebenso die magischen Regeln der Belles, die nicht immer klar nachvollziehbar sind und bei Bedarf scheinbar flexibel ausgelegt werden. Dadurch bleibt ein Teil des Potenzials ungenutzt und das Machtgefüge wirkt weniger bedrohlich.
Themen wie Schönheitswahn, Objektifizierung und Machtmissbrauch sind deutlich erkennbar und als Gesellschaftssatire grundsätzlich spannend angelegt. Allerdings werden sie häufig sehr plakativ vermittelt, anstatt subtil ausgearbeitet zu werden.
Insgesamt ist The Belles ein atmosphärischer Fantasyroman mit einer starken Grundidee, der sein Potenzial aufgrund unausgereiftem Worldbuilding, teilweise schwacher Figurenzeichnung und eines ungleichmäßigen Tempos jedoch nicht vollständig ausschöpft. Für LeserInnen, die extravagante Settings und düstere YA-Fantasy mit gesellschaftskritischen Ansätzen mögen, aber durchaus einen Blick wert.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Ein rundum gelungenes Finale

Foxfighter - Rivalen des Waldes
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Silberfuchs Finn hat den Schattenwolf besiegt, doch die Gefahr ist noch lange nicht gebannt. Kralle, der Verräter, sammelt bereits neue Schatten um sich und plant, die dunklen Waldgeister zu befreien, ...

Silberfuchs Finn hat den Schattenwolf besiegt, doch die Gefahr ist noch lange nicht gebannt. Kralle, der Verräter, sammelt bereits neue Schatten um sich und plant, die dunklen Waldgeister zu befreien, um mit ihrer Hilfe über den Wald zu herrschen. Die einzige Hoffnung liegt nun in einer Allianz der zerstrittenen Fuchsfamilien. Doch können alte Rivalitäten wirklich überwunden werden? Und wird Finn in der Lage sein, seine besondere Gabe rechtzeitig zu meistern, um den Wald zu retten?

Foxfighter – Rivalen des Waldes ist der zweite und abschließende Band der abenteuerlichen Tier-Fantasy-Reihe. Die Handlung knüpft nahtlos an die Ereignisse des Auftakts an. Finn hat inzwischen seinen Platz bei den Nachtpfoten gefunden, doch der Verrat durch Kralle lastet noch immer schwer auf ihm. Dessen Plan, die dunklen Waldgeister zu entfesseln, bedroht den gesamten Wald. Eine Allianz der verfeindeten Fuchsfamilien scheint die einzige Chance im Kampf gegen die Schatten zu sein, doch die Fronten sind verhärtet und das Misstrauen sitzt tief.

Themen wie Zusammenhalt, Verantwortung und Mut ziehen sich konsequent durch die Geschichte, wobei der zweite Band deutlich mehr Grautöne zulässt. Loyalität, Zweifel und alte Feindschaften sorgen für moralische Spannungen und nicht immer lassen sich Gut und Böse eindeutig voneinander trennen. Finns innere Konflikte zwischen Angst, Pflichtgefühl und wachsendem Mut sind glaubwürdig dargestellt und machen ihn zu einer sympathischen Identifikationsfigur. Er vermisst seine Familie, ringt mit seiner Gabe und ist entschlossen, sein neues Zuhause um jeden Preis zu beschützen.

Der heimliche Star der Geschichte bleibt jedoch Igel Stachel, der sich als Meisterspion entpuppt und die mitunter düstere Handlung immer wieder auflockert. Doch auch Fabelfells Entwicklung berührt und mit Streuner Solo tritt eine neue und spannende Figur auf den Plan. Während Stachel für Leichtigkeit sorgt, stellt sich Fabelfell mutig neuen Herausforderungen und Robin beweist einmal mehr, dass auf ihn Verlass ist, wenn es darauf ankommt.

Dank Akram El-Bahays bildhafter Sprache wirkt der Wald lebendig, geheimnisvoll und stellenweise unheimlich. Licht und Dunkelheit liegen dicht beieinander und die allgegenwärtige Bedrohung durch die Schatten erzeugt von Beginn an eine dichte, düstere Spannung. Die Tierfiguren sind klar charakterisiert, ohne dabei zu stark vermenschlicht zu wirken und entwickeln sich im Verlauf der Geschichte spürbar weiter, was der Handlung zusätzliche Tiefe verleiht.

Insgesamt ist Foxfighter – Rivalen des Waldes eine fantasievolle Fortsetzung, die sowohl die Handlung als auch die emotionale Entwicklung der Figuren konsequent vertieft und die Geschichte um Silberfuchs Finn zu einem rundum gelungenen Abschluss bringt.

Ein spannendes Fantasy-Abenteuer mit Herz und Tiefgang und nicht zuletzt dank der liebgewonnenen Charaktere ein echtes Lesevergnügen.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Eine berührende & lebensbejahende Geschichte

Dieses schöne Leben
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Nachdem sie ihre Eltern bei einem Unfall verloren hat, lebt Clover bei ihrem Großvater in New York. Als auch er unerwartet stirbt, während sie verreist ist, trifft sie die Entscheidung Sterbebegleiterin ...

Nachdem sie ihre Eltern bei einem Unfall verloren hat, lebt Clover bei ihrem Großvater in New York. Als auch er unerwartet stirbt, während sie verreist ist, trifft sie die Entscheidung Sterbebegleiterin zu werden. Mit ihrer ruhigen und mitfühlenden Art ist Clover hervorragend in ihrem Beruf. Doch während sie andere durch ihre letzten Stunden begleitet, droht ihr eigenes Leben zwischen Arbeit und einsamen Abenden stillzustehen. Das ändert sich schlagartig, als die quirlige Sylvie nebenan einzieht. Anders als die meisten Menschen begegnet sie Clovers Beruf nicht mit Befangenheit, sondern mit ehrlicher Neugier. Gleichzeitig übernimmt Clover eine neue Klientin, die sie auf die Suche nach ihrer verlorenen großen Liebe schickt – und Clover damit zwingt, sich auch mit den eigenen Sehnsüchten auseinanderzusetzen.

Dieses schöne Leben ist eine berührende und warmherzige Geschichte vom Abschiednehmen und davon, wie wichtig es ist, das eigene Leben nicht zu vergessen. Nach dem Tod ihres Großvaters hat sich Clover vorgenommen, alles dafür zu tun, dass niemand einsam sterben muss. Sie sammelt die letzten Worte ihrer Klientinnen und Klienten, reflektiert deren Reue und unerfüllte Wünsche und vernachlässigt dabei ihr eigenes Leben. Ihre Abende verbringt sie allein mit romantischen Filmen und während sie beruflich große Nähe zulässt, hält sie privat Abstand. Clover ist keine perfekte Heldin, sondern eine Figur mit Ecken, Ängsten und einem großen Herzen für andere, aber wenig Fürsorge für sich selbst.

Die lebensfrohe Sylvie bildet einen starken Gegenpol zur introvertierten Clover. Mit ihrer offenen Art bringt sie Bewegung in Clovers streng geordneten Alltag. Auch die resolute Claudia fordert Clover heraus und reißt sie aus ihrer Komfortzone, indem sie sie auf die Suche nach ihrer verlorenen großen Liebe schickt.

Mikki Brammer zeichnet ihre Figuren lebensnah und mit großem Feingefühl für deren Sorgen und Sehnsüchte. Trotz der schweren Themen ist der Roman nie erdrückend, leiser Humor und eine sanfte Melancholie halten sich die Waage und Clovers Geschichte erinnert daran, dass es nie zu spät ist, sich selbst wichtig zu nehmen und das Leben bewusst zu leben.

Dieses schöne Leben ist ein ebenso tröstlicher wie inspirierender Roman über den Tod und das Leben und über die Frage, wie wir unsere begrenzte Zeit sinnvoll gestalten können. Eine emotionale, nachdenkliche und zu Herzen gehende Geschichte, die trotz ernster Themen Hoffnung schenkt und positiv nachwirkt.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Drachenabenteuer mit Herz

Dragonborn (Band 1) - Das Erbe des Feuers
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Als Alex’ starke Gefühle plötzlich ungeahnte Kräfte in ihr wecken, wird ihr Leben völlig auf den Kopf gestellt: Sie ist ein Drache. Auf der legendären Insel Skralla soll sie gemeinsam mit anderen Drachenwandlern ...

Als Alex’ starke Gefühle plötzlich ungeahnte Kräfte in ihr wecken, wird ihr Leben völlig auf den Kopf gestellt: Sie ist ein Drache. Auf der legendären Insel Skralla soll sie gemeinsam mit anderen Drachenwandlern lernen, ihre Fähigkeiten zu kontrollieren. Doch während sich die meisten scheinbar mühelos verwandeln, fällt Alex genau das besonders schwer. Kaum hat sie sich auf der Akademie etwas eingelebt, erhebt sich zudem eine dunkle Bedrohung: Drak Midna, der größte Drache von allen, plant die Auslöschung der Menschheit.

Dragonborn verbindet spannende Drachenfantasy mit einer berührenden Coming-of-Age-Geschichte zu einem mitreißenden Abenteuer. Von einem Moment auf den anderen muss Alex ihr Zuhause verlassen und findet sich auf Skralla nur schwer zurecht. Alles ist laut, wild und chaotisch und ein starker Kontrast zu dem ruhigen Leben, das sie kannte. Während andere ihre Drachengestalt scheinbar mühelos annehmen, lähmt Alex allein die Vorstellung, sich in ein Monster zu verwandeln. Sie vermisst den Wald, den sie mit ihrem verstorbenen Vater durchstreifte und fühlt sich schuldig, ihre Mutter zurückgelassen zu haben. Sie hält krampfhaft an Erinnerungen fest, die ihr zumindest für kurze Zeit Sicherheit geben und kämpft mit Zweifeln, Angst und der Frage nach ihrer eigenen Identität. Ihre innere Zerrissenheit und ihr Wunsch nach Zugehörigkeit sind deutlich spürbar und als LeserIn möchte man sie in manchen Momenten am liebsten in den Arm nehmen und ihr versichern, dass alles gut werden wird. Umso schöner ist es mitzuerleben, wie Alex lernt, ihre wahre Gestalt anzunehmen, die Angst hinter sich zu lassen und an sich selbst zu wachsen.

Auch die Nebenfiguren sind interessant und liebevoll gezeichnet. Die jungen Drachen wirken anfangs etwas chaotisch und ungestüm, was es schwer macht den Überblick zu behalten, gewinnen im Verlauf der Geschichte jedoch zunehmend an Profil. Mit Drak Midna kommt eine bedrohliche, düstere Komponente hinzu. Seine grausamen Taten sind legendär, er wird von allen gefürchtet, doch niemand weiß, wie er aussieht. Gerade diese Ungewissheit verstärkt das Gefühl, dass die Gefahr jederzeit und überall lauern könnte.

Murray erzählt die Geschichte mit einem guten Gespür für Dramaturgie. Die Handlung nimmt schnell Fahrt auf, berührt durch tragische Ereignisse und bleibt dank unerwarteter Wendungen und Enthüllungen durchgehend spannend.

Alles in allem ist Dragonborn ein gelungener Auftakt voller fantastischer Wesen, Geheimnisse und Gefahren. Ein mitreißendes, fantasievolles und emotionales Abenteuer, das Lust auf mehr macht und sich kaum aus der Hand legen lässt.

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