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Veröffentlicht am 11.08.2020

Dieses Werk gekürzt in die beiden Vorgängerbände gepackt... wäre besser gewesen!

Always in Love
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Inhalt
Sasha und Ben hatten es in der Vergangenheit nicht einfach und es soll nicht besser werden: als endlich alle Widrigkeiten überstanden scheinen  und sich die beiden auf ihr Studium vorbereiten, erleidet ...

Inhalt
Sasha und Ben hatten es in der Vergangenheit nicht einfach und es soll nicht besser werden: als endlich alle Widrigkeiten überstanden scheinen  und sich die beiden auf ihr Studium vorbereiten, erleidet Bens Vater einen schweren Herzinfarkt und Ben muss von einer auf die andere Sekunde die Firma übernehmen... Daraufhin steht er massiv unter Druck, hat kaum noch Zeit für seine Freundin und schon bald stellt sich die Frage, ob die beiden wirklich füreinander bestimmt sind... 

Erster Satz des Buches
"Seine Worte lösen Schmerzen aus."
EMMA WINTER - ALWAYS IN LOVE, POS. 126

Meine Meinung
"Always in Love" ist der dritte Band der Weston High - Trilogie vom Emma Winter. 

Nachdem mit "Hopelessly in Love" endlich ein zweiter Band kam, der mir ein gutes Stück besser gefiel, als der erste Band, erhoffte ich mir, dass sich nun ein weiterer Aufwärtstrend abzeichnen würde. Ich wünschte mir eine persönliche Entwicklung der Charaktere und besonders auch eine Entwicklung der zwischenmenschlichen Beziehungen, besonders derer zwischen Sasha und Ben.

Leider wurde ich jedoch auf ganzer Linie enttäuscht, denn die einzigen Charaktere, die sich wirklich entwickelten und an ihrer Beziehung arbeiteten, waren June und Jess - eigentlich zwei Nebencharaktere. 

Ben und Sasha haben aus den Problemen und Trennungen in ihrer Beziehung rein gar nichts gelernt. In "Always in Love" haben wir genau dieselben Schwierigkeiten und Kommunikationsprobleme, wie im ersten Band der Reihe und man könnte annehmen, dass die beiden inzwischen wüssten, wie man aufeinander zugeht. Aber Pustekuchen. Ich erwarte ja gar nicht, dass man im zarten Alter von 17/18 Jahren weiß, wie das Leben läuft und immer supervernünftig handelt... aber spätestens wenn ich mich das erste Mal von meinem Partner getrennt habe/verlassen wurde, weil irgendetwas nicht klappt, das dann massiv bereue und Besserung lobe - dann gebe ich mir doch auch zukünftig etwas mehr Mühe, gerade weil es mir wichtig ist? Dann versuche ich doch, etwas an meinem Verhalten zu ändern und das Ganze irgendwie in geregeltere Bahnen zu bekommen. Sollte man meinen. 

Ebenso schlimm wie die beiden Hauptcharaktere fand ich das ständige Drama... nicht nur, dass die Geschichte um Sasha und Ben grundsätzlich nur aus Dramen besteht, aber in diesem Band kommt das Ganze zum Höhepunkt. Ohne Spoilern zu wollen, aber gerade vertragen, geht das Schauspiel von vorne los. 

Handlungsstränge, die einmal begonnen wurden, tauchten teilweise einfach nie wieder auf, bzw. Charaktere verschwanden in der Versenkung (Carolin? Elliot?) und wenn sie dann mal wieder auftauchten, fragte man sich hinterher, ob es das jetzt gewesen ist, oder ob da noch mehr kommt.

Das Ende ist der reinste "What the F*k" Moment, denn es kommt wie es kommen musste: keine große Aussprache und alles ist wieder gut. Dann klappt man das Buch zu und weiß genau: wären das reale Personen, ginge es in 3 Wochen von vorne los, weil sie nichts daraus gelernt haben. 

Positiv zu erwähnen ist der Schreibstil, der mir mit seiner locker-leichten und spritzigen Art nach wie vor gut gefällt. Er ist bildhaft und weckte so manches Mal den Kaffeedurst in mir, ebenso wie die Lust, Yale einmal einen Besuch abzustatten.

Infos zum Buch
Seitenzahl: 337 Seiten
Verlag: Ullstein Verlag
ISBN: 978-3864931321
Preis: 12,99 € (Broschiert) / 8,99 € (Ebook)

Reihe: 
Crazy in Love
Hopelessly in Love
Always in Love

Infos zur Autorin
"Hallo, ich bin Emma, willkommen auf meiner Autorenseite!Seit ein paar Jahren lebe ich mit meinen Büchern und meinem Hund in Berlin, aufgewachsen bin ich aber im Rheinland. Seit ich halbwegs das Alphabet beherrsche, habe ich mir Geschichten ausgedacht und aufgeschrieben. Am liebsten über die Liebe und ihre Umwege, den Mut, den man für sie braucht, darüber, was sie mit einem macht, vor allem wenn man gar nicht mit ihr rechnet. Über Konfetti im Bauch und Chaos im Kopf und diesen magischen Moment kurz vor dem ersten Kuss ... Die Ideen für meine Geschichten kommen oft ganz spontan, auf Reisen, beim Leute-Beobachten im Café oder nach einem Gespräch mit einer guten Freundin. Ich bin gespannt zu hören, was ihr über meine Bücher denkt." (Quelle: Verlagshomepage)

Fazit*
Hätte man dieses Werk drastisch gekürzt und in die beiden Vorgängerbände gepackt, hätte man sich diesen dritten Band wahrlich sparen können.

Wertung: 2 von 5 Sterne! 

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.08.2020

Ein fantastisches Werk mit unglaublichen Charakteren und jeder Menge tiefgründiger Gedanken!

Time to Love – Tausche altes Leben gegen neue Liebe
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Inhalt
Leena wird von ihrer Chefin nicht nur wärmstens darauf hingewiesen, dass es nun endlich mal Zeit für ihren Jahresurlaub ist, sondern einfach mal zwei Monate in ebendiesen geschickt - gegen ihren ...

Inhalt
Leena wird von ihrer Chefin nicht nur wärmstens darauf hingewiesen, dass es nun endlich mal Zeit für ihren Jahresurlaub ist, sondern einfach mal zwei Monate in ebendiesen geschickt - gegen ihren Willen! Auf einmal ist Leena an einem Punkt, an dem sie eigentlich nicht sein wollte: gestraft mit jeder Menge freier Zeit, die sie nun dafür nutzen muss, den Tod ihrer Schwester zu überwinden, der sie noch sehr belastet. Und weil ihre Großmutter Eileen kürzlich erst von ihrem Mann verlassen wurde und dringend eine Auszeit braucht, beschließen die beiden einen Tausch: Leena zieht ins Haus ihrer Oma aufs Land und Eileen in die WG ihrer Enkelin ins turbulente London... 

Erster Satz des Buches
">Ich finde, wir sollten tauschen<, erklärte ich Bee und recke mich, damit ich über meinen Computerbildschirm hinweg mit ihr reden kann."
- BETH O'LEARY - TIME TO LOVE, S. 7 -

Meine Meinung
Auch wenn ich das Debüt der Autorin nicht kenne, habe ich schon viel von ihr gehört und war natürlich sehr gespannt darauf, ob sie mich auch so in den Bann ziehen würde, wie sie es bei vielen anderen geschafft hat... und ich kann nur sagen: ja, auf jeden Fall. Ich bin super schnell in die Geschichte hineingekommen und über den kompletten Roman hinweg hat sie mich nicht losgelassen. Ich habe auch im Alltag über Eileen, Leena und die vielen Charaktere nachgedacht und würde sie gerne einmal persönlich kennenlernen. 

Müsste ich im Nachhinein einen Lieblingscharakter benennen, würde ich mich ganz klar auf Eileen Cotton festlegen. Sie ist fantastisch, denn so eine weltoffene ältere Dame, voller Tatendrang und Experimentierfreude begegnet einem selten. Dazu hat sie ein wahnsinnig großes Herz und würde für ihre Enkelin alles aufgeben. Anders als manche ihrer Altersgenossen scheint ihr nichts fremd zu sein, sie hat keine Berührungsängste, zieht sich nicht zurück, versucht im Gegenteil das Beste aus ihrer Situation zu machen und alles irgendwie zu regeln.

Auch Leena finde ich ganz interessant, auch wenn ich sie lange Zeit nicht so ganz durchschauen konnte, nicht so ganz hinter ihre Pläne und Ziele kam. Gut gefallen hat mir, dass Leena weit weg von ihrer Arbeit auch mal zur Ruhe kommt und die Arbeit einfach Arbeit sein lässt... das hätte ich so nicht vermutet. Eher, dass sie der Arbeit hinterhertrauert und sich immer wieder versucht damit zu beschäftigen, doch ganz im Gegenteil!

Ethan gefiel mir überhaupt nicht, er war mir durch und durch unsympathisch, ganz anders hingegen Jackson. Jackson ist ein wahrer Sonnenschein und konnte mich vom ersten Moment an vollends von sich überzeugen. 

Wir lesen immer abwechselnd aus Leenas und aus Eileens Perspektive, wobei ich Eileens Werdegang deutlich interessanter fand und ihre Ideen deutlich mehr Pepp hatten. 

Der Schreibstil war sehr gut lesbar, fesselnd und die Kapitel waren angenehm lang. 

Infos zum Buch
Seitenzahl: 448 Seiten
Verlag: Diana Verlag (Randomhouse)
ISBN: 978-3-453-36036-5
Preis: 12,99 € (Broschiert) / 4,99 € (Ebook)

Infos zur Autorin
"Beth O'Leary schrieb ihren ersten Roman »Love to share« auf der täglichen Zugfahrt zu ihrem Job in einem Kinderbuchverlag und landete damit einen internationalen Bestseller. »Time to Love« ist ihr zweites Buch. Heute ist Beth freie Autorin, und wenn sie nicht am Schreibtisch sitzt, macht sie es sich gerade irgendwo mit einem Buch, einer Tasse Tee und mit mehreren Wollpullovern (bei jedem Wetter) gemütlich. Sie lebt mit ihrem Partner und ihrem Hund auf dem Land nicht weit von London." (Quelle: Verlagshomepage)

Zitate
">Ich war nie der Typ für Katastrophenszenarien (...). Wenn es dazu kommt, muss man sich den Dingen stellen. Und normalerweise sind die Dinge am schlimmsten, an die man gar nicht gedacht hat, warum sollte man sich also vorher schon Sorgen machen?<"
- BETH O'LEARY - TIME TO LOVE, S. 246 -

"Wenn man jemanden vermisst, kann man leicht vergessen, dass es sich bei demjenigen um mehr handelt, als den Menschen, an den man sich selbst erinnert: Jeder hat Seiten an sich, die er nur zeigt, wenn andere Menschen dabei sind."
- BETH O'LEARY - TIME TO LOVE, S. 252 -

"Familien können so kompliziert sein, aber wenn man Familie für sich selbst definiert, hat man letztendlich ebenfalls etwas ziemlich perfektes."
- BETH O'LEARY - TIME TO LOVE, S. 356 -

">Wenn Menschen über Verlust sprechen, sagen sie immer dass man hinterher nicht mehr derselbe sei. Dass der Verlust einen verändere, eine Lücke im Leben hinterlasse. (...) Und das stimmt zweifellos. Aber wenn man jemanden verliert, den man liebt, verliert man nicht alles, was derjenige einem gegeben hat. Etwas lässt er bei einem zurück.<"
- BETH O'LEARY - TIME TO LOVE, S. 443 -

Fazit
Ein absolut fantastisches Buch, das mich kaum losgelassen hat... warum? Nicht weil es besonders spannend war - dazu ist es wohl die falsche Lektüre. Vielmehr weil mich die Charaktere so sehr gefesselt haben und ich einfach in die Geschichte abgetaucht bin... Die vielen Zitate sollten Euch zeigen, wie absolut mitreißend dieses Buch ist und wie sehr es in mancher Hinsicht auch zum denken anregt... klare Leseempfehlung!

Wertung: 5 von 5 Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.07.2020

Ein unglaubliches Buch - sehr lesenswert!

Mörderisches Mallorca – Toni Morales und die Töchter des Zorns
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Inhalt

Antonio Morales ist Commandante und beginnt seine neue Stelle beim mallorquinischen Morddezernat. Schon bevor seine Stelle dort regulär beginnt, wird er zu einem Mord hinzugerufen: eine Nonne wurde ...

Inhalt

Antonio Morales ist Commandante und beginnt seine neue Stelle beim mallorquinischen Morddezernat. Schon bevor seine Stelle dort regulär beginnt, wird er zu einem Mord hinzugerufen: eine Nonne wurde unterhalb der Stadtmauer tot aufgefunden... seltsam ist, dass die Nonne vorher im Gespräch mit einer Frau gesehen wird, die aber nun niemand kennt und die auch nicht mehr gefunden wird. Wer bringt eine Nonne um und verschwindet dann völlig?

Ein zweiter Mord geschieht und schnell keimt der Verdacht auf, dass die beiden Fälle zusammenhängen...



Erster Satz des Buchs
"Schwester Beate wollte nicht hier sein."
ELENA BELLMAR, TONI MORALES UND DIE TÖCHTER DES ZORNS, S. 5



Meine Meinung
Toni Morales und die Töchter des Zorns ist ein Buch der Autorin Elena Bellmar, die dem ein oder anderen von Euch möglicherweise unter dem Namen Elke Becker bekannt ist.

Antonio "Toni" Morales ist ein sympathischer und offener Mensch, aber auch ein fantastischer Ermittler, der an Hartnäckigkeit nicht zu überbieten ist. Besonders gut gefällt mir an ihm, dass er versucht die Balance zwischen Berufs- und Privatleben zu halten und wir so auch viel über seine Frau Mel - und seine Vergangenheit - erfahren. Seine neuen Mitarbeiter akzeptieren ihn sofort und stehen ihm schnell zur Seite, weswegen sie mir richtig gut gefielen. Auch die anderen Charaktere fand ich super - besonders Mel, Tonis Frau. Aber auch Schwiegermutter Adelheid war eine interessante Persönlichkeit, die im Laufe des Buches noch für Furore sorgt...

Die Spannung war von der ersten Seite an greifbar und ich wollte das Buch eigentlich gar nicht mehr weglegen. Die Abgründe, die sich da auftaten, waren erschütternd und je mehr ich davon las, desto tiefer zogen sie mich in ihren Bann. Das Thema ist hochbrisant und lässt einem die Haare zu Berge stehen... ihr dürft gespannt sein!

Auch wenn ich selbst noch nie auf Mallorca war, zogen mich die Beschreibungen der Autorin in ihren Bann und ich konnte alles förmlich vor mir sehen - auch ohne "Vor-Ort-Kenntnisse"!



Infos zum Buch
Seitenzahl: 320 Seiten
Verlag: Piper Verlag (Pendo)
ISBN: 978-3-86612-478-3
Preis: 15,00 € (Klappenbroschur) / 12,99 € (Ebook)

Infos zur Autorin
"Elena Bellmar ist das Pseudonym der Autorin Elke Becker, die 1970 im schwäbischen Ulm geboren wurde. Das Reisen liegt ihr im Blut. So schnürte sie bereits mit achtzehn Jahren ihren Rucksack und zog wochenlang durch Südamerika. Später verbrachte sie ein Jahr in Venezuela, um Spanisch zu studieren. Dort entdeckte sie das Schreiben für sich und absolvierte später eine Drehbuchausbildung an der Master School Berlin. Heute lebt Elke Becker auf Mallorca, Schauplatz ihrer Krimireihe um Ermittler Toni Morales." (Quelle: Verlagshomepage)



Fazit
Ein absolut lesenswerter Mallorca-Krimi mit einem grandiosen Ermittlerteam und einem Spannungsbogen, der sich gewaschen hat. Ich bin wirklich begeistert und freue mich schon sehr auf das Wiedersehen mit Toni und seinem Team!

Wertung: 5 von 5 Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.07.2020

Mich konnte dieser Roman nicht überzeugen...

Der Knochengarten
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Inhalt
"Auf dem Gelände eines ehemaligen katholischen Waisenhauses für Mädchen wird ein grausiger Fund gemacht: Bauarbeiten fördern insgesamt vierzig Skelette zutage, die offenbar über Jahrzehnte unter ...

Inhalt
"Auf dem Gelände eines ehemaligen katholischen Waisenhauses für Mädchen wird ein grausiger Fund gemacht: Bauarbeiten fördern insgesamt vierzig Skelette zutage, die offenbar über Jahrzehnte unter dem Rasen und dem Nutzgarten vergraben wurden – zu einer Zeit, als Nonnen dort ungestört ihr unerbittliches Regime ausüben konnten. Handelt es sich bei den Toten um Mädchen aus dem Waisenhaus?  Das Major Incident Team aus Yorkshire würde zu gern auf die Erfahrung und untrüglichen Instinkte von Carol Jordan und Profiler Tony Hill zurückgreifen, doch Carol hat gekündigt, und Tony verbüßt eine vierjährige Haftstrafe … Keine guten Voraussetzungen, um die grauenhaften Verbrechen aufzuklären. Was wurde all den jungen Menschen angetan?" (Quelle: Verlagshomepage)

Erster Satz des Buches
"An Mord hatte Mark Conway an diesem Samstagnachmittag nicht im Entferntesten gedacht."
VAL MCDERMID - DER KNOCHENGARTEN, S. 7

Meine Meinung
"Der Knochengarten" ist der 11. Roman der Reihe um die beiden Ermittler Carol Jordan und Tony Hill und ich muss gestehen - das habe ich gemerkt. Auch wenn ich nach und nach einiges an Infos über die beiden (ehemaligen) Ermittler und deren Verhältnis bekommen habe, ebenso über deren Vergangenheit, so ist mir der Einstieg jedoch sehr schwer gefallen. 

Dies lag nicht nur daran, dass ich mich gefühlt habe, als ob man mich mitten in ein bestehendes Konstrukt wirf (und zwar nicht auf die gute Art), sondern auch daran, dass ich mit den Charakteren nicht so recht warm werden konnte. Tony Hill ist ein merkwürdiger Kauz mit allerhand privaten (und sexuellen) Schwierigkeiten, die mir beim ersten Kennenlernen des Charakters irgendwie alle ein bisschen zu viel waren. Zusätzlich muss der Kommissar eine vierjährige Haftstrafe verbüßen, war also deshalb nicht in der Lage, seinen Beruf auszuüben.
Möglicherweise hat Tony Hill einen Charme, den man erst über die Bücher hinweg kennenlernt, der mir aus diesen Gründen also eher verborgen blieb? 

Jordan Hills Erzählstrang war zwar auf Grund ihrer Probleme - und dem Versuch diese zu lösen - recht interessant, das war es aber auch schon. Auch Jordan hat ihren Dienst quittiert... es ist also keiner der Ermittler noch im Dienst, nach dem die Reihe benannt wurde. Da frage ich mich doch, was der Sinn und Zweck des Ganzen ist? 

Schwierigkeiten hatte ich vor allem deshalb, weil es so viele verschiedene Erzählstränge gab, die immer wieder abwechselnd erzählt wurden, häufig aber auch mit einem Cliffhanger endeten - den ich aber bis zum Fortführen des Kapitels meist schon wieder vergessen hatte und nochmal nachschlagen musste. Hier hätte ich mir gewünscht, dass die einzelnen Kapitel länger sind und mehr zusammengefasst werden.

Auch tat ich mir mit dem Stil der Autorin irgendwie schwer, der Schreibstil war mir zu schleppend und ich schweifte des öfteren gedanklich ab. 

Infos zum Buch
Seitenzahl: 464 Seiten
Verlag:Droemer Knaur Verlag
ISBN: 978-3-426-52491-6
Preis: 9,99 € (Taschenbuch) / 9,99 € (Ebook)

Reihe:
Das Lied der Sirenen
Schlussblende
Ein kalter Strom
Tödliche Worte
Schleichendes Gift
Vatermord
Vergeltung
Eiszeit
Schwarzes Netz
Rachgier

Infos zur Autorin
"Val McDermid wurde 1955 in der Hafenstadt Kirkcaldy im schottischen Fife geboren. Sie stammt aus einer Bergarbeiterfamilie und ging als erste aus ihrer Familie auf eine Universität, und das gleich in Oxford. Nach dem Studium der Englischen Literatur arbeitete sie zunächst als Dozentin, dann lange als Journalistin bei namhaften britischen Zeitungen. Heute ist sie eine der erfolgreichsten britischen Autorinnen von Thrillern und Kriminalromanen. Ihre Bücher erscheinen weltweit in mehr als vierzig Sprachen. 2010 erhielt sie für ihr Lebenswerk den Diamond Dagger der britischen Crime Writers’ Association, die höchste Auszeichnung für britische Kriminalliteratur. Weltweit haben sich ihre Romane bisher elf Millionen Mal verkauft." (Quelle: Verlagshomepage)

Fazit
Ich tat mir mit diesem Roman aus so vielen unterschiedlichen Gründen schwer: die vermeintlichen Hauptcharaktere spielen eher untergeordnete Rollen und ich wurde mit ihnen auch nicht sonderlich warm. Es gab zu viele unterschiedliche Erzählstränge, die mich sehr durcheinander brachten... leider konnte mich dieses Werk überhaupt nicht überzeugen. 

Wertung: 2 von 5 Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.06.2020

Ein superspannender Thriller, der Spaß macht!

Der Fahrer
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Inhalt
"Der Fahrer" ist der dritte Band um die Ermittler Rebecca Oswald und Jens Kerner. In Hamburg treibt sich ein Serienmörder herum und viele seiner Opfer fuhren vor ihrem Verschwinden mit dem neuen ...

Inhalt
"Der Fahrer" ist der dritte Band um die Ermittler Rebecca Oswald und Jens Kerner. In Hamburg treibt sich ein Serienmörder herum und viele seiner Opfer fuhren vor ihrem Verschwinden mit dem neuen Fahrdienst der Stadt: Mydriver. Aufgefunden werden sie alle: Tot, mit einem Gesicht, welches mit Leuchtfarbe bemalt wurde... Doch was haben sie sonst gemeinsam, was ist der gemeinsame Nenner? Auffällig ist, dass stets das private Auto der Opfer aufgefunden wird, welches mit einem Hashtag versehen ist: #findemich. Nach und nach finden sich in der Stadt immer mehr dieser Hashtags und alles deutet darauf hin, dass der Täter ein persönliches Problem mit Kommissar Jens Kerner hat... 

Erster Satz des Buches
"Er wischte im roten Licht der Kerzen den Staub vom Granit."

Meine Meinung
Ich liebe die Romane von Andreas Winkelmann und freue mich immer, wenn er ein neues Buch veröffentlicht. 

Jens Kerner und Rebecca Oswald überzeugten mich schon in "Die Lieferung", dem zweiten Band um das Ermittler-Duo (für mich der erste), weswegen ich nicht umhinkam, den dritten Band auch unbedingt lesen zu wollen. Die beiden überzeugten mich auch in diesem Werk des Autors, da sie nach wie vor völlig unverwechselbare Charaktere darstellen, denen man so kein zweites Mal begegnet. Dies liegt vor allem daran, dass sie (im Gegensatz zu vielen anderen Charakteren aus Thrillern) nicht nur Kommissare sind, sondern eben auch Menschen mit Geschichten, mit einer Vergangenheit und einem Leben außerhalb des Polizeidienstes. 

Der Plot ist - wie von Winkelmann gewohnt - von Anfang an fesselnd, was sich im Verlauf der Geschichte immer weiter steigert. Er führt einen in die Irre und immer dann, wenn man eine leise Vermutung haben könnte, biegt er nochmal an und zeigt: so einfach ist es dann doch nicht! 

Gut gefallen hat mir auch dieses Mal wieder, dass man eine Menge über die beteiligten Figuren erfährt und so das Gefühl hat, sie wirklich zu kennen. Das Ermittlerteam um Rebecca und Jens scheint für die beiden wie eine kleine, eigenständige Familie zu sein und das fand ich ganz besonders toll. Ich denke in solch einem Beruf ist es immer gut, wenn man auch Rückhalt von den Kollegen hat.

Die Auflösung war unerwartet, das Ende hingegen (hinsichtlich der Ereignisse) lange überfällig. Ich bin sehr gespannt und freue mich auf mehr Geschichten um die beiden Ermittler! 

Der Schreibstil war nicht nur fesselnd und bildhaft, sondern auch flüssig und gut verständlich. 

Infos zum Buch
Seitenzahl: 400 Seiten
Verlag: Rowohlt Verlag
ISBN: 978-3499000386
Preis: 10,00 € (Taschenbuch) / 8,99 € (Ebook)

Reihe:
Das Haus der Mädchen
Die Lieferung
Der Fahrer

Infos zum Autor
"Andreas Winkelmann, geboren 1968 in Niedersachsen, ist verheiratet und hat
eine Tochter. Er lebt mit seiner Familie in einem einsamen Haus am Waldrand nahe Bremen. Wenn er nicht gerade in menschliche Abgründe abtaucht, überquert er zu Fuß die Alpen, steigt dort auf die höchsten Berge oder fischt und jagt mit Pfeil und Bogen in der Wildnis Kanadas." (Quelle: Verlagshomepage)

Fazit
Ein genialer Thriller für jeden, der in dieser Materie zuhause ist. Lesen!

Wertung: 5 von 5 Sternen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere