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Veröffentlicht am 13.03.2024

Leider sehr flache Story

Das siebte Mädchen
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Für die zwölfjährige Chloe bricht eine Welt zusammen, als ihr Vater zum Mord an sechs Mädchen verurteilt wird.
Zwanzig Jahre später ist sie promovierte Psychologin und hat immer noch Schwierigkeiten damit, ...

Für die zwölfjährige Chloe bricht eine Welt zusammen, als ihr Vater zum Mord an sechs Mädchen verurteilt wird.
Zwanzig Jahre später ist sie promovierte Psychologin und hat immer noch Schwierigkeiten damit, Vertrauen zu fassen. Als plötzlich eine ihrer Klientinnen verschwindet und tot aufgefunden wird, muss sie sich die Frage stellen, ob ein Nachahmungstäter sein Unwesen treibt. Oder ist ihr Vater unschuldig inhaftiert und der wahre Mörder immer noch auf freiem Fuße?

"Das siebte Mädchen" ist Stacy Willinghams Debutroman. Nachdem ich viele positive Rezensionen gelesen hatte, landete das Buch direkt auf meiner Wunschliste. Fand ich doch die Perspektive so spannend, aus der die Geschichte geschildert wird und die zeigt, dass für die Familie des Täters oft genauso eine Welt zusammenbricht wie für die Angehörigen des Opfers.

Leider hat mich der Thriller sehr enttäuscht. Ich fand von Anfang an sehr eindeutig, wer der Täter ist, jede falsch gelegte Fährte kam mir so offensichtlich falsch vor und die Protagonistin Chloe ging mir ehrlich gesagt sehr auf die Nerven. Oft sind ihre Gedanken und Handlungen nicht wirklich nachvollziehbar.
Die ganze Story ist sehr flach, konstruiert und zieht sich ziemlich in die Länge und auch den Charakteren fehlte es an Tiefe.
Der Schreibstil ist zwar flüssig, aber ebenso anspruchslos.

Insgesamt kam für mich also kaum Spannung auf und obwohl ich nichts gegen ruhigere Thriller habe, kann ich hier nur ⭐️2,5/5⭐️ geben.

Die Hörbuchinszenierung von Julia Nachtmann hat mir allerdings gut gefallen und dafür gesorgt, dass ich am Ball bleibe. Sie vermittelt gerade Szenen mit viel wörtlicher Rede sehr lebendig.

aus dem Englischen übersetzt von Alice Jakubeit.

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Veröffentlicht am 09.03.2024

Unterhaltsam, aber sehr oberflächlich

Die sieben Männer der Evelyn Hugo
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Die einstige Hollywood-Ikone Evelyn Hugo lädt Lokaljournalistin Monique unter einem Vorwand zu sich ein und unterbreitet ihr ein verlockendes Angebot: Monique soll die erste Person sein, die Evelyns komplette ...

Die einstige Hollywood-Ikone Evelyn Hugo lädt Lokaljournalistin Monique unter einem Vorwand zu sich ein und unterbreitet ihr ein verlockendes Angebot: Monique soll die erste Person sein, die Evelyns komplette Lebensgeschichte erfährt und diese als Biografie niederschreiben. In dieser sollen etliche Geheimnisse gelüftet werden, unter anderem, warum Evelyn ganze siebenmal verheiratet war.
Erst ganz zum Schluss wird Monique bewusst, auf welch tragische Weise sie mit dem Filmstar verbunden ist.

Der Schreibstil Taylor Jenkins Reids ist locker und flüssig, sodass man schnell in die Geschichte eintaucht. Die atmosphärische Darstellung des vergangenen Hollywoods vereint mit der Neugier auf Evelyn Hugos dunkle Geheimnisse lassen einen das Buch gut weglesen - was wohl auch der Grund ist, warum es als großer Tik-Tok-Trend bekannt wurde.
Außerdem werden einige Themen behandelt, die gut den aktuellen Zeitgeist treffen.

Ich musste leider feststellen, dass ich mit dem Hype nicht ganz mitgehen kann; mir ist die ganze Story zu flach, die Gefühle zu oberflächlich, die ganze Lektüre einfach zu trivial.
Es gab zwar einen überraschenden Twist am Ende der Handlung - das letzte große Geheimnis - aber auch dieser konnte mich nicht so recht überzeugen.

Wer auf der Suche nach einer leichten Lektüre ist, wird hier definitiv seinen Spaß haben, denn unterhalten hat mich das Buch auf jeden Fall. Bei mir ist nur einfach der Funke nicht übergesprungen, weil alles zu oberflächlich beschrieben wurde - aber vielleicht passt es genau deshalb perfekt zur Hollywood-Thematik.

*Aus dem Englischen übersetzt von Babette Schröder.

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Veröffentlicht am 05.03.2024

Wundervoller Coming-of-Age-Roman

Hard Land
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Missouri, 1985: Der fünfzehnjährige Sam beginnt einen Ferienjob im lokalen Kino und damit verändert sich für ihn alles: Er findet Freunde, verliebt sich und muss erwachsen werden.

Zugegeben, der Klappentext ...

Missouri, 1985: Der fünfzehnjährige Sam beginnt einen Ferienjob im lokalen Kino und damit verändert sich für ihn alles: Er findet Freunde, verliebt sich und muss erwachsen werden.

Zugegeben, der Klappentext von "Hard Land" klingt so gar nicht besonders. Es scheint, als habe sich Benedict Wells an jeglichen Coming-of-Age-Klischees bedient. Und ja, die Story an sich ist auch wirklich nicht außergewöhnlich. Aber die Umsetzung ist es defintiv:
Als erstes stechen natürlich die vielen 80er-Jahre-Anekdoten heraus, die vielen Verweise auf (hauptsächlich) Musik und Filme vereint mit Wells' grandiosem Schreibstil, lassen aus den Worten Bilder entstehen und mir als Leserin kam es vor, als sähe ich gerade einen Film aus ebendieser Zeit (oft musste ich z.B. an "Stand by me" denken, die Stimmung ist ähnlich).
Außerdem hat der Autor hier so lebhafte Figuren geschaffen, dass ich nach kurzer Zeit schon dachte, ich kenne diese Personen. Beim Lesen habe ich mich oft "euphancholisch" gefühlt, wie eine Protagonistin es im Buch nennt: Einerseits habe ich mich auf die letzten Seiten gefreut, andererseits habe ich Sam und seine Freunde schon vermisst, ehe es vorbei war.
Besonders empfehlen kann ich auch den zugehörigen Soundtrack (findet ihr auf der Homepage des Autoren) dieser verstärkt die wunderbar beschriebenen Stimmungen und Emotionen noch um ein Vielfaches. Hier muss ich besonders die "Dancing On My Own"-Szene erwähnen, wie gut war die bitte?!

Also: Bitte nicht von dem eher unspektakulären Klappentext abschrecken lassen, dieses Buch ist einfach wunderschön und defintiv mein neuer Lieblings-Wells. ⭐️5/5⭐️

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Veröffentlicht am 27.02.2024

Zwischen zwei Welten

Mühlensommer
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Ein Anruf lockt Maria aus der Stadt zurück in ihre alte Heimat aufs Land: Der Vater hatte einen Unfall und so kehrt sie zurück zur Mühle, in der ihre Familienmitglieder aus drei Generationen leben.
Aufgrund ...

Ein Anruf lockt Maria aus der Stadt zurück in ihre alte Heimat aufs Land: Der Vater hatte einen Unfall und so kehrt sie zurück zur Mühle, in der ihre Familienmitglieder aus drei Generationen leben.
Aufgrund der lebensbedrohlichen Lage des Vaters wird endlich über ein Thema gesprochen, das bisher lieber verdrängt wurde: Die Zukunft des Hofes.

Das Cover von "Mühlensommer" lässt einen die Hitze und die Landluft geradezu spüren und genauso ergeht es einem beim Lesen: Martina Bogdahn schafft mit Worten eine Atmosphäre, in die man mit Leichtigkeit eintauchten kann.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Gegenwart und Marias Kindheit erzählt, welche offenbart, dass das Leben auf dem Land zwar schön, aber auch alles andere als einfach war.
Sehr gelungen fand ich die Darstellung des Streitthemas: Wie es mit der Mühle und dem Hof weitergehen soll, ob er noch eine Zukunft hat und dass die Viehhaltung allein aus wirtschaftlicher Sicht nicht mehr ausreicht.
Auch Marias innerer Konflikt ist sehr nachvollziehbar: Einerseits genießt sie die Freiheiten in der Stadt, andererseits liebt sie die Mühle auf dem Land, ihre Heimat, und möchte diese nicht ganz aufgeben.

Etwas zu viel waren mir die detaillierten, seitenlangen Gewaltdarstellungen an Tieren (Schlachten des Lieblingsschweines, Ertränken der ungewollten Katzenbabys etc.): Nicht weil die Tatsache, dass es tagtäglich so passiert, mich sonderlich schockiert, sondern weil die Beschreibungen zu aufdringlich sind. Man hätte auch unterschwelliger zeigen können, wie hart und teilweise brutal das Landleben ist - hier wäre weniger mehr gewesen.

Auch das sehr offene Ende kam mir etwas zu plötzlich. So erfährt man zwar viel über Marias Kindheit, der gegenwärtige Konflikt wird allerdings nicht wirklich aufgeklärt.

Weil mir zwar die Geschichte und vor allem die Erinnerungen vor dem Setting der alten Mühle sehr gefallen haben, mir aber eine Entwicklung der Protagonistin und etwas mehr Tiefe gefehlt haben, gebe ich ⭐️3,5/5⭐️

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Veröffentlicht am 16.02.2024

So wichtig

Mutter ohne Kind
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Wer mich trifft, sieht eine Mutter mit zwei gesunden Kindern. Was keiner sieht: Da waren noch zwei Schwangerschaften, die zu früh geendet haben.
Und mit diesem Schicksal bin ich nicht alleine, ca. 30 % ...

Wer mich trifft, sieht eine Mutter mit zwei gesunden Kindern. Was keiner sieht: Da waren noch zwei Schwangerschaften, die zu früh geendet haben.
Und mit diesem Schicksal bin ich nicht alleine, ca. 30 % aller Schwangerschaften enden mit einer Fehl- oder Stillen Geburt.
Wer nicht selbst betroffen ist, kennt diese hohe Zahl nicht, denn es spricht kaum jemand darüber.

Eva Lindner bricht mit ihrem Buch "Mutter ohne Kind" dieses Schweigen. Nach ihrer eigenen Fehlgeburt beschäftigt sich die Journalistin intensiv mit dem Thema, spricht mit anderen betroffenen Frauen und Familien und schaut sich die aktuelle Forschungslage an.

Das Buch ist in zehn Kapitel unterteilt. Jedes beginnt mit einem Erfahrungsbericht und wird dann mit genau recherchierten Fakten fortgesetzt. Dabei hat jedes einen eigenen Themenschwerpunkt.

Viele Zahlen und Gegebenheiten sind schockierend, daher empfehle ich jeder und jedem dieses Buch, nicht nur Betroffenen. Denn statistisch gesehen kennt jede*r eine Person, die bereits eine Fehlgeburt erlitten hat oder noch erleiden wird.

Die Mischung aus persönlichen Geschichten und Fakten sowie der angenehme Schreibstil ließen mich das Buch kaum aus der Hand legen, ich habe es verschlungen wie einen Roman.

Es bekommt definitiv eine klare Leseempfehlung meinerseits und hat mir gezeigt, dass ich öfter mal zu einem Sachbuch greifen sollte.

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