Viel Potenzial, aber zu wenig Struktur
Tödliche BegegnungDer Einstieg in den Krimi hat mir gut gefallen: Atmosphäre, Setting am Comer See und der grundsätzliche Fallaufbau waren vielversprechend. Auch die Idee, einen aktuellen Mord mit einem alten, ungeklärten ...
Der Einstieg in den Krimi hat mir gut gefallen: Atmosphäre, Setting am Comer See und der grundsätzliche Fallaufbau waren vielversprechend. Auch die Idee, einen aktuellen Mord mit einem alten, ungeklärten Verschwinden zu verknüpfen, fand ich spannend und reizvoll.
Leider hat sich dieser positive Eindruck im Verlauf der Geschichte für mich nicht vollständig gehalten. Vor allem die Vielzahl an Figuren und neuen Spuren hat es mir zunehmend schwer gemacht, den Überblick zu behalten. Oft hatte ich das Gefühl, dass die Handlung ihren roten Faden verliert und sich zu sehr verzweigt, statt klar auf ein Ziel zuzusteuern. Die Rückblenden wirkten dabei für mich eher verwirrend als erklärend.
Auch die Auflösung kam mir am Ende zu schnell und teilweise konstruiert vor. Der Täter und die entscheidenden Hinweise wurden sehr plötzlich präsentiert, sodass kaum Raum blieb, die Zusammenhänge wirklich nachzuvollziehen. Die Grundidee fand ich zwar interessant, die Umsetzung konnte mich jedoch nicht ganz überzeugen.
Positiv hervorheben möchte ich die sympathischen Hauptfiguren, insbesondere das Zusammenspiel von Giovanna und Maria, sowie das grundsätzlich stimmige Setting – auch wenn das italienische Flair im Verlauf etwas in den Hintergrund rückte.
Insgesamt ein solides Buch mit guten Ansätzen, das mich jedoch durch seine fehlende Struktur und den hektischen Abschluss eher enttäuscht zurückgelassen hat.