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Veröffentlicht am 19.03.2022

Gallus Hexenbus

Papier & Blut
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Al MacBharrais in seinem zweiten Abenteuer. Nicht nur, dass der alte Siegelmagier jetzt weiß, dass er verflucht wurde, sodass alle seine Lehrlinge ein vorzeitiges Ende fanden und jeder, der seine normale ...

Al MacBharrais in seinem zweiten Abenteuer. Nicht nur, dass der alte Siegelmagier jetzt weiß, dass er verflucht wurde, sodass alle seine Lehrlinge ein vorzeitiges Ende fanden und jeder, der seine normale Stimme hört, ihn zu hassen anfängt. Jetzt verschwinden auch noch zwei seiner Siegelmagierkolleginnen in Australien und Al hat das Gefühl, dass sich etwas Großes, Böses zusammenbraut. Sein neuester Mitarbeiter, der Hobgoblin Buck Foi, und er machen sich auf den Weg, wieder einmal den Tag - und bestenfalls die Welt - zu retten. Zum Glück gesellen sich zur Rettungsparty nach und nach auch Glady, die schon viel Scheiße erlebt hat, eine Todesgöttin in disguise und ein gewisser Eiserner Druide mit zwei Hunden.

Ich mag Al und seine unaufgeregte Art, er ist mal ein etwas anderer Held. Und ich mochte sein erstes Abenteuer und die verrückte Bande Individuen, die sich gern um ihn schart. Was mir dieses Mal eher nicht gefallen hat, war die Schlagkraft seiner Verbündeten. Egal, was sämtliche Götter so auffahren konnten und wollten, um nicht nur Al das Leben schwer zu machen, mit dieser magischen und übernatürlichen Schlagkraft war das Ganze vielleicht nicht gerade ein Kinderspiel, ging mir aber einfach zu glatt. Auch die Erklärung, warum das Ganze geschah, war nicht so richtig gallus, wenn ich ehrlich bin. So hat mir das Buch zwar schon gefallen, zumal Buck vieles mit seinen Sprüchen und seiner Art rausreißt, es ließ sich auch schnell und gut lesen, aber so richtig begeistert hat es mich nicht.

Veröffentlicht am 15.03.2022

Hinter der Maske

Would You Miss Me?
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Jahrelang waren Nora und Vivien die besten Freundinnen, beinahe wie Schwestern. Bis zu dem Tag, an dem sie sich verstritten haben - ausgerechnet wegen eines Jungen. Drei Wochen Funkstille, dann erhält ...

Jahrelang waren Nora und Vivien die besten Freundinnen, beinahe wie Schwestern. Bis zu dem Tag, an dem sie sich verstritten haben - ausgerechnet wegen eines Jungen. Drei Wochen Funkstille, dann erhält Nora eine Message mit gelöschtem Text. Und dann ist Vivien verschwunden, einfach so. Nora ist sicher, dass ihr etwas passiert ist, doch niemand scheint daran zu glauben. Als Viviens Sachen unten am Fluss gefunden werden, halten sie alle für tot. Doch Nora gibt ihre Suche und ihre Freundschaft nicht auf, und selbst wenn das bedeutet, dass sie sich auf Viviens neue Freunde einlassen muss, die totale Vollpfosten sind. Aber sind sie das wirklich? Nora lernt in kurzer Zeit nicht nur etwas über ihr Verhältnis zu Vivien, sondern auch über andere Menschen.

Es ist kein Geheimnis, dass ich die Bücher von Heidrun Wagner mag. Es handelt sich immer um Jugendthriller, in denen sie es schafft, den typischen Jugendspeak aufzugreifen, ohne ihn übermäßig zu strapazieren. Sie legt jede Menge falscher Fährten und ihre Geschichten nehmen zwar (erste) Liebe mit ins Programm, jedoch angenehm unkitschig und so verpackt, dass nicht einmal Leute ohne Herz mit den Augen rollen müssen. Bis auf eine Stelle am Schluss, die mir geringfügig übertrieben vorkam, fand ich das Buch durchweg mega unterhaltsam, spannend und flüssig, beinahe schon süffig zu lesen. 4,5/5 Punkten und eine Empfehlung für Leute, die keinen Bock mehr auf den üblichen Kitsch haben.

Veröffentlicht am 10.03.2022

Schneewittchenmorde

Viral. Blutrausch
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In einer nie näher bezeichneten deutschen Stadt kommt es zu mehreren Morden. Junge Frauen werden gefunden, völlig ausgeblutet. In der Gerichtsmedizin wird festgestellt, dass jemand mit chirurgischer Präzision ...

In einer nie näher bezeichneten deutschen Stadt kommt es zu mehreren Morden. Junge Frauen werden gefunden, völlig ausgeblutet. In der Gerichtsmedizin wird festgestellt, dass jemand mit chirurgischer Präzision winzige Schnitte angebracht hat und dadurch die Opfer starben. Da die Polizei mit herkömmlichen Mitteln nicht weiterkommt, bittet Kommissarin Peterson die Unterstützung von Bastian Becker und Janina Funke an. Becker war einst ein unkonventionell denkender, aber erfolgreicher Polizist, bis ein tragisches Ereignis ihn zum Aufhören zwang. Jetzt soll seine besondere Art helfen, den Fall zu lösen.

Ich weiß gar nicht, wo ich hier anfangen soll. Beim schlechten Schreibstil? Der vor Wiederholungen strotzt, bei dem die Zeiten immer mal wieder vogelwild durcheinandergeworfen werden oder den ewigen Perspektivwechseln?

Oder dass keiner der Ermittler hier ermittelt hat?

Oder dass ein Politiker wie ein Mafiaboss auftrat?

Dass ein Mann ohne Beweise drei Wochen lang in Haft gehalten wird?

Dass immer wieder glückliche Zufälle auf die richtige Spur brachten?

Dass der Titel in keiner Form zum Inhalt passt, sondern eher an reißerisches Klickbait erinnert?

Dass Logik hier eine Zimmerpflanze war, die nie gegossen wurde und daher traurig ihre Blätter hängen ließ?

Dass scheinbar alle jungen Frauen gleich hießen?

Dass die Einzigen, die hier auf ihre Kosten kamen, die Zigarettenindustrie ist, denn wenn hier auch nicht ermittelt wurde, so wurde doch fleißig immer wieder nach der Kippe gegriffen.

Ich habe wirklich überlegt, was man an dem Buch irgendwie positiv hervorheben kann. Aber außer, dass es von der Haptik her angenehm ist, fällt mir absolut nichts ein. Hier kann man nicht schönreden, meiner Meinung nach hat es zwar ein Korrektorat, aber keineswegs ein Lektorat gegeben. Das Ganze erinnert eher an einen ersten, sehr groben Entwurf als an wirkliches Buch. Und ich bin sehr, sehr enttäuscht, denn ich habe auf Mark Beneckes (Sach)Bücher große Stücke gehalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.03.2022

Kampf um den Katzenthron

Mitternachtskatzen, Band 1 - Die Schule der Felidix
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Nova und Henry kommen auf ein geheimnisvolles Internat: die Schule der Felidix, das sich nicht nur mitten in London, sondern auch noch im Inneren des Towergeländes befindet. Schnell finden die beiden heraus, ...

Nova und Henry kommen auf ein geheimnisvolles Internat: die Schule der Felidix, das sich nicht nur mitten in London, sondern auch noch im Inneren des Towergeländes befindet. Schnell finden die beiden heraus, dass sie eine besondere Gabe haben - sie können mit Katzen reden. Und die Katzen von London brauchen ihre Hilfe. Penelope, die Antagonistenkatze, hat die Königskatze von London entführt. Wenn es ihr gelingt, auch sämtliche Mitternachtskatzen, die Leibwächter der Königin, gefangen zu nehmen, kann sie sich selbst zur Königin krönen lassen. Das wollen Nova, Henry und ihre neuen Katzenfreunde auf jeden Fall verhindern!

Wir haben hier ein abenteuerliches Kinderbuch vorliegen, in dem eindeutig Katzen eine Hauptrolle spielen. Jede von ihnen hat eine eigene Persönlichkeit und Merkmale, die es einfach machen, sie zu erkennen oder die Katzen auseinanderzuhalten. Die Kinder haben nicht nur die Fähigkeit, mit ihnen zu reden, sondern beherrschen auch ansonsten nützliche Dinge, die hilfreich sind. Nova ist die Tochter eines Ausbrecherkönigs und hat daher ein paar Tricks auf Lager, die normale Elfjährige vielleicht nicht so können, und Henry hat ein Näschen für Gefahren.

An dieser Stelle werde ich die Rezension kurz zweiteilen, denn ich schreibe sie eigentlich für mein Vorlesekind. Ihre Meinung steht fest: Das Buch ist mega, ohne wenn und aber.

Erwachsen, wie ich leider bin, gab es zwei Sachen, die mich ein bisschen gestört haben. Erstens, dass die Mitternachtskatzen, also die Leibwächter, alles für ihren Dienst aufgeben. Ich finde das furchtbar bedauerlich. Was für ein Leben soll das bitte sein? Ein schreckliches, wenn man mich fragt. Und zweitens, dass selbst die ach-so-freien Straßenkatzen überhaupt scharf auf eine Königin sind und ihr gegenüber total untertänig sind. Da sträubt sich mir das Nackenfell, ich mag solche Kriecherei vor der Obrigkeit überhaupt nicht. Da hat mir Wales viel besser gefallen, da haben die Katzen mal eben eine Demokratie aufgebaut.

Kinder sehen das ganz sicher nicht so, von daher werden meine Kritikpunkte hier nicht in die Bewertung einfließen. Mein Vorlesekind war begeistert, und das allein zählt.

Veröffentlicht am 01.03.2022

Sprechende Kolibris

Legend Academy, Band 1 - Fluchbrecher
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Graylee kriegt zum wiederholten Male Ärger an ihrer Schule, weil sie sich eine außergewöhnliche Aktion (zum Beispiel Guerilla-Stricken) hat einfallen lassen. Deshalb muss sie den Sommer mitten im heißen ...

Graylee kriegt zum wiederholten Male Ärger an ihrer Schule, weil sie sich eine außergewöhnliche Aktion (zum Beispiel Guerilla-Stricken) hat einfallen lassen. Deshalb muss sie den Sommer mitten im heißen Texas an der Swanlake Academy verbringen - zumindest wurde ihr das so gesagt. Doch als sie ankommt, fällt sie aus allen Wolken, erfährt sie doch, dass an diese Schule nur Nachkommen von Mythen unterrichtet werden, und sie soll eine von ihnen sein. Noch bevor sie sich richtig einleben kann, verschwindet ein Mädchen und danach passieren immer mehr seltsame Dinge. Was wissen die indigenen Bewohner von Camp Superior? Bald gerät Graylee in Lebensgefahr, und niemand glaubt ihr - außer vielleicht der traurige Gorgonenschönling Hudson.

Bisher hat mich noch keines der Bücher der Autorin überzeugen können, aber ich fand die Prämisse so spannend, also musste ich diesem Buch eine Chance geben. Und wirklich hat sie hier auch viel richtig gemacht. Hogwarts nach Texas verlegt und ein bisschen mit Percy-Jackson-Feeling gemixt, dazu statt der Hauselfen sprechende Kolibris, die sich sofort in jedes Herz schleichen, das nicht völlig Vivienne ist. (Buchinsider, sorrynotsorry.) Und anfangs dachte ich auch noch, dass Graylee einfach mal nicht klischeemäßig dem Schönling verfällt, zumal sie selbst auch dauernd denkt: Also nein, wie klischeemäßig ist das denn? Nur um eine halbe Seite weiter Herzklopfen, tiefes in die Augen starren und ähnliches zu zelebrieren. Zumal der Typ sich teilweise echt so bescheuert aufgeführt hat - zeigt ihr völlig grundlos ständig die kalte Schulter, aber als sie sich mit einem anderen Typen trifft benimmt er sich, als hätte Graylee ihrer beiden Silberhochzeit versaut, indem sie einen ONS mit dem Brückentroll hatte. Dazu kommt, dass Graylee scheinbar völlig normal findet, dass sie ständig umgebracht werden soll, ihr aber keiner glaubt. Sie kommt auch nicht auf die Idee, ihre Eltern oder die Polizei oder meinetwegen den Tierschutz zu informieren (weiß ja nicht, ob mythische Wesen nicht darunter fallen). Das waren alles so Dinge, die mir den anfänglichen Spaß teilweise ganz schön verdorben haben, zumal es so unnötig war. Ja, ich möchte wissen, wie es weitergeht, nein, es ist kein Highlight.