Zwischen Lavendelfeldern und Klischees
Au revoir und tschüssDie Mittvierzigerin Caro ist an einem Punkt in ihrem Leben angelangt, an dem sie sich fragt, ob sie tatsächlich für den Rest ihres Lebens so weiterleben will. Die Söhne sind aus dem Haus, der Job ist öde ...
Die Mittvierzigerin Caro ist an einem Punkt in ihrem Leben angelangt, an dem sie sich fragt, ob sie tatsächlich für den Rest ihres Lebens so weiterleben will. Die Söhne sind aus dem Haus, der Job ist öde und ihr Mann Holger nimmt sie für selbstverständlich hin, sie kocht, putzt und soll, wenn es Holger spontan einfällt, ein Abendessen für dessen Chef mit Gattin aus dem Ärmel schütteln. Das besagte ungeplante Abendessen bringt das Fass zum Überlaufen: Caro beschließt, sich einen langgehegten Plan zu erfüllen und allein vier Wochen Sprachurlaub in Frankreich zu machen. Ihr Ziel ist eine kleine Sprachschule in Uzès in Südfrankreich, wo sie auf eine nette Gruppe Gleichgesinnter trifft. Vor allem der charmante junge Sprachlehrer Armand hat es Caro angetan und trotz des Altersunterschieds scheint er sich von ihr ebenso angezogen zu fühlen.
Bei der Auswahl des Buchs habe ich nicht darauf geachtet, dass es sich um ein Buch aus dem Vani Verlag handelt, der wohl ausschließlich sogenannte Wohlfühlbücher verlegt. Mir war zwar bewusst, dass es sich bei „Au revoir und tschüss“ um leichte Sommerlektüre handelt, aber manchmal war mir das Buch dann doch zu seicht und klischeebehaftet. Beispielsweise öffnet Caro nach der Ankunft in ihrer Ferienwohnung das Fenster und riecht frisches Baguette und Lavendel, im Hintergrund erklingt leise Akkordeonmusik. Man stelle sich die Szene vor, in der ein Tourist aus dem Ausland das Fenster seiner deutschen Ferienwohnung öffnet und Bratwurst und Bier riecht, während in der Ferne ein Blasorchester spielt!
Die Handlung ist sehr vorhersehbar. Ich wäre jede Wette eingegangen, dass Caro den jungen Mann, der sich in Paris als Retter in der Not erweist, wiedertrifft. Trotz der vielen Klischees habe ich das Buch nicht ungern gelesen, die atmosphärischen Schilderungen von Land und Leuten sind sehr gelungen und erzeugen ein Urlaubsgefühl. Und eines muss man dem Vani Verlag lassen: die Gestaltung ihrer Bücher ist unschlagbar schön und geschmackvoll. Der hellblaue Farbschnitt passt perfekt zu dem wunderschön gestalteten Cover, und in der Mitte des Buchs befindet sich ein Schmuckblatt mit der Abbildung eines französischen Marktplatzes samt Brunnen und Platanen. Wer leichte Sommerlektüre mit Frankreichflair sucht, ist hier genau richtig!