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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.02.2026

Atmosphärisch gesprochen, mit kleinen Längen im Mittelteil

Firewatch
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Mich hat vor allem die Hörbuch-Umsetzung überzeugt. Der Sprecher liest flüssig, emotional und sehr nachvollziehbar. Besonders die Rückblenden sind klar gestaltet und sorgen dafür, dass man der Handlung ...

Mich hat vor allem die Hörbuch-Umsetzung überzeugt. Der Sprecher liest flüssig, emotional und sehr nachvollziehbar. Besonders die Rückblenden sind klar gestaltet und sorgen dafür, dass man der Handlung gut folgen kann.

Die männlichen Figuren wirken lebendig und authentisch. Die weiblichen Aspekte bleiben etwas zurückhaltend – hier hätte ich mir sowohl inhaltlich als auch sprecherseitig mehr Präsenz gewünscht.
Die Story ist spannend aufgebaut, verliert aber im Mittelteil etwas an Tempo. Erst spät zieht sie wieder deutlich an. Dadurch wirken einzelne Twists minimal konstruiert. Dennoch funktioniert die Kombination aus Spannung und Spice insgesamt gut, weil der Fokus klar gesetzt ist.

Ein gutes Hörbuch, das vor allem durch seine starke Sprecherleistung überzeugt.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Macht, Geld und Intrigen hinter Brüssels Kulissen

Spicy Files
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Dieser Krimi überzeugt vor allem durch seine vielschichtige und glaubwürdige Darstellung der EU und der politischen Mechanismen in Brüssel. Besonders eindrucksvoll ist, wie Macht und Geld hinter den Kulissen ...

Dieser Krimi überzeugt vor allem durch seine vielschichtige und glaubwürdige Darstellung der EU und der politischen Mechanismen in Brüssel. Besonders eindrucksvoll ist, wie Macht und Geld hinter den Kulissen regieren und wie tief Politiker und Minister in Intrigen verstrickt sind. Man bekommt einen intensiven Eindruck davon, was im Verborgenen geschieht – manchmal erschreckend, aber immer spannend.

Die Geschichte gliedert sich in mehrere Abschnitte: Der Einstieg wirkt wie eine surreale Schnitzeljagd – komplex, aber durchgehend fesselnd. Nach kurzer Zeit ist man voll in der Handlung angekommen. Kommissar Marcel erweist sich als äußerst sympathischer Protagonist: humorvoll, klug und mit einem cleveren Kniff rund um seinen zweiten Vornamen, der für einige amüsante Momente sorgt.

Besonders gelungen ist die Darstellung Brüssels. Die Stadt wird fast wie bei einer interaktiven Führung lebendig: viel Verkehr, grüne Parks, unterschiedliche Kulturen und Sprachen. Auch Kunst, Musik und Brüssel als Comicstadt finden ihren Platz. Zudem wird nicht vor Belgiens dunkler kolonialer Vergangenheit Halt gemacht, was dem Roman zusätzliche Tiefe verleiht.

Die Spannung bleibt bis zum Schluss hoch, der Plot ist komplex, aber gut nachvollziehbar. Die Auflösung ist schlüssig, auch wenn man sich beim Ende vielleicht etwas mehr Gerechtigkeit gewünscht hätte.

Fazit:
Ein sehr spannender, komplexer und facettenreicher Krimi mit flüssigem Schreibstil, viel politischem Hintergrund und einem humorvollen Ermittler.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Zwischen Herkunft, Geschichte und innerer Distanz

Alma
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Alma wächst in Triest auf – einer Stadt, in der unterschiedliche Kulturen und politische Strömungen aufeinandertreffen. Nach dem Tod ihres Vaters beginnt sie, sich intensiver mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen ...

Alma wächst in Triest auf – einer Stadt, in der unterschiedliche Kulturen und politische Strömungen aufeinandertreffen. Nach dem Tod ihres Vaters beginnt sie, sich intensiver mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen und reflektiert zugleich ihre eigene Jugend sowie die Beziehung zu Vili.

Sprachlich überzeugt der Roman mit einer dichten, atmosphärischen Erzählweise. Besonders die kulturellen und historischen Einflüsse Triests sind eindrucksvoll geschildert. Die Themen Identität und Entwurzelung werden über Generationen hinweg beleuchtet und geben der Geschichte Tiefe.

Dennoch blieb ich emotional etwas auf Abstand. Zwar fand ich mit der Zeit besser in den Lesefluss, aber eine echte Verbindung zu den Figuren stellte sich für mich nicht ein. Viele Konflikte bleiben innerlich, vieles unausgesprochen – das unterstreicht zwar die Zerrissenheit, erschwert jedoch das Mitfühlen.

Auch meine Erwartungen, die durch Cover und Klappentext geweckt wurden, haben sich nur teilweise erfüllt. Der Fokus auf politische und historische Verknüpfungen war stärker als angenommen.
Insgesamt ein literarisch anspruchsvoller Roman mit relevanten Themen, der jedoch Geduld und Interesse an historischen Zusammenhängen voraussetzt. Für mich persönlich blieb er etwas zu distanziert, auch wenn ich die Qualität des Schreibstils anerkenne.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Mutterschaft als zentrales Thema – eindringlich und klug erzählt

Niemands Töchter
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„Niemandes Töchter“ ist ein Roman, der Mutterschaft in all ihren Ambivalenzen beleuchtet. Judith Hoersch erzählt von vier Frauen, deren Lebenswege über verschiedene Zeiten hinweg miteinander verbunden ...

„Niemandes Töchter“ ist ein Roman, der Mutterschaft in all ihren Ambivalenzen beleuchtet. Judith Hoersch erzählt von vier Frauen, deren Lebenswege über verschiedene Zeiten hinweg miteinander verbunden sind. Im Zentrum stehen Mutter-Tochter-Beziehungen und die langfristigen Auswirkungen weiblicher Entscheidungen.

Besonders beeindruckend ist, wie differenziert die Autorin Verantwortung, Schuld und Schutz thematisiert. Die Darstellung der 1980er-Jahre verleiht dem Roman zusätzliche gesellschaftliche Tiefe, insbesondere im Hinblick auf weibliche Selbstbestimmung.

Die Perspektivwechsel sind klar nachvollziehbar, der Schreibstil ruhig, intensiv und emotional dicht. Die Geschichte entfaltet eine starke Sogwirkung und wirkt lange nach.

Ein Roman, der Mutterschaft nicht romantisiert, sondern vielschichtig und ehrlich beleuchtet. Ich freue mich schon sehr auf weitere Werke von Judith Hoersch.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Freundschaft, Spannung und düstere Geheimnisse – ein gelungener zweiter Band

Gänsehaut in Hovenäset 2. Sternengrab
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„Sternengrab“ setzt die Geschichte spannend fort, ist aber auch für Neueinsteiger verständlich. Alava klärt den Tod ihres Vaters auf, unterstützt von ihren Freund*innen. Die Spannung wird geschickt aufgebaut, ...

„Sternengrab“ setzt die Geschichte spannend fort, ist aber auch für Neueinsteiger verständlich. Alava klärt den Tod ihres Vaters auf, unterstützt von ihren Freund*innen. Die Spannung wird geschickt aufgebaut, oft gegen Ende der Kapitel, und Freundschaft sowie Trauer werden sensibel thematisiert.

Das Cover gefällt, die Farbwahl hätte jedoch besser zu den jeweiligen Bänden gepasst. Der Schreibstil ist flüssig, mit kurzen und klaren Sätzen. Die wechselnden Hauptpersonen erschweren manchmal den Überblick, mehr Tiefgang der Figuren wäre wünschenswert. Für 11-Jährige kann die Geschichte etwas düster und sehr spannend wirken.

Das Ende ist rund und zufriedenstellend. Für alle, die Mystery, Freundschaft und Geheimnisse mögen, ist dieser Band interessant. Ein dritter Teil wäre spannend, um die Geschichte weiter zu vertiefen.

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