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Veröffentlicht am 24.01.2024

Eine Ehre und ein Privileg

Doktor Maxwells wunderliches Zeitversteck
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Tod und Auferstehung kann nicht nur Jesus. Auch Doktor Maxwell, genannt Max, kann davon ein Lied singen. Und nicht genug, dass sie eigentlich gestorben ist, wird sie in eine andere Dimension versetzt, ...

Tod und Auferstehung kann nicht nur Jesus. Auch Doktor Maxwell, genannt Max, kann davon ein Lied singen. Und nicht genug, dass sie eigentlich gestorben ist, wird sie in eine andere Dimension versetzt, in der eigentlich alles gleich ist - außer natürlich dem, was nicht gleich ist. Immerhin hat sie Leon wiedergefunden, doch die Freude währt nur kurz. Ohne Frühstück und vor dem Mittag müssen sie überstürzt flüchten - vor der Zeitpolizei, von der Max noch nie was gehört hat. Aber die sind hartnäckig und bleiben ihnen immer auf den Fersen. Am besten ist dann wohl, noch mal zu sterben - dieses Mal im Vesuv. Ihr wisst schon, 79 vor Christus und so. Und dann kommt es natürlich auch wieder einmal zu einem Endkampf, in dem das St. Mary's sich beweisen muss.

Ich liebe diese Reihe! Sie wird nie langweilig und enthält so viel Liebe zum Detail! Auch hier ist es wieder so. Max muss sich neu orientieren, da diese Welt nicht die ihre ist, aber sie muss sie zu ihrer machen. Sie hat es mit neuen Gegnern zu tun und sie flieht quer durch die Zeit. Das ist ganz zu Anfang ein bisschen nervig, gibt sich aber schnell. Ganz nebenbei wird dabei auf humorvolle und dramatische Art und Weise historisches Wissen vermittelt. Das skurrile Personal und die Art und Weise, wie interagiert wird, bringen mich immer wieder zum Lachen. Ich kann die Abenteuer von Max und ihren Freunden nur allen empfehlen, die nicht zum Lachen in den Keller gehen und auf found family stehen. 4.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 18.01.2024

Grace im Weltall

Star Bringer
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Kalinda ist die Prinzessin der neun Planeten und immer behütet in ihrem Schloss in ihrer Heimat aufgewachsen. Doch endlich darf sie eine eigene Mission haben und ihre Mutter, die Kaiserin, bei einem Besuch ...

Kalinda ist die Prinzessin der neun Planeten und immer behütet in ihrem Schloss in ihrer Heimat aufgewachsen. Doch endlich darf sie eine eigene Mission haben und ihre Mutter, die Kaiserin, bei einem Besuch einer Raumstation vertreten. Pech für sie, denn die Station wird angegriffen und zerstört und nur in letzter Sekunde gelingt es ihr, zusammen mit sechs anderen zu fliehen. Wie es der Zufall will, entpuppt sich hier Fluchtfahrzeug als die Hinterlassenschaft der Altvorderen, eines Alienvolks, das vor vielen Jahren hier gelebt hat, und es hat ein eigenes Bewusstsein. Dann stellt sich heraus, dass Steckbriefe auf sie ausgestellt wurden und die ganze Galaxie hinter ihnen her ist. Aber es könnte schlimmer kommen: Der psychopathische Ian, der sich als Captain des Schiffes aufspielt, könnte einen weniger geilen Arsch haben.

Wer nicht völlig in einer anderen Galaxie gelebt hat in den letzten Monaten, hat mitbekommen, dass Tracy Wolff mit ihrer Katmere-Academy des Plagiats angezeigt wurde. Nun möchte ich nicht behaupten, dass wir hier ein Plagiat vorliegen haben, auch wenn sich sehr freizügig an Aurora erwacht, Star Wars, Star Trek und weiteren bekannten Büchern/Fernsehshows bedient wurde. Und dass sich Kalinda und Ian anfühlen, als würden hier Grace und Jaxon im Weltall rumschweben. Ian ist genauso ein Psychopath wie Jaxon. Ach so gefährlich, zwingt jedem seinen Willen auf, aber wen stört's? Er findet sich geil. Und Kalinda auch. Also ist das schon in Ordnung.

Nicht in Ordnung sind die Logiklöcher, die sich allerorten auftun. Wenn es hier um die Entfernungen geht, die mal eben von einem Ende der bekannten Galaxie zur nächsten zurückgelegt werden, so hat man das Gefühl, dass die Leute hier ständig in den Flixbus steigen und mal eben von Haltestelle zu Haltestelle fahren. Das könnte man noch gern mit dem Alienschiff erklären, aber nicht mit dem Konzernschiff, mit dem Kalinda im letzten Drittel unterwegs ist. Dann kann unser Alienschiff einmal auf den Meter genau aus dem Orbit irgendwelche Leute flambieren, aber später, bei Kalinda (wieder im letzten Drittel) geht das nicht, obwohl der Rettungstrupp fünf Minuten später vor der Damsel in Distress steht.

Und jetzt haben zwar einige Leute hier ihren Point of View darstellen dürfen, aber hätten da nicht Namen über den Kapiteln gestanden, hätte man zwischen Beckett und Ian nichts auseinanderhalten können. Höchstens vielleicht, wem das sexuelle Interesse gilt. Allgemein war es schwer, die Leute von ihrer Art zu reden und zu handeln auseinanderzuhalten. Sollte man da bei zwei verschiedenen Autorinnen nicht wirklich im Reden der Leute einen Unterschied merken? Aber wozu. Es gab kein anständiges Worldbuilding - es sei denn, man steht auf so Star Wars Logik, wo die meisten Leuten im 18. Jahrhundert leben, aber einige wenige mit Raumschiffen durch die Gegend schwirren. Dann gab es nicht mal annähernd irgendeine Art von Überwachung oder Sicherheitssystemen, die es bei uns schon in den 50igern des letzten Jahrhundert gab.

Wenn es wirklich mal kompliziert wurde, hat man schnell den POV gewechselt und es war dann einfach erledigt. Wie einfach kann man sich Worldbuilding und Zukunftstechnik machen? Wolff: Jaaaaaaaaaaaaaaaa!

Dass die Autorinnen auch keine Ahnung von Waffen hatten, wurde schnell sichtbar, als die Helden immer mal wieder Kugeln oder Laserstrahlen auswichen. Wohlgemerkt, die sind alle keine Jedis mit Superkräften, sondern "normale" Leute. Kampfszenen wurden wahrscheinlich durch Computerspiele recherchiert, anders ist nicht zu erklären, wie ein militärisch ausgebildeter Priester und ein Söldner ihre Streitigkeiten auf dem Schiff austrugen.

Muss ich noch erwähnen, dass die Sexszenen - egal ob zwischen Rain und ihrem Loveinterest und Kalinda und ihrem Loveinterest - völlig gleich abliefen? Wozu muss das überhaupt in einer Weltraumgeschichte Platz haben? Und wenn es schon vorkommt, kann es nicht mal unterhaltend und abwechslungsreich sein? Wolff: Äääääähm ... nö.

Alles in allem haben wir hier ein aufgeblasenes Werk mit vielen Versatzstücken vorliegen, in dem nur wenig origineller Eigenanteil zu erkennen ist. 1.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 14.01.2024

Jagdsaison

The Inheritance Games - Der letzte Schachzug
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Es dauert nicht mehr lange, bis Avery Grambs das Jahr in Hawthornes Haus überstanden hat und damit Erbin eines unglaublichen Vermögens von um die 30 Milliarden Dollar wird. Doch Tobias Hawthorne hat sich ...

Es dauert nicht mehr lange, bis Avery Grambs das Jahr in Hawthornes Haus überstanden hat und damit Erbin eines unglaublichen Vermögens von um die 30 Milliarden Dollar wird. Doch Tobias Hawthorne hat sich jede Menge Feinde geschaffen und einer dieser Feinde ist auch nach seinem Tod noch nicht zufrieden. Er eröffnet die Jagd auf Avery und die Jungs und er schreckt weder vor Rufmord noch anderen Intrigen zurück. Ein letztes Mal muss sich Avery auf lebensgefährliche Spiele, Rätsel und dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit einlassen, wenn sie nicht nur das Erbe antreten, sondern auch diejenigen schützen will, die ihr am Herzen liegen.

Die große Stärke von Lynn Barnes ist eindeutig ihr Schreibstil, der sofort in die Geschichte zieht und bei dem man ihr auch so die ein oder andere (oder auch mehrere) Wiederholungen durchgehen lässt. Die Hawthorne-Jungs sind natürlich noch immer das non plus ultra aller jungen Männer dieser Welt, damit muss man klarkommen, sonst könnte es passieren, dass man beim Augenrollen mit Schielen anfängt. (Wobei Xander echt eine angenehme Ausnahme darstellt.) Die Rätsel sind so knackig wie eh und je und die Gegenspieler scharfsinnig und skrupellos. Da schlägt es umso stärker nieder, dass ausgerechnet der Showdown ziemlich lahm und gelangweilt herüberkommt. Mir gefällt jedoch das Mindset Averys (und damit der Autorin), was sie am Ende mit dem Erbe anstellt. Alles in allem war die Trilogie sehr unterhaltsam, aber ich bin nicht sicher, ob ich das Sequel über die Hawthorne-Jungs unbedingt brauche.

Veröffentlicht am 10.01.2024

Zwillingsmut

Die Perlenjägerin
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Kai und Kishi sind Perlentaucherinnen, die mit ihren Eltern an der Süßen See leben. Sie sind Zwillinge und machen fast alles gemeinsam. Eines Tages wird Kishi beim Tauchen vom Geisterwal entführt. Um sie ...

Kai und Kishi sind Perlentaucherinnen, die mit ihren Eltern an der Süßen See leben. Sie sind Zwillinge und machen fast alles gemeinsam. Eines Tages wird Kishi beim Tauchen vom Geisterwal entführt. Um sie zu retten, begibt sich Kai mit Hilfe des Drachengottes in die Unterwelt, um für das Leben ihrer Schwester zu bitten. Doch das ist nicht einfach. Nur wenn sie der Fuchsgöttin die Perle stiehlt, soll ihre Bitte gewährt werden. So macht sie sich auf die Suche, wird von Räubern gefangen genommen, lernt einen machthungrigen General kennen und auch einen Jungen, der ihr hilft und bald wichtiger ist, als sie es sich selbst eingestehen möchte.

Anfangs hatte ich ein bisschen Probleme, in die sehr märchenhafte Geschichte einzutauchen (Wortspiel ist beabsichtigt), aber nach einer Weile konnte mich die Geschichte, die sich stark an japanischen Märchen und Legenden orientiert, gut mitnehmen. Kai ist eine sympathische, starke Protagonistin, die nicht nur Mut beweisen muss, sondern auch Vertrauen, Freundschaft, erste zarte Liebe und Intrigen und Verrat kennenlernt. Dazu kommt auch Verlust, der die Geschichte bei aller Fantastik zwischendurch sehr traurig macht, aber auch Kindern und Jugendlichen zeigt, dass der Tod zum Leben dazugehört. Alles in allem eine schöne, fesselnde Geschichte, die ich gern gelesen habe.

Veröffentlicht am 07.01.2024

Schneesturm

Die Sonnenfeuer-Ballade 1: A Song to Raise a Storm
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In einer Welt, in der sowohl magische/übernatürliche Wesen (Quidhe) als auch Menschen leben, haben es Mischwesen nicht leicht. Sintha, die dank ihrer Mutter besondere Gaben hat, kann ein Lied davon singen ...

In einer Welt, in der sowohl magische/übernatürliche Wesen (Quidhe) als auch Menschen leben, haben es Mischwesen nicht leicht. Sintha, die dank ihrer Mutter besondere Gaben hat, kann ein Lied davon singen (Punch intented). Weil ihr menschlicher Vater krank ist, macht sie sich auf den Weg zu ihm, um ihm Medizin zu bringen. Dabei wird sie von einem heftigen Schneesturm überrascht, der sie zwingt, in einem Gasthof Unterschlupf zu suchen. Pech für sie, dass kurz vorher ein Dörfler umgebracht wurde, und der Bürgermeister die berüchtigten Vakar - dunkle Quidhe und Friedenswächter - zur Lösung des Falls gerufen hat. Als die eintreffen, ist auch ausgerechnet der Oberste aller Vakar dabei, Arezander. Der nimmt sie sofort aufgrund ihrer Fähigkeiten in seine Dienste und ...

Ja, und. Bis zu einem gewissen Punkt hätte das Buch ein Highlight für mich werden können. Ich mag Fantasy, bei der Morde geklärt werden müssen. Ich mag, dass sich die Autorin Gedanken um verschiedene Wesen und ihre Namen gemacht hat und ich mag das kleine mörderisch süße Irrlicht. Was ich nicht mag, ist das extreme Machtgefälle, das hier wieder zelebriert wird. Auf der einen Seite eine begabte Halbqhide, die ansonsten jedoch nichts hat. Kein Geld, kaum Freunde, kaum Familie, keine Unterstützung, keine Superkräfte. Auf der anderen Seite der noch auserwähltere Auserwählte, der alles hat - außer Anstand. Auch wenn ich einige der Motive Arezanders nachvollziehen konnte - zum Beispiel, dass er es nicht zu einem Krieg kommen lassen möchte - so ist sein ständiger Verrat und Betrug an Sintha nicht hinnehmbar. Auch nicht, dass er sie ständig mit der Drohung, ihrer Familie etwas anzutun, dazu zwingt, Sachen zu tun, die sie nicht tun möchte. Im Gegenzug ist mir auch oft genug unklar, warum plötzlich Sintha diese Dinge tun möchte. Richtig abtörnend ist auch sein Verhalten am Schluss. Mag sein, dass sein Volk gewisse Traditionen und Lebensweisen hat, aber selbst, wenn Sintha nicht darum gebeten worden wäre, das zu tun, was sie getan hat: Hätte sie zusehen sollen, wie noch mehr Unschuldige sterben?

Ich finde also Arezanders Verhalten auf viele Arten abstoßend - und dennoch war er ein besserer Protagonist als der in Cassardim, was gewissermaßen erschreckend ist. Tatsächlich hoffe ich - auch wenn ich weiß, dass das nie passieren wird - dass Sintha diesem Typen in Band 2 den Laufpass oder besser noch eine Eisenkugel ins Herz gibt. Und ich werde das nächste Buch deshalb lesen, weil ich wissen will, welche der beiden einzigen Personen, die hinter der Stimme im Dunkeln stecken kann, es sein wird. Zumindest, falls die Autorin kein Kaninchen aus dem Hut zieht, das bisher noch nicht aufgetaucht ist.