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Annikii

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.04.2026

Ein realistischer Blick unter die Meeresoberfläche – informativ, aber emotional distanziert

Das geheime Leben der Tiere (Meer) - Das Lied der Orcas
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“Das geheime Leben der Tiere (Meer) - Das Lied der Orcas“ bietet einen sehr realistischen Einblick in das Leben dieser faszinierenden Meeressäuger. Viele Szenen basieren deutlich auf echten Verhaltensweisen ...

“Das geheime Leben der Tiere (Meer) - Das Lied der Orcas“ bietet einen sehr realistischen Einblick in das Leben dieser faszinierenden Meeressäuger. Viele Szenen basieren deutlich auf echten Verhaltensweisen und Problemen, mit denen Orcas in freier Wildbahn konfrontiert sind. Dadurch hat die Geschichte einen starken Sachbuchcharakter, der informativ und lehrreich ist, besonders für Kinder, die sich für Natur und Meeresbiologie interessieren.

Allerdings merkt man schnell, dass der Erzählstil eher nüchtern gehalten ist. Echo bleibt als Protagonist etwas unnahbar, man beobachtet ihn eher von außen, statt wirklich mit ihm mitzuleben. Dadurch fällt es schwer, eine emotionale Bindung zu den Figuren aufzubauen, obwohl die Erlebnisse – Verlust, Gefahr, Begegnungen mit anderen Meerestieren – durchaus Potenzial dafür gehabt hätten.

Mehrfach werden ernste und auch traurige Themen angesprochen: gestrandete Wale, verletzte Tiere, getrennte Orcafamilien. Das ist zwar realistisch, kann für manche Kinder aber sehr schwer und bedrückend wirken. Gerade zu Beginn häufen sich diese Szenen, weshalb es nicht unbedingt als leichter Einstieg in die Unterwasserwelt geeignet ist.

Positiv hervorzuheben ist die Authentizität: Die unterschiedlichen Orcaarten, das Jagdverhalten, Echolokation, soziale Strukturen – all das wird gut erklärt und kindgerecht eingebettet. Auch das Ende bringt noch einmal etwas Wärme zurück und zeigt, dass sowohl Echo als auch Kelp ihren Platz gefunden haben.

Insgesamt ist das Buch vor allem für Leser*innen geeignet, die Interesse an echten Naturthemen haben und weniger eine klassische, emotional getragene Tiergeschichte erwarten. Für Romanliebhaber könnte es hingegen etwas distanziert wirken.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Sommergefühle, Neuanfang und ein bisschen Fernweh

Sommerwind in der Toskana
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„Sommerwind in der Toskana“ hat mich von der ersten Seite an mitgenommen und mir während der Leserunde richtig schöne Lesestunden beschert. Besonders die Atmosphäre hat mich begeistert – die Toskana wird ...

„Sommerwind in der Toskana“ hat mich von der ersten Seite an mitgenommen und mir während der Leserunde richtig schöne Lesestunden beschert. Besonders die Atmosphäre hat mich begeistert – die Toskana wird so lebendig beschrieben, dass man beim Lesen sofort Bilder im Kopf hat und am liebsten selbst dort wäre.

Laura als Hauptfigur mochte ich sehr. Ihre Entwicklung ist nachvollziehbar und wirkt authentisch: vom schnellen „Ich verkaufe alles und bin wieder weg“ hin zu jemandem, der sich öffnet, Dinge hinterfragt und langsam herausfindet, was sie wirklich möchte. Gerade dieser Weg hat mir gut gefallen, weil er nicht überstürzt ist.

Auch die Nebenfiguren – vor allem Luca und seine Familie – haben für mich einen großen Teil des Charmes ausgemacht. Diese Herzlichkeit, das Miteinander und die kleinen Alltagsmomente geben der Geschichte viel Wärme. Die Liebesgeschichte entwickelt sich ruhig und glaubwürdig, ohne zu kitschig zu werden.

Besonders schön fand ich, dass das Ende nicht komplett „perfekt“ ist, sondern eher realistisch. Laura trifft Entscheidungen Schritt für Schritt, und genau das macht es so stimmig. Man merkt, dass sie ihren eigenen Weg findet – und das hat für mich perfekt zur Geschichte gepasst.

Für mich ist das Buch eine wunderbare Mischung aus Wohlfühlroman, Neuanfang und einer Prise Fernweh. Ich hätte gern noch weitergelesen und würde mich sehr über eine Fortsetzung freuen.

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Magisch, warmherzig und voller Mut – eine Geschichte zum Wohlfühlen

Maries Glücksküche – Die Schule am Meer
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„Maries Glücksküche – Die Schule am Meer“ ist ein Buch, das von der ersten Seite an ein Gefühl von Wärme, Fantasie und Geborgenheit ausstrahlt. Marie und ihre Familie ziehen in eine umgebaute Turnhalle ...

„Maries Glücksküche – Die Schule am Meer“ ist ein Buch, das von der ersten Seite an ein Gefühl von Wärme, Fantasie und Geborgenheit ausstrahlt. Marie und ihre Familie ziehen in eine umgebaute Turnhalle – ein Setting, das zunächst ungewöhnlich klingt, aber schnell seinen ganz eigenen Charme entwickelt. Genau wie Marie findet man sich sofort in dieser Mischung aus Alltagschaos, Familienleben und einer kleinen Portion Magie wieder.

Marie selbst war mir von Anfang an sympathisch. Ihre Unsicherheiten, ihre Schüchternheit und das Gefühl, irgendwie nicht richtig dazuzugehören, wirken sehr authentisch. Gerade deshalb ist es so schön zu sehen, wie sie nach und nach mutiger wird, Freundschaft findet und lernt, sich selbst zu vertrauen.

Oma Aveline ist ein echtes Highlight. Warm, eigensinnig, witzig – und mit einem Hauch Zauberei, der die Geschichte lebendig macht. Die magischen Zutaten, die tanzenden Kräuter und der rülpsende Kochtopf Claude haben mich oft zum Schmunzeln gebracht. Der Humor ist liebevoll und kindgerecht, ohne albern zu wirken.

Besonders gelungen fand ich, wie die Autorin tiefere Themen einwebt – Freundschaft, Ehrlichkeit, Ängste und Mut –, ohne dass die Geschichte an Leichtigkeit verliert. Auch dass die Eltern im Laufe des Buches eine wichtigere Rolle spielen, gibt der Handlung zusätzlich Tiefe.

Die Illustrationen runden alles wundervoll ab: sie verstärken die Atmosphäre, sind detailreich und passen perfekt zum Ton des Buches.

Das Ende bringt alles schön zusammen: ein bisschen Spannung, viel Herz und eine Botschaft, die Kindern Mut macht, die eigenen Stärken zu entdecken – mit oder ohne Magie.

Für mich ein rundum gelungenes Kinderbuch, das beim Vorlesen genauso viel Freude macht wie beim Selberlesen.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Emotional, spannend – mit kleinen Schwächen

Die Ärztin – Gefährlicher Besuch
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„Die Ärztin – Gefährlicher Besuch“ von Meike Dannenberg ist ein intensiver Thriller, der mich vor allem im zweiten Teil richtig gepackt hat. Die Geschichte rund um Dr. Eva Mares entwickelt sich von einem ...

„Die Ärztin – Gefährlicher Besuch“ von Meike Dannenberg ist ein intensiver Thriller, der mich vor allem im zweiten Teil richtig gepackt hat. Die Geschichte rund um Dr. Eva Mares entwickelt sich von einem zunächst rätselhaften Vorfall zu einem immer komplexeren Fall, in dem es um Gewalt, Angst und erschütternde Schicksale geht.

Besonders hervorheben möchte ich die emotionale Seite des Buches. Einige Szenen – vor allem rund um Kerstin und ihre Kinder – waren für mich wirklich schwer zu lesen und haben mich sehr mitgenommen. Gerade als Mutter geht einem das nochmal ganz anders nahe. Gleichzeitig schafft es die Geschichte, trotz dieser Schwere spannend zu bleiben und einen zum Weiterlesen zu ziehen.

Eva ist für mich eine interessante Hauptfigur. Sie handelt oft aus dem Bauch heraus und bringt sich dabei auch selbst in schwierige Situationen, was nicht immer ganz nachvollziehbar ist – aber genau das macht sie auch menschlich. Man merkt, dass sie helfen will und nicht einfach wegsehen kann.

Die Spannung steigert sich im Verlauf deutlich, besonders im zweiten Abschnitt. Auch wenn sich einige Dinge schon erahnen lassen, bleibt genug Ungewissheit, um neugierig zu bleiben. Die Auflösung war für mich größtenteils schlüssig, auch wenn ich mir an manchen Stellen noch etwas mehr Erklärung gewünscht hätte. Einzelne Szenen wirkten zudem etwas konstruiert.

Insgesamt ist es ein fesselnder und emotionaler Thriller, der wichtige Themen anspricht und lange nachwirkt – auch wenn er nicht ganz ohne Schwächen ist.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Dunkle Vergangenheit, die nicht ruhen will

Tödliche Freundinnen
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„Tödliche Freundinnen“ hat mich direkt mit seiner düsteren Grundstimmung gepackt. Die Geschichte beginnt mit einem Ereignis aus der Vergangenheit, das nie wirklich abgeschlossen wurde – und genau dieses ...

„Tödliche Freundinnen“ hat mich direkt mit seiner düsteren Grundstimmung gepackt. Die Geschichte beginnt mit einem Ereignis aus der Vergangenheit, das nie wirklich abgeschlossen wurde – und genau dieses Gefühl zieht sich durch das ganze Buch. Zwei Frauen, die einst durch ein gemeinsames Geheimnis verbunden waren, treffen Jahre später wieder aufeinander, und schnell wird klar, dass damals mehr passiert ist, als man zunächst denkt.

Besonders spannend fand ich die Dynamik zwischen Mel und Chloe. Ihre gemeinsame Vergangenheit ist kompliziert, geprägt von Schuld, Nähe und unausgesprochenen Gefühlen. Dass sie sich in einer extremen Situation wiederfinden, verstärkt die Spannung zusätzlich. Die Handlung entwickelt sich Stück für Stück und legt immer neue Details frei, sodass man ständig wissen möchte, wie alles zusammenhängt.

Die Kulisse in der Wildnis trägt viel zur Atmosphäre bei. Abgeschiedenheit, Gefahr und dieses ständige Gefühl, beobachtet zu werden, machen die Geschichte intensiv und teilweise richtig beklemmend. Gleichzeitig geht es nicht nur um Spannung, sondern auch um Vertrauen, Verrat und die Frage, wie sehr die Vergangenheit das eigene Leben bestimmt.

Der Schreibstil ist klar und mitreißend, sodass ich schnell in die Geschichte hineingefunden habe. Besonders gut gefallen hat mir, dass es nicht nur um den Thriller-Aspekt geht, sondern auch um die Beziehung zwischen den beiden Frauen und die Folgen ihrer gemeinsamen Entscheidung von damals.

Insgesamt ist „Tödliche Freundinnen“ für mich ein packender Thriller mit emotionaler Tiefe, der mich bis zum Schluss gefesselt hat.

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