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Veröffentlicht am 22.05.2020

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Vengeful - Die Rache ist mein
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Fünf Jahre nach den Ereignissen in Merit: Sydney, Mitch, Victor und der Hund Dol sind noch immer zusammen und ziehen weiterhin von Stadt zu Stadt. Seit Syd Victor zum zweiten Mal wiederbelebt hat, stimmt ...

Fünf Jahre nach den Ereignissen in Merit: Sydney, Mitch, Victor und der Hund Dol sind noch immer zusammen und ziehen weiterhin von Stadt zu Stadt. Seit Syd Victor zum zweiten Mal wiederbelebt hat, stimmt etwas mit ihm nicht (also noch mehr als sonst nicht). Immer wieder stirbt er tatsächlich und ist dann für eine Minuten lang "richtig" tot. Er sucht nach einem Heilmittel, doch bisher ohne Erfolg, und so fahren sie quer durch die Staaten, immer auf der Suche nach einem EO, der ihn heilen kann.

Zur selben Zeit in Merit: Marcella, die wunderschöne und sehr intelligente Frau eines Mafiosis gerät in Streit mit ebendiesen, worauf er sie umbringt. Als sie wieder erwacht, ist sie eine EO mit gewaltigen Kräften - alles, was sie berührt, kann sie zerstören. Marcella hat die Schnauze voll von Leuten, die ihr sagen wollen, wo es langgeht und sie beschließt, ihre neu erworbenen Fähigkeiten dazu einzusetzen, die mächtigste Person (erst mal in dieser Stadt) zu werden.

Und dann sind da noch Stell, der Eli seit fünf Jahren in einem Glaskasten gefangen hält, aber bald schon wird er dessen Fähigkeiten brauchen ...

Das war wieder ein Ritt, der kaum Zeit zum Atemholen lässt. Wie schon im ersten Teil springt die Handlung in der Zeit hin und her - wer hier nicht aufpasst, kann schnell den Anschluss verlieren. Auch würde ich davon abraten, das Buch zu lesen, ohne die Vorgänger zu kennen, das würde wegen Nichtverstehens nur zu Frust führen. Es ist schon bewundernswert, wie die Autorin ihre Figuren wie auf einem Schachbrett aufbaut und irgendwann alles - und mit großem Spaß - wie ein Kind eine gerade errichtete Sandburg einstürzen lässt. Dabei kann man nebenbei noch über Menschliches und Un/Übermenschliches nachdenken, und vor allem muss man sich über eines bewusst sein: In diesem Buch gibt es keine Guten. Hier sind alle durch die Bank ziemliche Psychos, und wer das nicht ist, der hat meistens keine andere Wahl, als mit diesen Psychos zusammenzuarbeiten (oder zu sterben). Es macht trotzdem großen Spaß zu lesen und ich hoffe, dass sich die Autorin auch wirklich noch für einen dritten Band entscheidet. 4,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 16.05.2020

Guten Abend, Mister Holmes

Die unglaubliche Flucht des Uriah Heep
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Rob Sutherland, ein neuseeländischer, recht junger Anwalt, hat es nicht immer leicht. Ist er doch der Bruder des genialen Wunderkinds Charley Sutherland, der an der hiesigen Universität Literatur des 19. ...

Rob Sutherland, ein neuseeländischer, recht junger Anwalt, hat es nicht immer leicht. Ist er doch der Bruder des genialen Wunderkinds Charley Sutherland, der an der hiesigen Universität Literatur des 19. Jahrhunderts lehrt. Schon mit 13 ging Charley aufs College in England und machte dort auch seinen Abschluss. Jetzt ist er wieder zurück und er braucht immer wieder einmal die Hilfe seines Bruders. Denn das ist ihr Familiengeheimnis: Charley kann Figuren aus Büchern lesen, sie lebendig werden lassen und ausgerechnet in dieser schicksalhaften Nacht, als die Geschichte beginnt, ist ihm dabei Uriah Heep, der Antagonist von David Copperfield entwischt. Wie üblich genervt, eilt Rob seinem Bruder zu Hilfe, doch diese Nacht ist alles anders. Nicht nur, dass sie von Heep bedroht werden, sie erfahren auch, dass noch Schlimmeres passieren wird, etwas, das nicht nur die Welten aller Bücher, sondern auch die reale Welt in größte Gefahr bringen wird.

Ich weiß gar nicht, wo ich hier anfangen soll. Mit der genialen Idee, die trotz vieler Buchgestalten so gar nichts von der Tintenwelt (zum Glück!) an sich hat. Um das Buch richtig genießen zu können, muss man zwei Dinge tun oder haben: Zeit, um sich darauf einzulassen, denn auch das Buch nimmt sich Zeit für Entwicklungen, ohne auch nur eine Minute langweilig daherzukommen. Und optimal wäre es, wenigstens rudimentär einen Überblick über die Klassiker von Conan Doyle und Dickens zu haben und sich ein bisschen mit Kinderliteratur der dreißiger/vierziger Jahre auszukennen. Wirklich nötig ist es jedoch nicht. Die Autorin entwickelt hier eine Geschichte, die fesselnd, manchmal erschreckend und im Ganzen absolut originell ist. Ihre Protagonisten, auch oder gerade die Buchgestalten, die sie auftreten lässt, zeichnen sich durch Authenzität und Menschlichkeit aus. Menschlichkeit ist das Stichwort, das hier groß geschrieben werden sollte, denn diese blitzt wirklich auf jeder einzelnen Seite hervor. Mich hat dieses Buch jedenfalls sehr, sehr gut unterhalten, auch wenn ich im Gegensatz zu dem Inhalt des Buches vom Übersetzer desselben nicht ganz so begeistert bin.

Veröffentlicht am 10.05.2020

Fünfzehn Beinaheküsse

Can you help me find you?
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An der Newton Academy für Mathematik und Naturwissenschaften studieren unter anderem Caleb und Evie. Beide sind hochintelligent, wobei Evies Intelligenzquotient eher nicht mehr messbar ist. Dafür hat sie ...

An der Newton Academy für Mathematik und Naturwissenschaften studieren unter anderem Caleb und Evie. Beide sind hochintelligent, wobei Evies Intelligenzquotient eher nicht mehr messbar ist. Dafür hat sie Probleme im sozialen Bereich und schleppt jede Menge Ängste mit sich herum. Seit ihrer Kindheit sind die beiden besten Freunde. Caleb weiß, dass er Evie liebt, diese versteht Liebe nicht, weil es nicht berechenbar ist. Doch dann kommt der Neue an die Schule, Leo, und zum ersten Mal spürt Evie ein Flattern im Bauch, das sie nicht einordnen kann. Wie jedoch soll Caleb ihr klarmachen, dass er der Einzige ist, der für sie in Frage kommt? Er nimmt sich ein Beispiel an Cyrano de Bergerac (minus DIE Nase) und Evie stellt plötzlich fest, dass sie in zwei Jungs verliebt ist, von denen keiner ihr Boyfriend ist.

Das ist der erste YA-Roman, den ich wirklich gern gelesen habe. Vermutlich liegt das daran, dass diese Kids hier nicht als einziges Problem in der Welt irgendwelche Augenfarben oder Bauchmuskeln des jeweils anderen im Kopf hatten, sondern tatsächlich - zumindest im akademischen Bereich - schlau waren. Richtig schlau. Vielleicht waren ihre Gespräche deshalb erwachsener und intellektuell cooler, als man es sonst aus diesem Genre gewöhnt ist. Caleb war ein bisschen zu perfekt, um ehrlich zu sein. Gut aussehend, einer, der schon alle Mädchen der Schule gedatet hat außer seiner besten Freundin, einem religiösen Mädchen und dem lesbischen Paar, dazu ein Top-Sportler und Mega-Programmierer. Allerdings halte ich ihm zugute, dass er alle Mädchen (und Jungs) anständig behandelt und jemand ist, den ich mir im real life als guten Freund vorstellen könnte. Evie zeigt Aspergertendenzen mit Angststörungen, was die Interaktionen von und mit ihr spannend machen und Leo macht eigentlich alles richtig, außer der Richtige zu sein. Zum Ende raus wurde es ein bisschen zu langatmig, da hätte man wohl gut im gesamten Buch zwischen 30 und 50 Seiten kürzen können, um das Spritzige des Anfangs zu halten, aber alles in allem wurde ich doch angenehm überrascht. Seit Janes Austen Stolz und Vorurteil habe ich keinen Young Adult mehr gelesen, den ich so mochte.

Veröffentlicht am 05.05.2020

Warteschlange

Das Tor
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In einem arabischen, totalitären Staat brauchen die Menschen für alles, was sie sind und tun wollen, eine Erlaubnis. Diese bekommen sie vom Tor beziehungsweise dem, was sich vielleicht oder auch nicht ...

In einem arabischen, totalitären Staat brauchen die Menschen für alles, was sie sind und tun wollen, eine Erlaubnis. Diese bekommen sie vom Tor beziehungsweise dem, was sich vielleicht oder auch nicht dahinter befindet. Alle Gesetzte, alle Ge- und Verbote werden dort erlassen. Also stellen sich die Menschen dort an, Tag für Tag und Nacht für Nacht, um darauf zu warten, dass sich dieses Tor öffnet. Doch es passiert einfach nichts und für viele dort in der Warteschlange läuft nicht nur bildlich gesehen die Zeit langsam ab ...

Was hätte man aus diesem Buch machen können. Ja, vielleicht hätte eine wuchtige, bildgewaltige Erzählweise nicht zu der Resignation, der Verzweiflung, der Hoffnungslosigkeit der Leute gepasst, auch nicht zu den teils absurden Befehlen und Gesetzen, die vom Tor erlassen wurden. Wir befinden uns in völliger Depression, denn niemals erhalten die Menschen das, was sie wirklich brauchen. Aber wäre Aziz eine Meisterin leiser Töne, so hätte sie ihre Leser trotzdem mit voller Breitseite erwischt, verwundet wie ihren Protagonisten Yahya und möglicherweise umgehauen. Stattdessen schreibt sie in einer distanzierten, nahezu gelangweilten Weise, die das Lesen anstrengend macht und keine Nähe zu ihren Protagonisten zulässt. Es gibt durch die beinahe durchweg indirekte Rede keine Dynamik, keine eigene Stimme für all ihre Geschöpfe, sie wechselt innerhalb der Szenen einfach mal die Perspektive und zeichnet sich meiner Meinung nach nicht durch solides Handwerk aus. Schon allein durch das Thema hätte dieses Buch ein großer Wurf werden können, ja müssen, doch alles, was man nach dem Beenden des Buches in den Händen zu halten glaubt, ist höchstens ein Entwurf, ein erstes Manuskript, kein ausgearbeitetes Werk. So viel Potenzial verschenkt. Schade.

Veröffentlicht am 30.04.2020

Zug um Zug

Beute
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Bennie Griessel und sein Partner Vaughn Cupido sind nicht erfreut, als sie einen Fall auf den Tisch bekommen, der nicht nur schon Wochen alt ist, sondern auch schlampig bearbeitet wurde. Ein ehemaliger ...

Bennie Griessel und sein Partner Vaughn Cupido sind nicht erfreut, als sie einen Fall auf den Tisch bekommen, der nicht nur schon Wochen alt ist, sondern auch schlampig bearbeitet wurde. Ein ehemaliger Polizist, der jetzt als Leibwächter arbeitete, wurde in einem Luxuszug ermordet. Je mehr die beiden ermitteln, desto offensichtlicher wird es, dass in ihrer Heimat Südafrika viele Dinge politisch im Argen liegen und versucht wird, die Hintergründe des Mordes zu vertuschen.

Zur selben Zeit wird in Bordeaux in Frankreich ein gealterter Hitman aus der Rente geholt: Jemand möchte, dass er einen letzten Auftrag erledigt. So macht sich ein alter Kämpfer des ANC auf den Weg, um Unrecht zu korrigieren. Doch hängen diese beiden Sachen miteinander zusammen?

Zugegeben, das ist mein erster Bennie-Griessel-Krimi, auch wenn ich schon einiges darüber gehört hatte. Anfangs vermochte mich das Buch auch sehr zu fesseln, es gibt schön ausgearbeitete Charaktere und einen interessanten Fall, in dem man lange nicht durchblickt, wie genau alles abgelaufen ist. Doch sobald der Frankreich-Erzählstrang begann, wurde es ein wenig langatmig, obwohl ich nicht mal behaupten kann, dass ich mich gelangweilt habe. Es war schon spannend erzählt, konnte mich jedoch nicht so fesseln wie die Ereignisse in Südafrika. Vielleicht haben die den Exotikbonus und halten daher besser bei der Stange. Tatsache ist, dass ich für meine Verhältnisse recht lange für das Buch brauchte, weil mich die Ereignisse und Tobela immer wieder rausbrachten. Genau betrachtet haben wir mit diesem Buch eher eine politische Milieustudie vorliegen als einen wirklichen Krimi, nicht uninteressant, aber manchmal ein bisschen zu langgezogen. 3,5/5 Punkten.