Kindheitsfreunde
Der Sommer, der uns bliebPia, Britta und Martin waren als Kinder und Jugendliche beste Freunde. Dann geschah etwas, was sie auseinanderbrachte. Ihre Wege trennten sich, nur Martin blieb im Heimatort wohnen. Auch jetzt, mit 40, ...
Pia, Britta und Martin waren als Kinder und Jugendliche beste Freunde. Dann geschah etwas, was sie auseinanderbrachte. Ihre Wege trennten sich, nur Martin blieb im Heimatort wohnen. Auch jetzt, mit 40, lebt er noch mit seiner dominanten Mutter zusammen, die sein Leben bestimmt, was ihm allerdings erst bewusst wird, als sowohl Britta als auch Pia in die Heimat zurückkehren. Britta hat sich in Frankfurt ein Leben aufgebaut, jetzt kehrt sie zurück, weil es ihrem an Demenz erkrankten Vater nicht gut geht. Pia ist inzwischen eine renommierte Fotografin, die im Ort ihrer Kindheit eine Vernissage hat, was jedoch keineswegs der einzige Grund für ihre Rückkehr ist.
Die Story hörte sich interessant an, man fragt sich, was der Grund für das Zerwürfnis der drei Freunde war. Doch leider bleibt die Geschichte ziemlich an der Oberfläche. Einige der Enthüllungen sind vorhersehbar und keine große Überraschung. Keine der drei Personen erschien mir sonderlich sympathisch. Alle drei hängen ihrer glücklichen Jugendzeit nach, die in Rückblicken geschildert wird.
Die Gegenwartskapitel spielen während der Zeit der Coronapandemie. Trotzdem treffen sich die Personen munter auch in größeren Gruppen. Es wird erwähnt, dass Seniorenheime für Besucher geschlossen sind, aber im Heimatort der drei Hauptpersonen merkt man nichts von coronabedingten Einschränkungen.
Mit dem Schreibstil der Autorin hatte ich teilweise Probleme. Sie schreibt sehr bildhaft und anschaulich, aber manchmal schießt sie mit ihren Vergleichen für meine Begriffe über das Ziel hinaus, was ungewollte komisch wirkt, beispielsweise wenn die Kaffeemaschine „das schwarze Gold in die Kanne spuckt“. Rechtschreibfehler wie „da muss ich wohl andere Seiten aufziehen“ finde ich auch störend.
Auf der positiven Seite muss ich sagen, dass ich selten so ein schön gestaltetes Buch in den Händen gehalten habe. Die stimmige Umschlaggestaltung einer Blumenwiese in Pastellfarben, zweigeteilt in Gegenwart und Vergangenheit, sowie ein wunderschöner Farbschnitt und ein farblich passendes Lesebändchen haben mir sehr gefallen.
Ich fürchte, ich gehöre einfach nicht zur Zielgruppe des Vani-Verlags, denn Wohlfühlbücher sind nicht so mein Beuteschema. Für Leserinnen, die sich von „Geschichten umarmen“ lassen mögen (Verlagsseite), ist „Der Sommer, der uns blieb“ sicher die richtige Lektüre.