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Annikii

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.04.2026

Viel Potenzial, aber zu wenig Struktur

Tödliche Begegnung
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Der Einstieg in den Krimi hat mir gut gefallen: Atmosphäre, Setting am Comer See und der grundsätzliche Fallaufbau waren vielversprechend. Auch die Idee, einen aktuellen Mord mit einem alten, ungeklärten ...

Der Einstieg in den Krimi hat mir gut gefallen: Atmosphäre, Setting am Comer See und der grundsätzliche Fallaufbau waren vielversprechend. Auch die Idee, einen aktuellen Mord mit einem alten, ungeklärten Verschwinden zu verknüpfen, fand ich spannend und reizvoll.
Leider hat sich dieser positive Eindruck im Verlauf der Geschichte für mich nicht vollständig gehalten. Vor allem die Vielzahl an Figuren und neuen Spuren hat es mir zunehmend schwer gemacht, den Überblick zu behalten. Oft hatte ich das Gefühl, dass die Handlung ihren roten Faden verliert und sich zu sehr verzweigt, statt klar auf ein Ziel zuzusteuern. Die Rückblenden wirkten dabei für mich eher verwirrend als erklärend.
Auch die Auflösung kam mir am Ende zu schnell und teilweise konstruiert vor. Der Täter und die entscheidenden Hinweise wurden sehr plötzlich präsentiert, sodass kaum Raum blieb, die Zusammenhänge wirklich nachzuvollziehen. Die Grundidee fand ich zwar interessant, die Umsetzung konnte mich jedoch nicht ganz überzeugen.
Positiv hervorheben möchte ich die sympathischen Hauptfiguren, insbesondere das Zusammenspiel von Giovanna und Maria, sowie das grundsätzlich stimmige Setting – auch wenn das italienische Flair im Verlauf etwas in den Hintergrund rückte.
Insgesamt ein solides Buch mit guten Ansätzen, das mich jedoch durch seine fehlende Struktur und den hektischen Abschluss eher enttäuscht zurückgelassen hat.

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  • Handlung
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  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 22.04.2026

Heilende Nähe, leise Stärke und der Mut, sich selbst zu wählen

Ein Blick von dir
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"Ein Blick von dir" ist eine intensive, warme und gleichzeitig sehr ehrliche Geschichte über Selbstwert, Heilung und die leisen Wege, wie Nähe entstehen kann. Schon früh wird klar, dass dieser Roman weit ...

"Ein Blick von dir" ist eine intensive, warme und gleichzeitig sehr ehrliche Geschichte über Selbstwert, Heilung und die leisen Wege, wie Nähe entstehen kann. Schon früh wird klar, dass dieser Roman weit mehr ist als eine klassische Liebesgeschichte – es geht um alte Prägungen, innere Zweifel und den Mut, sich selbst ernst zu nehmen.

Gesa ist eine Protagonistin, die mir unglaublich naheging. Ihre Unsicherheiten, ihr ständiges Entschuldigen und das Bedürfnis, niemandem zur Last zu fallen, wirken schmerzhaft real. Die Darstellung von People Pleasing und emotionaler Abwertung – sowohl in ihrer Beziehung zu Levi als auch in ihrem familiären Umfeld – ist sensibel und glaubwürdig umgesetzt. Man spürt förmlich, wie sehr Gesa lernen muss, ihren eigenen Wert nicht länger vom Außen abhängig zu machen.

Joel bildet dazu einen ruhigen, achtsamen Gegenpol. Auch er trägt Verletzungen mit sich, die sein Verhalten erklären, ohne es zu verklären. Besonders gelungen fand ich, dass er nicht als „perfekter Retter“ gezeichnet wird, sondern als Mensch mit Ängsten, Rückzugstendenzen und Lernprozessen. Ihre Annäherung ist leise, respektvoll und geprägt von echtem Sehen – nicht von großen Gesten, sondern von kleinen Momenten.

Ein starkes Bild des Romans ist das Bergsteigen: als Sinnbild für Entwicklung, Überwindung und persönliches Wachstum. Dass Gesa am Ende nicht nur emotional, sondern auch symbolisch ihren Gipfel erreicht, empfand ich als sehr kraftvoll.

Auch der Umgang mit Levi bleibt differenziert. Sein Verhalten – insbesondere die Wette um den Antrag – setzt klare Grenzen und zeigt, wie toxisch vermeintliche Kontrolle und Leistungsdruck werden können. Umso stimmiger wirkt Gesas finale Entscheidung.

Der Epilog rundet die Geschichte ruhig und realistisch ab. Kein überzogenes Märchen, sondern ein vorsichtiges, hoffnungsvolles Weitergehen. Besonders berührend fand ich auch das Nachwort der Autorin – offen, reflektiert und nah.

Insgesamt ist "Ein Blick von dir" ein Roman, der nachhallt: warm, tiefgehend und mit viel Respekt für seine Figuren und deren Entwicklung.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Ein Ort zwischen Verlust, Hoffnung und Neubeginn

Ein Ort, der bleibt
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Das Cover von "Ein Ort, der bleibt" hat mich sofort angesprochen. Es wirkt ruhig und zugleich bedeutungsvoll und passt sehr gut zur Stimmung des Romans. Auch die Gestaltung insgesamt unterstreicht den ...

Das Cover von "Ein Ort, der bleibt" hat mich sofort angesprochen. Es wirkt ruhig und zugleich bedeutungsvoll und passt sehr gut zur Stimmung des Romans. Auch die Gestaltung insgesamt unterstreicht den literarischen Charakter des Buches und stimmt gut auf die Geschichte ein.

Der Roman erzählt von Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen und an einem neuen Ort versuchen, Wurzeln zu schlagen. Dabei werden mehrere Zeitebenen und Lebensgeschichten verbunden, die durch einen besonderen Ort miteinander verknüpft sind. Ohne zu viel vorwegzunehmen, geht es um Verlust, Anpassung und die Frage, was bleibt, wenn sich das Leben grundlegend verändert. Die historische Einbettung empfand ich als spannend und gut recherchiert, da sie der Geschichte Tiefe verleiht, ohne belehrend zu wirken.

Der Schreibstil ist ruhig, sachlich und stellenweise sehr detailreich. Mir hat gefallen, dass sich die Autorin Zeit nimmt, Orte, Pflanzen und Zusammenhänge genau zu beschreiben. Das sorgt für eine dichte Atmosphäre, verlangte mir aber auch Aufmerksamkeit ab. An manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr emotionale Nähe zu den Figuren gewünscht, da sie für mich trotz ihrer interessanten Lebenswege einen kleinen Abstand bewahrten. Insgesamt wirken sie jedoch glaubwürdig und in ihrem Handeln nachvollziehbar.

Besonders interessant fand ich die Verbindung von Natur, Geschichte und persönlichen Schicksalen. Dass reale historische Hintergründe in die Handlung einfließen, macht das Buch für mich zusätzlich reizvoll und hebt es von vielen reinen Familienromanen ab. Die Autorin zeigt ein gutes Gespür dafür, komplexe Themen ruhig und unaufgeregt zu erzählen.

"Ein Ort, der bleibt" ist ein vielschichtiger Roman, der Zeit und Ruhe beim Lesen verlangt. Trotz kleiner Längen eine klare Leseempfehlung für alle, die gerne tiefgründige Romane lesen.

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