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Veröffentlicht am 23.07.2021

Spannend zurück in die Vergangenheit

Die verstummte Frau
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GBI-Agent Will Trent und seine Kollegin Faith Mitchell werden zu einem Mord in einem Gefängnis gerufen. Dort untersucht bereits Dr. Sara Linton, die Lebensgefährtin von Will Trent, den Leichnam. Der Insasse ...

GBI-Agent Will Trent und seine Kollegin Faith Mitchell werden zu einem Mord in einem Gefängnis gerufen. Dort untersucht bereits Dr. Sara Linton, die Lebensgefährtin von Will Trent, den Leichnam. Der Insasse Daryll Nesbitt wird verdächtigt, er sitzt wegen Kinderpornographie ein. Vergewaltigungen und Morde an Frauen, die ihm zur Last gelegt wurden, konnten ihm nicht nachgewiesen werden. Er behauptet unschuldig zu sein und verweist auf weitere Morde an Frauen, während er im Gefängnis war. Dazu behauptet er, seinerzeit vom angeblich korrupten Polizeichef Jeffrey Tolliver und den weiteren Polizisten wie Lena Adams reingelegt worden zu sein. Das Brisante: Jeffrey war ehemals mit Sara verheiratet und wurde später ermordet. Trotz Zweifeln an den Aussagen von Nesbitt werden die vor acht Jahren durchgeführten Mordermittlungen neu aufgerollt.

Genialerweise läßt Karin Slaughter diese Ermittlungen in einer zweiten Zeitebene neu aufleben. Man wird in die Vergangenheit zurück versetzt und erlebt die verzweifelte Suche nach dem Täter. Diese Kapitel haben immer Grant County als Überschrift, so dass man immer weiß, in welcher Zeitebene man ist. Die aktuellen Ermittlungen beginnen dagegen mit Atlanta. Der Thriller ist wahrlich nichts für Leute mit schwachen Nerven. Slaughter schreibt hier sehr genau und detailreich, was mit den Frauen seinerzeit passiert ist. Dabei geht es jedoch nicht um den Gänsehautfaktor, sondern einfach um die Tatsache, wozu Männer fähig sein können. Das Leid der überlebenden Frauen wird sehr deutlich vermittelt, hier bekommt man wahrlich Gänsehaut und hofft mit den Frauen, dass die Zeit, wie man so einfach daher sagt, Wunden heilt. Immer, wenn ein Ermittlungsabschnitt beendet ist, wechselt der Thriller die Zeitebenen und knüpft an das für den Leser neu erworbene Wissen an.

Die Charaktere werden wie immer detailliert beschrieben Wer die Slaughter-Bücher kennt, entdeckt immer was Neues an den Personen. Die Beziehung zwischen Will und Sara ist nicht einfach. Beide haben ihre Vergangenheit und leiden immer noch ein wenig daran. Hinzu kommen die Zweifel von Will, da Sara bei diesen Ermittlungen an ihren Exmann Jeffrey erinnert wird. Aber auch wir Leser dürfen ihn wieder kennen lernen.

Zum Schreibstil brauche ich nichts weiter sagen. Angenehm, bisweilen hart und brutal, dennoch bildgewaltig, schnörkellos. Die Spannung in dem Buch ist hoch, der Lesesuchtfaktor ebenso. Das Finale ist überraschend, auch wenn ich bereits früh einen Verdacht hatte, aber gut und nervenzerreißend aufgelöst.

Auch mit ihrem neuen Thriller „Die verstummte Frau“ legt Karin Slaughter erneut einen Thriller der Extraklasse vor.

Eine ganz klare Leseempfehlung und somit 5 von 5 Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.07.2021

Perfides Spiel im Darknet!

Das Spiel – Es geht um Dein Leben
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Mit „Das Spiel – Es geht um dein Leben“ hat Jan Beck seinen ersten Band um das Ermittlerduo Inga Björk und Christian Brand herausgebracht, der im Juli dieses Jahres seine hoffentlich genauso spannende ...

Mit „Das Spiel – Es geht um dein Leben“ hat Jan Beck seinen ersten Band um das Ermittlerduo Inga Björk und Christian Brand herausgebracht, der im Juli dieses Jahres seine hoffentlich genauso spannende Fortsetzung finden wird.

Im Darknet kursiert ein sehr perfides Spiel. Jäger setzen einen hohen Geldbetrag und erhalten bestimmte Informationen über sog. Opfer. Den Opfern ist gemein, dass sie ein nur unter UV-Licht sichtbaren tätowierten Skorpion haben, von denen sie nichts wissen, Einige Teile des Skorpions fehlen, und genau diese fehlende Teile sollen beim Opfer entfernt werden….
Bereits zu Beginn wird eine junge Joggerin brutal im Wald ermordet.

Dann kommt bereits Christian Brand zum Einsatz, der gleich zu Beginn einen Amokläufer brutal zur Strecke bringt. Gleichzeitig verliert Inga Björk von Europol in London bei einem Einsatz ihre Kollegin. Inga wird auf die Tat von Christian aufmerksam und fordert ihn als Personenschützer bei ihren weiteren Ermittlungen an.
Der Journalist Krakauer, an Lungenkrebs im Endstation erkrankt, findet Hinweise auf das Spiel im Darknet und will die Hintergründe aufspüren und so einen letzten großen journalistischen Beitrag leisten. Weiter im Buch kommt noch Mavie vor, die auf eine Party einen Skorpion bei sich entdeckt und kein einfaches Leben im reichen Haus der von Nauensteins hat. Und schließlich gibt es die geldgierige und rücksichtslose Sabine Diapoli, die an diesem Spiel als Jägerin teilnimmt sowie Mirjam Rüttgers, eine zwielichtige Psychologin.

Die beiden Ermittler haben mir von Anhieb an sehr gut gefallen. Brand, Mitglied eines österreichischen Sondereinsatzkommandos, der Grenzen oftmals überschreitet, sowie die zunächst sehr zurückhaltende und arrogant wirkende Inga Björk, versuchen diesen Hintermann dieses Spiels zu finden. Keine leichte Aufgabe. In vielen einzelnen kurzen Kapiteln wir die Story erzählt. Die Kapitel haben Überschriften, so dass man sofort weiß, wo man sich befindet und um wen es gerade geht. Dieses Zusammenspiel dieser Kapitel hat mir unglaublich gut gefallen. Die Geschichte ist temporeich und durch den klaren und leichten und spannenden Erzählstil des Autors schnell erzählt. Der Schluss kam ein wenig zu schnell, war aber an Dramatik kaum zu überbieten. Die Geschichte um Mavie hat noch einen weiteren sehr interessanten Hintergrund.

Ein unglaublich spannender und sehr unterhaltsamer Thriller, einer der besten, die ich in den letzten Jahren gelesen habe.

Ich gebe dem Thriller die volle Punktzahl mit 5 Sternen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.06.2021

Dem Mörder ausgeliefert!

Offline - Du wolltest nicht erreichbar sein. Jetzt sitzt du in der Falle.
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Mit Offline ist dem Autor Arno Strobel ein sehr guter Thriller gelungen. „Du wolltest nicht erreichbar sein, jetzt sitzt Du in der Falle“ ist die perfekte Umschreibung dieses Thrillers. Digital Detox – ...

Mit Offline ist dem Autor Arno Strobel ein sehr guter Thriller gelungen. „Du wolltest nicht erreichbar sein, jetzt sitzt Du in der Falle“ ist die perfekte Umschreibung dieses Thrillers. Digital Detox – digitale Entgiftung ist das Motto einer Eventveranstaltung. Eine mehrköpfige Gruppe nimmt an einer Wochenveranstaltung in einem derzeit noch zu sanierendes Berghotel teil. Ohne Handy und sonstige Anbindung an das Internet soll probiert werden wie es ist, wenn man nicht ständig mit dem Internet verbunden ist. Angekommen in dem einsamen Hotel, in dem nur zwei Hausmeister tätig sind, beginnt es heftig zu schneien, man ist von der Außenwelt abgeschnitten und völlig auf sich allein gestellt. Am nächsten Morgen fehlt ein Reiseteilnehmer. Er wird schwer verletzt aufgefunden. Damit beginnt ein Katz-und–Maus-Spiel. Wer ist das nächste Opfer? Wer ist der Täter?

Zu Beginn hat mich zwar die Anzahl der unterschiedlichen Personen verwirrt, aber man bekommt schnell ein Gefühl für die unterschiedlichen Charaktere, die der Autor sehr differenziert ausgearbeitet hat. Die Spannung steigt stetig an. Mit seinem guten, flüssigen Schreibstil war es ein Leichtes durch die Seiten zu fliegen. Sehr angenehm und anschaulich. Der Autor beschreibt diese bedrückende Abgeschiedenheit in dem einsamen Berghotel sehr eindringlich. Anfangs versuchen die Reisemitglieder heraus zu finden was passiert ist und wer für diese Tat wohl verantwortlich sein könnte. Noch halten sie alle zusammen und auch die gesellschaftlichen Konventionen, die man unbewusst erlernt hat, bleiben noch kurzfristig aufrecht erhalten. Doch als kurz danach eine weitere Person verschwindet, wird es immer kritischer. Die Personen zeigen in ihrer Angst ihr wahres Gesicht und nur einige können trotz der angespannten Lage noch einigermaßen klar denken und handeln. Doch die Gruppendynamik ist teils stärker, einige sondern sich ab, anderer bleiben allein und es wird immer schwieriger untereinander und miteinander zu agieren. Die Angst, das nächste Opfer zu werden, ist so groß, dass alle sozialen und menschlichen Verhaltensweisen verloren zu gehen scheinen. Das ist alles sehr spannend und packend inszeniert. Die Auflösung hat mich sehr überrascht. Auf diese Lösung wäre ich nicht gekommen. ZU Beginn habe ich mich noch gefagt, was es mit dem Prolog wohl auf sich haben mag. Das wurde nun klar.

Diesem Psychothriller gebe ich 5 Sterne und ich kann es jedem Thrillerliebhaber sehr empfehlen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.06.2021

Brunetti und die Jagd auf Umweltsünder!

Geheime Quellen
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Commissario Brunetti wird in ein Hospiz gerufen, in der die im Sterben liegende Benedetta Doso ihm ein Versprechen abringt. Er solle den Tod ihres Mannes untersuchen, der vor kurzem einen tödlichen Unfall ...

Commissario Brunetti wird in ein Hospiz gerufen, in der die im Sterben liegende Benedetta Doso ihm ein Versprechen abringt. Er solle den Tod ihres Mannes untersuchen, der vor kurzem einen tödlichen Unfall hatte. Er sei ermordet worden und habe „schlechtes“ Geld gehabt, Geld für ihre Erkrankung. Und so ermittelt Brunetti zusammen mit seiner Kollegin Claudia Griffoni in diesen scheinbaren harmlosen Verkehrsunfall und stößt bald auf Ungereimtheiten im beruflichen Umfeld von Vittorio Fadalto. Er arbeitete für ein Trinkwasser-Unternehmen im Veneto, war sehr akribisch und unbeliebt.

Brunetti ermittelt mit Griffoni und Ispettore Vianello in der Firma des Toten, führt Gespräche mit Kollegen und Kolleginnen und auch mit der Familie des Toten. Nach und nach wird klar, dass es um gravierende Wasserverschmutzungen und Schadstoffbelastungen geht, die vertuscht werden, aber auch um die Frage, ob Wasser privatisiert werden sollte. Wasser ist ein lebenswichtiges Elixier und sollte nicht unnötig verschwendet werden. Etwas, das man sich immer wieder vergegenwärtigen muss bei all den aktuellen Problemen in der Welt. Denn nicht nur in Venedig, das selbst von viel verschmutztem Wasser umgeben ist, ist das ein Thema, es geht uns alle an.

Venedig selbst scheint immer mehr dem Massentourismus zu unterliegen. Seit Jahren schon schreibt Donna Leon über die Belastung dieser eigentlich schönen Stadt. Aber überall nur Touristen, große Ozeandampfer direkt vor Ort und natürlich auch viele Verbrechen in der Stadt. Diebstähle sind an der Tagesordnung. Zwei Romamädchen betreiben zudem ihr Unwesen und der Vice-Questore Patta, der in keinen Brunetti-Roman fehlen darf, sorgt sich scheinbar um das Wohl und Wehe der Bürger der Stadt, doch wie immer geh es ihm hauptsächlich darum, gut in der Öffentlichkeit dazustehen.

Brunetti ist ein äußerst sympathischer und charismatischer Charakter, der immer wieder Rat in seinen klassischen römischen und griechischen Dichtern sucht und nur ein Ziel hat, die Wahrheit zu finden und für Gerechtigkeit zu sorgen.

Doch was Gerechtigkeit im Einzelfall ist, ist nie so leicht festzustellen. Rat und Erholung findet Brunetti dann immer wieder bei seiner Frau Paola und seinen Kindern sowie bei einem Gläschen Wein.

Ein ruhiger Krimi mit viel venezianischem Flair, dem ich 4 von 5 Sternen gebe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.05.2021

Komplexer, tiefgehender Auftakt einer Trilogie!

Geiger
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Nichts ist wie es scheint. Hinter einer schönen Fassade kann das Grauen lauern. Keiner weiß, was der andere hinter seiner Stirn denkt, tut oder fühlt. Alles wird verschleiert, alles ist geheim. Geheim ...

Nichts ist wie es scheint. Hinter einer schönen Fassade kann das Grauen lauern. Keiner weiß, was der andere hinter seiner Stirn denkt, tut oder fühlt. Alles wird verschleiert, alles ist geheim. Geheim und gefährlich. Daher ist es auch überaus überraschend und verwunderlich, als der über 80-jährige Stellen Broman, ein ehemals sehr beliebter schwedischer Fernsehmoderator kurz nach dem Besuch seiner beiden Töchter Lotta und Malin und deren Ehemännern und Enkelkindern erschossen aufgefunden wird. Wer konnte das Onkel Stellan, so wurde er von allen liebevoll genannt, antun? Die ermittelnde Polizeikommisssarin Anna ruft Kommissarin Sara Nowak an, die zwar bei der Sitte arbeitet, aber in ihren Kindertagen bei den Bromans aufgewachsen war. Stellans Ehefrau Agneta ist verschwunden. Wurde sie entführt? Wer steckt dahinter?

Der Leser weiß gleich zu Beginn, dass Agneta ihren Mann erschossen hat. Aufgrund eines kurzen Anrufs, in dem der Anrufende lediglich „Geiger?“ fragte. Das war für Agneta das Stichwort. Sie holt aus einem Versteck eine Waffe und erschießt ihren Mann Stellan und begibt sich auf eine lange Zeit vorbereitete Flucht mit einem Ziel, ihren Auftrag auszuführen. Die Polizei tappt im Dunklen. Doch nach und nach entwickelt sich eine sehr umfangreiche und verwickelte Story, die seines gleichen sucht. Stichworte sind hier einerseits Spionagetätigkeiten, DDR, IM, KGB, Säpo, BND. Zum anderen mir bislang unbekannte Begriffe wie Fulda Gap und Stay put. Vergrabene Bomben, Atombomben, Kalter Krieg, Zerstörung Deutschlands in einem Szenario 3.Weltkrieg. Des weiteren sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen, Erpressungen etc. . Daneben aber auch sehr tief gehende und überraschende Informationen rund um Sara, ihre Vergangenheit, ihren Job, in dem sie oft die gesetzlich gesteckten Grenzen überschreitet und ihrer Familie.

Die verschiedenen Handlungsstränge werden sehr gut aufgelöst. Mir hat sehr gut gefallen, mit welcher Akribie und Genauigkeit der Autor uns Leser hier in diese verschiedenen Ebenen und Geschehnisse eintauchen lässt. Dem ein oder anderen ist das vielleicht zu viel. Mit hat das aber sehr gut gefallen. Dann dadurch konnte ich die Geschehnisse, Ereignisse und die Charaktere der Protagonisten viel besser einschätzen. Der Schreibstil ist angenehm. Für das Buch sollte man sich aber schon Zeit lassen. Die Geschichte wird zum Schluss hin immer spannender.

Geiger ist das Debüt dieses Autors und der Auftakt einer Trilogie. Ich freue mich sehr auf die Folgebände.

Dem Buch gebe ich 4,5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere