Platzhalter für Profilbild

Arambol

Lesejury Profi
offline

Arambol ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Arambol über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.07.2024

Entspanntes Friesenklima

Leichenstarr an der Bar
0


"Für die Welt mochte Sünnum ein bedeutungslosss Kaff im Niemandsland sein, aber für sie würde dieser Ort immer ihre Heimat bleiben."

Der Kroog hat endlich wieder geöffnet, und alle alten Bekannten sind ...


"Für die Welt mochte Sünnum ein bedeutungslosss Kaff im Niemandsland sein, aber für sie würde dieser Ort immer ihre Heimat bleiben."

Der Kroog hat endlich wieder geöffnet, und alle alten Bekannten sind da: die Friesenbrauerin Gesine Felber mit ihrer Tochter Wiebke, der alte Kapitän Joris Harms, Tischler Hinnerk Gravenhorst, Wattführer Sören Gebhard und viele andere mehr.

Diesmal braucht es sprichwörtlich das gesamte Sünnum, die eingeschworene Dorfgemeinschaft, um einen äußerst persönlichen Mordfall zu lösen. Der Umweltaktivist Enno Prester stirbt im Kroog in den Armen der Friesenbrauerin und hinterlässt ein Rätsel, das Gesine Felber direkt zur Firma Friesenklima AG führt. Welche dunklen Machenschaften
verbergen sich hinter der Fassade des Ökounternehmens, das den Bau einer klimaneutralen Ferienanlage verspricht?

Die Ermittlungen gestalten sich sehr spannend und abwechslungsreich, immer wieder begibt sich die Friesenbrauerin, zum Leidwesen ihrer Tochter, der Polizistin Wiebke, in allerhöchste Gefahr.

Alle Protagonisten sind überzeugend liebevoll mit viel ostfriesischem Charme gezeichnet. Die Dialoge kommen recht humorvoll, zuweilen aber auch derb nordfriesisch daher. Das Buch ist leicht verständlich, die Kapitel übersichtlich kurz: ein flüssig geschriebener Krimi mit viel Lokalkolorit, der eigentlich viel zu schnell ausgelesen ist.

Leseempfehlung: Für mich wiederum ein sehr gelungener und humorvoller Regionalkrimi. Schade eigentlich, dass er so schnell vorbei war, hat mir erneut viel Spaß gemacht in Sünnum.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.06.2024

Schön gestaltet, inhaltlich aber detailarm

Stolz und Vorurteil - Die Graphic Novel nach Jane Austen
0


Leider kenne ich weder das klassische Original von Jane Austin, noch habe ich eine der Verfilmungen gesehen. Da ich deshalb gar kein Vorwissen bezüglich der Hintergrundgeschichte hatte, fiel es mir zugegebenermaßen ...


Leider kenne ich weder das klassische Original von Jane Austin, noch habe ich eine der Verfilmungen gesehen. Da ich deshalb gar kein Vorwissen bezüglich der Hintergrundgeschichte hatte, fiel es mir zugegebenermaßen schwer, der Erzählung inhaltlich zu folgen. Offensichtlich nimmt Claudia Kühn in dieser Graphic Novel die ein oder andere "Abkürzung", ich fand mich in der erzählten Geschichte nur schwer zurecht.

Der klare Zeichenstil von Tara Spruit hat mir sehr gut gefallen, viele der Bilder fangen eine wunderschöne Atmosphäre ein. Kompliment.
Leider sind die Charaktermodelle aber zu ähnlich geraten, so dass ich die fünf Schwestern und auch die männlichen Protagonisten ständig durcheinander gebracht habe. Auch die Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren waren streckenweise für mich arg verwirrend.

Das Buch ist schnell ausgelesen; die Erzählung bleibt leider durchgehend sehr oberflächlich und deshalb auch wohl kaum in Erinnerung. Eigentlich schade, den die grundlegende Idee, eine "Alte Geschichte in neuen Bildern" zu erzählen erscheint durchaus reizvoll, um klassische Literatur unterhaltsam zu präsentieren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.06.2024

Hatte mir mehr erhofft

Hast du Zeit?
0

"...wer sich in der Vergangenheit suhlte oder die Zukunft plante, lief Gefahr, die Gegenwart zu verpassen."

Der Thriller startet vielversprechend spannend mit mehreren verschiedenen Handlungsssträngen. ...

"...wer sich in der Vergangenheit suhlte oder die Zukunft plante, lief Gefahr, die Gegenwart zu verpassen."

Der Thriller startet vielversprechend spannend mit mehreren verschiedenen Handlungsssträngen. Ab Kapitel drei (von insgesamt sechs) zieht sich die Erzählung für einen Winkelmann aber ungewohnt zähflüssig dahin und die Spannung fällt, durch zu viele und damit verwirrende Erzählstränge, deutlich ab.

Die regelmäßig eingestreuten und in einem auffallend anderem Schriftbild gesetzten und mit "Hinter der Zeit" überschriebenen Aufzeichnungen des vermeintlichen Täters wirken zunächst nur verwirrend. Erst recht spät offenbart sich ihr eigentlicher Sinn.

Es gibt durchaus einige genretypische Schockmomente und irgendwann sorgt allein schon die Frage "Hast du Zeit?" für Gänsehautmomente.

Der nicht so wirklich freiwillig in die Ermittlungen verwickelte Polizeibeamte in Ruhestand Lars Erik Grotheer und sein Hund namens "Jemand" waren mir auf Anhieb sympathisch. Viele der weiteren Charaktere konnten mich dann allerdings nicht so recht überzeugen und wirkten zuweilen wenig lebensnah.

Das Finale ist heftig und definitiv nichts für schwache Nerven, aber für einen Thriller durchaus angemessen und legitim.

Andreas Winkelmann liefert mit "Hast du Zeit?" einen soliden und routiniert geschriebenen Thriller ab, von dem ich mir allerdings deutlich mehr erwartet hatte. Schade: aufgrund unnötiger Längen ragt der Thriller leider nicht über Durchschnittsniveau hinaus.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.06.2024

Rasant fesselnder ÖkoThriller

Partikel
0


"Da laufen schlimme Dinge, und ich werde nicht danebenstehen und zugucken."

Durch den ständigen Wechsel zwischen mehreren Erzählsträngen und vielen Handlungsorten ist der ÖkoThriller "Partikel" überaus ...


"Da laufen schlimme Dinge, und ich werde nicht danebenstehen und zugucken."

Durch den ständigen Wechsel zwischen mehreren Erzählsträngen und vielen Handlungsorten ist der ÖkoThriller "Partikel" überaus abwechslungsreich geschrieben. Zwischen den zahlreichen Kapiteln werden als Zäsur regelmäßig und in Dokumentform (sowohl fiktive, als auch real nachweisbare) Fakten, Artikel, Meldungen und weitere Informationen zum Thema Mikroplastik und Umweltverschmutzung eingefügt.

Die handelden Personen sind jederzeit glaubwürdig beschrieben, allen voran die Journalistin Melissa, die zusammen mit ihrer Freundin Victoria, ihrem Bruder Tobias und dem Cyaclean-Mitarbeiter Leon, einer großen Verschwörung auf die Spur kommt.

Auch die, bereits aus den Vorgängern „Systemfehler“ und „Schmelzpunkt“ bekannten Ermittler des BND, Nelson Carius und Diana Winkels, sind wieder dabei und decken diesmal einen großen Umweltskandal auf.

Aufgrund der durchgängig vorhandenen Hochspannung bei einer gleichzeitig äußerst rasanten und temporeichen Erzählweise sind die 600 Buchseiten zügig ausgelesen.

Fazit:
Mit seinem neuen ÖkoThriller "Partikel" greift Wolf Harlander ein brisantes, hochaktuelles und zudem sensibles Thema auf, das bei mir bislang noch viel zu wenig präsent war.

Nach der Lektüre überdenke ich meine eigene Einstellung und meinen Umgang mit dem "Wertstoff" Plastik zunehmend kritisch.

Unbedingte Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.06.2024

rücksichtslos spannend

Krähentage
0


"Ich bin ein Niemand. Und genau das ist das Problem. "

Der Auftakt zu einer neuen Thrillerserie: das Ermittlerduo, Mila Weiss und Jakob Krogh, übernehmen gemeinsam die Leitung der neu gegründeten Polizeieinheit ...


"Ich bin ein Niemand. Und genau das ist das Problem. "

Der Auftakt zu einer neuen Thrillerserie: das Ermittlerduo, Mila Weiss und Jakob Krogh, übernehmen gemeinsam die Leitung der neu gegründeten Polizeieinheit "Gruppe 4", deren Aufgabe es sein soll, "Straftaten mit seriellem Charakter" aufzuklären.

Das Team ist dabei sehr heterogen zusammengesetzt:
Da ist Tuure Saldo, der Finne, der bereits mehrfach auffällig geworden ist, da er schnell zu Gewalt neigt.
Lucy Chang als Computer- und Internet-Expertin bewegt sich immer sehr nahe am Rande der Legalität.
Ludger Palm, der Anzug- und Lackschuhträger, ist eigentlich mehr Einzelgänger als Teamkollege.
Auch für Frauke Ibsen scheint ihre Tätigkeit als Teamassistentin eine letzte Chance darzustellen.

So unterschiedlich die Charaktere auch sind, lernen sie letztendlich doch als Team optimal zusammenzuarbeiten. Denn: Sie alle jagen einen Serienmörder.

Die erzählte Geschichte ist unheimlich spannend, in sich schlüssig und gleichzeitig aber auch außergewöhnlich.
Die handelnden Charaktere, allen voran Mila und Jakob, sind sehr detailreich und glaubwürdig charakterisiert. Aufgrund des verwendeten Schreibstils lässt sich der Thriller flüssig lesen, man will das Buch kaum noch aus der Hand legen und man wird regelrecht in die Handlung hineingezogen.

Das Ende ist sehr effektvoll spektakulär, aber - für meinen Geschmack - ist eine der finalen Story-Wendungen zu aufgesetzt konstruiert und deshalb für mich auch leider nicht nachvollziehbar glaubwürdig.

Benjamin Cors liefert mit "Krähentage" einen grundsolide geschriebenen, harten Thriller ab, inklusive zahlreicher genretypischer Schockmomente.
Teilweise sehr brutal, daher Nichts für schwache Nerven. Das Ende war leider nicht nach meinem Geschmack, dafür gibt es einen Punkt Abzug.
Dennoch, nach dem überraschenden Cliffhanger am Ende: Ich freue mich auf weitere Teile der Serie, es gibt wohl noch viel zu erzählen.

"Schaut nach oben."

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere