Cover-Bild DUNKEL

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15,00
inkl. MwSt
  • Verlag: btb
  • Themenbereich: Belletristik - Thriller / Spannung
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 384
  • Ersterscheinung: 25.05.2020
  • ISBN: 9783442758609
Ragnar Jónasson

DUNKEL

Thriller
Kristian Lutze (Übersetzer)

Eine junge Frau suchte Sicherheit, doch was sie fand, war der Tod…

Hulda Hermannsdóttir, Kommissarin bei der Polizei Reykjavík, soll frühzeitig in Ruhestand gehen, um Platz für einen jüngeren Kollegen zu machen. Sie darf sich einen letzten Fall, einen cold case, aussuchen – und sie weiß sofort, für welchen sie sich entscheidet. Der Tod einer jungen Frau wirft während der Ermittlungen düstere Rätsel auf, und die Zeit, um endlich die Wahrheit ans Licht zu bringen, rennt. Eine Wahrheit, für die Hulda ihr eigenes Leben riskiert …

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.07.2020

Düster, packend, realistisch

1

„Dabei musste Hulda in Wahrheit nicht mal überlegen: Es gab einen unaufgeklärten Todesfall, der förmlich danach schrie, ihn sich wieder vorzunehmen.“ (Zitat Seite 36)

Inhalt
Hulda Hermannsdóttir ist bekannt ...

„Dabei musste Hulda in Wahrheit nicht mal überlegen: Es gab einen unaufgeklärten Todesfall, der förmlich danach schrie, ihn sich wieder vorzunehmen.“ (Zitat Seite 36)

Inhalt
Hulda Hermannsdóttir ist bekannt dafür, im Job kompetent, präzise und freundlich zu sein. Privat ist die Kommissarin bei der Polizei Reykjavík in diesem Monat Mai erschöpft und deprimiert, denn sie wird demnächst fünfundsechzig Jahre alt und dies bedeutet, dass sie Ende des Jahres in Pension gehen muss. Doch nun wird sie sogar frühzeitig in den Ruhestand geschickt, innerhalb von zwei Wochen muss sie ihren Schreibtisch räumen. Während dieser Zeit darf sie einen unaufgeklärten Altfall bearbeiten. Sofort denkt sie an den Fall der jungen Elena, eine russische Asylsuchende, die tot in einer felsigen Bucht gefunden worden war. Weder der ermittelnde Kollege noch die Medien interessierten sich für das Schicksal dieser Frau, die in Island ein besseres Leben gesucht und den Tod gefunden hatte. Hulda beginnt zu ermitteln. Doch die Suche nach der Wahrheit ist schwierig und gefährlicher, als sie es sich vorstellen konnte.

Thema und Genre
In diesem packenden isländischen Thriller geht es um die schwierige Situation von Asylsuchenden zwischen Hoffnung und Abschiebung, besonders, wenn es sich um junge Frauen handelt. Wichtige Themen sind Kindheitserlebnisse, die prägend für das weitere Leben sind, problematische Mutter-Tochter-Beziehungen, Verlust, Enttäuschung, Einsamkeit.

Charaktere
Hulda Hermannsdóttir ist eine Frau, in deren Leben der Beruf im Mittelpunkt steht. Die plötzliche, vorgezogene Pensionierung, das Gefühl, in dieser von Männern dominierten Polizeiarbeit für zu alt und nicht mehr kompetent gehalten zu werden, beschäftigt und blockiert sie und führt zu Fehleinschätzungen bei ihren Ermittlungen. Privat lebt sie in selbst gewählter Zurückgezogenheit, denkt aber über eine mögliche neue Beziehung nach. Doch zuvor will sie unbedingt diesen cold case lösen.

Handlung und Schreibstil
Der Zeitraum der aktuellen Handlung umfasst nur drei Tage, drei in Kapitel unterteilte Hauptteile. Parallel zur Haupthandlung verlaufen zwei weitere Geschichten, die ebenfalls chronologisch geschildert werden. Sie haben einen direkten Bezug zum aktuellen Geschehen und legen in kleinen Abschnitten immer mehr Hintergrundinformationen offen. Unvorhersehbare Wendungen überraschen und erhöhen die Spannung. Diese wird durch die Sprache verstärkt und der Autor schildert so gekonnt das Leben der Menschen und beschreibt so eindrücklich die raue Natur in Island, dass man beim Lesen sofort in diese düstere, beklemmende Welt eintaucht. Genial ist die Idee, die Hidden Iceland Trilogie mit einem ersten Band zu beginnen, der inhaltlich der letzte ist.

Fazit
Ein düsterer, packender und sehr komplexer Thriller mit einer facettenreichen, ungewöhnlichen Ermittlerin, die man gerade deshalb sofort ins Herz schließt. Eine großartige Geschichte, wenn man das Genre Nordic Noir zu schätzen weiß.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.09.2020

Anders als erwartet

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Hulda Hermannsdóttir ist Kommissarin bei der Polizei in Reykjavik und steht kurz vor der Pensionierung. Als eine der wenigen Frauen in ihrem Revier hatte sie gegenüber ihren männlichen Kollegen stets das ...

Hulda Hermannsdóttir ist Kommissarin bei der Polizei in Reykjavik und steht kurz vor der Pensionierung. Als eine der wenigen Frauen in ihrem Revier hatte sie gegenüber ihren männlichen Kollegen stets das Nachsehen. Wenige Monate vor ihrer Pensionierung wird sie auf uncharmante Art und Weise frühzeitig ihres Postens enthoben, um durch einen jungen Kollegen ersetzt zu werden. Zum Abschluss darf sie aber noch einen cold case ihrer Wahl bearbeiten. Hulda entscheidet sich für den Fall der Russin Elena, die vor einem Jahr tot aufgefunden wurde. Doch die Ermittlungen bringen auch Hulda in Gefahr.

Aufgrund der vielen positiven Stimmen zu "Dunkel" war ich sehr gespannt auf das Buch. Das Cover ist auf jeden Fall ein Hingucker, schlicht gehalten und sehr passend zur Geschichte.

Zu Beginn war es etwas ungewöhnlich, dass die einzelnen Kapitel sehr kurz gehalten und ständige Sprünge in den Handlungssträngen der einzelnen Protagonisten vollzogen wurden. Daran konnte ich mich aber schnell gewöhnen. Die Geschichte wurde sehr interessant erzählt und gerade Hulda sehr vielschichtig mit einer Menge Schicksalsschläge dargestellt.

Leider hatte dieses Buch nichts von einem Thriller. Spannung wollte sich zumindest für mich nicht wirklich aufbauen, da es hauptsächlich um das Gefühlsleben Huldas ging. In der zweiten Hälfte begann die Geschichte dann so langsam an Fahrt aufzunehmen und endete in einer dann doch sehr packenden Auflösung des Mordfalls und einer sehr unerwarteten Wendung für Hulda. Doch trotz allem wurde das Genre für mich hier klar verfehlt und passt vielleicht besser in den Bereich der Krimis oder Romane.

"Dunkel" ist auf jeden Fall jedem zu empfehlen, der gute Krimis mag. Wer aber auf fesselnde Spannung von Anfang an hofft, wird aber meiner Meinung nach enttäuscht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.09.2020

Spannend

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Hulda Hermannsdóttir soll nun früher in den Ruhestand gehen, damit jüngere Kollegen ihren Platz einnehmen können. Obwohl sie stets gute Resultate erzielt hat, waren doch die Männer bei der Polizei wichtiger. ...

Hulda Hermannsdóttir soll nun früher in den Ruhestand gehen, damit jüngere Kollegen ihren Platz einnehmen können. Obwohl sie stets gute Resultate erzielt hat, waren doch die Männer bei der Polizei wichtiger. Vor ihrem Ruhestand möchte sie nun einen cold case, der vor einem Jahr sich ereignet hat, noch einmal aufrollen und dann erst in den Ruhestand gehen. Allerdings hat sie dafür nur zwei Wochen Zeit.





Eigene Meinung

Irgendwie habe ich ja das große Talent Bücherreihen immer in der falschen Reihenfolge zu lesen. Nachdem ich aber so begeistert war von INSEL wollte ich unbedingt wissen, was mit Hulda passiert und wie ihr Leben ausschaut. Bei dieser Reihe lernt man quasi erst nach und nach etwas über ihr Leben kennen. Das ist eine sehr neue Art Thriller zu erzählen und das ist sehr interessant. Dadurch kann man die Kommissarin Hulda nämlich nach und nach besser kennen lernen und der Überraschungseffekt, wer der Täter war, wird größer. Da der Leser versucht noch Huldas Leben zusammenzusetzen und die Details zu den Morden dadurch im Gedächtnis verschwimmen. Durch den Vorteil mit INSEL waren für mich die Gedankengänge logischer und ich konnte ihre Lebensgeschichte besser konstruieren. Die Art von Hulda verleitet einen dazu sie zu mögen und das Zusammenspiel zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist sehr erfrischend. Man fiebert richtig mit Hulda mit ob sie den Fall lösen kann und wie sie sich vor ihrem Ruhestand wehren kann. Das Buch war durchgehend spannend, sodass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.

  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.09.2020

Superspannend und total überraschendes Ende.

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Hulda Hermansdottir steht kurz vor der Pension und Magnus ihr Vorgesetzter will sie sowieso nicht mehr in seinem Team haben. Dennoch willigt er ein, das als letzter "Guddi" sozusagen, Hulda, ...

Hulda Hermansdottir steht kurz vor der Pension und Magnus ihr Vorgesetzter will sie sowieso nicht mehr in seinem Team haben. Dennoch willigt er ein, das als letzter "Guddi" sozusagen, Hulda, den Mord an einer russischen Migrantin aufklären darf, welche damals als Selbstmord abgestempelt wurde. Schon schnell wird klar, das damals schlampig ermittelt wurde und der Selbstmord sicherlich ein Mord ist und in Zusammenhang mit organisiertem Verbrechen steht. Der Thriller fängt eigentlich eher träge an, Rückblenden auch in das Leben von Hulda machen es irgendwie schwer den Fluß in der Handlung zu halten. 'Doch zum Ende hin steigert sich Dunkel vehemens mit einem total überraschenden Ende. Einfach ein guter Abgang!

  • Cover
  • Erzählstil
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.09.2020

Eine grandiose Reise beginnt mit dem Ende

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Die in die Jahre gekommene Ermittlerin der Kriminalpolizei Hulda Hermannsdóttir beginnt den letzten Fall ihrer Karriere, bevor sie in den Ruhestand geschickt wird. Freude empfindet sie bei dem Gedanken ...

Die in die Jahre gekommene Ermittlerin der Kriminalpolizei Hulda Hermannsdóttir beginnt den letzten Fall ihrer Karriere, bevor sie in den Ruhestand geschickt wird. Freude empfindet sie bei dem Gedanken daran nicht, denn in ihrem Leben bliebt ihr nur noch ihr Job und den führte sie stets mit Kompetenz und Präzession aus. Als sie dann noch erfährt, dass sie frühzeitig durch einen jüngeren Kollegen ersetzt wird, steckt sie nochmal all ihre Kraft in einen Fall, der bereits ein Jahr zurückliegt. Sie ist der Meinung, dass der Kollege damals nicht jeder Spur nachgegangen ist und somit das Opfer keine Gerechtigkeit erfahren hat.

In diesem isländischen Thriller werden die Probleme von Asylsuchenden thematisiert. Außerdem erkennt man klar die Vorurteilen und Problemen mit denen Frauen im Polizeidienst kämpfen müssen. Leider ist das auch heutzutage noch ein großes Problem und Hulda legt sich nicht nur einmal mit ihrem Vorgesetzten deswegen an. Weitere Themen sind dramatische Kindheitserlebnisse, schwierige Mutter-Tochter-Beziehungen (die mich persönlich sehr getroffen haben), Einsamkeit, Verlust und Trauer, die daraus resultiert.

Bevor ich auf die Handlung detaillierter (keine Sorge, ich werde nicht spoilern) eingehen kann, möchte ich kurz auf die Protagonistin zu sprechen kommen. Huldas Lebensmittelpunkt ist ihr Job und die vorgezogene Pensionierung reißt ihr förmlich den Boden unter den Füßen weg. Eine Eigenbrödlerin, die einem trotzdem mit jeder neuen Entdeckung über ihr Leben mehr ans Herz wächst. Leider trifft sie durch die Kränkung, die sie mit dieser Entscheidung ihres Chefs erfährt, Fehlentscheidungen, die nicht nur ihre eigenen Ermittlungen behindern. Außerdem überlegt Hulda sich nach über 20 Jahren erneut auf eine Beziehung einzulassen und findet in dem ehemaligen Arzt Pétur eine ähnliche und vor allem ruhige Seele, der sie sich zuwenden kann und ihre Vergangenheit bleibt nicht länger hinter verschlossenen Mauern.

Das Buch ist in drei Abschnitte eingeteilt – drei Tage, in denen der Leser einen kompletten Einblick in Huldas Gedanken und ihr früheres Leben bekommt. Drei Tage, in denen Hulda versucht der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Drei Tage, in denen sie sich fast selbst verliert. Während die Hauptstory sich mit dem Tod einer russischen Asylantin befasst, wird der Leser noch in drei weitere Nebenhandlungen gezogen. Eine Mutter, die ihre Tochter nach der Geburt abgeben musste und erst zwei Jahre später ein gemeinsames Leben beginnen konnte, wodurch das Verhältnis der beiden auf Ewig zerbrochen scheint. Eine weitere Mutter, die einen Mann überfahren hat, der eine schreckliche Tat begangen hat. Und zu guter letzt eine Frau, die einen Ausflug mit einem Mann macht, welcher ihr einfach die kalte Schönheit von Island zeigen möchte.

Der Schreibstil ist sehr gelungen. Ich habe unglaublich schnell und gut in dass Buch hinein gefunden, da die Kapitel kurz sind und durch den Wechsel zwischen den Storys immer wieder Spannung aufbauen. Besonders gelungen finde ich die Idee, eine Trilogie mit dem inhaltlich letzten Band zu beginnen. Der Nachfolger „Insel“ spielt nämlich 15 Jahre vor den Ereignissen von „Dunkel“. Ich bin sehr gespannt, ob die Spannung gehalten wird und freue mich sehr darauf, mehr über diese außergewöhnliche Kommissarin zu erfahren. Auch die Beschreibung der Umgebung war sehr passend und ich fühlte mich in die düsteren und kalten Tage Islands hineinversetzt.

Schlussendlich ist zu sagen, dass mich dieses Buch unglaublich gepackt hat. Ich konnte es kaum aus der Hand legen, habe die letzten 230 Seiten in einem Rutsch gelesen und direkt mit dem Nachfolger begonnen. Rasante Wendungen und ein unglaubliches Ende lassen einen nicht wieder los und man muss sich danach erstmal sammeln. Ein absolutes Jahreshighlight für mich.

  • Cover
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  • Handlung
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